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Sphärocobaltit löst sich auf? + Heterogenitplage
Klinoklas:
Hallo Spezialisten,
ich habe vor vielen Jahren von meinen Eltern eine tolle Sphärocobaltitstufe
aus der Musonoi Mine geschenkt bekommen. Ein tolles farbintensives
Stück. Der Verkäufer meinte damals das die Stufe irgendwann mal die
Farbe verlieren wird, das der Vorgang aber so langsam von statten geht,
das ich es wohl nicht mehr erleben werde.
Jetzt stelle ich aber leider tatsächlich schon Veränderungen fest.
Im Lexikon der Minerale 2. Auflage wird Sphärocobaltit noch mit Cobaltocalcit gleichgesetzt
und ist mit dem Zusatz versehen das er sich schnell in Steinierit (Heterogenit) umwandelt.
Heterogenit kann ich jetzt nicht ausmachen, die Kristalle sind einfach weg.
Hier ist mal ein Bild der Stufe:
https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1194871693.jpg
Auf der rechten Seite waren die Sphärocobaltitkristalle bis zum Rand gewachsen. Da wo jetzt diese
weißbraune flache Stelle ist. Auf der Stufe selber befinden sich hier und da braune Punkte die
vorher auch nicht da waren.
Kann mir jemand sagen ob das seine Richtigkeit hat und warum das passiert?
Kann man den Vorgang irgendwie stoppen oder verlangsamen und hat das noch jemand bei seiner Stufe beobachtet?
Ich bin etwas gefrustet, da ich jetzt schon mit 4 Stufen in Zusammenhang mit "Herogenit" Probleme habe.
Vor einiger Zeit habe ich hier schonmal einen Beitrag gestartet das fast alle meine Chrysokollstufen in kürzester Zeit
schwarz geworden sind. Das war und da bin ich mir nun sicher auch Heterogenit. Ich habe die Nase voll und gebe keinen Cent mehr für farbenprächtige Chrysokollstufen aus!
Azurit Malchit Chrysokoll aus der Morenci Mine = komplett schwarz und unansehnlich
Atacamit auf Chrysokoll aus der La Farola Mine = Atacamit normal smaragdgrün Chrysokoll schwarz und unansehnlich (kein Kontrast mehr)
Cornetit auf Chrysokoll aus der Star du Congo Mine = Cornetit normal dunkelblau Chrysokoll schwarz und unansehnlich (kein Kontrast mehr)
Gruß
René
Hier mal 3 Bilder in der Reihefolge der Veränderung:
Collector:
Hallo René
Du sprichst ein Thema und zwei Mineralien an - beides Probleme der natürlichen Umwandlung. Grundsätzlich vorab: Sphärocobaltit ist CoCO3, ein eigenständiges Mineral; Cobaltocalcit (Ca,Co)CO3 ist eine Varietät von Calcit und nicht eigenständig. In Musonoi kommen beide vor.
1. Es ist völlig normal und natürlich und bekannt, dass sich Spärocaobaltit letztlich in kolloidalen, psilomelanartigen Heterogenit CoO(OH) oder seine Polytypen 2H und / oder 3H umwandelt. Der Vorgang der Hydroxyl-Hydroxid-Bildung kann nicht rückgängig gemacht und nicht gestoppt werden.
2.Auch der "schwarze Tod" des Chrysokoll ist völlig natürlich. Genauso natürlich, wie schwarzer Chrysokoll . Chrysokoll ist ein charakteristisches Mineral von Oxidationszonen von Kupferlagerstätten, hauptsächlich in Gebieten mit trockenem und heißem Klima. Durch Verwitterung (Dehydration) findet ein Übergang in weniger wasserreiche, bzw. wasserarme Kupfersilikat wie z.Bsp. Plancheit statt.
Ob es Dir hilft, die Farbe Deiner frischen Chrysokole zu erhalten, indem Du ein ständig ein Schälchen mit Wasser danebenstellst, musst Du ausprobieren; hat die Stufe jedoch dann, wenn Du sie erwirbst, schon zu dehydrieren begonnen, kannst Du nichts mehr machen. :'(
Ich hatte in meiner Sammlung einen kohlrabenschwarzen Chrysokoll aus Australien, gefunden Anfang des 20. Jh. - etwas ungewöhnlich die Farbe, doch die blasige Form war nach wie vor erhalten. Und das war auch ganz attraktiv.
Fazit: Umetikettieren in Heterogenit. ;)
Gruß
collector
Klinoklas:
Hallo Peter,
danke erstmal für deine Antwort. Das auf dem Bild oben ist aber doch Sphärocobaltit oder?
Schwarz wird der aber wohl nicht. Sieht eher so aus als würden sich die Kristalle auflösen.
Naja die Definition Sphärocobaltit = Cobaltocalcit stammt aus einem wirklich alten Buch.
Ich weiß schon daß das zwei verschiedene Sachen sind. ;)
Was den Chrysokoll angeht bin ich nur etwas schockiert, das man eigentlich
recht wenig darüber findet. Ich habe mir die Atacamitstufe vermutlich für zuviel Geld
damals gekauft. Würde sie heute noch so aussehen wie beim Kauf würde ich nicht
mehr über den Preis nachdenken. Die Umwandlung war rasant innerhalb von einem
Jahr abgeschlossen. Mit anderen Worten ich hatte nicht viel Freude daran.
Was mich ebenfalls traurig und verwirrt stimmt ist die Tatsache das diese Cornetit/Chrysokoll
und Atacamit/Chrysokollstufen heute immer noch in großen Mengen auf Börsen angeboten werden,
anscheinend aber wenige dieses Problem haben. Den Händlern müßten eigentlich die Stufen schwarz
werden bis sie sie verkaufen. Dann gibt es bei mindat.org und auch beim Mineralienhändler Mineralium.com
dieselben Mineralien bei denen sich ein Attraktives Stelldichein zwischen dem Chrysokoll und dem Heterogenit
entwickelt hat. Sieht wirklich hübsch aus. Bei mir ist jeglicher Kontrast verloren gegangen. Die Fotos oben von dem
Atacamitstück sind unter dem Mikroskop entstanden und zeigen weitaus mehr Kontrast als man mit dem Auge
bei der Stufe sehen könnte. Dunkelgrüner Atacamit auf schwarzem Heterogenit ist nicht der Knüller.
Es sah mal wirklich Top aus. :'( Ist schon tragisch das gerade diese attraktiven Stücke ihren Glanz verlieren.
Ich habe allerdings auch einen Chrysokoll aus Inca de Oro, der sich über die Jahre kein bisschen verändert.
Der von Elba ist leider auch zu einem schwarzen Klumpen mutiert.
Gruß
René
stollentroll:
Chrysokoll wandelt sich nicht in Heterogenit um. Ein Kupfersilikat kann sich nicht in ein Cobalthydroxid umwandeln.
Vielleicht hat eine Tenorit-Bildung stattgefunden.
Glück Auf
der Stollentroll
Collector:
Hallo stollentroll
hat irgend jemand gesagt, dass sich Chrysokoll in Heterogenit umwandelt. ?? (es sei denn, Du hast das mit dem Umetikettieren für Ernst gehalten).
Chrysokoll kann Plancheit werden oder eine anderes wasserarmes Cu-Silikat. Ist doch klar !
Gruß
collector
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