Guten Morgen !
@ Robert: Als Antiqität, wie auch historisch, kann ein Mineral sicher nur in Verbindung mit einem entsprechend alten Beleg gelten, bzw. wenn z.B. das Bergwerk aus dem die Stufe nachweislich (Typlokalität etc.) kommt, vor mehr als 100 Jahren geschlossen wurde. Die Versicherung hat sicher die gleiche Definition von antiquarisch, wie wir Sammler in diesem Bereich. Ansonsten wären ja z.B. eigentlich alle Sachen aus Stein und viele Sachen aus Holz Antiquitäten, da Sie aus Materialien sind, die älter als 100 Jahre sind.
@ Rainer: In der Hausratversicherung sind die Gegenstände zum Neuwert am Schadenstag versichert, dass ist der Preis, den Du für ein z.B. verbranntes Stück, am Schadenstag zahlen musst. Auszug aus einem Versicherungsangebot anbei.
Je besser Du die Werte belegen kannst, desto einfacher wird die Abwicklung sein. Das wichtigste sind viele gute Fotos, in jedem Fall von allen teuren Stücken, andere Dokumentationen (Veröffentlichungen,Rechnungen,Angebote aus dem Netz, Notizen etc.) helfen natürlich auch.
- Was sind 'aktuelle Angebote auf den Märkten'? Extrembeispiel: Vergleichbare Stufen, die dem geschädigten Stück entsprechen, stehen einmal in einem Internetshop für 13,50 und einmal für 115 € in einem Laden. Welcher ist der Richtwert?
Ich denke mal, wenn es nur ein kleiner Schaden ist, wird die Versicherung sich auch mit ein paar vergleichbaren Ladenpreisen zufrieden geben. Sollte es der Fall sein, dass bei einem großen Schaden genau geprüft wird und es wie in Deinem Beispiel oben so ist, dass es "das Stück" für 13,50 im Internet gibt, finde ich es auch fair, wenn Du die 13,50 + Versand erstattet bekommst. Ich denke auch eine Erstattung, die sich aus einem Betrag ergibt, der einem Durchschnittswert von z.B. 3 verschiedenen Angeboten entspricht ist denkbar. Da ist natürlich einiges an Spielraum gegeben, zu Deinen Gunsten, wie auch zu Deinen Ungunsten.
- Wie lange dauert eine derartige Regulierung (in der Regel dürften mehr als nur eine Stufe von einem Schaden betroffen sein)?
Das hängt mit Sicherheit davon ab, wie gut Du Deine Sammlung, wie oben beschrieben, dokumentiert hast.
Ich persönlich würde mir im Schadensfall von einem anerkannten Mineralienhändler ein "Gutachten" schreiben lassen und das mit den Fotos einreichen, dann kann es zumindest keine Ewigkeiten dauern.
- Was passiert, wenn kein vergleichbares Stück am Markt zu finden ist?
Auch in diesem Fall, würde ich mir von einem anerkannten Mineralienhändler / Fachmann was schreiben lassen.
- Aus Sicht des Versicherungsnehmers: Mit welchem Aufwand muss er die Recherchen unterstützen?
Das gilt eigenlich für jeden Schaden: um später nicht nur der reagierende, evtl. beleidigte oder verärgerte Kunde zu sein,
würde ich die Abwicklung des Schadens möglichst aktiv begleiten. Kompromisse sind generell immer gut, wenn Du z.B. für Deine Tsumeb-Stufen nur die Preise amerikanischer Händler vorlegst und darauf rumreitest, ist der Unfrieden bestimmt vorprogrammiert. Denke daran, dass der Gutachter der Versicherung auch nicht jeden Tag Mineraliensammlungen, bzw, Schäden daran einschätzt, für konstruktive Hilfe, sind die in der Regel auch dankbar.
- Welche Spielräume ergeben sich für die Versicherung, wegen vorgeblich unzureichender Dokumentation die Regulierung abzulehnen oder nur einen deutlich niedrigeren Pauschalbetrag anzusetzen?
Spielräume haben beide Seiten, eine sehr gute Dokumentation ist für eine zufriedenstellende Regulierung mit Sicherheit sehr wichtig. Wenn Deine Erzstufen-Sammlung aus z.B. Bulgarien o.ä. nach einem Brand,wo auch alle Belege
vernichtet worden sind, bei der Versicherung als Siegerland-Sammlung angegeben wird, dann ist das ja ähnlich, wie wenn Du behauptest, Deine Bilder an der Wand, waren alle Picassos. Das da der Ärger vorprogramiert ist, ist klar.
Wenn Du einen "Picasso" hast, mußt Du es auch glaubhaft nachweisen können.
"So einfach der o. g. Satz klingt, so dringend vermute ich doch den Teufel im Detail."
Das liegt an der Sache an sich, dass meiner Meinung nach Gute an der Absicherung über die Hausratversicherung ist, dass man die, unabhängig ob Sammler oder Nichtsammler, so oder so haben sollte, denn bei z.B. einem Brand, wird ja nicht nur die Sammlung zerstört, sondern alles andere ja auch.
Ich kenne nur ein Schadensbeispiel, da waren nach einem Kabelbrand alles Stücke der Sammlung verrußt, Sie sind professionell gereinigt worden und auch eine Wertminderung wurde gezahlt. Ich weiß nicht, wieviel die Versicherung gezahlt hat, allerdings kann es bei mehr als 2500 Stücken nicht wenig gewesen sein.
Schönes Wochenende !
Julian