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Autor Thema: unbekannter Stein  (Gelesen 9335 mal)

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Offline -M-

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #15 am: 12 Mar 09, 01:54 »
Hallo,

@ minuwe -

die entsprechenden Bedingungen für ne Reduktion von Fe-hydroxiden zu Hämatit u./o. Magnetit
(Sauerstoffmangel +Hitze +Trockenheit) können in  Sedimenten  durchaus gegeben sein.

Ursachen dafür, daß "Limonit" und "Hämatit" manchmal (unter gewissen Umständen auch häufiger)
stärker magnetisch sind als "normal" - scheint es mehrere zu geben.

Gruß -M-

Offline Helmi

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #16 am: 12 Mar 09, 16:54 »
Hallo,
durch das beim Teilen entstandene Pulver bin ich noch mal auf die Idee gekommen den Kalktest an diesem durchzuführen (mit konzentrierter Zitronensäure sprich Entkalker). Ergebnis: Das Pulver bildet explosionsartig relativ wenige aber dafür um so größere Gasblasen. Nach ca. 2 Sekunden hört das Ganze wieder auf und das Pulver verklumpt, saugt die Flüssigkeit vollständig auf und verfestigt sich. Der Steines ist im Inneren homogen und hat auch hier die teils metallisch teils bräunlich aussehenden Körner (0,1 - 0,2 mm) bzw.nadelförmigen Stellen in fast regelmäßiger rasterartiger Anordnung (Abstand 2 - 5 mm). Es könnte sich vielleicht um Gipsstein handeln. Zumindest würde das das obige Verhalten und die Stofflichen Eigenschaften erklären. Lediglich die für Gips zu hohe Dichte und die magnetischen Eigenschaften sind für mich bei dieser Annahme unerklärlich. Den Tip mit der Leitfähigkeit habe ich aufgegriffen. Die Kruste leitet nicht, dafür aber das weißen Material  an der Oberfläche im feuchten Zustand (199 kOhm auf 2 mm Abstand) kurzzeitig (die exponentielle Widerstandzunahme kann man am Meßgerät verfolgen). Dies deutet ebenfalls Richtung Gips (Salzspuren).
Gruß Helmi

Offline -M-

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #17 am: 13 Mar 09, 13:40 »
Hallo,
die beschriebene Reaktion auf Säure würde auch auf Toneisenstein passen.
Der kann durchaus deutliche Anteile von Karbonaten, aber auch Gips enthalten.
Wenn es größtenteils Gips wäre (was ich nicht glaube), sollte er so ziemlich vollständig
in H20 löslich sein (evtl. mit nem Schuß H2SO4, das beschleunigt die ganze Sache).
Interessant wäre, um was es sich nun eigentlich bei den metallischen Körnern - Nadeln
handelt. Würde noch mal genau schauen, ob die erwähnte Annordnung tatsächlich
regelmäßig ist, oder vlt. nur "zufällig" / teilweise so erscheint und ob man zu Form
noch Konkreteres sagen kann.
Daß sie die Ursache für den Magnetismus sind, ist nat. anzunehmen - die regelmäßige
Orientierung würde da einen gewissen Sinn machen - hast du mal überprüft, wie stark
die einzelnen Körner / Nadeln selbst auf den Magneten reagieren ?

Gruß -M-

Offline smoeller

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #18 am: 13 Mar 09, 15:08 »
Hallo,

Gips glaub ich auch nicht. Salz wäre durchaus denkbar, wenn der Stein im Salzwasser gelegen hat.


Es wäre durchaus denkbar, das unter den Sulfiden auch Pyrrhotin ist. Dann wäre das mit dem Magnetismus erklärbar.

Glück Auf
Smoeller

Offline Helmi

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #19 am: 15 Mar 09, 18:24 »
Hallo,
habe das Abriebpulver in destiliertes Wasser gegeben und mit einem Teststreifen (für Aquarianer) getestet. Ergebnis: Sauer, Hauptanteil Karbonat (über 90%). Tonstein käme demnach eher hin. Saugt aber Tonpulver Säure bzw. Wasser auf ? Was die Nadeln anbetrifft, so sind dies offensichtlich winzige Kristalle , die sich offenbar unter Atmosphäreneinfluß (Luft ,Feuchtigkeit) einfärben (zunächst grau und nach längerer Zeit braun).
Gruß Helmi

Offline -M-

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #20 am: 16 Mar 09, 14:54 »
Hallo,
Karbonat-anteil von 90% kann ich mir eigentlich kaum vorstellen, einen Tonstein mit so hohem Kalkanteil gibt es nicht,
das wäre dann wohl ein Kalkstein (evtl.mit tonigen Anteilen).
Kalkstein kann, v.a. in feinstkörnigen Massen, sicherlich auch Wasser / Säure aufsaugen, allerdings in dtl. geringerem
Maße, als es für viele Tonsteine geradezu typisch ist.

Gruß -M-


Offline triassammler

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #21 am: 18 Mar 09, 00:26 »
Hallo!

Karbonat-anteil von 90% kann ich mir eigentlich kaum vorstellen, einen Tonstein mit so hohem Kalkanteil gibt es nicht,
das wäre dann wohl ein Kalkstein (evtl.mit tonigen Anteilen).

Bei einem Karbonatanteil von < 95% spricht man bereits von "Mergel" bzw. mergeligem Kalk, mit den entsprechenden mechanischen Eigenschaften.

Gruß,
Triassammler

Offline Helmi

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #22 am: 20 Mar 09, 19:30 »
Hallo,
jetzt wo "Mergel" in die Bestimmung gekommen ist, muß ich im Nachhinein ergänzen, daß das Absplittern beim Bruch  tatsächlich so geschieht und aussieht wie bei diesem. Außerdem habe ich Pulver vom Stein unter dem Mikroskop mit einer magnetisierten Stecknadel untersucht. Ein Teil des weißen Pulveranteiles (d < 0,1 mm) wird von der Nadel angezogen. (Siderit ?)  Wenn man von einer gleichmäßigen Verteilung dieser Klümpchen ausgeht, würde das das magnetische Verhalten erklären. Was die Prozentangabe betrifft, muß ich präzisieren, gemeint ist vom gesamten Salzanteil. Beim Betrachten der Bruchstücke zeigen sich wenn man die Oberfläche etwas angefeuchtet hat während des Trocknens auf einigen feine etwas dunklere teils ovale Struckturen, teils Linien  die nach dem Trocknen wieder verschwinden. Die Liniengebilde sehen aus wie winzige Würmer bzw. Querschnitte von sehr kleinen Schnecken und Muscheln. All das deutet doch auf Kalkstein oder mergeligen Kalk eventuell mit Kreideanteil hin.
Gruß Helmi

 

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