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Autor Thema: Kann ich Geologie studieren?  (Gelesen 37160 mal)

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Schneebrot

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Kann ich Geologie studieren?
« am: 05 Jan 09, 18:29 »
Hi!

Ich interessiere mich für Geologie und habe vor es dieses Jahr zu studieren, aber leider weiß ich noch nicht so richtig, ob es wirklich etwas für mich ist. Bin in letzter Zeit dabei alles zu hinterfragen. Eigenschaften die ich für Geologie habe / nicht habe:

Spricht dafür:
+ Erdkunde Leistungskurs (Note: 2)
+ gut in Mathematik (Note: 2)
+ gute Fremdsprachenkenntnisse: Deutsch, Tschechisch --> fließend
Französisch, Englisch --> fast fließend (hab sogar ein halbes Jahr im Ausland verbracht)
+ sehr gute geographische Kenntnisse (kenn jedes Land, jede Haupstadt, die wichtigsten Flüße, Gebirge, Städte etc.)
+ geologisches Interesse ist da (Wie entsteht ein Gebirge? Wie wirken sich Winde auf die Landwirtschaft aus? Wo ist Erdöl zu finden? Wie verändert sich die Erde in 100 Jahren? Was befindet sich unter unseren Füßen? Ozeane :).)
+ bin ein guter Taucher (weiß jetzt nicht ob das soooo relevant)^^
+ ich will keinen Sesselfurzer-Job

Spricht dagegen:
- fast überhaupt keine Chemie- und Physikkenntnisse. Mit Physik komm ich noch einigermaßen gut klar, aber Chemie ist die Hölle auf Erden.
weint
- Biologie nur als GK (Note: 3 oder 3-)
- sehr beschränktes Wissen über Steine


Meine Fragen:
1.) Kann ich mit diesen Eigenschaften Geologe werden?
2.) Wie viel Physik und Chemie ist im Studium vorhanden?
3.) Ist das Studium schwer? Schwerer als beispielsweise Jura, BWL, Theologie, Biologie, Medizin und was es sonst noch so alles gibt^^? Oder fandet ihr es eher einfach?

Ciao und danke für eure Antworten!

Offline trommeln

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #1 am: 05 Jan 09, 18:45 »
Bist du gut im Auswendiglernen?
Hast du ein Auge für Details?
Hast du auch ein Sinn für Ueberbegriffe (wie sagt man dem.. also siehst du die grossen Zusammenhänge?)
Bist du gut in Puzzles?

Offline giantcrystal

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #2 am: 05 Jan 09, 18:57 »
Einfach mal ausprobieren...ein halbes Jahr oder so...wechseln kann man später immer noch. Ist auf jedenfall besser als lange auf etwas herumzustudieren, bei dem man erst viel später merkt, das man es nicht mag

Meine eigene Erfahrung ist die, das ich erstaunlich viele Leute getroffen haben, die mir irgendwann anvertrauten, das sie - wenn sie es denn gewußt hätten - sehr gerne Geologie studiert hätten...

Und übrigens : viel auswendig lernen brauchte ich während meines Geologie - Studiums nie !

Glück Auf

Thomas, seit 20 Jahren recht zufriedener Geologe, seit 15 Jahren selbstständig beratend tätig (geht denn das ...? Ja, das geht !)


P.S. fällt mir noch ein : Im Laufe der Jahre kamen dreimal junge Menschen zu mir mit der selben Frage und ich habe jeweils dazu geraten, nicht ohne auf gewisse Eigenheiten des Berufes hinzuweisen (viel draussen mit allen Vor- und Nachteilen, nicht unbedingt immer sehr familiemfreundlich etc.) ...alle drei sind überzeugte Geologen geworden
« Letzte Änderung: 05 Jan 09, 18:59 von giantcrystal »

Online guefz

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #3 am: 05 Jan 09, 19:02 »
Hallo,

das mit dem Auswendig lernen ist wohl eher das Medizin-Studium und zum Teil wohl auch Jura...

Günter

Offline triassammler

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #4 am: 05 Jan 09, 19:17 »
Hallo Schneebrot! ( ;D)

Hier mal die Meinung eines fertig gebackenen Geologen. Muss dazu sagen, dass ich noch ganz klassisch an einem sehr kleinen Institut auf Diplom studiert habe. Was die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge angeht, können vielleicht andere noch was dazu sagen.

Studieren solltest Du Deiner Neigung und Deinem Interesse entsprechend, weniger unter dem Aspekt der Vorkenntnisse. Die bekommst Du im Grundstudium ohnehin zur Genüge, es gibt zahlreiche Nebenfächer wie (Geo-)Physik, Chemie, Zoologie, Botanik, Bodenkunde, Geographie, Gesteinskunde, (Geo)Informatik, uvm., von denen einige zwangsweise absolviert werden müssen, andere freiwillig sind.
Deine Mitstudenten kommen von der Schule mit völlig unterschiedlichen Neigungsfächern, so dass tatsächlich der größte Teil des Grund-/Bachelor-Studiums darin besteht, den Studenten die gemeinsamen Basics beizubringen, wie Gesteinskunde, Mineralogie, Kartenkunde, allgemeine Geologie und Paläontologie. Anschauliche Erfahrungen wirst Du dann auf zahlreichen Studienexkursionen sammeln können, bei denen es von Vorteil ist, wenn man sich mit Zelt und Schlafsack und einfachsten Verhältnissen anfreunden kann.

Am allerwichtigsten ist es, während des Studiums am Ball zu bleiben und sich nicht dem trügerisch leichten Studentenleben nach dem Motto: "ich mache nur das Pflichtprogramm" hinzugeben. Je mehr Du am Anfang lernst, umso leichter kommst Du später im Studium weiter! Lücken einige Semester später auffüllen zu müssen, kann einem sehr die Freude am Studium vermiesen.

An Physik und Chemie kommst Du im Studium keinesfalls vorbei, das sind Essentials für das Verständnis der ganz grundlegenden naturwissenschaftlichen Zusammenhänge. Dieser Teil kann in der Tat sehr anstrengend und oft auch frustrierend sein, aber da musst Du einfach durch. Ich hatte auch sehr hart daran zu knabbern.

Ob das Studium schwer ist? Jein! Man ist nicht auf Rosenblüten gebettet, hat aber den Vorteil, sich mit sprichwörtlich be-greifbaren Sachverhalten auseinander zu setzen, die nicht so abstrakt sind wie Jura, BWL u. ä. Natürlich muss man viele Dinge erst mal schlicht auswendig lernen, aber irgendwann fügt sich das alles zu einem großen, zusammenhängen, selbsterklärenden Bild. Wichtig ist der Spaß an der Natur (und an der Erkenntnis, dass sich nicht alles in Formeln pressen lässt) und die Fähigkeit zum Staunen. Sehr hilfreich ist es, wenn man eigenständig denken und kombieren kann und sich seine eigenen Gedanken über Sachverhalte macht.
Das Studium lebt sehr von Diskussionen mit Kommilitonen und Professoren sowie generell vom gegenseitigen Austausch. Es ist durchaus ein "Teamstudium", und auch auf Exkursionen ist Teamarbeit gefragt. Einzelkämpfer tun sich eher schwer. Da kommen wir zu den "soft skills", die genauso wichtig sind wie Fachwissen.

Auch ein wichtiges Thema: Die Berufsaussichten!
Die sind sehr gut und werden es die nächsten Jahre über auch bleiben. Der global gestiegene Rohstoffbedarf und gesteigertes Umweltbewusstsein hat eine Vielzahl von neuen Jobs für Geologen in den unterschiedlichsten Bereichen geschaffen - z. Zt. kann ca. 1/3 des Bedarfs an Geologen nicht gedeckt werden! Die Jobs sind, im Gegensatz zum Zustand von vor einigen Jahren, attraktiv vom Anforderungsprofil und von der Bezahlung her. Vor allem internationale Unternehmen suchen händeringend flexible Mitarbeiter für Langzeit-Auslandseinsätze. Besonderen Wert wird auch hier auf Teamfähigkeit und Entscheidungsfreudigkeit gelegt.

So, das mal im groben Überblick. Wenn noch Fragen offen sind: nur zu!

Gruß,
Triassammler

Offline Kerloc

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #5 am: 05 Jan 09, 19:24 »
Hi Schneebrot,

triassammler hat ja schon das meiste gesagt.
Frage an die anderen: sind geografische Kenntnisse wirklich wichtig?

Ich muss ja auch noch studieren und habe vor an der Uni Freiberg Geoinformatik zu studieren.

Grüßle Martin


Offline triassammler

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #6 am: 05 Jan 09, 19:29 »
@Kerloc:

Es ist relativ unwichtig, ob man alle 50 Staaten der USA samt jeweiliger Hauptstadt kennt oder weiss wo Ovamboland liegt. Sinnvoll ist ein Überblick über die großen naturräumlichen Gegebenheiten der Planeten, aber zwingend erforderlich ist das nicht. Kann man ja alles im Atlas oder bei Google nachschlagen.

Gruß,
Triassammler

Offline smoeller

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #7 am: 05 Jan 09, 19:36 »
Hallo,

Als Student der Mineralogie (fast fertig, fehlt nur noch die Korrektur der Diplomarbeit) kann ich meinen Vorrednern nur beipflichten.

Chemie brauchst du in jedem Fall, ebenso Physik und Mathematik. Geographie ist nicht so von Bedeutung, aber nicht schlecht.

Die neuen Bachelorstudiengänge sind sehr verschult. Für jede Vorlesung/Übung muss eine Klausur geschrieben oder ein Bericht abgegeben werden. Richte dich auf 30 Stunden die Woche + Lernzeit ein.

Wenn dir Geographie liegt, könntest du auch Geographie studieren.

Glück Auf!
Smoeller

Offline triassammler

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #8 am: 05 Jan 09, 19:53 »
Hallo nochmal!

Danke für die Info, smoeller, jetzt hab ich auch wieder was neues erfahren  :D

Zitat
Richte dich auf 30 Stunden die Woche + Lernzeit ein.
Ist ja im Vergleich zum späteren Beruf (40-Stunden-Woche) eigentlich ok. In verantwortungsvollen Positionen kommen dann noch Überstunden, Reisezeit usw. dazu - von daher ist das Studium vom Zeitaufwand her noch übersichtlich.

Gruß,
Triassammler

Offline Erik

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #9 am: 05 Jan 09, 20:33 »
Zitat
Richte dich auf 30 Stunden die Woche + Lernzeit ein.
Frage mich, wie die Leute das hinbekommen, schließlich müssen die meisten nebenbei noch arbeiten. Wenn ich mir überlege, dass ich neben dem Studium 20 Stunden in der Woche arbeite und mind. genauso lange sinnlos in öffentlichen Verkehrsmitteln herumsitze, hätte ich das B.Sc..-Studium (und jedes andere auch) bei dem Zeitaufwand sofort wieder aufgegeben  :-\

Gruß, Erik

Offline minuwe

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #10 am: 05 Jan 09, 20:41 »
Wollte früher (ca. 1980) mal Geologie studieren. Da riet mir ein Geologe ab: 80 % Schreibtischarbeit. Da ließ ich es sein. Nach den obigen Posts scheint das heute ja anders zu sein  ???

Gruß
Uwe

Tapir

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #11 am: 05 Jan 09, 20:46 »
Deshalb überzieht der Durchschnittliche B.sc.Student in Deutschland ja auch um 2 ,5 Semester ;)


Und wie man das auf die Reihe bekommt, hmm, unsere Uni hat mir da 2 Lösungsansätze mitgegeben:

Prüfungsamt: "Sie sollen ja auch studieren und nicht arbeiten"  (auf die Frage wie ich dann (über)leben soll kam dann die selbe Antwort wie von einem Dozenten:)
Dozent: "das ist Ihr Problem. Früher wars ja auch nicht einfach"

Effektiv für jemanden der in den neuen Studiengängen Geologie studiert und arbeiten muß: im Schnitt 25 Semesterwochenstunden, Je SWS 45 min Vor- und 45 min Nachbereitungszeit, 20 Stunden Arbeit (oder Freiberuflich mehr) Besonders erfreuen tun dann Dozenten/Professoren der "alten Garde" die Ihre Vorlesungen vom zeitumfang mal schnell verdoppeln "weil man das ja eigentlich wissen muß". Das Zeitmanagement das im Bolognapapier vorgesehen ist wird nur von wenigen jüngeren Vorlesenden eingehalten.


Aber trotz allem: Ich habs nicht bereut (bisher) den B.sc.geol. gemacht zu haben und nun den Master dran zu hängen. (und das als Chemienull)


Und: 80 % Schreibtischarbeit? Klar... Aber in den meisten anderen Berufen die nach einem Studium folgen, ist diese Zahl wesentlich näher an den 100% dran.

Offline triassammler

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #12 am: 05 Jan 09, 21:15 »
Zitat
Und: 80 % Schreibtischarbeit? Klar... Aber in den meisten anderen Berufen die nach einem Studium folgen, ist diese Zahl wesentlich näher an den 100% dran.

Konkret ist es doch so: Im Idealfall sammelst Du im Gelände Deine Daten und wertest die dann am Schreibtisch aus. Dass das Auswerten deutlich länger dauert als das Datensammeln liegt auf der Hand. Die Zeiten, wo Geologen mit salbungsvollen Worten durchs Gelände gezogen sind und die Büroarbeit ihren Assistenten überlassen haben, sind schon lange vorbei.

Ich hab übers komlette Studium hinweg 3 Tage studiert, 2 Tage voll in einer Firma gearbeitet, und am WE gelernt, vertieft, nachgearbeitet. Mir fiel es aber auch leicht, weil mich sowohl das Studium als auch der Job (Informatik) extrem interessiert haben und ich beides selten (nicht: nie!) als wirkliche Belastung empfunden habe. Dass einerseits die Profs gemosert haben, weil man mal nicht anwesend war, und andererseits der Arbeitgeber bei dringenden Projekten über Nichterreichbarkeit nicht erfreut war, waren Schattenseiten, aber da musste ich halt durch.

Ich bereue weder das Studium, noch den Nebenjob dabei - vor allem letzterer hat mir wertvolle Kenntnisse über die berufliche Wirklichkeit in Deutschland geliefert, die "Nur-Studenten" sich erst noch in ihrem ersten Job nach dem Studium erwerben müssen.

Das Leben ist kein Ponyhof  ;)

Gruß,
Triassammler

Schneebrot

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #13 am: 05 Jan 09, 21:55 »
Danke für die Antworten! :) :) :)

Chemie wird kacke, aber da komm ich durch. In der Schule hat man ja auch immer ein paar Fächer die man nicht leiden kann und kommt trotzdem weiter :).

Noch zwei Fragen :P:

1.) Ist man während des Studiums oft weg? Irgendwo hab ich mal gelesen, dass man in der Studienzeit oft verreißt. Wär hammer!
2.) Und wie siehts im Beruf aus? Würde in der Zukunft denk ich schon ganz gern irgendwann mal ne Familie haben... Wär doof wenn ich dann oft rumreisen müsste. Ab und zu mal ist sehr gut, wie gesagt: Ich bin nicht jemand der gerne nur rumsitzt. Klar ist das von Job zu Job unterschiedlich... Da müsst ich mich noch orientieren. Geologen die nach Erdöl suchen (naher Osten etc.) gibts denk ich wenige. In ner Wüste Wasser suchen....... hmmmmmmmm :(.... Die meisten arbeiten denk ich mal in Baufirmen (oder?).
Am besten wärs wenn ich nen Job hätte, bei dem ich hauptsächlich zu Hause bin und ab und an (ein paar Mal im Jahr) verreise. Ist sowas möglich bei Geologen oder ist man ständig unterwegs?


PS: Hauptsach Lamp uf de Kop un Sonnenbrille:  8)  -------> ;D

Offline triassammler

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Re: Kann ich Geologie studieren?
« Antwort #14 am: 05 Jan 09, 22:45 »
Zitat
Ist man während des Studiums oft weg? Irgendwo hab ich mal gelesen, dass man in der Studienzeit oft verreißt. Wär hammer!
Das tut man in der Tat! War zumindest während meiner Studienzeit (vor 4 Jahren) so. Jedes Jahr gab es ein Pflicht-Geländepraktikum (10-14 Tage) mit steigendem Schwierigkeitsgrad in Südfrankreich und Spanien (Profilaufnahme, geologische Kartierung) und zusätzlich eine zu erreichene Pflichtanzahl von Exkursionstagen, wobei man da aus dem Gesamtangebot der Exkursionen je nach Gusto auswählen konnte. Ich habe da aber deutlich mehr als die vorgeschriebene Exkursionsanzahl belegt, und das wird auch durchaus begrüßt. Daneben gab es noch besondere Schmankerl wie eine lagerstättenkundliche Exkursion nach Chile. Auch Deutschland habe ich dadurch ganz gut kennen gelernt.
Grundsätzlich richtet sich das Exkursionsangebot einer Uni danach, welche Schwerpunkte das Institut hat. Bei uns war das eben Südeuropa, daneben die ganz lokale Regionalgeologie.
Die Reise- und Unterbringungsbedingungen sind dabei aber oft sehr einfach - Zelt, Hütten, Kochen über dem Lagerfeuer  ;D Wer an so was Spaß hat - hatte ich - ist da genau richtig. Wenn Du das halbe Sommersemester nur von Exkursion zu Exkursion gehechelt bist, bist Du nach ein paar Wochen auch mal wieder froh, zu Hause zu sein und fließend Wasser zu haben  ;)

Zitat
Und wie siehts im Beruf aus? Würde in der Zukunft denk ich schon ganz gern irgendwann mal ne Familie haben... Wär doof wenn ich dann oft rumreisen müsste.
Ich würde die Wahl des Studiums nicht jetzt schon von einer 10 Jahre in der Zukunft liegenden Familienplanung abhängig machen. Du kannst auch durchaus gute Jobs in regionalen Unternehmen finden, wenn es nötig ist: Geothermie, Altlastenerkundung, Ingenieurbüros, Bauunternehmen - sie alle suchen Geologen, und zwar mehr, als jedes Jahr die Uni absolvieren.

Zitat
Geologen die nach Erdöl suchen (naher Osten etc.) gibts denk ich wenige. In ner Wüste Wasser suchen....... hmmmmmmmm .... Die meisten arbeiten denk ich mal in Baufirmen (oder?).
Ich habe keine genauen Zahlen parat, aber im internationalen Bereich arbeiten sehr viele Geologen in der Kohlenwasserstoffprospektion. Der Bereich saugt die Geologen mittlerweile geradezu auf, schult sie auf die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens und setzt sie dann weltweit ein. Unternehmen wie Statoil suchen aber explizit sehr mobile und flexible Mitarbeiter, die ein paar Wochen oder Monate hier, dann dort, und dann wieder ganz woanders sind. Entsprechend langfristig sind die Verträge angelegt - zur Gründung einer Familie und Elternzeit mal schnell ein paar Jahre Auszeit nehmen wollen ist da nicht drin. Dafür bist Du für das Unternehmen schlicht zu teuer.
Ähnlich ist es mit den großen Bergbauunternehmen - die haben überall in der Welt Bedarf nach Geologen, aber man muss bereit sein, nur für das Unternehmen zu leben. Im Gegenzug gibt es eine großzügige Bezahlung und ein sehr spannendes Leben.

Ein "Job zu Hause" wäre dann in der Tat das Ingenieurbüro in der nächsten Stadt, ein Geothermieunternehmen o. ä. Aber die unterhalten typischerweise keine internationalen Zweigstellen, weil es regionale Firmen sind, also groß mit Reisen wird da nichts sein.

Bei der Wahl des Arbeitgebers (die für Dich ja noch in weiter Ferne liegt!) solltest Du also zuerst mal schauen, ob die Unternehmensstruktur Deine persönlichen Wünsche von der Gestaltung der Arbeit überhaupt unterstützen kann. Ein Vorteil ist, wenn Du ein "guter" Geologe bist, also die entsprechenden Leistungen aus dem Studium nachweisen kannst. Dann stehen Dir viele Türen offen.

Gruß,
Triassammler

 

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