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Fluorit als Gonderbacher Platten?
Collector:
@Andreas
ich versuche mal die Gedanken von caliastos nachzuvollziehen und muss ihm de facto Recht geben.
Ich finde es ebenso wie caliastos irreführend und auf jeden Fall für überflüssig, bestimmte charakteristische Bezeichnungen eines spezifischen Minerals auch auf andere Mineralien zu übertragen, in diesem Falle "Gonderbacher Platten", auf Fluorit, da "Gonderbach" nun mal für Galenit und nicht für Fluorit steht.
Einer der Gründe, warum Du in meinem Buch, resp. im Fluoritportrait nichts zu diesem Thema finden konntest.
Wenn wir diese Praxis der "Nebenbenamung" einführen wollten, dann gäbe es ganz bestimmt auch "Mondstein-Fluorite", "Dauphinée-Rutile", "Morion-Calcit", "Kanonenspat-Pyromorphite", Smaragde nach dem Brasilianer Gesetz etc etc etc.
Wir haben jetzt schon Probleme, bzw. Uneinigkeit über Varietäten, resp. was sind Varietäten und was nicht. Als erntshafte Sammler schimpfen wir ebenso über die unzähligen Dealer, welche mit unsäglichen Nebennamen aus Schrottmaterial eine verkaufsfähige Ware machen wollen. Wenn wir jetzt noch anfangen, Analogien herzustellen oder Phantasiebezeichnungen einzuführen, dann brauchen wir wirklich keine präzisen Bezeichnungen mehr und irgendwann gibts dann Gonderbacher Calcite, Gonderbacher Quarze, Gonderbacher Epidot usw. usw.
Solange wir jedoch nur in Form eines Vergleiches sprechen, ist es- so wie von Berthold definiert - völlig legitim, von Fluorit , ähnlich ausgebildet oder ausgebildet wie Gonderbacher Platten zu sprechen.
@Berthold
Ganz wie Du schreibst: Auch ich sehe bei der Abbildung keine Gonderbacher Platte im Portrait, da es keine Fluorit-Gonderbacher Platten gibt. Das Bild zeigt eindeutig eine Kombination aus Hexaeder und Oktaeder. Nicht mehr, nicht weniger. Ganz genau so, wie die Neuerwerbung von Andreas, die auch keine Gonderbacher Platte ist, sondern eine der eher seltenen Kombinationen eines Fluoritkristalls, wie sie hinreichend hier und andernorts beschrieben wurde.
Gruß
collector
cmd.powell:
Ist den "Gonderbacher Platte" ein legitimer Begriff für "Zwilling nach (111)", oder ist das eine einfach Lockalbezeichnung für dort auftretende Galenitzwillinge. Im ersteren Fall könnte man einen ebensolchen Fluoritzwilling sicherlich auch "Gonderbacher Platte" nennen, obwohl dann eigentlich "Zwilling nach dem Gonderbacher Gesetz" besser wäre. Im zweiten Fall - was wohl der wahrscheinlichere ist - sollte man es vermeiden, Fluorit als "Gonderbacher Platte" zu bezeichnen. Ich würde jedoch auch soweit gehen, entsprechende Galenitkristalle nicht mehr als "Gonderbacher Platten" anzusprechen, eben um solche haarspalterischen Diskussionen zu vermeiden. Letztlich sind ja auch die "Herkimer Diamanten" keine Diamanten und die Bezeichnung ist einfach irreführend, ebenso wie "Gonderbacher Platte". Sagt "Zwilling nach (111)" und gut gewesen, da weiß jeder mineralogisch halbwegs kundige Bescheid. Das ist meine bescheidene Meinung zu dem Thema.
berthold:
Hallo,
bei Begriffen wie "Herkimer Diamanten" oder "Dauphinée-Rutile" (habe ich noch nie gehört) gehen wir einig - die brauchen wir nicht.
--- Zitat ---Ist den "Gonderbacher Platte" ein legitimer Begriff für "Zwilling nach (111)", oder ist das eine einfach Lockalbezeichnung für dort auftretende Galenitzwillinge.
--- Ende Zitat ---
Weder noch - und genau da ist der Hund begraben. Keineswegs jeder Galenit-Zwilling nach (111) von Gonderbach ist eine "Gonderbacher Bleiplatte". Was machen die "Gonderbacher Platten" also aus?
1.) ja, es sind Zwillinge nach (111)
2.) die Tracht muss (sehr dominant) Oktaeder sein, untergeordnet Hexaeder
3.) UND das ist die Besonderheit weil im kubischen System eher nicht zu erwarten: Es müssen zwei gegenüberliegende Oktaeder-Flächen so dominant ausgebildet sein, dass ich eine (dem Anschein nach hexagonale) Platte bildet. Ohne "Platte" keine Gonderbacher Plattenform.
Der dritte Punkt ist der Umstand, der am seltensten eintritt. Die Bezeichnung ist also weit mehr als ein Zwillingsgesetz sondern beschreibt eine, bei verschiedenen kubischen Mineralien auftretende seltene, aber auffällige Sonderform. Der Abstraktionsschritt -vergleichend auf andere Mineralien übertragen- ist meinem Wissen nach 1878 von A. Sadebeck für Silberkristalle erfolgt: "... ganz in ähnlicher Weise wie beim Bleiglanz von Gonderbach ...". Und so möchte ich auch hier sagen: Fluorit in der Form einer Gonderbacher Platte.
Gruß
Berthold
der Sauerländer:
also damit könnte ich leben..." Fluorit, der aussieht wie ein Gonderbacher". So könnte man selbst am Telefon erklären, was man da hat (sofern der andere weiß, was Gonderbacher sind ::) )
Aber ein echter Gonderbacher ist nun mal ein Galenit!
Hg:
Im Lexikon steht das Stück jetzt mit folgender Beschreibung: "Fluorit - in Form einer "Gonderbacher Platte"". Ich denke, mit dieser Beschreibung dürfte alles nötige erklärt sein, auch wenn es kein Galenit aus Gonderbach ist ;)
Und ich freue mich, dass ich so ein ausgefallenes Stück jetzt in meiner Sammlung habe (bin noch immer von dieser Form fasziniert :))
Gruß,
Andreas
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