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Autor Thema: Mineral aus Steinbruch Neselgrund  (Gelesen 6310 mal)

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Offline geologe

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Mineral aus Steinbruch Neselgrund
« am: 06 Jun 09, 17:13 »
Hallo,

Bei einer Kellerstufe aus dem Steinbruch Nesselgrund/Thüringen entdeckte ich ein mir unbekanntes gelbes Mineral das mit Pumpellyit vergesellschaftet ist. Laut der Mineralienliste für den Steinbruch kann es sich nur um Datolith ,Diopsid oder Harmotom handeln. Da ich die Minerale nicht in meiner Sammlung habe fehlt mir die nötige Erfahrung das Mineral genau zu bestimmen. Was würde eventuell noch in Frage kommen. Für Hinweise schon jetzt besten Dank.

Jürgen

Offline uwe

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Re: Mineral aus Steinbruch Neselgrund
« Antwort #1 am: 06 Jun 09, 19:35 »
Tippe von der Farbe her auf Diopsid. Datolith von dort ist farblos, transparent.

Uwe

Offline thüringer

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Re: Mineral aus Steinbruch Neselgrund
« Antwort #2 am: 07 Jun 09, 07:39 »
Hallo geologe!

Meinen allerherzlichsten Glückwunsch!Dein gelber Kristall ist: SPHALERIT
Sie kommen häufiger vor als man Denkt.Sie haben diese Farbe nur , weil sie kaum Eisen enthalten.
P.S: Wenn vorhanden?würde ich Interesse an ein Belegstück zeigen.Ich tausche auch gerne.
Ich habe: Eisenach A4 -Material, Tabarz, Etterwinden, Trusetal, Suhl,Meinigen und Kali-Mineralien.
Glück Auf
thüringer

Offline geologe

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Re: Mineral aus Steinbruch Neselgrund
« Antwort #3 am: 08 Jun 09, 22:05 »
Hallo Thüringer,

Bist du mit Zinkblende sicher? Ich habe aus Lehesten einige Stufen mit Sphalerit. Von der Farbe her würde es zutreffen. Aber bei der Stufe vom Steinbruch Nesselgrund fehlt jeglicher Glas-oder Fettglanz. Fluoreszierend ist das Mineral auf keinen Fall. Ist Fluoreszenz bei Sphalerit Bedingung?

Gruß

Jürgen

Offline thüringer

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Re: Mineral aus Steinbruch Neselgrund
« Antwort #4 am: 09 Jun 09, 06:01 »
Hallo geologe.
Naja zu 100% nicht.Es bleibt aber nichts anderes übrig.Von Diopsid hab ich noch nie was gehört oder gesehen.Von Datolith hab ich auch jede Menge zuhause und die sind immer farblos max. weiß.!Bei der Zinkblende sieht es anders aus: Häufig lieg er nur in Form von körniger Masse um etwas herrum vor.Dabei wird er gerne mal fehl gedeutet.In den gut und gern über 20 Jahren wo ich im Nesselgrund schon ein und aus gehe, fand ich nur 2 Stufen mit echten Kristallen.Die haben die selbe Farbe und sind leider eingewachsen.Als alternative kenne ich kein anderes Mineral.Es sei den Du hast was ganz neues gefunden, was noch nie jemand.......?
Mit der Fluoreszenz kenne ich mich nicht so aus.Kann sein das nur das körnig-pulvrige fluoresziert!
Vielleicht kannst Du ja mal eine andere Aufnahme machen, andere Winkel und so.
Danke im vorraus.
Glück Auf
thüringer

Offline Conny3

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Re: Mineral aus Steinbruch Neselgrund
« Antwort #5 am: 09 Jun 09, 08:14 »
Hallo Jürgen,

auf den ersten Blick würde ich ja auf Apatit oder ein anderes hexagonales Mineral tippen. Wie sieht denn die Oberfläche des Kristalles aus? Wie sind die Seitenflächen (glasig gflänzend)? Sogar gelber Beryll könnte hinkommen. Auf jeden Fall ist es etwas Besonderes oder vielleicht sogar etwas Neues :D.
Ich werde demnächst einmal nachschauen was die Literatur dazu sagt.

Gruß Conny

Offline geologe

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Re: Mineral aus Steinbruch Neselgrund
« Antwort #6 am: 09 Jun 09, 09:03 »
Hallo,

Danke für euren Beitrag. An Sphalerit habe ich nicht so geglaubt. Die Kristallform läßt ein anderes Mineral vermuten. Ich mache noch 2 Aufnahmen und werde eine möglichst genaue Beschreibung beifügen.

Gruß

Jürgen

Offline uwe

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Re: Mineral aus Steinbruch Neselgrund
« Antwort #7 am: 09 Jun 09, 10:44 »
Auf die hier hexagonal erscheinende Kristallform würde nicht nicht so viel Wert legen. Ich habe ein Sphaleritkristall von dieser Fundstelle mit (leider) abgebrochener Spitze. Der Querschnitt erscheint auch hier mit etwas Phantasie hexagonal.

Allerdings kommt im Stbr. auch Analcim und Apophilit vor welche schon eine ähnliche Kristallform haben können. Ich denke aber eher an Sphalerit. Von Apatit  dieser Fundstelle hat man noch nichts gehört.

Uwe

Offline geologe

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Re: Mineral aus Steinbruch Neselgrund
« Antwort #8 am: 09 Jun 09, 14:09 »
Hallo,

Ich hab die Stufe mal leicht unter fließenden Wasser gereinigt und von 2 Perspektiven aus aufgenommen. Irgendwie erinnert es doch an eine hexagonale Kristallform. Mal sehen was ihr noch dazu sagt. Ich werd dann sehen unter was das Mineral in meine Sammlung eingeht.

Gruß

Jürgen

Offline uwe

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Re: Mineral aus Steinbruch Neselgrund
« Antwort #9 am: 09 Jun 09, 14:23 »
Hallo Jürgen,

Sphalerit kann, wie auf beigefügter Kristallzeichnung dargestellt, durchaus einen hexagonalen Eindruck hinterlassen. Vor allem, wenn die oberen Flächen beschädigt sind. Immerhin ist Sphalerit vom Nesselgrund nicht häufig. Lohnt sich aufzuheben.

Gruß
Uwe

Offline minuwe

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Re: Mineral aus Steinbruch Neselgrund
« Antwort #10 am: 09 Jun 09, 16:05 »
Vom Bild her (Form/ Farbe) und der Paragenese kann es auch Calcit sein. Würde mal ein Tröpchen HCl anlegen.

Gruß
Uwe

 

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