Arbeitsmittel / Means for work > Schneiden, Spalten, Schleifen, Polieren / Cutting, Grinding, Polishing
Polieren von zickigem Material (Obsidian, Jade... Glas etc.)
sowiedu:
Hallo Xyrx,
danke für den Hinweis mit dem Vakuum.
Hast Du zufällig Infos zu den dabei vewendeten Harzen bzw. Klebstoffen und wie die Prozedur genau abläuft?
Sich eine Vakuum-Anlage für Zuhause zu basteln, stelle ich mir nicht allzu schwer vor. Ich meine, hier im Forum sogar schon eine "Konstruktion" gesehen zu haben.
Die "Anlage" bestand aus einem ausgedienten Dampfkochtopf (=Druckbehälter), einigen Schläuchen, einem Absperrhahn und einer Vakuumpumpe.
Im Laborbedarf bekommt man kleine elektr. Vakuumpumpen (Membranpumpen, sollten nicht allzu teuer sein)
Da man m.E. kein allzu großes Vakuum braucht, könnte das schon ausreichen.
Stellt sich heraus, dass man ein "besseres" Vakuum braucht oder kommt man an keine entsprechende elektr.Pumpe ran, gäbe es (auch im Laborbedarf) sog. Wasserstrahl-Pumpen. Die schaffen für wenig Geld (dürfte für <20EUR zu haben sein, verbrauchen im Betrieb aber einige Liter Leitungswasser) schon ein ganz kräftiges Vakuum.
Grüße
sowiedu
caliastos:
der sinn einer vakuumbehandlung ist es die luft, die in den rissen sitzt zu entfernen um platz für das klebemittel zu schaffen. ohne vakuumpumpe kein vakuum. ein besseres oder schlechteres vakuum gibt es nicht. entweder vakuum oder keines. sagt ja der name schon. solange im behalter wirklich "nichts" drinnen ist, hat man höchstens ein gefäß mit unterdruck. mehr nicht.
Xyrx:
Diese Wasserstrahlpumpen suche ich schon seit Jahren! Einfach nicht zu bekommen. Bin für jeden Hinweis dankbar.
Was das Vakuum betrifft, das muß schon ziemlich heftig sein. Dann wird das Harz (oder vielleicht auch Acyllack?) eingespritzt. Das macht dann ziemlich viel Schaum in der Kammer. Und dieser sollte sehr schnell im Stein verschwinden. Dann eben das übliche Prozedera... Trocknen, eventuell im Ofen, dann Schleifen, Polieren.
Ich habe das nur mal live gesehen, genauere Kenntnis der Chemie habe ich nicht.
Viele Grüße
Xyrx
Krizu:
Hallo,
technisch gesehen ist Vakuum nicht gleich Vakuum.
Es fängt mit einem Wasserstrahl-Vakuum an. Das ist begrenzt durch den Dampfdruck des Wassers. Es geht weiter mit Drehschieberpumpen, Turbomolekularpumpen, Ionengatterpumpen, Ausheizen der Anlagen vorher etc.
Selbst im Weltall gibt es Atome, Strahlungsteilchen usw. Also ein "echtes" Vakuum wie du es siehst gibt es nicht.
Die Sache mit dem Schaum: Alles was einen Dampfdruck hat schäumt im Vakuum auf. Selbst Wasser beim Entgasen schäumt Klasse. Wir haben hier einen Druck von 1000mBar, Der Dampfdruck von Wasser bei RT ist imho 50mBar, somit wird jede Blase 50x grösser! (auch der Negerkuss - rechnerisch)
Wasserstrahlpumpen:
http://de.vwr.com/app/catalog/Product?article_number=181-9100
sowiedu:
Hallo zusammen,
ich glaube, wir verlieren uns in konstruierter Komplexität bzw. verzetteln uns in wissenschaftlichen Definitionen.
Ziel dieser Diskussion war m.E. eigentlich, herauszufinden, ob sich eine bezahlbare Apparatur zuhause, d.h. mit "Bordmitteln" zusammenbasteln lässt (und wie sie gebaut sein müsste).
Praktisch relevant sind doch die folgenden Fragen:
-wie "gut" das Vakuum (wie niedrig der Unterdruck) überhaupt sein muss, um brauchbare Ergebnisse zu erzielen?
-welche (niedrigviskosen, möglichst lösemittelfreien) Harze/Klebstoffe sind geeignet und verfügbar?
-auch wenn ein "echtes" Vakuum lediglich ein theoretisches Ideal ist, das nicht einmal im (ziemlich leeren) Weltall existiert
-auch wenn das von mir (ugs. und fälschlich) bezeichnete Vakuum "nur" ein Unterdruck ist
-auch wenn sich mit einer erschwinglichen (lt. link von Krizu EUR 33.-) Wasserstrahlpumpe nur ein gewisser Unterdruck (pmin = Dampfdruck von Wasser bei Raumtemperatur) herstellen lässt
-auch wenn das Gasgesetz der isothermen Expansion besagt, dass sich bei Drucksenkung, Blasen um Faktor x ausdehnen -->Aufschäumen
-auch wenn faktisch JEDER Stoff einen (zum Teil vernachlässigbaren) Dampfdruck besitzt.
...und was steht unterm Strich? Ist es trotzdem machbar?
Ich meine, es geht.
Im Dampfkochtopf ist es doch völlig wurscht, ob der Kleber ausgast und schäumt. Faktor x bei der Expansion gilt ja in erster Linie nur für die gelösten Gase und die leichtflüchtigen Lösemittel. Der Kleber selbst dürfte einen wesentlich niedrigeren Dampfdruck haben und nicht durch die Wasserstrahlpumpe im Gulli verschwinden. (Ansonsten hätte man da plötzlich eine wunderbare Reinigungsmethode für poröse Steine erfunden.)
Es ist also kaum vorstellbar, dass sich alles verflüchtigt. Der Rest des Klebers wird sich -bei genügend niedriger Viskosität- durch Kapillarkräfte schon in die Risse des Steins ziehen.
Vorausgesetzt es findet sich ein sehr niedrigviskoser, d.h. dünnflüssiger Kleber mit niedriger Oberflächenspannung und guter Benetzung, könnte man sich dieses Vakuum-Gedöns nämlich sogar völlig schenken!
;D
LG
sowiedu
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