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Mineralien ohne Fundortangaben

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Tobi:
Hallo miteinander,

da ich jetzt durch den Erhalt einer älteren Sammlung mal wieder vor das Problem fehlender Fundortangaben von Mineralien gestellt wurde und wir alle hier - oder zumindest sehr viele von uns - das Problem ebenfalls zur Genüge kennen, wollte ich mal generell fragen, wie ihr dies handhabt. Natürlich weiß man als Mineraliensammler von kleinauf, dass ein Stück ohne Angabe des Fundortes quasi wertlos für eine ernsthafte Mineraliensammlung ist, so liest man es schon in jeder einführenden Literatur. Aber nimmt das jeder von euch auch ganz genau, oder kneift ihr auch mal ein Auge zu und stellt ein Stück mit unbekannten Fundort in die Sammlung, weil es z.B. eine extrem schöne Stufe ist?

Ich selber hatte früher immer ein paar Stufen mit "Fundort unbekannt" in meiner Sammlung, weil man gerade als Kind natürlich immer mal was geschenkt kriegt, wo die Herkunftsangabe dann fehlt. Aber trotzdem freut man sich dann drüber und stellt es sich ins Regal. Seitdem ich vor einiger Zeit vieles in Schubladen verbannt und ausgemistet und nur noch eine Vitrine mit richtig guten Stufen aufgestellt habe, habe ich auch die Stücke ohne Fundort verbannt, und bei manchen tat mir das leid. Aber wären denn ein paar Stufen mit fehlender Angabe wirklich so ein Makel oder so eine Schande für eine ernsthafte und recht hochwertige Sammlung?

Wollte daher einfach mal eure Meinung wissen, ob ein Stück ohne Fundortangabe - egal, wie groß und hochwertig es sein mag - für euch von vornherein uninteressant ist oder ob ihr auch für eine besonders schöne Stufe (z.B. Fluorit oder Calcit, wo man dieses Problem ja gerade sehr oft hat) auch mal ein Auge zudrücken und sie ohne Angabe in die Vitrine stellen würdet. Wohlgemerkt; es geht hier wirklich um das Auf- und Ausstellen in einer Schausammlung.

Liebe Grüße

Amberimage:
Hallo Tobi

bin persönlich der meinung das auch eine Stufe ohne Fundortangabe Ausgestellt werden sollte,
meiner meinung nach berreichert die Fundortangabe zwar die Stufe ist aber für mich persönlich nicht das A und O. einer Sammlung.
Für mich zählt die wunderschöne entstehung der Stufe die uns die Natur bietet sowie eine gute erinnerung von jemanden als Geschenk mehr als wenn ich die Stufe aufgrund fehlendes Fundorts verstecke.
Habe in meiner Vitrine auch mehrere Stufen die ich einfach als Geschenk ohne Fundort erhalten habe.

ciao

Geomaxx:
Hi Tobi
es kommt auch ein bisschen darauf an, um welche Art von Schausammlung es sich handelt. Wenn ich eine Schausammlung von Mineralien für ein Apotheken-Schaufenster, mit Schwerpunkt Mineralzusammensetzung und Verwendung in der Medizin, zusammenstelle, ist für viele Betrachter die genaue Fundortangabe "auf den ersten Blick" vielleicht noch entbehrlich, Rückfragen hierzu werden jedoch garantiert kommen. Für Schausammlungen internationalen Formats oder thematische Schausammlungen sind Fundortsangaben meines Erachtens unerlässlich. In meiner bescheidenen Privatsammlung sind jedoch auch ästhetisch ansprechende Stufen vor allem aus frühen Sammeltagen dabei, von denen ich die genaue Herkunft nicht kenne. Da steht halt dann Fundort: unbekannt
Glück Auf!
GEOMAXX

Psaronius:
Hallo,
finde eine Stufe, die mit "Fundort unbekannt" bezeichnet ist, immer noch besser, als wenn man auf Verdacht ("Sieht fast so aus wie von...") dem Exponat eine Lokalität zuordnet.
Auch mir passiert es manchmal, dass in meiner Sammlung von etlichen tausend Exponaten mal ein Stück nicht mehr zuzuordnen ist (Zettel abgefallen oder nicht mehr lesbar, Erinnerung weg, usw.).
Bei interessanten Stücken entscheide ich mich für einen Verbleib in der Sammlung (mit der Kennzeichnung "?"), da ich meine Stücke auch teilweise für wissenschaftliche Arbeiten nutze, haben solche "Blindgänger" aber einen Sonderstatus und sind damit für bestimmte Zwecke nicht mehr zu verwenden.
Wer allerdings nur Steine sammelt, weil sie schön sind, sollte auch solche heimatlosen Stücke nicht verstoßen.
Würde sie aber trotzdem immer entsprechend kennzeichnen, damit später nicht doch einmal solch ein Exemplar Grund zu Fehlinterpretationen liefert...!
Gruß
Psaronius

prehnit100:
also für mich gehört eine fundortangabe zu einer stufe dazu ! das ist sicherlich auch durch den - regionalen - aufbau meiner sammlung bedingt. habe ich - aus welchen gründen auch immer - keine angabe zum fundort, landet das stück über kurz oder lang tauschmaterial & verschenkit.
aber - ab wann betrachtet man eine fundortangabe als gegeben ?
ist die angabe "Wavellit - USA" oder "Amethyst - Brasilien" eine ausreichende fundortangabe ?
eigentlich nicht, aber da beginnen bei mir die kompromise zwischen 'sieht gut aus' und 'hat keine fundoertangabe'   ;D
sofern eine genaue zuordnung zu einer fundstelle nicht durch eigenes sammeln oder plausible beschriftung beim kauf/tausch gegeben ist, die stufe jedoch durch gewisse eigenschaften einer bestimmten fundstelle zuordenbar scheint, vermerke ich das vermutete detail mit fragezeichen - so ist auch später der wahrheitsgehalt der zuordnung immer noch erkennbar
udo

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