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Autor Thema: Calcuimoxalat - Entstehung/Entfernung  (Gelesen 4046 mal)

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Offline pmiboe

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Calcuimoxalat - Entstehung/Entfernung
« am: 04 Sep 08, 12:56 »
Hi an alle!
Vorab: ich hab bereits Beiträge im Forum durchsucht und über Oxalsäure nachgelesen (dest. Wasser, Essiglösung wassern, ...)
Trotzdem 3 Fragen:
1) Ist es nicht so, daß durch Soda das Calcium im Wasser gebunden wird? somit müßte ich doch ein mittels Soda "weich" gemachtes Wasser für die Mischung der Oxalsäure mit Wasser verwenden können. Überdies ist mir ohnehin nicht ganz klar, warum für die Lösung der Oxalsäure in Wasser diese Vorsicht nötig ist. Es müßte doch das Oxalat bei der Zusammenmischung von Oxalsäure und Wasser bereits ausfallen und sich daher nicht mehr später an den zu reinigenden Mineralien anlegen?!?!?!?!?

2) analog zu 1) könnte man zur anschließenden Wasserung und gleichzeitiger Neutralisation der Säure nicht gleich eine Sodalösung verwenden?

3) Falls Calciumoxalat an einer Stufe oberflächlich anliegt, gibt es außer (schaben/schleifen) eine chemische Möglichkeit, dieses wieder aufzulösen? (möchte das ganze ev. an einem nicht so schönen Amethysten ausprobieren, um ein Gefühl für den Umgang mit dem Oxalat zu kriegen; ich stelle mir das so vor: erst ev. Kalkablagerungen töten, dann Oxalsäure gegen limonitische Beläge, dann Soda, dann wassern; was mach ich, falls wirklich Oxalat anfällt???): Sollte Calciumoxalat nicht in Salzsäure löslich sein???

Vielen Dank für die Infos!
« Letzte Änderung: 04 Sep 08, 13:24 von pmiboe »

Offline Doc Diether

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Re: Calcuimoxalat - Entstehung/Entfernung
« Antwort #1 am: 04 Sep 08, 21:06 »
Halloo,
ich versuche mal, die Fragen der Reihe nach zu beantworten:
1. Du kannst mit Sodazusatz zu hartem Wasser das Gleichgewicht in Richtung "Kalk" verschieben. D.h. das im Wasser aber noch Calciumhydrogencarbonat enthalten ist. Beim Stehenlassen der Lösung fällt dann langsam der Kalk aus. - Wenn Du Oxalsäure dazu gibst, bekommst Du natürlich auch schwerlösliches Ca-Oxalat, was sich dann langsam immer mehr absetzt. Lange genug warten, dann hast Du Erfolg.
2. Kannst Du. Du brauchst aber viel Sodalösung, daher ist die Empfehlung, erst die Oxalsäure-lsg. abzugießen, dann erst neutralisieren.
3. Ja: mit Salzsäure kannst Du das auflösen. Nur die Stufe muß das aushalten. Vielleicht kannst Du dann auch gleich mit entsprechender Salzsäure an den Limonitbelag.

Empfehlung: Wenn Du Dich an bewährte Vorschriften hälst, gibt es den wenigsten Ärger.
Viel Erfolg
Doc Diether

Offline pmiboe

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Re: Calcuimoxalat - Entstehung/Entfernung
« Antwort #2 am: 05 Sep 08, 08:21 »
Hi!
Danke für die Antwort!
Zu Pkt 2: natürlich habe ich da 2 Bäder, ich gieße nicht einfach die Oxalsäure auf! Ich bin mir nur etwas unsicher gewesen, ob ich nun nach der Oxalsäure einen Zwischenschritt mit Wasser/Essig machen muß oder gleich zur Sodalösung übergehen kann.
Zu 3: ich denke, daß die Oxalsäure doch etwas weniger agressiv ist als Salzsäure; gut, bei z.B. Amethysten ist es egal, doch wollte ich das mit Oxalsäure mal ausprobieren; was ich da nicht ergbringe, kann ich ja noch mit HCl bearbeiten. Einigen Steinchen, die ich gestern behandelt habe, reicht die Oxalsäure bereits. Außerdem muß man bei Salzsäure ja auch wieder aufpassen, daß man keine gelben Verfärbungen durch Rückstände nach zu wenig wassern bekommt... Und wie ich die wegbringe, wenn sie mal anfallen, weiß ich gar nicht!

Wenn nun noch dickere limonitische Verkrustungen anliegen, war da die Oxalsäure zu wenig konzentriert? Ich hatte eine ca. 20% Lösung verwendet, also nicht so gesättigt, wie auf dieser Website irgendwo beschrieben ist. An anderen Orten war wiederum überhaupt nur die Rede von 10% Verdünnung.

Grüße,
Peter

Offline cmd.powell

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Re: Calcuimoxalat - Entstehung/Entfernung
« Antwort #3 am: 05 Sep 08, 16:23 »
Außerdem muß man bei Salzsäure ja auch wieder aufpassen, daß man keine gelben Verfärbungen durch Rückstände nach zu wenig wassern bekommt... Und wie ich die wegbringe, wenn sie mal anfallen, weiß ich gar nicht!

Ich habe an Feldspatstufen aus Bulgarien, die über und über von rotbraunem Lehm übezogen waren, die Erfahrung gemacht, das man mit, in dem Falle sogar konzentrierter, Salzsäure die Limonit/Lehmüberzüge gut aufgelöst bekommt, so das die Stufen nach dem Wässern (in falle der Feldspäte mehrere Wochen !!!) zwar zunächst "sauber" erscheinen, die bekannte und gefürchtete Gelbfärbung aber leider immer wieder auftritt. Allerdings konnte ich jetzt diese lästige Gelbfärbung durch ca. 3 wöchiges einwirken von 5%-Oxalsäure entgültig entfernen. Salzsäure ist also grade bei etwas porösen Stufen, die Feldspatstufen haben offenbar viele feine Spalten zwischen den einzelnen Kristallen, nicht wirklich zu empfehlen, das sie doch ziemlich tief in die Stufen eindringt und die eisenhaltigen Lösungsreste nicht vollständig ausgewässert werden können. Die Oxalate lassen sich entweder besser auswässern oder bleiben irgendwo im Felsen stecken, so das man sie von außen nicht mehr sehen kann. Egal wie, die Stufen sehen danach definitiv besser aus, als die mit Salzsäure behandelten.
Es gibt auch noch die Möglichkeit, das Färbende Fe3+ in farblose Komplexe zu überführen, dummerweise klappt das nur entweder mit Fluorit, was wiederum praktisch jedes Mineral in irgendeiner Form angreift, oder Phosphat, wo jedoch ziemlich hohe Konzentrationen erforderlich sind. Außerdem hat man mit Phosphorsäure häufig unschöne Fällungen.

Offline Xyrx

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Re: Calcuimoxalat - Entstehung/Entfernung
« Antwort #4 am: 11 Sep 08, 18:33 »
Hallo,

beste Ergebnisse erhielt ich mit Dithionit. 3 Gramm auf 1 Liter geben und nach ca. 3 bis 5 Stunden ist die Lösung erschöpft (bei dicken Krusten auch wesentlich eher). Geht bei Limonit bis ca. 1 mm ganz gut. Dann, bei noch dickeren Belägen, verwende ich erst die Oxalsäure. Die Stufen sehen mit Dithionit behandelt sehr gut aus, neutralisieren ist nicht notwendig, aber gründliches Wässern. Je nach Stufe ein paar Stunden.

Viele Grüße
Xyrx

 

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