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Autor Thema: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen  (Gelesen 7194 mal)

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Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« am: 09 Dec 08, 14:55 »
Fundort:
BaWü
Odenwald
Buntsandstein, Löss, Lehm

Hallo,

was halte ich da in der Hand?

Der Sandstein ist grobkörnig, hart

Die Kruste:

Mit dem Nagel ritzbar, mit der Kupfermünze nicht
Strich bei verletzter Stelle:dunkelbraun- schwarz
Abrieb auch dunkelbraun-schwarz, magnetisch....läßt sich von einem Magneten anziehen
Säure keine Reaktion (augenscheinlich)
Beim reiben werden die Knubbels glänzend

Was könnte auf dem Sandstein sitzen?

Danke für mögliche Antworten
Maria

Offline caliastos

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #1 am: 09 Dec 08, 17:34 »
eisenkongretion im sandstein

Offline smoeller

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #2 am: 09 Dec 08, 23:59 »
Hallo,

Würd ich auch sagen. Eisen-Mangan-Oxide, wobei das meiste Limonit sein dürfte.

Glück Auf!
Smoeller

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #3 am: 10 Dec 08, 10:29 »
Hallo,
ich hätte da noch eine Frage.

Auf manchen Steinen finde ich so was wie verrostete Stellen. Rostrot schuppenartig.
Jetzt finde ich unter  Limonit das Mineral Lepidokrokit.

Läßt  sich Lepidokrokit  von einem Magneten anziehen?

Danke für Antworten
Maria


Offline -M-

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #4 am: 10 Dec 08, 14:52 »
Hallo,

Zitat: "...Jetzt finde ich unter  Limonit das Mineral Lepidokrokit....
Läßt  sich Lepidokrokit  von einem Magneten anziehen?..."

Limonit ist kein Mineral an sich, sondern ein Gemenge div.
Fe-(hydr-)oxide - und zwar in der Hauptsache :
Goethit und Lepidokrokit.
Zeigen beide eigentlich keinen nennenswerten Magnetismus,
Limonit dagegen zeigt häufiger partiell dtl. magnetische Eigen-
schaften - was mit der Anreicherung gewisser Fe-ionen zusammen
hängt.

Gruß -M-

Offline caliastos

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #5 am: 10 Dec 08, 18:42 »
"rostige" stellen sind auch meist schlichter rost oder limonit.

http://mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=lepidokrokit

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #6 am: 10 Dec 08, 21:34 »
Hallo ,

ich hätte noch eine Frage zu der schwarzen Kruste. Kann man ihre Bildung in einen zeitlichen Rahmen setzen?

@Caliastos
danke für den Link.

Danke für mögliche Antwort
Maria


.

Offline smoeller

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #7 am: 11 Dec 08, 19:16 »
Hallo,

Würde mal von einem höchstens tertiären Alter (ca. 15-30 Mio. Jahre) ausgehen. Dieses Alter weisen viele der Mineralgänge im Bereich des Rheingrabens und Klufbildungen in diesem Bereich auf. Im Schwarzwald sind in dieser Zeit viele Gänge gebildet worden, im Odenwald ebenso.

Kann aber auch eine recht junge Bildung sein. Sogar erst in den letzten Jahrzehnten gewachsen.

Glück Auf!
Smoeller

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #8 am: 12 Dec 08, 17:48 »
Hallo,
die schwarze Kruste  findet sich nicht nur auf Sandstein
auch auf dem Muschelkalk und anderen Steinen die in den Feldern zu finden sind.
Laut geol. Karte gibt es hier keinen Muschelkalk.
Er liegt hier, egal wer ihn gebracht hat.

Wenn es nun keinen Muschelkalk gibt und der vom Menschen abgeladen wurde,
könnte ich davon ausgehen das die Bildung der Krusten noch sehr jung sind?

Kann man auf den Bildern erkennen ob die Krusten "verwandt" sind? Haben sie alle etwas mit Mangan, Limonit und Goethit zu tun?

Danke für mögliche Antworten :)
Gruß Marie








Offline minuwe

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #9 am: 12 Dec 08, 19:46 »
Dürften alles Eisenoxide, ev. auch Manganoxide sein. Verhält sich so, wie zu den ersten Bildern schon kommentiert. Da diese Oxide im weiteren Sinne sekundäre Bildungen sind, also später als die sie tragenden Gesteine entstanden, findet man sie auf vielen Spalten, Rissen usw, die diese verschiedenen Gesteinsbänke durchziehen und natürlich auch im Verwitterungsschutt auf Feldern usw. Warum der Muschelkalk nicht auf der Karte vermerkt ist, ist nur ein Defizit der Karte. Bei nennenswerter Menge gehört er mit drauf. Das Alter der Eisen- u. Mangenablagerungen ist höchstens das von smoeller genannte.

Gruß
Uwe

Offline Erik

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #10 am: 12 Dec 08, 20:00 »
Warum der Muschelkalk nicht auf der Karte vermerkt ist, ist nur ein Defizit der Karte. Bei nennenswerter Menge gehört er mit drauf.
Nein, so falsch kann die Karte nicht sein. Bis zum Muschelkalk fehlen dort - wenn man sehr großzügig ist -  noch mind. 50 Meter Oberer Buntsandstein.

Gruß, Erik

Offline Druide

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #11 am: 12 Dec 08, 20:12 »
Hallo,

ich weis nix,  nur das die Steine  nicht vereinzelt vorkommen. 

Gruß Maria

Offline Erik

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #12 am: 12 Dec 08, 20:38 »
Schau mal - Du hast in diesen Steinbrüchen bei Dir den Karneol-Dolomit-Horizont als +/- Grenze vom Mittleren zum Oberen Buntsandstein aufgeschlossen. Der so (so = Oberer Buntsandstein) ist hier nicht ganz 100m mächtig, teilweise unterliegen auch die einzelnen Schichtglieder einer mehr oder weniger großen Mächtigkeitsschwankung (die Unteren Röttonsteine keilen zB zum Odenwald hin aus). Selbst wenn man aber nur die geringsten bekannten Schichtmächtigkeiten berücksichtigt, kommt man auf eine Gesamtmächtigkeit des so von etwa 70m. Zwischen den Steinbrüchen und eurem "Plateau" gibt es kaum einen Höhenunterschied - lass es 20m sein. Dh, es fehlen noch mind. 50m zum Muschelkalk.

Die Geologie bei Dir ist viel zu unkompliziert - es ist dort viel schwieriger einen Fehler in die Karte einzubauen, als keinen zu machen  ;)

Gruß, Erik
« Letzte Änderung: 12 Dec 08, 20:43 von Erik »

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #13 am: 12 Dec 08, 22:11 »
Hallo Erik,

Zitat:
Die Geologie bei Dir ist viel zu unkompliziert-

Da bin ich ja heil froh*lach
Ich will ja nicht behaupten das der Muschelkalk von hier ist.  Aber ich kann ihn auch nicht außer Acht lassen wenn er
Krusten trägt wie das andere Geraffel von  hier.
Wenn diese Krusten sich über einen kurzen Zeitraum bilden können ist es eigentlich fast egal wo her der Muschelkalk  kommt.

Gruß Maria



Offline triassammler

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Re: Sandstein mit dunkelbraunen Noppen
« Antwort #14 am: 13 Dec 08, 13:45 »
Hallo!

Nicht vergessen, dass in Trias-Regionen oft Muschelkalk zum Aufschottern der Feld- und Waldwege benutzt wird, und da die Landwirte bis direkt an die Wege pflügen, verschleppen sich Muschelkalkbrocken (auch die großen aus dem Unterbett des Wegs) oft mehrere Zehnermeter tief in den Acker hinein. Und während der Flurbereinigung wurden Wege umgelegt, d. h. alte Wege verlaufen nun möglicherweise quer unter Feldern hindurch, bzw. was mal Feld mit feldweg war, ist nun Wald. Usw.

Gruß,
Triassammler

 

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