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Autor Thema: Negativausguss oder doch Holz?  (Gelesen 16170 mal)

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #15 am: 19 May 09, 12:17 »
Stunden später...
Ergebnis 1 platt geschlagener Finger
und das was in der Kiste liegt
noch im Verbund, auf dem Bild unter der Kiste
Bergungsobjekt: nächte Bild

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #16 am: 19 May 09, 12:22 »
ich habe beschlossen mein geologischer Beleg reicht mir.
Der Stamm kann raus meisele wer mag
ich nicht :P
Ich habe die Wand gefunden aus der das Holz stammt
Das was herum lag und nicht in meine Handtasche gepasst hat habe ich liegen lassen.


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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #17 am: 19 May 09, 12:23 »
gruß Marie

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #18 am: 19 May 09, 12:33 »
Der Steinbruch läßt erkennen:
Hier wurde einiges angeschwemmt.
Und wo Holz ist
ist die Schnecke net weit......
 

Offline Gucknetso

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #19 am: 19 May 09, 20:19 »
hallo marie :-)

das hat sich doch nun gelohnt die stunde die du damit verbracht hast
deine belegstücke so zu bergen, das man schon von holz sprechen kann super :-)
ich habe in unserem sandstein ganz ähnliche funde gemacht
die sich als holz herausgestellt haben.

glg siggi

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #20 am: 19 May 09, 21:21 »
Hallo Siggi,

find ich auch das sich das Meiseln gelohnt hat :D

Gruß Marie

Offline minuwe

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #21 am: 20 May 09, 00:18 »
Warum immer sooo bescheiden und nicht mal einen Felsblock zum Garten transportieren  :D (lassen  8) ) . Einen Stamm würde ich nie liegen lassen. Kennst du schon das Alter?



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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #22 am: 20 May 09, 09:53 »
nein,, es gibt keine Ringe die das Alter anzeigen ;)

Ich fand ein Bild mit einem fossilen Holz das dem hier ähnlich ist
brachyphyllum aff. crucis

Gruß Marie

Offline triassammler

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #23 am: 20 May 09, 22:20 »
nein,, es gibt keine Ringe die das Alter anzeigen ;)

 ;D

Was bei dem damaligen Klima auch kein Wunder ist - arid-tropisch.
In den immerfeuchten Tropen bspw. bilden Bäume gar keine Jahresringe, weil sie ständig wachsen und keine temperatur- oder niederschlagsbedingten Wachstumspausen einlegen.
Im Trias-Klima unserer heutigen Breiten, das alles andere als immerfeucht, aber ständig tropisch warm war, spielten Temperaturschwankungen gar keine Rolle, und auch wenn es monsunartige Regenereignisse gegeben hat, in deren Anschluss die Bäume mit anderer Gewebedichte als während der Trockenphasen gewachsen sind, sind die manchmal tatsächlich zu erkennenden Wachstumsringe an triassischen Hölzern nicht als Jahres-, sondern als Wachstumsringe anzusprechen, in die kein jährlicher Rhythmus hineininterpretiert werden darf.
Das wollte ich noch loswerden  :)

Zitat
Ich fand ein Bild mit einem fossilen Holz das dem hier ähnlich ist
Die Bestimmung eines fossilen Holzes rein aufgrund des Aussehens ist nicht möglich. Vorgänge während des Wachstums, vom Absterben bis zur Einbettung, und während der Diagenese des Fossils, schlagen sich bei fossilen Hölzern so stark nieder, dass verschiedenste Baumarten als Fossil völlig gleich aussehen können, wenn typische Rindenstrukturen fehlen. Bei sehr guter Erhaltung der Zellen (Verkieselung) fertigt man Querschnitte und Dünnschliffe an, um anhand von Leitbündeln u. a. die Pflanzengruppe näher eingrenzen zu können. Mit Glück kommt man damit auch noch auf die Gattung, und mit noch viel mehr Glück auf die Art, aber das können i. d. R. nur ausgesprochene Spezialisten für bestimmte Pflanzengruppen oder Zeitalter leisten.
Dein Stück ist nicht verkieselt, von daher scheidet das aus.

Du kannst es als Dadoxylon sp. benennen, das ist eine künstliche Sammelgattung für nadelholzartige Fossilien. Das von Dir angedachte Brachyphyllum gehört als Koniferenartiges ebenfalls zur Gruppe der Nadelhölzer, Dein Gedankengang war damit gar nicht so schlecht. Aber auch entrindete und schlecht erhaltene Stämme von Bärlappgewächsen (im Buntsandstein vor allem Pleuromeia) können nadelholzähnliche Erhaltung zeigen. Dadoxylon schließt diese ebenfalls aufgrund ihres Aussehens ein.

minuwe hat schon recht: Von so einem Fund sollte man eigentlich so viel wie möglich bergen.
Hast Du einige Fragmente geborgen, die zusammengehören? Wirst Du sie wieder zusammensetzen?

Gruß,
Triassammler

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #24 am: 20 May 09, 23:06 »
Hallo Triassammler,
danke für deine Antwort...lehrreich.

die kleineren Teile in der Kiste gehören zu einem Holz. Leider stammen die von einem völlig "morschen" Stück .....
unsanft behandelt.  Das bekomm ich auch mit der größten Geduld nicht mehr zusammen.

Ob die Steibrucharbeiter wissen was sie da "verschreddern"?

Gruß Marie

Offline triassammler

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #25 am: 21 May 09, 00:41 »
Ob die Steibrucharbeiter wissen was sie da "verschreddern"?

Wahrscheinlich nicht. Sie haben auch nicht die Zeit, sich jeden einzelnen Brocken genau anzusehen, der da auf dem Sprenghaufen liegt. In Steinbrüchen, wo etwas wertvollere Stücke gefunden werden, wissen die Arbeiter i. d. R. über diese Bescheid und achten auch darauf. Ihr Interesse daran ist aber eher... monetärer Natur. So ein nicht verkieseltes Stück versteinerten Holzes gibt in der Hinsicht nichts her.

Gruß,
Triassammler

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #26 am: 20 Jun 09, 16:04 »
Hallo,

es beschäftigt mich noch eine Frage.

Wie auf Seite 1 zu sehen ist
Bild Krieger_017.jpg 
das "Holz" hat eine beachtliche Länge
Bild Krieger 003.jpg und Seite 2 Bild Krieger_074.jpg
ist zu sehen das der Kern aus Sandstein besteht.
Die letzten Bilder
Krieger holz_26a-24c
erkennbar das Quarz noch bis in die letzte Ritze der "Rinde" zu finden ist.
Ich kann  mir einfach noch nicht vorstellen wie das Holz gegen den Sand ausgetauscht wurde.

Ist es möglich mir das mit wenigen Worten zu erklären?

Danke für mögliche Antworten

Gruß Maria
« Letzte Änderung: 20 Apr 13, 12:24 von oliverOliver »

Offline caliastos

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #27 am: 20 Jun 09, 19:39 »
eigentlich ganz einfach. schon mal vergammelndes holz gesehen oder holz im wasser?

du hast ne biomasse die abgestorben ist. sagen wir einen hohlen holzstamm, der ins wasser fällt, sich vollsaugt und absinkt. das wasser spült den sand nach und nach in das holzinnere hinein. das holz mag derweil weiter vor sich hingammeln, quillt etwas auf, wird weich und biegsam. nachher wird's wieder zusammengepresst. und schon ist alles in voller sand.

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #28 am: 20 Jun 09, 20:03 »
Hallo caliastos,

danke für deine Antwort.

bei einem hohlen Baumstamm kann ich mir das ja vorstellen.......

Na ja vielleicht war es ja mal ein Schachtelhalm....der war doch hohl oder nicht?
Gruß Maria

Offline triassammler

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Re: Negativausguss oder doch Holz?
« Antwort #29 am: 21 Jun 09, 18:43 »
Hallo Maria!

Na ja vielleicht war es ja mal ein Schachtelhalm....der war doch hohl oder nicht?

Das Problem der Erhaltungszustände von Schachtelhalmen füllt eigene Bücher... Kurz gesagt besteht eine Schachtelhalmachse aus verschiedenen Schichten mit unterschiedlichen Gewebestrukturen; diese sind einerseits unterschiedlich stark anfällig für Verwesung und andererseits unterschiedlich strukturiert. Je nachdem, welche Zersetzungs- und Versteinerungsprozesse ein Schachtelhalmrest durchlaufen hat, kann er ganz unterschiedliche Oberflächenstrukturen aufweisen. Darauf hat man sogar unterschiedliche Arten und Gattungen gegründet (sog. Parataxa). Es gibt nur selten Funde, bei denen alle möglichen Erhaltungsarten gleichzeitig an einem Stück vorkommen, so dass man die Parataxa auf eine einzige echte Pflanzenart zurückführen und die Parataxa für ungültig erklären kann.
Häufig sind bei Schachtelhalmen in der Tat sog. Markhohlraumsteinkerne, weil das weiche Mark am schnellsten vergeht und der entstehende Hohlraum mit Sediment aufgefüllt wird. Diesem Steinkern kann später bei der Kompaktion aber noch das Negativ des Abdrucks der Außenseite der Achse aufgeprägt werden, womit es komplizierter wird. Ebenfalls recht häufig kommt es auch vor, dass der Schachtelhalmrest komplett vergeht und nur ein Hohlraum bzw. dessen Sedimentausguss mit dem Abdruck der Außenseite übrig bleibt.

Generell kann man aber sagen, dass sich Schachtelhalm- von Baumresten (in diesem Fall immer auf den Stamm bzw. die Achse bezogen, Beblätterung und Fruktifikationen lassen wir mal aussen vor) immer deutlich durch die Gewebeart unterscheiden. Fossile Schachtelhalme weisen im verwitterten Zustand keine faserartig anmutende Struktur auf. Auch asymmetrische Astabgänge oder das Fehlen von Nodien ist immer ein Hinweis, dass es sich nicht um einen Schachtelhalm handelt.

Bei dem Versuch, einen fossilen Stamm- bzw. Achsenrest zu interpretieren und einer bestimmten Pflanzengruppe zuzuordnen, sollte man, wie caliastos treffend bemerkt, auch eigene Beobachtungen im Wald machen und biologische Faktoren (Gewebearten, Wuchsform) von taphonomischen (selektive Zerstörung oder Erhaltung bestimmter Gewebetypen, zeit-, klima-, orts- oder diagenesebedingte Erhaltungszustände) voneinander trennen.
Rezent ist zu beobachten, dass tote Stämme bevorzugt von innen heraus verfaulen. Im Innern herrscht eine gleichbleibende Feuchtigkeit und (durch die biologischen Zersetzungsprozesse) Temperatur, während diese beiden Faktoren im äußeren Bereich des Stamms schwanken. Ergo läuft die Zersetzung unter optimalen Bedingungen besonders schnell im Innern ab. So kommen hohle Stämme zustande. Einerseits kann dies die Fossilisierung begünstigen (beschädigte Zellwände erlauben z. B. eine schnellere und umfassendere Verkieselung oder anderweitige Ersetzungsprozesse), andererseits auch verhindern (indem eben alles spurlos vergeht). So gibt es den Fall, dass von einem bspw. 30 cm durchmessenden Stamm nur ein bleistiftdünner mineralisierter Stab (der Kern) übrig bleibt, oder andersherum, wie bei Deinem Fund, nur das Äußere noch vorhanden ist.

Gruß,
Triassammler

 

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