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Farbverlust von Mineralien
Wegwerfit:
Hi
Je länger je mehr kommt bei mir beim Strahlen genanntes Problem auf.
Realgar, Hemimorphit, Fluorit (manche) oder auch alpine Amethyste verlieren ihre Farbe bei Sonnenexposition.
Geschieht das auch bei künstlichen Lichtquellen (LED,Halogen-,Energiespar-,Öl- oder sonstige Lampen) ?
Oder gibt es bestimmte Wellenlängen, bei der diese Mineralien beständig sind ?
Gruss,
Wegwerfit
Schluchti:
Manche Realgare sind völig lichtstabil, die meisten aber nicht. Der Zerfall beim Realgar wird durch Licht mit einer Wellenlänge kürzer 670 nm und länger 500 nm ausgelöst, was fast das komplette Spektrum sichtbaren Lichts mit Ausnahme von violett, blau und rot bedeutet. Jedoch verläuft die Reaktion schon ab gelben Licht langsamer und sehr langsam ab orangem Licht. UV Licht löst die Umwandlung ebenfalls nicht aus. Kommt also auf das Spektrum der verwendeten Beleuchtung an.
Zu anderen Mineralien liegen mir keine Untersuchungen vor.
ZEO:
Hallo,
das Problem Lichtempfindlichkeit wird in einem Abschnitt des Buches Howie, The Care and Conservation of Geological Materials: Minerals, Rocks, Meteorites and Lunar Finds (1992) diskutiert.
Der Autor sagt u.a., dass grundsätzlich Tageslicht ein Vielfaches schneller Schäden verursacht als "Fluorescent lamps" (meint wohl Neonröhren, denke ich) und diese wiederum schneller als Glühlampen. Halogen und LED wird nicht erwähnt, liegt wohl am Erscheinungsjahr. Unschädlich für alle Mineralstufen ist keine Art von Licht.
Hemimorphit erwähnt der Autor nicht. Realgar zählt er zu den Arten, die man grundsätzlich immer vor Licht schützen sollte. Amethyst und Fluorit nennt er als lichtempfindlich, aber weniger problematisch. Für das Problem, dass oft abhängig vom Fundort und von der Ausgangsfarbe die Entfärbung unterschiedlich verläuft, schlägt er einen Stresstest vor: ein kleines Stück auf 200 Grad C erhitzen über eine Stunde, soll Rückschluss auf Stabilität der Farbzentren erlauben (ausgenommen gelber Saphir).
Abschließend ist das Fazit, dass oft die notwendigen Daten fehlen und viel mehr Untersuchungen nötig wären. 35 Literaturstellen sind angegeben.
Zeo
cmd.powell:
Ja, das mit dem Farbverlust mancher Minerale ist so eine leidige Geschichte. Einziges wirksames Mittel ist und bleibt die betreffenden Stücke im Dunkeln zu lagern und nur gelegentlich zu betrachten (wofür man ja nunmal Licht benötigt). Auf welches Licht welches Mineral wie reagiert lässt sich nicht pauschalisieren; hier sind Versuche angesagt. Oftmals sind die Reaktionen auf Licht spezifisch für den Fundort, als Beispiel die rosa Zirkone von Mendig in der Eifel. Da kann man zuschaun, wie die Farbe verfliegt. Manchmal hat man auch den umgekehrten Effekt: So verliert der Hackmanit von Mt. St. Hilaire im Tageslicht schnell seine rosa Farbe, diese lässt sich aber durch Bestrahlung mit kurzwelligem UV-Licht wieder regenerieren. Realgar wird - als eines der Extrembeispiele - von Licht zersetzt, also auch in seine Kristallstruktur auf Dauer zerstört, wobei sich Pararealgar bildet. Angeblich - ich würde das ja gerne mal selber sehen - sollen die Vivianite im Sandstein aus Bolivien im bergfrischen Zustand farblos sein und sich binnen kurzer Zeit typisch blau oder grün verfärben. Hier ist allerdings nicht das Licht sondern der Luftsauerstoff der Übeltäter. Als Sammler müssen wir uns in letzer Konsequenz darauf einstellen, das wir die Minerale in unserer Sammlung nicht unbeeinflusst lassen können.
Amberimage:
hallo Mineralienfreunde
wäre es vielleicht möglich mit den meist bekanntesten Mineralien die Ihre Farbe verlieren eine Tabelle anzufertigen?
vielen dank
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