https://www.edelsteine-neuburg.dehttps://edelsteintage-bremen.dehttps://crystalparadise.de/

Autor Thema: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?  (Gelesen 11644 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Tobi

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.327
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #15 am: 26 Nov 08, 20:52 »
Naja, wann werden mal Kristalle durch solche Schnitte beschädigt?! In der Regel (siehe oben) werden Stufen ja geschnitten, um Kristalle ZU RETTEN, weil sie bei einer anderen Art der Formatierung abbrechen würden. Von daher ist ja sowieso nur die Matrix betroffen, denn man will die Kristalle ja erhalten, und DESWEGEN schneidet man ...

Offline grauerstar

  • ***
  • Beiträge: 305
  • Wulfenit - Los Lamentos
    • Mistermineral.com
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #16 am: 27 Nov 08, 07:20 »
Servus Tobi!

Stell dir vor, welcher Klumpen möglicherweise noch an der Stufe dran hing. Wie sähe das denn jetzt aus? Wenn der z.B. 150kg schwer wäre dann verschände die ganze Pracht. Aber ich kenne das Problem, wenn einem eine Stufe nicht ganz gefällt. Dann kann man sich nicht ganz auf die Schönheit konzentrieren, der Makel bleibt im Hinterkopf. Fertige doch einen Sockel an, das lenkt ab. Könntest du mal ein Bild der Stufe hier einstellen? Mich würde das schwer interessieren, da ich auch Stufen von Pikes Peak toll finde. Evt. lässt sich dann im Forum leichter (auch eine künstlerische) Lösung für dein Problem finden.

GRüße,
Robert

Offline Tobi

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.327
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #17 am: 27 Nov 08, 10:28 »
Guten Morgen!

Ja stimmt, womöglich hing wirklich ein Riesenklumpen Gestein dran, den man anders als mit Sägen nicht entfernen konnte. Sockel kommt aber nicht in Frage: Erstens habe ich das auch sonst nicht (außer filigranen Plastiksockeln für sehr kleine Stufen), und außerdem betont man ja damit quasi noch die glatte Unterseite ...

Wie gewünscht hier die Fotos, einmal die Schokoladen- und einmal die Sägeseite ::)

Offline Kerloc

  • ***
  • Beiträge: 213
  • Kristalle sind wunderschöne Gebilde der Natur !
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #18 am: 27 Nov 08, 14:54 »
Damit hätte ich keine Probleme!
Soweit ich das sehe wurde lediglich die Matrix gesägt. 
Grüßle Martin

Offline miami

  • *
  • Beiträge: 20
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #19 am: 27 Nov 08, 16:53 »
Hallo!

Grundsätzlich meiner Meinung nach ja
Stell Dir vor Du bekommst 2 gleichwertige Stufen angeboten um den selben Preis, wovon eine gesägt ist.
Welche Stufe würdest du kaufen?
In den letzten Jahren ist es mir vor allem bei Chinesischen Händlern aufgefallen, das alles geschnitten wird.
Dabei geht oft eine gewisse ästhetische Komponente verloren.
Bei selbstgefundenen Stücken ist es manchmal unmöglich eine  Formatierung durchzuführen ( der berühmte Letzte Schlag hat auch bei mir so manche schöne Stufe in Streusplitt umgewandelt!!!)
Aber bei gekauften gleichwertigen Stufen werde ich immer die ungesägte bevorzugen!

Gruß

miami

Offline as

  • ***
  • Beiträge: 193
  • CaF2 4 me
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #20 am: 27 Nov 08, 16:59 »
Hallo,

ich denke auch, dass eine gesägte Stufe "weniger wert" als eine vergleichbare ungesägte Stufe ist.

Ich kenne einige Sammler, die sich nie eine gesägte Stufe in die Sammlung stellen würden.
...und es gibt sogar Sammler, die sich eine gesägte Seite mittels professioneller Hilfe "renaturieren" lassen.

Soweit geht das bei mir allerdings nicht. Ich besitze auch einige Stufen, bei denen eine Seite (meist die Rückseite) gesägt ist.

Gruß

as

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #21 am: 28 Nov 08, 03:07 »
Ich schließe mich letztlich mit meiner Meinung der Mehrheit hier an: Ist Geschmackssache, allerdings würde ich auch immer eine ungesägte Stufe einer gesägten vorziehen. Das hängt dann aber auch wieder von der Position des Schnittes ab: Ist "nur" überfüssige Matrix auf der Rückseite entfernt worden, so das man den Schnitt in der Vitrine nicht zu Gesicht bekommt, oder ist die Stufe rund herum mit der Säge formatiert worden und schaut an den Kanten wie eine Fliese aus ? Letzteres kann die Stufe schon arg unästetisch machen (eben weil sich ein bisserl wie eine Fliese ausschaut). Bei vielen Stufen aus alpinen Klüften kann ein Sägeschnitt die einzige Möglichkeit der Formatierung sein und wird auf der Rückseite kaum stören - ein 5 Kilo-Brocken mit ein paar kleinen Quarzen ist da wiederum nicht der Weisheit letzer Schluss. Ich finde es aber auch nicht gut, wenn die Stufe auf dem Schnitt steht - in der Vitrine schaut es dann immer so aus, als würde sie aus dem Boden wachsen, was wiederum die Ästetik massiv stört.
Naja, und ich denke mal, das es nicht nur bei "selbstgefundenen" Stufen oft nur durch sägen möglich ist, zu einer vernünftigen Formatierung zu kommen. Nur weil jemand "gewerblich" Mineralien abbaut und die Stufen nunmal so unglücklich gewachsen sind, das man kaum ein gescheites Kristall/Matrix-Verhältniss hinbekommt, soll er nun 99% Abraum (durch den Schlag zuviel) in kauf nehmen ? Damit ist sicherlich weder dem Verkäufer noch dem Sammler gedient, da ja kaum Stufen auf den Markt kommen würden.

Offline caliastos

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.569
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #22 am: 28 Nov 08, 11:02 »
warum die stufe auf den schnitt stellen stattsie damit an einen ständer anzulehnen? mache ich z.b. mit einer uwarowit-platte. dünn besetzt auf ner matrix. mit dem ansatz sähe die schlecht aus. so steht die stufe angelehnt auf nem acrylständer und macht sich, obwohl ein wenig mehr matrix doch sinnvoll gewesen wäre. zwei andere großplatten sind genauso angelehnt, allerdings würde ich die lieber verkaufen oder evtl. eintauschen, da die stufe nicht mein geschmack ist. dies liegt aber nicht von der schnittfläche.

von daher können diese schnitte auch praktisch sein.

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.421
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #23 am: 28 Nov 08, 11:46 »
Grundsätzlich gilt immer noch der Satz: Eine Stufe ist soviel wert, wie jemand dafür auszugeben bereit ist. Die abgebildete Amazonit-Stufe ist ein Vitrinenstück, bei dem der Schwerpunkt auf der Ästhetik liegt. Insofern ist der Schnitt schon gerechtfertigt. Bei einer Stufe, welche ein Bergbaudokument darstellt verbietet sich dagegen ein Schnitt.

Es ist meines Erachtens auch zu bedenken, daß viele Klüfte mit Kristallen quer zur Schieferung verlaufen. Hier ist nach meinem Geschmack eine ungeschnittene Stufe mit 5 kg Matrixgstein auf dem an einer Ecke ein erbsengroßer Kristall sitzt wesentlich unattraktiver, als eine kleinere aber geschnittene Stufe, bei der das Mineral in einem gesunden Verhältnis zur Matrixgröße steht.

Gruß
Uwe

Offline Tobi

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.327
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #24 am: 28 Nov 08, 17:04 »
Freut mich sehr zu erfahren, dass die meisten sich an sowas nicht stören würden bzw. selbst solche Stufen in ihrer Sammlung haben. Dann muss ich jetzt nur noch meinen inneren Schweinehund bezwingen, denn eigentlich finde ich die Stufe ja auch super.

@Caliastos: Habe es schon mit Anlehnen versucht, aber selbst bei einem kleinen Neigungswinkel ist nichts mehr von wegen "Schokoladenseite", weil die Stufe dann auch wieder unattraktiv aussieht ... Aber wie gesagt: Da ich ja jetzt hier von vielen die Bestätigung bekommen habe, dass eine solche Sammlerstufe durch die glatte Fläche nicht beeinträchtigt oder gar ruiniert ist, stört es mich ja immer weniger.

Außerdem sehe ich das Ganze ja als Rettungsmaßnahme für schön ausgebildeten Amazonite, denn den "Schlag zu viel" kenne und fürchte ich! Mein schlimmster Fall war ein Fluorit aus Berbes, der ebenfalls extrem viel Muttergestein hatte. Als ich mich vorsichtig ans Formatieren machte, ging das auch eine ganze Weile gut ... bis dann ein dicker Riss durch den mit perfekten Fluoriten besetzten Teil der Stufe ging :'(

Von daher - den Schnitt hinnehmen und mich freuen, dass ich einen solchen Klassiker habe 8)

Offline jürgen lange

  • ***
  • Beiträge: 469
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #25 am: 29 Nov 08, 00:12 »
mich würde so eine dominante gesägte standfläche extrem stören. ich sah irgendwo den vorschlag den schnitt nachträglich zu verschönern. irgendwie wurde beim bearbeiten ein rand stehen gelassen, der dann dann mit einer zange abgeknippst wurde. ich habe aber nicht verstanden, wie das "beim bearbeiten ein rand stehen gelassen" gehen soll...

am besten sammelt man nur schwimmer... ;D

man könnte die stufe auch irgendwie aufkleben und dabei die sägestelle verbergen, aber so eine holz-, plastik- ... unterseite oder ein thermo-kleber-haufen ist auch nicht gerade eine zierde.

gestern traf ich einen sammler, der nur in döschengröße 3 sammelt. ein bischen von dem gefühl jute statt plastik kam da auf. auch wenn ich die philosophie des "optimierens" gut verstehe.

jürgen lange


Offline triassammler

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.197
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #26 am: 29 Nov 08, 11:37 »
Hallo!

Mir ist klar, dass es einen Unterschied zwischen Mineralien und Fossilien gibt, was die Akzeptanz von gesägten Flächen bzw. Präparationsspuren angeht, möchte mich aber generell mal der Meinung anschließen, dass ich lieber ein gesägtes Stück habe als 1000 qcm leere Fläche und nur in einer Ecke Mineral- bzw. Fossilbesatz, was dann auch ganz schön mickrig und unattraktiv aussehen kann.

Bei meiner Schubladensammlung bin ich, was das Sägen angeht, recht rigoros, schon aus Platzgründen. Wenn das Handstück keine zusätzlichen Informationen in Form von Beifauna etc. enthält, wird das Stück ggf. allseitig gesägt und auch die Dicke reduziert, um es auf das wesentliche Fossil zu reduzieren. Stehen Fossil- und Handstückgröße aber in einem sinnvollen Verhältnis zueinander, verzichte ich auf das Sägen, da werden dann höchstens deutlich überstehende Ecken abgeknipst. Es hat auch durchaus seinen Reiz, bspw. die Hai- oder Saurierzähne alle auf etwa gleichgroßen "Kacheln" in der Schublade aufzureihen, das kann sehr attraktiv und systematisch/ordentlich wirken.
Schade finde ich es nur, wenn man bewusst Bereiche mit Beifauna oder zusätzlichem Mineralbesatz absägt, oder eine ansonsten allseitig natürlich gebrochene Platte randlich durch einen geraden Schnitt verunziert.

Konkret entscheidet man eben im Einzelfall, auf was man hinauswill.

Gruß,
Triassammler

Offline prehnit100

  • ***
  • Beiträge: 480
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #27 am: 29 Nov 08, 14:59 »
wie schon mehrfach in dieser diskussion angeklungen ist, wird das sägen öfter genommen um die gefahr der zerstörung einer stufe zu reduzieren - die problematik mit dem letzten schlag der zu viel war  :'(
daraus ergibt sich aber auch schon eindeutig die wertminderung einer - vergleichbaren - gesägen gegenüber einer nichtgesägten stufe, da - zumindest theoretisch - mehr gesägte als ungesägte stufen existieren müssen. wohlgemerkt immer unter dem aspekt der vergleichbarkeit der beiden stücke !

persönlich ist es mir aber trotzdem lieber eine gesägte stufe zu haben als gar keine  ;D
trotzdem kommt es immer darauf an WIE gesägt wurde. eine stufe bei welcher ich immer eine sägekante oder noch schlimmer eine sägefläche sehe, egal aus welcher perspektive ich sie betrachte ist für mich ein NOGO. wenn schon gesägt dann so, dass es einem neutralen betrachter nicht ins auge fällt.
das kann ich auch dadurch erreichen, dass ich den sägeschnitt als standfläche nutze, und das stück nicht komplett absäge sondern einen rand stehen lasse und den 'balast' dann vollends abbreche. dadurch entsteht wider ein unregelmäßiger rand
zurück zu kommen auf die stufe um die es ursprünglich ging: für mich keine optische beeinträchtigung.
udo

Offline der Sauerländer

  • ******
  • Beiträge: 1.411
  • no risk....no fun
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #28 am: 30 Nov 08, 19:01 »
Hi Tobi,

vor einigen Tagen habe ich eine Pikes Peak- Stufe gesehen, die ebenfalls ne Standfläche "bekommen" hat.
Preis: 18.000,-USD (in Worten....achtzehntausend Dollar)
Also säg mal munter drauf los. Kann sein, das der Schnitt allein 3.000,- USD gekostet hat.

 :D :D

Offline Tobi

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.327
Re: Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
« Antwort #29 am: 01 Dec 08, 12:10 »
Ach wie gut, dass es in unserer Welt keine Bekloppten gibt ::)

Darf ich fragen, wo du die Stufe gesehen hast? Wenn ich das mal so überschlage, sind das vierzehntausend Euro, also schon extrem. War sie das wert oder war das eher Preistreiberei?

Nur mal nebenbei: Da in einem anderen Thread seit Tagen über den Wert einer Rhodochrosit-Stufe aus der Sweet Home Mine gestr... ääh diskutiert wird, wollte ich mal in die Runde fragen, was ihr bei diesem US-Klassiker hier für einen ungefähren Wert ansetzen würdet. Ich weiß nicht, ob ich die Stufe verkaufe, aber es würde mich mal interessieren. Größe hatte ich genannt, oder? 9 x 6 x 6 cm.