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Autor Thema: Ignimbrit-Geschiebe  (Gelesen 15462 mal)

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Isarkiesel

  • Gast
Re: Ignimbrit-Geschiebe
« Antwort #15 am: 09 Nov 08, 16:15 »
Die Bimsfladen enthalten in ihrem Zentrum meist eine klare Zone, die sich unter dem Mikroskop als aus Quarzkristallen bestehend erweist. Um größere Einsprenglinge (wie etwa den unten abgebildeten Feldspatkristall) machen diese einen deutlich erkennbaren Bogen.

Auffällig ist auch das völlige Fehlen von erkennbaren Phyllosilicaten, die bei einem Metamorphit vergleichbarer Textur wohl ebenfalls zu erwarten wären.

Insgesamt dürfte die vulkanitisch-sedimentäre Natur des Stückes einigermaßen gesichert sein.

Gruß,
Holger

Tapir

  • Gast
Re: Ignimbrit-Geschiebe
« Antwort #16 am: 09 Nov 08, 20:55 »
Danke für die Bilder.

Saxifragus

  • Gast
Dünnschliff
« Antwort #17 am: 17 Nov 08, 19:19 »
Hallo Isarkiesel!

Schön, daß die Frage nach dem Status jetzt geklärt ist.
Allerdings haben wir immer noch keine Ahnung, woher der Ignimbrit stammt.
Könntest Du eventuell noch ein Bild vom Äußeren des Geschiebes machen?

Saxifragus

Isarkiesel

  • Gast
Re: Ignimbrit-Geschiebe
« Antwort #18 am: 18 Nov 08, 18:55 »
Hallo Saxifragus,

mach' ich gerne, sobald ich wieder in die Nähe dieses Steins komme - er liegt zur Zeit mehrere hundert km von mir entfernt... ;D

Gruß,
Holger

Isarkiesel

  • Gast
Re: Ignimbrit-Geschiebe
« Antwort #19 am: 06 Dec 08, 14:35 »
Hallo Saxifragus (und natürlich alle weiteren Leser)!

Spät, aber besser denn niemals: Das Bild des Ignimbrit-Geschiebes.

Gruß,
Holger

Offline Donat

  • *****
  • Beiträge: 694
Re: Ignimbrit-Geschiebe
« Antwort #20 am: 06 Dec 08, 16:53 »
Hallo,
da ja ein paar Leute hier sich mit Geschiebe auskennen, eine Frage. Mit Foto.
Ist das Ingnimbrit? Habe das Stück mal auf einer Kiesgrube hier am Niederrhein gefunden. Die linke Seite ist die gesägte.
Danke für Eure Antwort.
Donat

Tapir

  • Gast
Re: Ignimbrit-Geschiebe
« Antwort #21 am: 06 Dec 08, 17:36 »
Naja... Mir kommen da zwei Gedanken: ein Onkoid (wenn dann Silur, in nicht ganz typischer Ausbildung, schon mal mit Säure getestet?) oder aber etwas wahrscheinlicher (vom ersten Blick her) ein akkretionärer Lapillituffit.

Saxifragus

  • Gast
Bilder von Isarkiesel und Donat
« Antwort #22 am: 07 Dec 08, 10:16 »
An Isarkiesel

Danke für das Bild!  Du hast es zwar schon geschrieben, aber auf dem Foto sieht man ziemlich gut, daß die Fiammen wesentlich härter sind als die Matrix (Asche, Glas). Solche Unterschiede kenne ich von keinem der Dalarna-Porphyre. Die sind, soweit ich sie kenne, alle gleichmäßig fest, einige sind extrem hart.
Daher würde ich den Oslograben als Herkunftsgebiet vorschlagen. Dort gibt es deutlich weichere Ignimbrite. Zwar sind die meisten eher arm an Fiammen, aber es gibt auch Varianten mit vielen Streifen. Da die Fiammen sehr oft quarzreich sind, würde eine solche Oberfläche mit rausgewitterten Fiammen gut passen.

An Donat
Das ist aber etwas ganz Spannendes!
Ich denke nicht, daß das ein Ignimbrit ist. Es könnte aber was viel Selteneres sein, ein Sphärolith. Damit bezeichnet man kleine rundliche Gebilde, die aus radialstrahlig  angeordneten Mineralen aufgebaut sind. Manchmal gibt es auch zusätzlich zu den radialstrahligen Nädelchen noch konzentrische Säume.
Der Begriff „Sphärolith“ wird in der Regel auf das ganze Gestein angewandt, das aus feinkörniger Matrix und den eigentlichen Sphärolithen besteht.

Mir sind im Geschiebe erst zwei dieser Sphärolithe untergekommen, denn die sind wirklich selten. Den schöneren davon habe ich auch leider nicht selbst gefunden.
Ich "kenne" einen Sphärolith aus dem Ragundagebiet. Das liegt, ganz grob, östlich von Östersund und westlich von Sollefteå. Dieses Gestein wird als Leitgeschiebe betrachtet.
Die Farbe Deines Fundstückes paßt in die Richtung. Kannst Du mal die dunklen Flecken genauer anschauen und beschreiben?
Für diejenigen, die den Zandstra (1999) haben: Seite 155 oben. (Das ist noch keine Bestimmung, sondern nur ein Anhaltspunkt)

Zum konkretionärer Lapilli (aus Dalarna): Alle, die ich kenne, sind eher braun bis braungrau, recht homogen gefärbt und die Lapilli zeigen eine typische harte Kernzone auf den angewitterten Oberflächen. Daher sieht dieses Stück eher nicht nach einem solchen aus.

Saxifragus

Tapir

  • Gast
Re: Ignimbrit-Geschiebe
« Antwort #23 am: 07 Dec 08, 12:38 »
@ saxifragus:  Danke für den Hinweis... Ich habe solche Sphärolithe bisher erst "persönlich" auf Island und in Thüringen kennengelernt. Dass sie auch in Skandinavien ein Leitgeschiebe stellen wußte ich bisher nicht.

Offline Donat

  • *****
  • Beiträge: 694
Re: Ignimbrit-Geschiebe
« Antwort #24 am: 07 Dec 08, 19:40 »
Hallo Saxifragus,
mit Geschiebe kenne ich mich so gar nicht aus. Aber die Kiesgruben hier am Niederrhein sind voll davon. Alles noch aus der Saale-Eiszeit.
Finde ich als Achatsucher gar nicht gut wenn die Bagger nur auf diesen Schichten fördern ;D Schöner wäre es für mich wenn die nur Geröll aus dem Ur-Rhein fördern würden! :D
Aber so ab und an finde ich doch so manchen Geschiebe-Stein interessant. Zumal wir hier in Kleve ein kleines Geologisches Museum haben, eben von Steinen die hier abgelagert wurden. Und da habe ich eben auch so etwas gesehen, wie hier abgebildet. Es kämme auch Sphärolith in Frage.
Die Seite, links.
Ich stell Dir mal ein Foto rein wo ich beides mal fotografiert hatte.
Gruß
Donat

 

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