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Autor Thema: Streifzüge über Halde 371/2  (Gelesen 6303 mal)

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Offline BobbyDD

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Streifzüge über Halde 371/2
« am: 25 Oct 08, 22:19 »
Hallo,

ich bin heute über die 371/2 gegangen in der Hoffnung etwas Silber (natürlich mit Metalldedektor) zu finden. Suche brachte ausser alte Eisenteile nichts weiter zu Tage  >:(
Dafür habe ich folgendes Mineral gefunden, s. die 2 Bilder.
Wer kann mir sagen was das sein könnten? Ich vermute das wird ein Kupfermineral sein, aber wie heißt das genau.

Danke
BobbyDD

Offline -M-

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #1 am: 26 Oct 08, 14:08 »
Hallo,
da kommt Einiges in Frage, und eine genaue Bestimmung dürfte, allein per Bild, kaum mgl.sein.
Was ist denn an Begleitmineralen identifizierbar ? (v.a. die primären Sulfide - z.B. das grauschwarze
Material am rechten Bildrand )
Die Vermutung, daß es sich um ein Cu-haltiges Min.handelt, liegt nahe - grenzt die Suche aber
nicht wirklich ausreichend ein ...
Kann man evtl. irgendwo erkennen, ob die Kugeln radialstrahlig oder eher "amorph" aufgebaut sind ?
Falls von dem Material auch irgenwo xx erkennbar sein sollten, wäre es z.B. interessant, ob die
eher nadelig oder blättrig sind, und falls das nicht die einzigen 2Kugeln der Art an dem Stück sind,
würde ich mal versuchen den Strich zu ermitteln (unterm Bino mit ner Nadel ankratzen).
Vorstellbar wäre z.B.: Rosasit, Devillin, Schulenbergit, Aurichalcit ...

Gruß -M-

Offline TT-PP

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #2 am: 27 Oct 08, 13:43 »
Hallo,
also mein erster Gedanke war Aurichalcit.
Versuch am ´besten, wie im vorigen Beitrag bereits angesprochen, die Strichfarbe zu ermitteln, wenn möglich. :)

Gruß
peter paul

Offline smoeller

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #3 am: 27 Oct 08, 14:10 »
Hallo,

Schließe mich -M- an.

Das grüne Mineral wird ein (optisch kaum identifizierbares) Cu-Sulfat (vielleicht Richtung Brochantit) sein. Das blaue ist sehr schwierig. Könnte eines der genannten Cu-Minerale sein (allerdings wohl eher kein Aurichalcit, sofern nicht Sphalerit dabei war, was in der Lagerstätte seltener ist). Dazu kämen dann aber noch Möglichkeiten eines amorphen Silikatgels mit Spuren von Cu. Chrysokoll oder sogar durch Spuren von Cu gefärbte Carbonate wie Calcit oder Aragonit. In dem Falle wäre auch Malachit für das dunkelgrüne möglich.


Auch Arsenate wären nicht auszuschließen. Genaue Bestimmung nur analytisch.

Glück Auf!
Smoeller

Offline BobbyDD

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #4 am: 27 Oct 08, 23:02 »
Hallo,

Danke erstmal für die Antworten.

Ich habe nur das eine Stück mit den 2 Kügelchen. Die sind ca. 1mm gross, wenn überhaupt so gross. Da ich kein Bino oder so habe ist es recht schwer da Untersuchungen anzustellen.
Das graue am Bildrand ist vermutlich Schiefer.

Na ja das wird wohl doch nicht so einfach zu bestimmen sein.

Viele Grüsse
Bobby

Offline cmd.powell

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #5 am: 28 Oct 08, 01:56 »
Also bei dem grünen Mineral würde ich auf Malachit tippen und das Blaue könnte Adamin sein. Aurichalcit halte ich für weniger Wahrscheinlich, allerdings nicht für ausgeschlossen.

Offline Schluchti

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #6 am: 28 Oct 08, 09:00 »
In Paragenese mit einem schwarzen Schiefer finden sich häufig solche Kupfersekundärbildungen. Das hellblaue könnte u.U. auch Lavendulan sein, aber das müßte man untersuchen. Nicht selten sind diese Bildungen aber auch amorph.

Offline wolfi

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #7 am: 30 Oct 08, 20:07 »
Servus,
ich kann dir leider nicht weiterhelfen. Das grüne halte ich für Malachit, für die Kugeln, welche meiner Meinung nach nicht amorph sind, kommt sicher einiges in Frage. Auf jeden Fall ist es ein schönes MM, großes Kompliment!
Servus + Glück auf
Wolfi

Offline berthold

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #8 am: 31 Oct 08, 08:22 »
Hallo,

nach den Fotos würde ich auf Chrysokoll tippen. O.k., der ist da nicht bekannt aber in der Paragenese mit Malachit (sehe ich wie wolfi) wäre das ja durchaus möglich.

Gruß
Berthold

Offline wolfi

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #9 am: 31 Oct 08, 21:16 »
Servus Berthold,

Chrysokoll glaub ich jetzt nicht, da ich mir einbilde, dass es sich um radialstrahlige Kristalle handelt. Oder ist das auf der Kugel nur Gesteinsstaub vom Zerlegen?

Servus + Glück auf
Wolfi

Offline cmd.powell

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #10 am: 01 Nov 08, 03:00 »
Hallo wolfi

Ich bin der Meinung, das ist Staub vom Knacken und von daher könnte es auch Chrysokoll sein.

Offline minuwe

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #11 am: 01 Nov 08, 20:41 »
Im schwarzen Bereich dürfte der dort allgegenwärtige ordovizische Schwarzschiefer zu sehen sein, welcher teils mit Dolomit vergesellschaftet ist (links) oder manchmal als Brekzie mit diesem vorliegt. Dieser enthält stets Graphit sowie oft wechselnde Gehalte an Pyrit und Chalkopyrit. Bei der Verwitterung dieser Sulfide besteht ein schwefelsaures Mileau, welches eher die Bildung von Sulfaten begünstigt. Deshalb vermute ich hier bei dem grünen Mineral Brochantit. Auch Jarosit/ Limonit sowie Gipskrusten überziehen diese Schieferstücke in der Halde oft, wenn mehr Chalkopyrit enthalten ist, hat man grüne bis hellblaue Überzüge, bei überwiegendem Pyritgehalt Krusten aus gelben Eisensulfaten bzw. Limonit und Gips. Bei dem blauen Aggregat tippe ich auf Chrysokoll, bei dessen Bildung ebenfalls ein saures Mileau förderlich sein dürfte.

Aurichalcit und Co. dürften aus diesem Grund ausscheiden, ebenso Arsenate, da in diesen Schiefern kein Arsen in irgendeiner Form enthalten ist. Aber nur Analyse bringt Sicherheit.

Gruß
Uwe

Offline geomueller

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #12 am: 02 Nov 08, 12:10 »
Im schwarzen Bereich dürfte der dort allgegenwärtige ordovizische Schwarzschiefer zu sehen sein...

...da in diesen Schiefern kein Arsen in irgendeiner Form enthalten ist.

 Hallo Uwe, hallo alle,

bei den Schwarzschiefern handelt es sich um silurische Schiefer und nicht um ordovizische. Weiterhin, eine Imprägnation des Nebengesteins, also auch der silurischen Schiefer mit Erzen also auch Arsen, ist im unmittelbaren Kontaktbereich zum Gang möglich und in Schlema/Alberoda üblich, was an einer Vielzahl meiner Anschliffe von Gangstücken deutlich zu sehen ist. Somit ist die Aussage "da in diesen Schiefern kein Arsen in irgendeiner Form enthalten ist" nicht ganz richtig.

Gruß Jürgen

Offline thdun5

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #13 am: 16 Nov 08, 14:25 »
Mein Tipp: Lavendulan oder Geminit ? (Geminit käme von der Farbe und Form durchaus nahe. Ist nur von dieser Halde eine echte Seltenheit)

Und noch eine andere Frage: wie sieht es mit den Fundmöglichkeiten auf der Halde aus? Lohnt es sich noch eine Exkursion dahin zu machen?

Offline minuwe

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Re: Streifzüge über Halde 371/2
« Antwort #14 am: 16 Nov 08, 22:27 »
Zitat
Und noch eine andere Frage: wie sieht es mit den Fundmöglichkeiten auf der Halde aus? Lohnt es sich
Was heißt denn "lohnt"? Kommt darauf an was man erwartet.

Auf der 371 sind immer noch Fundmöglichkeiten für Pechblende, Erzmineralien der BiCoNi- Formation, sowie Dolomitstücke, in denen sich kleine Drusen mit Dolomit-, Chalkopyrit-, Löllingit- und Hämatit (Specularit)- und anderen Kristallen befinden, gegeben. Man braucht Zeit und Geduld. Wegen der fortschreitenden Bedeckung der Halde mit Lehm werden die suchfähigen Flächen immer kleiner.

Auf dem Plateau der 371/1 wird das Material der abzutragenden Halde 296 aufgeschüttet, Woche für Woche einige tausend Quadratmeter. Hier kann man neben oben genannten auch Arsen, manchmal mit Silber oder Proustit,  Realgar, (Pikro-) Pharmakolith und Rößlerit finden. Auch Kupferselenide oder schlichte Calcite wurden gefunden.

An Arbeitstagen sind Sammler unerwünscht und werden weggeschickt. Aber ein Sonntag ist lang  ;)

Gruß
Uwe

 

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