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Autor Thema: Kritik zu einer Mineralienbörse  (Gelesen 10675 mal)

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Haldenschreck

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #15 am: 09 Apr 08, 10:11 »
hallo,
nun muss man unterscheiden zwischen "eyecatchern", die zum kaufen des materials aus dem restlichen angebot animieren sollen, und ernsthaften verkaufsabsichten für die super-stufen. ich denke, es ist - von der händlerseite aus gesehen - naiv zu denken, man könne auf börsen in der 3. reihe (nicht abwertend) solche super-stufen verkaufen. ich würde es nicht tun; erstklassige exponate werden privat gekauft und nicht auf öffentlichen börsen.

ich kenne lollar nicht; gerne lasse ich mich des besseren belehren.

haldenschreck

Offline grauerstar

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #16 am: 09 Apr 08, 10:41 »
Hallo!

In den letzten Beiträgen kristallisiert sich eine Beobachtung heraus, die ich auch gemacht habe. Die "Mittelklasse" der Mineralien fehlt. Man bekommt schnell mal Stufen bis 20 Euro (die entsprechend aussehen) oder dann gleich wieder im 3-stelligen Bereich. Ordentliche Stufen dazwischen fehlen oft oder sind überteuerte Stufen mieser Qualität. M.M.n. liegt das daran, dass immer mehr Händler die Börsen besuchen. Diese haben natürlich das Ziel der Profitmaximierung im Sinn. Und der lässt sich einerseits erreichen, indem man viele Stufen geringer Qualität einkauft (oft auch hinterher geworfen bekommt) und diese über die Anzahl verkauft oder wenige Stufen hoher Qualität (bei Sammlungskäufen sicher preiswert) über den Preis. Dazwischen gibt es für den Händler offenbar nicht viel zu holen. Wie seht ihr das? Ich stelle hier nur Überlegungen an, die sich aus den Gesetzen der Wirtschaft und den Beobachtungen auf den Börsen zusammensetzen.

Ausnahme: Berufsstrahler. Diese Menschen müssen von ihren Funden leben und gehen ein ganz anderes Risiko ein als ein Händler. Dessen Risiko ist es nur, mal zu spät zu kommen und nicht die Sammlung oder die Stufen zu bekommen, die er gern hätte. Deshalb sehe ich die Preise der Strahler verbunden mit den Schuftereien, den erfolglosen Tagen usw.

Grüße,
Robert

Offline loparit

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #17 am: 09 Apr 08, 11:14 »
Na, da haben wir schon oft drüber geschrieben (geredet). Ich selbst kaufe schon mal kleinere Sammlungen auf um die besten Stücke für meine Sammlung zu behalten und mit den anderen Stücken versuche ich mein Geld wieder zu bekommen. Dies wird aber immer schwieriger, da ich halt eben um ein Stück überhaupt zu bekommen dann schon mal 20 und mehr Stufen kaufen muss. Und oft genug ist dann auch der Preis immer noch so hoch dass es schwierig wird die anderen Stücke an den Mann zu bringen. Und ich bin kein professioneller Händler der jeden oder jeden zweiten Sonntag irgendwo auf einer Börse anzutreffen ist. Meistens verkaufe ich die Stücke Zuhause. Viele bekannte Sammler kommen zu mir oder fragen regelmäßig an ob ich etwas neues habe. Aber insgesamt wird es immer schwieriger.
Vor einigen Jahren wollte ich eine Sammmlerbörse, nur Mineralien und Fossilien mit Sammlern und Händler organisieren. Ich habe keine 35 Tische voll bekommen und die Börse abgesagt. Mit Schmuck und anderem Kram wäre es ein leichtes gewesen noch mehr Tische aufzustellen.
Und sehr viele mir bekannte Sammler, sammeln nur noch qualitativ hochwertige Stücke und geben auch entsprechendes Geld aus. Die kaufen dann durchaus nur zwei Stücke im Jahr, aber das sind so weit es ihr Geldbeutel zulässt dann Kracher für deren Sammlung. Und darauf reagieren natürlich auch die Händler und versuchen entsprechendes Material anzubieten.
Und ihr könnt mir glauben, es gibt genügend Sammler die Stücke ab 500 Euro aufwärts kaufen. Ich würde sogar behaupten, dass es in der noch höheren Preisklasse mehr Interessenten gibt wie man Stücke bekommt.

Gruß loaprit

Offline Tobi

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #18 am: 09 Apr 08, 11:48 »
Tja, ist meiner Meinung nach schade, dass es jetzt nur noch entweder für blutjunge Anfänger oder für steinreiche Leute was zu holen gibt. Ein paar wenige Dinge gab es in Lollar zwar schon, bei denen ich am Überlegen war, ob ich sie mitnehme (Granat aus Österreich, Fluorit aus Wölsendorf und aus Sachsen, Rauchquarz aus der Schweiz), aber die habe ich entweder schon oder sie haben mich dann doch nicht überzeugt. Ich hatte dann ein paar nette Fluorite entdeckt, die ich schon lange suche (Rogerley Mine, Blanchard Mine), aber beim Blick auf das Preisschild hab ich mir's dann doch noch mal anders überlegt. Und als ich dann sah, dass eine winzig kleine pakistanische Aquamarinstufe mit einem einzigen, leicht verwitterten und komplett farblosen Kristall 80 Euro kosten soll, hab ich mir den Blick auf das Preisschild der darüber stehenden, riesigen Topstufe voller blauer Kristalle erspart. Als dickes Trostpflaster habe ich dafür noch am selben Tag eine handvoll guter Stufen aus der Sammlung meines Onkels bekommen und nichts weiter bezahlt als das Spritgeld, um zu ihm zu fahren ;D

Aber krass finde ich, dass sich das innerhalb eines Jahres so stark geändert hat. 2007 konnte ich in Lollar sehr zufrieden nach Hause gehen, hatte tolle Dinge bekommen, die ich mir auch leisten konnte (Calcit aus der Sweetwater Mine, Fluorit von Cave-In-Rock, Wulfenit aus Los Lamentos) - alles Sammlerstücke in guter Qualität und zu tollen Preisen. Auch 2006 verlief so. Aber diesmal war ich irgendwie falsch am Platz. Für meinen Onkel als Heilstein-Fan und für meine Freundin als Fossiliensammlerin und Mineralienanfängerin hat es sich gelohnt, die haben sich dort wohl gefühlt und natürlich auch genügend für sich entdeckt, ich hingegen konnte meinen Frust kaum verbergen, dass mehrere Wochen Vorfreude vollkommen umsonst waren.

Normalerweise hätte ich auch Vorfreude auf die Marburger Börse im Herbst, doch da ich da 2006 zum letzten Mal war, will ich gar nicht wissen, wie schlecht das Angebot dort sein wird ...

Gruß

Offline Klinoklas

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #19 am: 09 Apr 08, 14:15 »
Ja im Ruhrgebiet sieht es ebenso düster aus. Die wie ich sie nenne "Alten Hasen" kommen schon lange nicht mehr.
Das waren die Sammler, die ihr überschüssiges Material für ein Appel und ein Ei verkauft haben. Tolle Sachen zu fantastischen Preisen. Um die Standgebür zu sparen setzten sie sich manchmal mit einem Gartentisch einfach an einen Stand mit dran. Ich gehe mal davon aus das es abgesprochen war ;)

Leider nennen sich diese Börsen bzw. steht auf dem Plakaten nach wie vor Mineralien & Fossilienbörse mit max. 25% Schmuck.
Nach meiner Einschätzung waren es dann 90% Schmuck. :(

Ich könnte mir aber aufgrund der Geschwindigkeit dieser Entwicklung und dem Unmut zahlreicher Sammler vorstellen das es in Zukunft eine neue Art von Börsen geben kann. Es werden dann vermutlich weniger Börsen stattfinden die aber durch ihre Qualität überzeugen können.

Gruß
René

Offline Anatas

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #20 am: 09 Apr 08, 15:27 »
Naja - Mineralien vom Sammler auf der Börse für ´nen Appel und ein Ei verlangt wohl auch keiner;
und das meint der Klinoklas  wohl auch nicht so ...
der Preis muss halt fair sein damit Käufer und Verkäufer zufrieden sein können; wenn diese Leute
nichts rausholen dann kommen Sie nämlich nicht wieder ...Ich verstehe wenn man bei einem 500 €
Stück feilscht (da bleibt immer noch genug übrig) aber bei jedem 10 oder 20 € Stück ewig wegen
dem Preis rumzumachen (wie oft erlebt)  da braucht man sich dann nicht zu wundern wenn man auf
den Börsen keine verkaufende Sammler mehr findet .....

Zuletzt habe ich auf der Salzburger Börse drei Besucher maulen hören weil für ein nettes alpines
MM - Anatas-Stüfchen vom Sonnblick, Rauris  7,50 € verlangt wurden   -   Hallo ?

Um 4-5 Uhr aufstehen, stundenlanger Aufstieg, stundenlange Suche (meist erfolglos), bei Fund
noch die Arbeit am Fels und den Fund stundenlang runtertragen. Dann kommt das Reinigen, literweise
destilliertes Wasser verbrauchen , Oxalsäure - immer wieder abspritzen und neu wässern und
schließlich dann noch in eine Dose verbringen, kitten und anständig beschriften und auf der Börse
anbieten - wer dann noch 2,50 € für den Anatas verlangt der hat doch genau so einen an der Waffel,
wie derjenige der das selbe Material für 25 € oder mehr anbietet (gib es auch).
"Gute Ware" hat seinen Preis aber der Rahmen muss schon gewahrt bleiben !

Ich habe mehrere Jahre Börsenpause gemacht und war dann um so mehr erschrocken als ich die
Veränderungen (vor allem im Angebot) gesehen habe.  Aber dann habe ich doch noch vernünftige
und mehr als empfehlenswerte Vereinsbörsen gefunden:     Rosenheim, Traunstein und auch Salzburg

Glück Auf    Anatas
« Letzte Änderung: 09 Apr 08, 15:46 von Anatas »

Offline Klinoklas

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #21 am: 09 Apr 08, 16:10 »
Naja - Mineralien vom Sammler auf der Börse für ´nen Appel und ein Ei verlangt wohl auch keiner;
und das meint der Klinoklas  wohl auch nicht so ...

Etwas sallop ausgedrückt war es schon, aber in meinem Beispiel ging es eben um genau
diese Sammler die aus ihrem fast unerschöpflichen durch jahrelanges Suchen  entstandenen
Vorrat an Mineralien etwas zu wirklich fairen Preisen abgeben und weitestestgehend wegen dem Flair
auf Börsen standen. (Quatschen, fachsimpeln, tauschen usw.)

Genau diese Sammler sind praktisch komplett weg auf den hiesigen Börsen und damit auch die Qualität.
Das finde ich sehr schade, kann es aber verstehen. Die Standgebühren usw sind einfach nicht mehr tragbar,

Gruß
René

Offline Tobi

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #22 am: 09 Apr 08, 17:55 »
Natürlich ist es für die Leute, aufgrund so mancher Mühen und auch aufgrund der Standmieten nicht möglich, ihre Ware für'n Appel und 'n Ei rauszuschmeißen, zumal sie ja auch Gewinn machen wollen. Aber genauso finde ich es unfassbar und unverschämt, wenn ein solcher Wucher betrieben wird. Irgendwann sind wir soweit, dass auf deutschen Börsen die Preise amerikanischer Händler gelten und man für einen handgroßen Coelestin aus Madagaskar 200 Euro hinblättern muss. Ich warte jetzt noch mal die Marburger Börse im Herbst ab und wenn es dort auch wieder so ausschaut, dann hab ich erstmal die Schnauze voll, meine Vitrine kann auch gut 'ne Weile ohne Nachwuchs auskommen. Die einzige Möglichkeit, Wucherpreisen entgegenzutreten (das gilt für jedes Segment und nicht nur für Mineralien, versteht sich), ist ein knallharter Boykott. Wer auf seinen Sachen sitzenbleibt, der wird irgendwann unweigerlich die Preise senken.

Naja, die Schenkungen aus der Sammlung meines Onkels (der seine Liebe zu Heilsteinen immer mehr auslebt und seine teilweise wertvollen Sammlermineralien ausmistet), inklusive einer tollen Stufe Amazonit aus Colorado, haben mir ja den doofen Börsensonntag noch gerettet ... ;D

Gruß

Offline loparit

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #23 am: 09 Apr 08, 20:59 »
@ Anatas
... ...Ich verstehe wenn man bei einem 500 €
Stück feilscht (da bleibt immer noch genug übrig) aber bei jedem 10 oder 20 € Stück ewig wegen
dem Preis rumzumachen (wie oft erlebt)  da braucht man sich dann nicht zu wundern wenn man auf
den Börsen keine verkaufende Sammler mehr findet .....

Wie kommt ihr nur so pauschal auf die Idee, dass man an einem Teil das 500 Euro kostet genug verdient hat.

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass die Gewinnspanne bei genau den Teilen wie Du schreibst (10 oder 20 Euro) wesentlich höher liegt als bei hochpreisigen Stücken.
Ein Teil das ich für 5 Euro einkaufe, kann ich meistens locker und schnell für 15 und mehr verkaufen und das Teil für 300 kann ich sicherlich nicht für 900 verkaufen. Auch verkaufen sich die Stücke zwischen 10-20 Euro wesentlich schneller, so dass man dort über die Menge der verkauften Stücke wesentlich mehr einnimmt und der Gewinn entsprechend höher ist.

Oder glaubt Du dass man die Teile die 500 kosten sollen für 50 irgendwo einkaufen kann. Das mag eventuell mal vorkommen, aber normalerweise ist das nicht der Fall.

Gruß loparit


Offline Anatas

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #24 am: 09 Apr 08, 23:51 »
@ Anatas
... ...Ich verstehe wenn man bei einem 500 €
Stück feilscht (da bleibt immer noch genug übrig) aber bei jedem 10 oder 20 € Stück ewig wegen
dem Preis rumzumachen (wie oft erlebt)  da braucht man sich dann nicht zu wundern wenn man auf
den Börsen keine verkaufende Sammler mehr findet .....

Wie kommt ihr nur so pauschal auf die Idee, dass man an einem Teil das 500 Euro kostet genug verdient hat.

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass die Gewinnspanne bei genau den Teilen wie Du schreibst (10 oder 20 Euro) wesentlich höher liegt als bei hochpreisigen Stücken.
Gruß loparit



@ loparit:   
weil ich ganz eindeutig von selbst sammelnden Verkäufern schreibe und nicht von Händlern die eine Einkaufspreis haben,
Gewerbe betreiben und Steuern zahlen und bestimmt Gewinnspannen benötigen um Ihr Geschäft zu erhalten - so einfach ist das.

Grüße   Anatas
« Letzte Änderung: 10 Apr 08, 00:06 von Anatas »

Offline schuppi

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Re: Kritik zu einer Mineralienbörse
« Antwort #25 am: 24 Apr 08, 15:19 »
Hallo,

vor Jahren habe ich auch selbstgesammelte Mineralien und Fossilien auf einer Börse verkauft (3 * hintereinander).

Es war so ätzend: Sehr wenige Käufer hatten überhaupt Interesse an meinen Sachen und die Standgebühren + Fahrzeit + Sprit haben fast alles aufgefressen.

Für mich ein Fazit. Nie wieder verkaufen.

Ich hatte auch mal dann einen Test gemacht: Eine Top-Calcitstufe, wie sie etwa um 40 € kosten würde, mit einem € ausgezeichnet.

Fazit: Kein Käufer.

Nein, wirklich nie wieder.