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Autor Thema: Mineralien aus dem Hilarion-Stollen, Lavrion, Griechenland  (Gelesen 16148 mal)

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Offline MichaelP

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Hallo,
bei der Durchsicht meiner Funde aus dem Hilarion-Stollen sind eine Menge Mineralien aufgetaucht, die ich nicht oder nicht sicher zuordnen kann.
Ich bitte um Hilfe bei der Bestimmung.

1. auf einer Gips-Stufe fand ich folgende Kristalle:
Könnte das Anglesit sein ? Ich habe mal gelesen, dass Anglesit schon mal zusammen mit Gips dort vorkommt.

2. ebenfalls auf Gips findet man häufig folgende Kristalle, die in den Farben gelbbraun bis rotbraun vorkommen und Krusten auf Gips bilden oder auch teilweise in Gips eingewachsen sind.
Könnte das Jarosit sein ?

Offline MichaelP

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3. und was ist das ? Smithonit ?

Offline MichaelP

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4. hier habe ich keine Idee, weder zu dem klaren tafeligen Fächer, noch zu dem weißen Mineral.

So, das soll erst mal reichen. Weitere Bilder folgen demnächst.

Viele Grüße

Michael

Offline smoeller

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Hallo,

1. Anglesit wäre möglich
3. sieht schon sehr nach Smithsonit aus
4. Hemimorphit? (das weiße Büschel)

Glück Auf!
Smoeller

Offline Klinoklas

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Nr 2 könnten doch auch Cupritoktaeder sein oder?
Die sind doch auch manchmal in Gips eingewachsen.

Gruß
René

Offline thothie

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Hi Micha,

hier meine Vermutungen:

1. Anglesit- kannst ja mal mit einer harmlosen Säure testen
2.cuprit
3.Smithsonit
4. Fächer : Hemimorphit, weiß evtl. Hydrozinkit oder verwitterter Smithsonit

LG

Thomas

Offline MichaelP

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Vielen Dank schon einmal für Eure Vorschläge.
Mit Cuprit für Nr. 2 bin ich allerdings nicht einverstanden. Ich habe ungeschickter Weise ein Bild gewählt, auf dem die Kristalle in der Tat wie Cuprit aussehen. Oft sind die Kristalle aber eher gelbbraun. Ich habe eben mal mit HCl getestet. Da tut sich nichts. Müsste sich Cuprit nicht auflösen ?
Ich hänge noch ein anderes Bild von der gleichen Stufe an, auf dem die Farben der Kristalle besser zu erkennen sind.
Viele Grüße
Michael

Offline minuwe

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Hallo Michael,

die Kristallform spricht schon für Cuprit. Vielleicht ist Sphalerit ausnahmsweise in Oktaedern möglich. Lässt sich aber relativ einfach herausfinden. Sphalerit lößt sich in Salzsäure unter Schwefelwasserstoffgeruch.
Vielleicht ist es möglich, dass bei den durchscheinenden Kristallen bei Cuprit ein anderes Metall wie z. B. Blei für die Gelbfärbung verantwortlich ist. Auf Cuprit am besten testen, in dem man ein Korn auf Kohle schmilzt. Nach einer Schwarzfärbung bildet sich ein Kupferkorn (reduzierende Flamme!). Naßchemisch am einfachsten so: in HCl auflösen (ca. 24 %, dauert etwas), dann die Lösung mit Wasser verdünnen, bei Cuprit fällt ein weißer Niederschlag aus, bei Zusatz von Kalilauge fällt gelber Niederschlag aus. Es gibt auch noch weitere Tests.

Viel Spass!
Uwe

Offline thothie

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Hi Michael,

zu Bild 2. wüßte ich jetzt nicht was außer Cuprit noch in Frage kommen sollte. Es gibt eigentlich dort kein Mineral, was von der Farbe in Kombination mit dieser Kristallform noch in Frage käme.

Bei dem anderen Bild handelt es sich glaube ich auch noch um andere Minerale. Hier würde ich auf Arsenate so Richtung Corkit, bzw. Beudantit schließen, die möglicherweise zusammen mit Cuprit aufgewachsen sind.

Ich würde die Stufe auch mal genauer untersuchen ob nicht irgend wo auch gediegen Kupfer zu finden ist. Meist findet sich Cuprit in Paragenese mit Ged. Kupfer, oder seine kristalle weisen oft noch einen Kupferkern auf.

LG

Thomas
« Letzte Änderung: 21 Apr 09, 12:17 von thothie »

Offline MichaelP

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Jetzt habe ich mal eine Probe unter der Reduktionsflamme geschmolzen. Die Probe glimmte kurz auf, dann war selbst unter dem Mikroskop nichts mehr von der Probe zu entdecken.
In 37%iger HCl löst sich die Probe nach einer Weile auf. Nach Zugabe von dest. Wasser bleibt die Lösung klar. Es ist kein weißer Niederschlag zu sehen.
Möglicherweise waren die Probenmengen (Stecknadelkopfgröße) zu gering.
Kupfer ist auf der Stufe nicht, noch nicht einmal andere Kupfermineralien, sondern nur Gips.
Da wird wohl nur eine Analyse Gewissheit bringen.
Trotzdem danke ich Euch für die Hilfe.
Viele Grüße
Michael

Offline Klinoklas

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Hallo Michael,

das sind aber auch Unterschiede zwischen Bild 1 und 2.  ;)
Jetzt würde ich auch nicht mehr auf Cuprit setzen.

Bin mal gespannt was bei der Analyse herauskommt.

Gruß
René

Offline -M-

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Hallo,
na bis die Analyse-Ergebnisse vorliegen kann es ja ne Weile dauern ... hätte da mal ein paar Fragen:

"...Jetzt habe ich mal eine Probe unter der Reduktionsflamme geschmolzen. Die Probe glimmte kurz auf...."
- und wie sah die Schmelze aus ?

"....In 37%iger HCl löst sich die Probe nach einer Weile auf..."
- wie denn genau ? (nehme mal an vollständig ? wie war die Lösung gefärbt ? Gasentwicklung bemerkt ?)

"...Möglicherweise waren die Probenmengen (Stecknadelkopfgröße) zu gering...."
- Stecknadelkopfgröße sollte eigentlich ausreichen (oft hat man dtl. weniger)

Hab leider keinen echten Alternativ-vorschlag - täuschen die Bilder vlt., sind das tatsächlich echte Oktaeder ?
Hast du auch mal die Löslichkeit in H20 getestet ?
Der Strich ist weiß ?
Kannst du die Härte eingrenzen ?

Gruß -M-

Offline thothie

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Hi Micha,

hab gerade Deine Mitbringsel betrachtet und dabei festgestellt, daß ich auch solch "oktraedische" Kristalle auf u. an Gips von Dir habe.

Hier sieht man mal wieder, daß eine Fotobestimmung mit Vorsicht zu genießen ist.

Diese Kristalle haben Glasglanz, der sich vom Glanz der Cuprite unterscheidet, auch haben sie eindeutig trigonale Kristalle, die nur auf den ersten Blick oktraedisch wirken.

Ich bin mir sicher, das geht so Richtung Beudantit, Corkit, was auch ein Vergleich meiner Stufen von Clemenslust und Clara unterstützt.

Die Rotfärbung scheint mir auch auf Fe-Einschlüsse zurückzuführen zu sein. Bei meiner Stufe von Dir kann man es deutlich sehen. Dort haben die sehr transparenten Kristalle teilweise auch rote Einschlüsse.

Hier noch so ein pseudo-oktraedischer Beudantit:

http://www.mindat.org/photos/0383477001044680648.jpg

LG

Thomas

Offline -M-

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 "...eindeutig trigonale Kristalle, die nur auf den ersten Blick oktraedisch wirken..."
- genau das, hatte ich eben auch vermutet.

 "...Ich bin mir sicher, das geht so Richtung Beudantit, Corkit ..."
- ja, denke auch es geht in diese Richtung - Cuprit und Sphalerit passen mittlerweile aus mehreren Gründen überhaupt nicht -  Svanbergit wäre auch vorstellbar.

Gruß -M-

Offline MichaelP

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@-M-
- Schmelze war keine da. Unter dem Mikro habe ich nur schwarze Kohle gesehen. Hat sich irgendwie in Luft aufgelöst.
- die HCl-Lösung ist gelb, blassgelb, Gasentwicklung / Geruch gab es nicht. Die Probe ist fast vollständig aufgelöst, zuerst ist sie zu Staub zerfallen, später war sie bis auf ein paar winzige schwarze Krümel weg. Die Krümel sind bis heute nicht aufgelöst.
- Zu einem Teil der Lösung habe ich heute mal einen Tropfen Kaliumhexacyanoferrat-Lösung gegeben. Da wurde die Lösung ganz leicht grün. Viel Eisen scheint also wohl nicht drin zu sein.
- Strichtest war schwierig. Wenn ich mit der Porzellanplatte über die Kristalle streiche, lösen sie sich vom Gips, ohne einen Strich zu hinterlassen. Zerreibe ich sie mit dem Stößel, ist das Pulver gelbbraun.
- Härtetest ist mir leider nicht gelungen. Die Kristalle sind zu klein.
- Wasserlöslichkeit habe ich noch nicht getestet, kann ich aber noch machen, falls das die Sache eingrenzt.
@Thomas
- ja, Beudantit oder Corkit könnte auch hinkommen.
- Wegen diesem Bild hatte ich Jarosit vermutet:
http://www.mindat.org/photo-32921.html
Ich finde, das sieht meinen Kristallen ähnlich.
Im Aufschluß Sonderheft über Lavrion wird leider bei keinem der Mineralien erwähnt, dass es auf Gips vorkommt.
-Corkit "tritt ...  in Form von gelben kryptokristallinen Krusten auf, die häufig Calcitskalenoeder überziehen. Begleitet wird Corkit von Olivenit und Arsenosiderit"
-Beudantit "... gelbbraune Krusten... mit Karminit, Adamin, Fluorit, Lavendulan, Cerussit und Galenit..."
-Jarosit "--- gelben bis schwarzbraunen, harzglänzenden ... Kristallen ... meist auf Limonit ..."

Viele Grüße
Michael

 

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[erledigte Bestimmungen / completed determinations] Re: Koslenz ??? / FO nicht zuordenbar von Bruno80090 07 Feb 26, 18:29