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Autor Thema: Anfänger bitte um Hilfe ... Stück mit blauen und klaren Kristallen [022]  (Gelesen 13559 mal)

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Offline rudi26

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???

Hallo,
bitte mal wieder um Hilfe.
Ich habe mit einer kleinen Sammlung abgebildetes Stück (8 x 4,5 x 4 cm) mit blauen und klaren Kristallen vorgefunden ... wirkt irgendwie ein wenig synthetisch und/oder gefärbt.

Und kann helfen?

Weitere Bilder :  http://www.bildercode.de/galerie/1221926572_29199/

Schon mal Dank im Voraus und Grüße an alle Sammler
Rudi


Haldenschreck

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sieht aus wie ein salz, halit o.ä., dafür sprechen auch die runden "kanten"; gibt es natürlich und auch künstlich.

haldenschreck

Offline hipmin

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  • De natura fossilium
Hallo,

danke wollte ich auch gerade ähnlich schreiben - Härte,Löslichkeit & Geschmack geprüft ??


Gruß
hipmin

Offline Krizu

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Hallo,

Hallit in klar schafft nur die Natur, der Herr Czochralski ;-) in rund oder unter Zugabe extremer Chemie.

MfG

Frank

Offline thüringer

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Hallo Zusammen.!

Bei dem Stück handelt es sich um Umwandlungs-Sylvinit.Bei uns im Werra-Fulda-Becken des Kalibergbaues kam diese Mischung recht häufig vor.Mischung deshalb weil: Weiß= Halit ; Blau= Sylvinit.
Da ich dort selber gearbeitet habe im Werra-Revier kenn ich es von dort.Aber vielleicht haben Sie es ja von wo anders her????
Es ist aber auch ein schönes Stück.Ehrlich  ;D
HabenSie vielleicht noch andere Stücke von Kali und Salz.?
Gruss Uwe.

Offline rudi26

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Hallo Zusammen.!

Bei dem Stück handelt es sich um Umwandlungs-Sylvinit.Bei uns im Werra-Fulda-Becken des Kalibergbaues kam diese Mischung recht häufig vor.Mischung deshalb weil: Weiß= Halit ; Blau= Sylvinit.
Da ich dort selber gearbeitet habe im Werra-Revier kenn ich es von dort.Aber vielleicht haben Sie es ja von wo anders her????
Es ist aber auch ein schönes Stück.Ehrlich  ;D
HabenSie vielleicht noch andere Stücke von Kali und Salz.?
Gruss Uwe.



Hallo thüringer,
das ist eine Super-Hilfe .. danke. Dank natürlich auch an alle anderen.
Auf Salz wäre ich nicht gekommen, aber die "Leck"-Probe hat das bestätigt.
Ich finde im Internet aber 3 Begriffe .... Sylvinit  .... + Sylvin + Sylvinitit ... habe noch ein bischen Probleme, das alles einzuordnen.
Habe hier im Mineralienatlas noch den Begriff >Evaporit< gefunden ... http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Evaporit .
Leider habe ich im Internet noch keine Bilder gefunden, die meinem Stück ähnlich sind. Suche aber noch oder hat vielleicht irgend jemand schon welche gefunden?
Andere Stücke habe ich leider nicht.
Noch mal Dank an alle Sammler
Rudi

Offline thüringer

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Hallo Rudi!
Ich bin mal so frei und hänge mal zwei Bilder hinten dran die belegen , daß unsere Stücke fast identisch sind.Bei der Zuordnung kann ich nur folgendes sagen:
1.) Sylvin = reines Mineral mit kubischen Aggregaten und (abgehackten )! Ecken
2.) Sylvinit = ein Gestein mit hohen Anteil an Sylvinkristallen ( siehe Foto)
3.) Sylvinitit = ein bergmänischer Begriff für ein anstehendes Gestein mit hohen Anteil an Sylvin im Gefüge.Kann aber hier auch nur eine Prozentuale Entscheidung werden, da Sylvin immer irgendwie mit dabei ist.Sobald der Gehalt über die Marke geht z.B. 3-5% werden diese dann so genannt.

Einen Tipp habe ich noch für die Zukunft. Besuch doch mal meine Homepage:
http://www.mineralienkrause.de/Gesteine/kali/kali.html

Schöne Grüße Uwe.

Offline cmd.powell

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  • Calcit vom Winterberg, Harz
Ohne jetzt die vorherigen Antworten anzweifeln zu wollen, aber ich habe mal ein ähnliches Stück Steinsalz von einem in der Asse beschäftigeten Physiker geschenkt bekommen. Das Stück wurde in meinem Falle durch Bestrahlung mit Kobalt-60 im Rahmen der Tauglichkeitsprüfung der Asse (bzw. von Salzstöcken im allgemeinen) als Endlager als "Abfallprodukt" erzeugt. Primär sollte die thermische Leitfähigkeit des Salzes und die Durchlässigkeit für radioaktive Strahlung geprüft werden, nebenbei mussten die Forscher feststellen, das Salz sehr fließfreudig ist, da sie das Proberohr nicht mehr bergen konnten; Es hatte sich durch den Druck des umliegenden Salzes extrem deformiert  und musste ausgegraben werden. Ist schon ganz witzig anzusehen: Die Prägungen auf den Schraubenköpfen an den Verbindungsflanschen war sauber im Salz abgebildet.

Offline Krizu

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Hallo,

Das Blau im Kochsalz wird meines Wissens nur als F-Zentrum mit K in der Nähe gebildet. Reines NaCl wird gelb-braun bei Bestrahlung.

MfG

Frank


Offline berthold

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Hallo Frank,

da wären wir mal wieder beim Thema  ;)

http://minerals.caltech.edu/COLOR_Causes/Radiate/index.htm
Zitat
Blue halite is the result of exposure to natural radiation. Initially, if halite (common salt) is exposed  to gamma radiation, it turns amber because of f-centers.  They are mostly electrons trapped at sites of missing Cl- ions.  In time the electrons migrate to Na+ ions and reduce it to Na metal.  Atoms of Na metal, in turn, migrate to form colloidal sized aggregrates of sodium metal. They are the cause of the blue color.

oder
- W. Dale Compton (1957) Production of Colloidal Sodium in NaCl by Ionizing Radiation. Phys. Rev. 107, 1271 - 1275
- W T Doyle (1960) Coagulation, Optical Absorption and Photoconductivity of Colloid Centres in Alkali Halides. Proc. Phys. Soc. 75 649-663
- GARCIA CELMA A.,  DONKER H. (1994) Radiation-induced creep of confined NaCl. Radiation effects and defects in solids, vol. 132, Nr. 3, S. 223-247

Die Radiolyse-Effekte von Steinsalz sind hinsichtlich von Atommüll-Endlagern von großem Interesse. In einschlägigen Arbeiten dazu (z.B. www.osti.gov/bridge/servlets/purl/766760-u8lWmy/webviewable/766760.pdf) wird auch von Blaufärbung dorch Na-Kolloide gesprochen.

Mit anderen Worten, es scheint das gleiche Spielchen wie beim Fluorit zu sein - Färbung durch FA-Zentren die zu Me-Kolloiden zusammenwachsen. 

Gruß
Berthold

Offline Krizu

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Hallo Berthold,

ich höre der Worte da wohl, nur fehlet mir der Glaube ;-)

Ich will Störstellen und keine Cluster :-) Warum? Erst wenn ich die im HR-TEM sehe, glaube ich die.

Leider bin ich im Moment bei "Lichtinduzierter Absorption" tätig, die "einfachen" Störstelen liegen nicht im Interesse meines Arbeitgebers.

MfG

Frank




Offline berthold

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Hallo Frank,

da hängst Du den Brotkorb ganz schön hoch. Doch will ich mal versuchen den Dr. Faust  ;) zu überzeugen.

Solche Untersuchungen sind schon deswegen problematisch, da man mit der HRTEM ja immer nur eine Oberfläche sieht. Und an der Oberfäche kann / wird das Metall oxidieren, außer man macht das z.B. unter UHV.  Folglich findet man - wie z.B. hier http://www.mrs.org/s_mrs/doc.asp?CID=14865&DID=87493  beschrieben wird "HRTEM images showed amorphization of CaF2 from thinner edges of the crystal and new nanocrystallites, which are identified as CaO by lattice images and EDS analyses, were formed in the amorphous material during observation." dann bei Fluorit keine Ca sondern CaO Nanopartikel.

Wegen HRTEM Untersuchungen zu Kolloid-Bildung in Fluorit siehe auch hier:
Joel B. LeBret, Loren P. Cramer, M. Grant Norton (2004) Colloid formation and laser-induced bleaching in fluorite.  Appl. Phys. Lett. 85, 4382

Jetzt kann man natürlich sagen, schön und gut, aber das bezieht sich auf Schädigung durch Elektonen- oder Laserstrahl. Richtig, aber auch die schaffen/vernichten eben Fehlstellen (nur schneller wie die Natur das ggf. durch rakdioaktive Strahlung macht) und die Fehlstellen bilden -wenn hinreichend dicht und stabil- die Kolloide.

Gruß
Berthold
« Letzte Änderung: 23 Sep 08, 16:23 von berthold »

Offline Krizu

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Hallo,

ich glaube dass ist erstaml ein Thema fürs Telefon.
Das HR-TEM arbeitet in der Durchstrahlung, du musst das Stück passend präparieren.
Fehlstellenkondensation, Fremdphasenausscheidung sind möglich, aber ein Ca-Kolloid neben F im Kristall?
Klar, beim Diamanten muss man auch unterscheiden, ob ein N alleine im Gitter sitzt oder ein N2-Cluster da ist.
Aber die Plasmonen-Frequenz hängt meines Wissens stark von der Geometrie der Partikel ab. Bei den F-Zentren entfällt das Problem, ESR weist auch nur die F-Zentren nach.

Und eine TEM-EDX im CaF2 an Nanoclustern zur Bestimmung halte ich für einen Witz. F hat 0.622keV, O hat 0.522keV K-Alpha, die Ca-L hat 0.35eV.
Moderne Detektoren haben 132eV Auflösung bei Mn-Ka, die Zählraten im TEM sind bei 20/min oder so. Da ist Beugung besser ;-)
http://microanalyst.mikroanalytik.de/poster.phtml

Ich werde mich wohl mal durch die Literatur beissen müssen, aber zuerst stehen Magneli-Phasen an.

BTW: Der Laserstrahl sollre doch nur Bleachen, oder ;-)

MfG

Frank

« Letzte Änderung: 23 Sep 08, 15:42 von Krizu »

Offline berthold

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Hallo,

Nein nicht Ca-Kolloid neben F im Kristall sondern Ca-Kolloid topotaktisch im CaF2. Das F desorbiert.

Richtig, Laser sollte bleichen.

Gruß
Berthold

Offline cmd.powell

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  • Calcit vom Winterberg, Harz
Hmm, irgendwie verstehe ich jetzt nur noch CaF2, ich dachte es geht um NaCl !? Naja, man kann ja nicht alles wissen...

 

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