Hallo Leute,
nur so ein paar Kommentare:
Sieht für mich aus wie gelblicher Quarz.
Quarzkristalle zeigen Rhomboeder verschiedener Stellung als Kopfflächen, und nicht die hexagonale Dipyramide wie bei den dargestellten Kristallen. Ausserdem kann ich keine z-Flächen erkennen, die üblicherweise vorhanden sind.
Für mich ist das eine Dolomitdruse im Gestein, welches sehr Glimmerreich ist. Galenit ist da nicht! Ansonsten bitte eine Großaufnahme des Galenits!
Stimmt, Galenit ist da wirklich nicht zu erkennen. Muss auch nicht, denn das abgebildete Fahlerz deutet sehr stark auf einen Fundort ala Tsumeb hin. Der Schiefer ist dann das abgebildete Tennatiterz und die Dolomitdruse mit den gelben Mimetesiten klassisch!
Eindeutig ein Mineral der Mischkristallreihe Mimetesit-Pyromorphit, wohl Mimetesit.
Das ist die einzige, einem Amateur würdige Antwort. Schon die Unterscheidung Pyromorphit-Mimetesit ist eigentlich einem Amateur nicht möglich, die Schlussfolgerung auf Mimetesit zeugt von großer Erfahrung. Und Erfahrung ist KEIN Dogma, sondern das Ergebnis von viel Gesehenem und Erfahrenem mit der Anwendung dessen auf das aktuelle Problem.
Ich will jetzt auch mal keinem zu Nahe treten, aber Mineralbestimmung ist eine hohe Kunst, die kritisches Hinterfragen der Bestimmung als unbedingt notwendig bedingt. Allerdings kommt es mir mittlerweilen so vor, daß jeder nur noch etwas hinterfragt, ohne überhaupt zu wissen was er hinterfragt. ein Beispiel:
Nicht nur, daß man aus den einzelnen Parametern keinen eindeutigen Schluß ziehen kann,
( Farbe, Glanz, Bruch - wo siehst du den denn , xx ) sie sind auch durchaus streitbar
.
Für sich alleine gestellt sind es nur Hinweise. Aber in Zusammenhang mit weiteren Indizien sind es Argumente die eine Aussage unterstützen. Streitbar sind diese Parameter allerdings, aber genau diese Unsicherheit bei der Bestimmung der Parameter sollte jeden Mineralogen dazu veranlassen weiter Parameter hinzuzuziehen wie z.b. Paragenese, Kristallform usw..Die letzteren Parameter sind in Zusammenhang mit den Erstgenannten aussagekräftig.
Beispielsweise die Paragenese - da gibt es einerseits die Vermutung, daß Galenit vorhanden
ist ( kann man per Bld. auch nicht entscheiden ), und andererseits eine Behauptung ( Dolomit )
die wohl eigentlich auch eine Vermutung ist. ( denn wenn jemand Galenit nicht sicher identifizieren
kann, wird er wohl vermtl. auch Dolomit nicht wirklich von anderen Karbonaten unterscheiden können )
Die Schlussfolgerung ist richtig, aber am Ziel vorbei geschossen. Ob es sich nun um Calcit, Dolomit, Ankerit oder Siderit handelt, macht erst einmal keinen Unterschied, denn das Carbonat ist nur die Unterlage. Das wichtige ist, daß man erkennt, daß es sich um ein Carbonat handeln könnte und nicht etwa um Adular, was mit Schiefergestein die Vermutung Quarz festigen würde. Dann aber würde die Erklärung der Erzreste schwer werden, könnte aber mit verwitterten Galenitresten durchaus in EInklang gebracht werden. Zum guten SChluss bleibt ein Punkt, der unbefriedigend beantwortet werden muss, nämlich die Kristallform. Diese passt nicht zu Quarz.
( denn wenn jemand Galenit nicht sicher identifizieren
kann, wird er wohl vermtl. auch Dolomit nicht wirklich von anderen Karbonaten unterscheiden können )[
Hier wage ich gar nicht zu schreiben, was der Hintergedanke einer solch famosen Aussage sein könnte, ich kann aber verstehen wenn sich dabei jemand gründlich auf den Schlips getreten fühlt.
Das Galenit vorhanden sein sollte, ist eine Vermutung gewesen und somit eine Umkehrung der Argumentation: Wenn es Mimetesite sind, muss Galenit vorhanden sein. DAS IST FALSCH! Es muss kein Galenit auf der Stufe sein und so kann man auch nicht argumentieren.
Aber wenn man sich das zweite Bild von Joy anschaut, erkennt man ein Erz. Nun kommen die "Dogmatiker" unter uns zu Wort: Erz +"Dolomitische Druse" +gelbe prismatische sechsseitige Kristalle=?

Da kommt man beispielsweise auf Tsumeb. Aus Tsumeb sind genau solche gelben Kristalle als Mimetesit bekannt. Streifung stimmt, Kopfflächen stimmen und Paragenese stimmt, bzw. das Erz ist dann Tennantit. So geht die Argumentationskette, und das ist kein DOGMA sondern Erfahrung. Ob es sich beim Fundort um Tsumeb handelt ist unsicher, aber warscheinlich!
Zum Härte-test: na, warum sagst du ihm das denn nicht gleich ? ( bevor er von evtl. falschen Tatsachen ausgeht )
Ob Tatsachen falsch sind, sei mal dahingestellt, aber einen Härtetest an kleinen Kristallen machen zu können ist reproduzierbar und mit einer kleinen Fehlerquote eine Sache für einen äußerst erfahrenen Analytiker. Alle "Hausrezepte" zur Härtebestimmung scheitern meist an dem einzusetzenden Werkzeug. Die Ergebnisse haben nur einen "Hinweischarakter", denn nach ritzen kommt zermalmen!
Die richtigere Formulierung wäre m.M.n. : ... vom rein optischen Befund, könnte es sich um Mimetesit / Pyromorphit
handeln, wobei z.B. auch Quarz nicht unbedingt auszuschließen ist.
Diese Formulierung lässt mir nur eine Deutung: Ich kann gar nicht bestimmen, ich plapper nur ein wenig rum was ich so gelesen habe! Lass es sein mit der Bestimmung, so geht das nie. Mineralien zu bestimmen ist in vielen Fällen tatsächlich schwer, aber eben nicht in allen. Wer sich intensiv mit der Unterscheidung der "einfachen" Mineralien bemüht, wird bald merken, daß es sehr sehr viele Mineralien gibt, die man sicher bestimmen kann...bis ein Prof.Dr.Dr. kommt, der macht aus einem Quarz demnächst auch noch eine ganze Gruppe.
Letztendlich bleibt bei jeder bestimmung ein Unsicherheitsfaktor, aber mir ist eine gut argumentierte Bestimmung lieber als eine Sammlung voller fragwürdiger Fragezeichen!!
Glück auf
Ulrich