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Autor Thema: Brekzie bestimmen!  (Gelesen 7159 mal)

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Offline Donat

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Brekzie bestimmen!
« am: 26 Jan 09, 19:08 »
Hallo,
habe hier einen schönen Achat-Brekzie den ich gerne ins Lexikon stellen möchte.
Kann mir da jemand vielleicht etwas zur Entstehung sagen und zu dem gelben Muttergestein?

Gefunden habe ich ihn in Arcen (Holland). Und er ist ca. 9,5 x 8 cm groß.
Danke Euch schon mal im voraus.
Donat

Offline Goldi85

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #1 am: 26 Jan 09, 19:47 »
Hallo,

interessantes Stück. Die Achatstücke darin sind ja in allen Größen vorhanden... Bei dem Gelblichen würde ich auf etwas kalkartiges tippen. Also vielleicht mal an einer unauffäligen Stelle mit einem Tropfen Salzsäure testen.

Gruß  Daniel

Haldenschreck

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #2 am: 26 Jan 09, 19:50 »
Hallo,
also beim ersten blick auf das optisch sehr ansprechende stück kam mir der gedanke: die "matrix" ist merkwürdig sehr homogen ... zu homogen für eine natürliche brekzie. da mich mein erster eindruck sehr selten getäuscht hat, stelle ich mal provokant die natürlichkeit dieses stückes in frage. ich halte das für anthropogen. was spricht dagegen, ein mischmasch aus achat-bruchstücken, flint und was weiß ich noch in einer grundmasse aus zement, beton zu "verbacken" - ähnlich dem terrazzostück aus einem parallelthread hierzu?
schaue ich mir die verblendersteine aus holland an, da finde ich auch muschelschalen, flint usw. in ton gebacken.

hast du mehr infos über das stück?

haldenschreck

Offline trommeln

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #3 am: 26 Jan 09, 19:59 »
Ja, ich hab auch schon so Bodenbläge gesehen.. habe aber mal abgewartet was die anderen dazu sagen.. deshalb nun doch die Frage: wie sehen die anderen Stücke aus? Von Hinten?

Offline schleifer

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #4 am: 26 Jan 09, 20:23 »
Hallo Donat
Material in dieser Farbe mit kleinen Achaten drin kenne ich von einem Acker bei Hoppstädten-Weiersbach. Dort sieht man dann auch den Übergang von dem gelben in das rotbraune Material. Hier fliesst die Nahe die schliesslich auch in den Rhein mündet. Somit könnte das Stück einen längeren Weg hinter sich haben.
Gruß Robert

Offline noelli

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #5 am: 26 Jan 09, 20:37 »
Hallo Donat und Robert !

Dieses Stk ,dürfte über die Nahe in den Rhein gelangt sein , in den ablagerungen der Nahe wird diese als Achatbrekkzie (d.h. eine verkittung von Achatbruchstücken durch Chalcedon ) beschrieben. Zum Herkunftsort kann ich leider nichts sagen.

Gruss noelli

Offline Donat

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #6 am: 26 Jan 09, 23:22 »
Ja ich denke auch, dass das kein "zusammengepapptes Zeug" ist. Hatte schon mal ein größeres Stück bei einem Sammler auf dem Hoffest vom Peter gesehen.
Leider nur im vorbeigehen, aber es sah, auch von der Farbe her, sehr identisch aus.
Hier noch mal die Rückseite. Eben wie ein Geröll.
@Haldenschreck .Wenn es nur Achat-Bruchstücke wären. könnte man annähmen,da ist etwas zusammengepappt worden. Aber wenn man genauer hinsieht dann kann man auch kleine erhaltene(ganze) Achate erkennen. Und die müssen doch erst mal gesucht und gefunden werden.Um die dann einfach so zu verkitten.
Das glaube ich aber weniger.
Gruß
Donat

Offline smoeller

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #7 am: 26 Jan 09, 23:30 »
Hallo,

Wenn es sich um Beton handelt, sollte mit HCl ein Sprudeln auftreten. Irgendwie kommt mir das Stück für was natürliches schon merkwürdig vor. Aber: Auch für Beton reichlich seltsam. Wer verarbeitet denn ausschließlich Achatsplitt?

Könnte mir (bei natürlichem Ursprung) so etwas wie eine Schlotbrekzie vorstellen. Dabei wird bereits verfestigtes Gestein einer früheren Eruption (in dem sich bereits Achate gebildethaben könnten) bei einem erneuten Ausbruch zerrissen und dann als Tuff wieder abgelagert, der schließlich verfestigt. Ist das Material bei der Ablagerung noch sehr heiß (Glutlawinen), verfestigt es sich, es entstehen sog. Ignimbrite.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Donat

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #8 am: 26 Jan 09, 23:39 »
Hi,
habe gerade vom noelli eine PM bekommen. Sollte mal bei Klaus Schäfer unter Bad Kreuznach /Rheinhessen nachschauen:
http://www.mineralworld.de/html/bad_kreuznach_01.html

@Smoeller
Danke!

Gruß
Donat

Offline minuwe

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #9 am: 26 Jan 09, 23:40 »
Was gegen eine Brekzie spricht ist, dass hier auch runde Körner, also nicht nur Bruchstücke enthalten sind. Eine Brekzie hat keine abgerundeten Körner, es sei denn es ist eine Brekzie eines Konglomeratgesteins. Ist also wenn überhaupt natürlich, ein Konglomerat, also Anreicherung von Bruchstücken und Verkittungsmasse.

Halte das aber für Beton, vielleicht nicht oder mit wenig Zement, aber Kalk als Bindemittel. An den Rissen scheint sich Ettringit gebildet zu haben. HCl- Test bringt Aufschluss.

Stimmt- ungewöhnlich  ???

Gruß
Uwe

Offline Donat

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #10 am: 27 Jan 09, 00:01 »
So,
jetzt bin ich noch zu später Stunde in den Stall und habe den HCI-Test gemacht. ;D 
Keine Reaktion am Stein! Kein Aufschäumen!
G.D.

Offline minuwe

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #11 am: 27 Jan 09, 00:03 »
Wie hart ist denn die Kittmasse?

Offline Donat

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #12 am: 27 Jan 09, 00:28 »
Also ziemlich hart. Lässt sich nicht ritzen.Auch nicht mit einer spitzen Stahlnadel.
Donat

Offline minuwe

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #13 am: 27 Jan 09, 00:34 »
Was mich in Hinblick auf Chalcedon skeptisch macht ist, dass die Körner deutlich hervorstehen, wenn das Bild nicht täuscht, somit also die Kittmasse deutlich weicher sein muss. Bei Calcedon ist der Härteunterschied aber fast nicht bzw. nicht gegeben. Kann es schwach verkieselter Ton oder Kalk sein? Also ein verkieseltes Konglomerat?

Lässt sich die Kittmasse mit einem Glasscherben ritzen (Abrieb vor Ansehen wegwischen ;)

Offline Donat

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Re: Brekzie bestimmen!
« Antwort #14 am: 27 Jan 09, 23:35 »
Hallo,
nein auch mit einer Glasscherbe lässt sich die Kittmasse nicht ritzen.
Und die Körner stehen gar nicht so weit hervor wie es auf dem Foto scheint.Wenn man mit der Hand darüber geht, fühlt es sich an wie eine glatte Fläche mit leichter Unregelmäßigkeit.
Gruß
Donat

 

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