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Autor Thema: Stein von der Küste von Elba  (Gelesen 20161 mal)

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Offline thothie

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #15 am: 02 Jul 08, 08:26 »
Hallo Hans,

es gibt einen aktiven Serpentinsteinbruch in unmittelbarer Küstennähe zwischen Rio Marina u. Ortano. Dort war ich selbst mal drin. Man kann ihn über google maps prima auf der Satelittenkarte finden. Was dort abgebaut wird, sieht orginal so aus , wie Deine Probe.

Gruß

Thomas

Hier hab ich noch was gefunden:

Exkursionstag - 30.09.1996


1. Steinbruch Ortano

In dem aufgelassenen Tagebau von Ortano wurden Serpentinite zur Splitherstellung abgebaut. Die Farbe des Gesteins, ist mit grüngrau bis dunkelgrün-grau, glänzend zu beschreiben. Das ultrabasische Gestein (Ophiolitserie, Malm, Phase 4) mit Serpentin und Olivinit ist vollständig serpentinisiert (grüne Gesteinsfarbe und sichtbare Serpentinminerale). Die Minerale der Serpentingruppe (Antigorit, Chrysotil, Lizardit) sind Schichtsilikate und gelten als Abbauprudukte des Olivins (Inselsilikat), geben also einen Hinweis auf den Ursprung des Gesteins.

1. Metamorphose: Olivin --> Serpentin --> Wasseraufnahme

2. Metamorphose: Serpentinit --> Bronzitfels --> Wasserabgabe

Als Ausgangsgestein ist ein ultrabasisches, olivinreiches Gestein, vielleicht ein Dunit (sehr olivinreich), anzunehmen. Möglicherweise handelt es sich um ehemalige ozeanische Kruste (submarin und ultrabasisch).

Abb. 2: Serpentinit - Steinbruch Ortano

 

Zu lesen unter:


http://www.student-online.net/Publikationen/244/
« Letzte Änderung: 02 Jul 08, 08:47 von thothie »

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #16 am: 02 Jul 08, 11:02 »
ach ja: ich sagte ja das zeug ist verdammt grobkörnig. daher hatte bei uns auch niemand damals gabbro aussprechen wollen. sieht nicht typisch aus. aber wenn die exkursionsleitung, die vorwiegend im bereich tektonik und gefügekunde bzw. petrografie bewandert ist das sagt, nun, dann wird das wohl so sein. von der schichtenabfolge stimmt es auch. würde mich wundern wenn es anders ist.

aber, um mal kurz zu zeigen wie freaky das dort bisweilen ist: hier nochmal ein 2 stücke von elba. da sage mir jemand was er denkt welches gestein es ist, dann sage ich was es ist.

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #17 am: 02 Jul 08, 11:03 »
der andere

Offline trommeln

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #18 am: 02 Jul 08, 12:19 »
Sieht für mein ungeübtes Auge nach Erz oder vulkanisch aus.. aber wenn du so fragst, wird es sicher Jaspis sein

Offline smoeller

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #19 am: 02 Jul 08, 12:25 »
Hallo,

Sieht eher nach Chert oder Radiolarit aus, also ehemalige Ozeanbodensedimente.

Glück Auf!
Smoeller

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #20 am: 02 Jul 08, 12:36 »
also noch als tipp, da ich noch 1-2 vermutungen abwarte:

beide stücke sind das gleiche gestein, allerdings in unterschiedlicher ausbildung und entfernung, aber definitiv die gleiche schicht. es ist weder jaspis, noch chert oder radiolarit (das wurde einem zunächst von einem assistenten auch gesagt, aber inhaltlich und lagebedingt absolut falsch, zudem sieht man 10m weiter die deutlichen indizien). je tageslicht ist das zeug im anstehenden rot oder grün. stinkt übrigens schrecklich beim anschlagen.


Offline trommeln

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #21 am: 02 Jul 08, 12:44 »
Dann ist das Schwarzgraue definitiv kein Mangan?

Offline smoeller

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #22 am: 02 Jul 08, 13:39 »
Hallo,

Kalkstein mit organischen Beimengungen (Bitumen)?

Glück Auf!
Smoeller

Offline thothie

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #23 am: 02 Jul 08, 14:20 »
Die Farbe spricht für eisenhaltig, wenn´s stinkt is wohl Schwefel mit drin.

Ich vermute mal irgendein Nebengestein von dortigem Pyritabbau, aber was , kann ich auch nicht sagen. Da bin ich kein Experte.

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #24 am: 02 Jul 08, 17:46 »
Also um die Spekulationen des Themas halber nicht ausufern zu lassen. Beides ist Basalt. Genaugenommen aus dem gleichen Basalttrom. Das obere Stück stammt aus dem oberen Bereich aus einer Lavaröhre, das untere Stück ist eine Pillow am Ende des Stromes. Beide sind vererzt. Das obere angeschlagene Stück aber viel stärker. Nur die Metalle zu differenzieren.... Erzanschliffe kann ich selber keine machen. Aber sicher Eisen, vermutlich auch Mangan und Co. Schwarze Finger gibt es aber keine. Hätte ich die "Tube" an der Rückseite nicht gesehen und wäre dem Strom gefolgt, wäre man was das Stück angeht nie drauf gekommen. An der oberseite der kleinen Pillow erkennt man die raue Lavaoberkante. Größere Stücke wollte ich aber nicht schleppen.

Das meine ich damit, daß manches einfach völlig anders aussieht als man denkt.

Offline thothie

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #25 am: 02 Jul 08, 18:22 »
Ok, das ist Basalt, aber doch nicht ungewöhnlich. Versteh ich nicht worauf Du hinaus willst. Im Diabasbruch von Oberscheld liegen auch haufenweise solche Brocken rum.

Anhand des Fotos als einzige Grundlage für Bestimmung hätte man noch ne Menge andere Gesteine vermuten können.

Offline trommeln

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #26 am: 02 Jul 08, 18:49 »
Hat mein ungeübtes Auge aber doch den ersten Eindruck ganz richtig gesehen... *freu - man sucht halt zu weit, wenn man extra aufgefordert wird...  ::)

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #27 am: 02 Jul 08, 20:47 »
die bilder sollen zeigen wie man sich seiner erwartung gemäß zu einem urteil verleiten läßt. die pillow hätte man aber erkennen können. der hinweis elba schließt viele gesteine aus. die paar anderen angaben an sich geben tips. aber es sieht auf den 1. blick einfach nicht nach dem aus was es ist. zumal baslt üblicherweise nicht so viel erz hat

die bilder sollen nur zeigen, daß dinge anders aussehen können als man es kennt.

Offline popeye

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #28 am: 02 Jul 08, 21:09 »
Hallo hans , hallo Caliastos,
die Diskussion ist ja noch am köcheln, muß jetzt einfach nochmal was loswerden:
Ob der abgebildete Stein jetzt Serpentinit oder Gabbro ist, darüber lässt sich ja problemlos diskutieren, eine endgültige Aussage der Du auch bedenkenlos glauben kannst bekommst Du abgesehen von der mineralogischen Analyse möglicherweise von Leuten wie Hochleitner oder gar Pezzotta denen Du ja spaßeshalber die Bilder mal mailen kannst.
Aber:
Was mich ärgert (nein:geärgert hat) ist, daß Caliastos` Aussage mit Absolutheit (und möglicherweise fundiertem Wissen knapp an der eigentlichen Frage vorbei ) Kenntnis vorgibt, die Aussage  dann anekdotenhaft  mit drohender Steinigung untermauert wird,mit absoluter Sicherheit behauptet wurde es gäbe auf Elba keinen Serpentinit, der M. Capanne penetrant in Campanne umbenannt wird und jetzt auch noch ein Tal des Vignolo erfunden wird, das es auf Elba bis zur heldenhaften Kartierung durch die Gruppe um Caliastos  noch nicht gegeben hat. Der erwähnte Poggio Peritondo liegt im bzw am Tal des Rio di Ortano (Valle d` Ortano). Da hab ich halt mein Problem : entweder lässt man die Aussagen so stehen und denkt sich seinen Teil dabei oder  man schreibt was dazu. Und das klingt bei mir dann gelegentlich böse, ist aber nicht so gemeint. ::)
Grüße Tobias

Offline vanderheide

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #29 am: 02 Jul 08, 22:54 »
Hallo Popeye
Wenn Du natürlich genaue Kenntnisse hast und siehst diese nicht ganz korrekt angewandt, verstehe ich Deine Auflehnung. Finde es völlig richtig, wenn Du Korrekturangaben machst. Die Sache bleibt aber solange ungelöst, als ich den Fundort noch nicht genau angeben kann. Ich muss die Frage erst dem Leiter des Segeltörns meines Schülers vorlegen.
Caliastos hat völlig recht, wenn er sagt: "Das meine ich damit, daß manches einfach völlig anders aussieht als man denkt." Gerade darum geht es: wie bringe ich die Bildvorstellung mit der wirklichen Mineralsubstanz zur Deckung! Nicht nur die rein visuelle Darstellung kann täuschen, auch an dem zufälligen Fundstück können ebengerade charakteristische Elemente fehlen und schon bin ich auf dem Holzweg.
Der Fundort will ich sobald wie möglich in Erfahrung bringen, dann wird sich einiges klären.
Gruss
Hans

 

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