Glück Auf!
Seit einigen Wochen rätsel ich an einigen Stufen aus Nieder-Beerbach rum. Ursprünglich wollte ich nur die Zinkblendekristalle aus dem Calcit befreien mit Essigsäure. Dabei tauchten noch eine ganze Menge anderer Minerale auf. Das meiste sind Erze die ich bestimmen kann, die aber leider schlecht auskristallisiert sind. Da wären Bleiglanz, Bornit, Kupferkies, Pyrit. Dann fanden sich noch einige Kristalle eines 6seitigen, säuligen Minerals (Erz) das langsam zu einer Spitze zuläuft (wie eine langgestreckte Pyramide) und ein dunkelgrünes Mineral (irgendein Chlorit?) das reichlich auf dem Kluftrand zu finden ist, sitzt zum Teil auch auf den Erzen drauf.
Die Erze befinden sich alle in einem maximal 2 cm dicken Calcitgang ohne Quarz am Rand. Die meisten Erze sitzen mehr oder weniger fest am Rand, während der Calcit nahezu den gesamten Gang ausfüllt. Gelegentlich sind einige Schuppen des dunkelgrünen Minerals im Calcit eingelagert. In den wenigen Hohlräumen findet man schöne glänzende Kristallaggregate von Zinkblende (zum Teil honigfarbend). Da diese Zinkblendeaggregate immer größtenteils vom Calcit umschlossen sind, hab ich den Calcit entfernt, zumal er auch keine brauchbaren Kristalle ausbildete. Vollkommen in Calcit eingewachsen findet man auch noch weitere einzelne Zinkblendekristalle (?) als honigfarbende Plättchen. Es müssten also deutlich verzerrte Kristalle sein.
Das fragwürdigste Mineral, um das es mir hier vor allem geht, befindet sich schwimmend im Calcit. Nur selten ist es mal am Kluftrand angewachsen. Es kommt immer büschelförmig vor, wobei die einzelnen Kristalle voneinander weggebogen sind. Meistens ist es mit dem dunkelgrünen Mineral (als Schuppen im Calcit) verwachsen. An einigen Stellen ist es allerdings unverwachsen und man erkennt einen rotbräunlichen Schimmer im Durchlicht. Mit bloßem Auge erscheint es als schwarzes, glänzendes Mineral.
Ich habe schon die Mineralliste von Nieder-Beerbach durchgearbeitet und entweder Arseniosiderit oder Allanit für möglich gehalten. Aber beides passt auch nicht so richtig, da sie in so nadeliger Aufsbildung deutlich bräunlicher sind. Von einem einheimischen Sammler, den ich im Steinbruch getroffen habe, wurde mir das ganze (nach meiner Meinung sehr flüchtigem draufgucken) als Löllingit bezeichnet. Der müsste aber deutlich metallisch-grauer aussehen. Was also könnte dieses Mineral sein?
Da ich noch keine geeignete Technik habe um Mineralfotos von Mikros zu machen, habe ich die eine Mikromountstsufe über den Scanner abgelichtet.
Glück Auf!
Felsenmammut