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Autor Thema: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?  (Gelesen 17933 mal)

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Offline minuwe

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #30 am: 30 Dec 07, 23:08 »
 ;D ;D

Würde noch mal folgendes testen:

1. Spaltbarkeit begutachten (wie -M- schon ausführte, recht eindeutig).
2. Mit Fluoritsplitter einen Kristall ritzen, wenn Spur --> weicher = höchstwahrscheinlich Baryt.
3. Hier im Lexikon und in einem meiner Bücher ist angegeben, Fluorit sei in HCl löslich. Kann ich nicht bestätigen, wäre mir neu. Wenn dem so wäre, wäre Fluorit ausgeschlossen, bin da aber skeptisch. 
4. Probe in kalter verdünnter H2SO4 lösen. (Oben schrieb ich fälschlicherweise: HNO3)! Wenn dabei HF freigesetzt wird, ist es sicher Fluorit, wenn es sich kaum/ nicht löst dann Punkt 5. machen...
5. Probe in warmer, konzentrierter H2SO4 lösen, wenn es sich löst und nach dem Abkühlen unter Zugabe von paar Tropfen Wasser eine Trübung eintritt, ist es sicher Baryt.

Glück Auf
Uwe
« Letzte Änderung: 30 Dec 07, 23:12 von minuwe »

Offline berthold

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #31 am: 31 Dec 07, 00:24 »
Hallo,

jetzt habe ich mal einen kleinen Bereich aus dem Foto 3 kopiert, gedreht, vergrößert, Kontrast etwas angehoben und die Kanten nachgezeichnet. Nach meiner Meinung nach sieht man:

1) fast senkrecht auf eine Fläche
2) zu der die Kristalle parallel verwachsen sind
3) eine Spaltrichtung, könnte auch Kratzer sein (schwarzer Pfeil)
4) eine Symmetrie die sicher nicht kubisch ist
5) ein zonares Wachstum (innen heller)

Symmetrie und Habitus sowie (soweit erkennbar) Tracht führen mich wieder zu Baryt (wer Zweifel hat, mal im Goldschmidt die Barytseiten ansehen). Nachdem auch Farbe, Glanz, Härte, Paragenese und  Säuretest dem nicht entgegen stehen sage ich: Sicher Baryt.

Gruß
Berthold

@minuwe: Die von Dir vorgeschlagenen chemischen Untersuchungen würde ich an Jürgens Stelle nicht machen  :P
« Letzte Änderung: 31 Dec 07, 00:31 von berthold »

Offline -M-

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #32 am: 31 Dec 07, 01:13 »
Hallo,

@ Berthold -
ich denke zwar immernoch, daß die Begutachtung der Spaltbarkeit  durchaus sinnvoll und auch praktikabel wäre, allerdings
wird dies wohl nur am Original zu machen sein. ( die Fotos reichen dazu sicher nicht aus )
Falls sich Jürgen bezüglich der Deutung der Risse, etc. nicht sicher ist, kann er ja auch einfach mal ne Beschreibung seiner
Beobachtungen dazu, am besten mit Skizze, hier reinstellen.
Kubische Symmetrie, würde ich auch ausschließen, und Baryt könnte auch m.M.n. ganz gut passen.
Smoeller sieht da ja bezüglich der Form auch kein Problem ... und der Einzige, der sich hier entschieden dagegen ausspricht,
begründet seine Ansicht ja leider nicht mal... ( vielleicht kann er seine Gründe dafür ja bei Gelegenheit mal nachreichen )

@ Min-uwe -
Fluorit ist schon auch in konz. HCl ( und auch HNO3 ) löslich, nur eben viel schlechter, als in konz. H2SO4.
( bin mir da zwar jetzt nicht ganz sicher, aber ich meine, daß Fluorit  in sehr geringem Maße sogar in H20 lösl.ist ...
die Frage ist meistens nicht ob- , sondern wie gut- ...  bzw. ob mit einfachen Mitteln feststellbar )
Was die "Produktion" von H2F2 angeht, würde ich eher davon abraten, es sei denn Jürgen hat die nötige Ausstattung und Erfahrung
dafür. ( abgesehen davon, daß hier höchstwahrscheinlich sowieso kein Fluorit vorliegt )

Gruß -M-

edit - @ Bergmeister,
sorry, hab gerade gesehen, daß du in deinem ersten Beitrag hierzu schon ein Begründung geliefert hast.
Kenne mich mit dem FO-typischen -Baryt  ja nicht aus, aber Habitus und Tracht ( soweit erkennbar ) sprechen
eben eigentlich nicht  generell gegen Baryt ...
« Letzte Änderung: 31 Dec 07, 01:30 von -M- »

Offline minuwe

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #33 am: 31 Dec 07, 01:30 »
Zitat
( abgesehen davon, daß hier höchstwahrscheinlich sowieso kein Fluorit vorliegt )
Und weil ich das , wie weiter oben geschrieben ja auch denke, habe ich das so vorgeschlagen. Das heist, er braucht vermutlich nicht mit HF zu rechnen, und käme da ohnehin bis Punkt 5. Der wiederum wäre allerdings ein echter Beweis für Baryt, wenn wir mal Exoten außen vor lassen wollen.

Übrigens traue ich dem Jürgen so einen H2SO4- Test schon zu.

@ Berthold:
Zitat
Die von Dir vorgeschlagenen chemischen Untersuchungen würde ich an Jürgens Stelle nicht machen 
Wegen dem Aufwand oder der Gefahr  ::) oder weil du die Sache  für optisch ausreichend sicher geklärt hälst?

Glück Auf
Uwe

Offline -M-

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #34 am: 31 Dec 07, 01:42 »
@ min-uwe,
nee, da hast du schon Recht, ich denke auch, daß man den H2SO4 -test mal machen könnte,
um ein weiteres Indiz  für Baryt  zu erhalten, womit die Sache  dann ja noch sicherer würde.
Mir ( und ich denke auch Berthold ) ging es vor allem um die nicht zu unterschätzende Gefahr
beim Umgang mit Flußsäure. ( ist ja nicht nur für Glas ungesund )

Gruß -M-

Offline berthold

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #35 am: 31 Dec 07, 10:36 »
Hallo,

Zitat
@ Berthold:
Zitat
Die von Dir vorgeschlagenen chemischen Untersuchungen würde ich an Jürgens Stelle nicht machen
Wegen dem Aufwand oder der Gefahr  ::) oder weil du die Sache  für optisch ausreichend sicher geklärt hälst?

Besonders wegen Aufwand. Nicht jedermann hat konzentrierte heiße Schwefelsäure zur Hand, hat einen Abzug zu Hause, Schutzbrille, Säurehandschuhe usw. Dann ist es die Frage wie man bei einer sehr kleinen Probemenge die (sehr wenige) Flußsäure in der Schwefelsäure nachweist (Ätzung der Reagenzglasoberfläche? - wird nur schwer feststellbar sein).

Für eine sichere Baryt-Bestimmung halte ich die vorgebrachten Argumente für hinreichend. Analytisch würde man durch eine EDX selbst bei einer kleinsten Probemenge mehr erfahren als durch nasschemische Methoden.

Fluorit ist in allen Mineralsäuren löslich, selbst in Wasser, wenn auch nur gering: Löslichkeit in Wasser bei 18°C 16 mg/Liter; bei 26° 17 mg/Liter.

Gruß
Berthold

Offline minuwe

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #36 am: 31 Dec 07, 11:12 »
Hallo Berthold,

was du schreibst leuchtet schon ein. Wenn man mit HF rechnen würde, sollte man sich überlegen, wem man das rät, aber bei einem chemieerfahrenen Geologen  ;) .
Die HF sollte in einem entsprechendem, mit in das Reagenzglas gegebenen kleinen Glasplatte unter dem biol. Mikroskop Ätzspuren (Trübungen) erkennen lassen.
Da ja aber die HCl nicht gegriffen hat (bei Fluorit habe ich das noch nicht machen müssen), und es schon deshalb kein Fluorit sein kann, wäre der Punkt 5 dann der gängige Test (hatte ich auch mal von einem hier schreibenden sehr erfahrenen Sammler als Tipp erhalten  ;)- danke noch mal).

Wie auch immer, die Anfangsvermutung nach Baryt scheint sich ja nun zu bestätigen und es ist schon erstaunlich, welch interessante Bildungen Baryt hervorbringt.

Glück Auf
Uwe

Offline geomueller

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #37 am: 31 Dec 07, 16:22 »
Hallo alle,

so nun willich mich mal wieder einschalten, hatte gestern und bis heute keine Zeit und bin jetzt erstaunt wie rege hier weiter diskutiert wurde.
Also zu weiteren naßchemischen Prüfverfahren komme ich hier zu hause nicht da ich außer HCl hier z. Z. nichts habe. Das werde ich nächste Woche im Labor nachholen ;).

Jeder hier an der Diskussion beteiligte würde wenn er die fraglichen Kristalle in Natura sehen würde sofort sagen das es Siderit oder Calcit ist.

Nach Farbe, Glanz, Härte, Paragenese und  HCl-Säuretest ist es ziemlich sicher Baryt. Zur Spaltbarkeit lässt sich wirklich nicht allzuviel sagen, die meisten Spaltflächen sind uneben, bei den  wenigen die eben sind kann man beim besten Willen nicht eindeutig erkennen in welchem Winkel sie zur nächsten Kristallfläche stehen da es eben keine idealen Einkristalle sind sondern Verwachsungen meherer bzw. Zwillingsbildungen (?) die letztlich vielflächige (grob)kuglige Kristallaggregate darstellen.

Baryt ist schon die gängigste Möglichkeit, obwohl mich eben wie schon öfter ngesprochen hier der Habitus na sage wir mal verwundert, so habe ich noch nie Baryt gesehen. Baryt wiederum ist für die Lagerstätte sehr typisch, er kommt hier in zwei Paragenesen vor. Zum Einen als reine mächtige fba-Gänge mit mehreren Metern Mächtigkeit, diese sind bis 1990 sowohl am Schneckenstei als auch in Brunndöbra abgebaut worden. Dieser Baryt ist meist derb ausgebildet und trat nur vereinzelt als meist farbloser gedrungener Meißelspat auf. Zum Anderen trat Baryt  quasi als Durchläufer auf hydrothermalen Quarz/Zinnstein/Arsenkies/Uraninit/Siderit-Gängen zusammen mit Fluorit auf. Aus dieser Paragenese stammt auch das fragliche Stück. Dieser Baryt war mir aber bisher nur in einem anderen Erscheinungsbild bekannt, einmal in den typischen Barytnüssen und als kleine sechsseitige Tafeln (siehe beigefügte Bilder).

Gru? Jürgen
« Letzte Änderung: 31 Dec 07, 16:26 von geomueller »

Offline minuwe

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #38 am: 31 Dec 07, 17:09 »
Könnte es sich um Baryt nach Siderit handeln?

Glück Auf
Uwe

Offline geomueller

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #39 am: 31 Dec 07, 17:24 »
Hallo Uwe,
ja hab ich auch schon gedacht, wäre aber auch ungewöhnlich.

Kay, hier im Forum hat mir angeboten erst mal eine infrarotspektroskopische Anaylse zu machen, schon mal danke für das Angebot ;).
Calcit, Aragonit, Baryt, lassen sich unterscheiden. Zinkblende und Fluorit sind MIR-inaktiv. Das dürfte erst mal etwas mehr Klahrheit bringen.

Gruß Jürgen

Offline Bergbaumaulwurf

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #40 am: 02 Jan 08, 19:55 »
Glück Auf!
Im Herbst diesen Jahres fand ich eine ähnliche Stufe!
Handgroß und auf Quarz als Überzug diese bräunlichen Kristalle.
Für mich steht eigentlich fest das es sich hier um Zinkblende handelt.
Es kommten beide Mineralien vor und oftmals ist auch anderorts die Zinkblende aussitzend auf anderen Material.
Der Bergbaumaulwurf

Offline geomueller

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #41 am: 02 Jan 08, 20:57 »
Hallo Bergbaumaulwurf,

wo fandest du diese Stufe, auch auf den besagten Halden am Schneckenstein??
Zinkblende möchte ich zumindest für mein Stück ausschließen.
Die Analyse wirds zeigen was es wirklich ist.

MfG Jürgen

Offline Krizu

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #42 am: 03 Jan 08, 09:01 »
was du schreibst leuchtet schon ein. Wenn man mit HF rechnen würde, sollte man sich überlegen, wem man das rät, aber bei einem chemieerfahrenen Geologen  ;) .
Die HF sollte in einem entsprechendem, mit in das Reagenzglas gegebenen kleinen Glasplatte unter dem biol. Mikroskop Ätzspuren (Trübungen) erkennen lassen.

Hallo Uwe,

ehrlich gesagt hätte ich vor einem Reagenzglas mit heisser H2SO4 mehr Respekt als vor der relativ kleinen Menge an HF die da aus dem Splitter CaF2 frei wird.

Viele (die meisten?) Todesfälle in der Industrie gingen auf das Konto Heissdampf und heisses Wasser! Also die Gefahr kann schon an anderer Stelle drohen.

Aber eine EDX sollte wirklich das Beste sein!

MfG

Frank


Offline Bergbaumaulwurf

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #43 am: 04 Jan 08, 20:37 »
Glück Auf!
Hallo Jürgen!
Auch mein Stück ist von besagter Halde.
Habe mir das Stück genau unter dem Bino angeschaut und wenn ich die Kristalle mit denen aus Danas Mineralienbuch vergleiche, bin ich mir sicher das es  Zinkblende ist.
Lasse mich von der Analyse überraschen, die irgendwann hoffentlich hier zu lesen ist.
Bergbaumaulwurf

Offline -M-

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Re: Wismuthalden Schneckenstein, was könnte das sein?
« Antwort #44 am: 04 Jan 08, 22:03 »
Hallo Bergbaumaulwurf,
also wenn es Sphalerit wäre, müßte es aber zumindest an Bruchstellen einen ziemlich
typischen Glanz aufweisen, der wiederum recht anders, als der von Baryt, Siderit, etc.
wäre...  (  auch auf den Spaltflächen )
Abgesehen davon, bräuchte man bei Verdacht auf Sphalerit ja bloß mal einen Splitter
in konz. HNO3 schmeißen ...  ( S- Abscheidung )

Gruß -M-

PS: wenn du identisches Material vom FO hast, dann wären das jedenfalls zwei Möglichkeiten,
das Warten auf die EDX - Ergebnisse abzukürzen und deinen Verdacht schon vorher zu überprüfen.

 

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