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Autor Thema: Wieviele aktive Mineraliensammler gibt es in Deutschland ?  (Gelesen 22541 mal)

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Offline giantcrystal

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Hallo aus Mittelfranken

Aus aktuellen Anlass :

Wieviele aktive Mineraliensammler gibt es eigentlich in Deutschland ? Als aktiv würde ich dabei jene Mineraliensammler betrachten, die sich aktiv um ihre Sammlung durch eigenes Sammeln, Kauf oder Tausch kümmern - also ohne verstaubte Sammlungen, die seit Jahren ungenutzt irgendwo in der Ecke oder auf dem Dachboden stehen

Auf eine solche Frage gebe ich nach vieljährigen Börsenbesuchen immer die Antwort "geschätzt etwa 40.000" aber vielleicht ist das ja völlig falsch ?

Was schätzt ihr ?

Oder gibt es dazu irgendwelche genaueren Untersuchungen ??

Glück Auf

Thomas


Offline altes-gebirge

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Hallo,

die gleiche Frage hab ich mir auch schon öfter gestellt.
Aber hier noch nicht gepostet.......so wg.kommentaren wie:hatten wir schon öfter/ oder siehe hier und da.......
Spricht auch irgendwie für/gegen sich, meine Aussage.Oder? Passt auch zu ggbn.Anlaß.....gelle?

10.000-30.000 "Sammler" meine Schätzung

altes-gebirge


Offline Florian

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  • Steine Bergbau ... was gibts den schöneres?
Hallo,

tip auch so 40 000 in Deutschland - interessant wäre aber Europa oder? 
Auch die alters Stuktur wäre interessant - glaube das ja so 70% der Sammler in sehr gehobenen Alter sind und so mit aktive Sammler sind aber nicht aktiv and Fundstellen Sammeln - oder liege ich da daneben...

Glück Auf

Flo

Offline UlrichW

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Hallo zusammen,

also ich würde die Kalkulation anders anfangen:

In meinem Raum, also dem Ruhrgebiet samt Umgebung (ca. 7mio Einwohner) kenne ich namentlich ca. 300-500 Sammler. Da ich über Jahrzehnte zu den sehr aktiven gehört habe, glaube ich so inetwa dem Kreis der Sammler zu kennen, die meisten nur namentlich, viele aber persönlich.

Betrachtet man die Besucherzahlen auf Börsen muss man diese durch die Erfahrung der Händler teilen: Am Vormittag kommen die Sammler, der Rest sind Schaulustige oder Schmuckkäufer! Und der Umsatz mit Mineralien schrumpft massiv!

Daraus würde ich die max. mögliche Anzahl der Sammler schon bei ca. 500 belassen.
Hochgerechnet auf die 90mio. Einwohner Deutschlands ergäbe das ca. 5-7000 Sammler, wobei "sammlerarme" Regionen durch die "Sammlerzentren" inetwa ausgeglichen werden.

Ich halte den Unsicherheitsfaktor bei ungefähr 30%.

Die einfachste Art die Frage zu klären wäre es allerdings, wenn man wüste wieviele Lapis-Heft in D ausgeliefert werden. Ich denke auch da wird die Zahl 10.000 keinesfalls überschritten.

Also meine Schätzung ist : 7-10000.


Wichtig wäre auch die Frage, wieviele davon aktiv an der Szene teilnehmen und nicht nur durch Börsenbesuche oder Bezug vom Lapis auffallen. Da würde ich die Zahl auf weniger als 3000 einschätzen!

Glück auf
Ulrich

Offline Collector

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Hallo Ulrich

ich bin (fast) sicher, dass Du mit Deiner Schätzung richtig liegst.

Die Auflagenhöhe von Lapis ist 12.000, davon ca. 70% Inland = verbleibt 8.400, weniger geschätzte 400 Abos von Institutionen, Händlern etc = 8.000 verbleibend.
Im Vergeich: Mineralienwelt-Auflage: 6.900 minus 80% Ausland = 5.520.
Nicht bekannt ist, wieviele Doppelbezieher es gibt, die sowohl Lapis als auch die MW abonnieren.
(Hierbei nur deutsche Zahlen; Österreich und Schweiz gelten als Ausland, wobei wiederum die Redakteur-bedingte Alpinzeitschrift "Lapis" wohl eher noch höhere Auflagen in der Schweiz und Österreich haben dürfte.

Welche Sammler aktiv an der Szene teilnehmen und welche nicht, ist nicht zu beantworten. Ich kenne persönlich recht viele sehr aktive und sehr erfahrene, bzw. fortgeschrittene Sammler, welche kein Lapis beziehen. Oder nur die MW. Oder garkeine der beiden. Und es gibt nicht-aktive Sammler, die beide Zeitschriften abonnieren. Also, ein komplexes Thema.

Um die Anzahl der Sammler herauszubekommen, sollte man erst mal definieren, was ein Sammler ist. Das ist ein absolut heikles Thema, welches ich scheue, hier auszubreiten, da ich schon wieder die Schelte spüre, die ich dafür bekommen werde.
Aktive Sammler sind nicht nur die, welche sich jedes Wochenende in die Steinbrüche stürzen und welche unbedingt dem besonders in Deutschland bekannten Phänomen der Vereinszugehörigkeit frönen. Sammler sind auch Leute, welche im Jahr 20.000 km fahren, um auf den wichtigsten oder mindestens den  40-50 wichtigsten Börsen Mineralien zu jagen und Kollektionen alter Hasen zu ergattern, ohne jemals einen Stein in der Natur gesucht zu haben.

So. Da haben wir die Naturfreunde und dann die Jäger. Die meisten Sammler dürften dabei die Naturfreunde sein, welchen die Munition zum Jagen fehlt.  Zu den Jägern gehören wohl die bekanntesten Sammler in Deutschland und der Welt, von welchen nicht wenige noch nie eine Halde oder einen Steinbruch betraten haben oder in eine Grube eingefahren sind.
Beide Sammlertypen haben außer einem gemeinsamen Hobby nichts gemeinsam, oft trennen sie Welten. Oder einfach und in der Regel nur die pekuniären Möglichkeiten.

Und was andere Zahlen angeht: es gab mal vor Jahren eine Schätzung der Münchner Mineralientage, wer wieviel bei einem Besuch ausgibt. (Inklusive Schmuck). Soweit ich mich erinnere, waren das in etwa
*40% aller Besucher bis max 10 bis 20 €
*10 % aller Besucher zwischen 20 und 50 €
*8-9% aller Besucher zwischen 50 und 100 €
*1% mehr als 100 €  (wobei nicht bekannt ist, welcher Dealer von welchem Dealer dabei gekauft hat; hier dürfte wohl auch kein Schmuck dabei gewesen sein)( 2008 waren es 45.000 Besucher)
Der große Teil von ca. 40% kauft nichts, nur Schaulustige, Kinder oder Begleiter.

Zahlen kann man drehen, mit ihnen spielen. Zu definieren, wer Sammler ist (bzw. "echter" oder "nur Käufer), wobei echte Sammler wiederum Naturfreunde und Vereinsmitglieder, aber auch die bekannten Jäger sein können - das ist wohl unmöglich. Und die Auflagenhöhe einer Zeitschrift ist genauso wenig aussagefähig über die Zahl der Sammler wie ein See mit 2 m Durchschnittstiefe, aber vielen unbekannten Löchern bis über 10 m, in welche man nach Murphys Gesetz unbedingt reinfällt.

Vielleicht noch eine andere Hypothese. Wenn man als Sammler diejenigen definiert, welche Kenntnis über Mineralien und /oder Fossilien/Gesteine udn/oder deren Vorkommen besitzen und deren Sammlungsaktivität über selbstgesammelte abgerollte Feuersteine aus dem Urlaub an der Ostsee hinausgeht, bzw. wo man auf dem heimischen Vertiko auch mal was anderes als eine geschliffene Achatscheibe oder einen Fluoritspaltoktaeder sieht, dann schätze ich die Zahl dieser Sammler - ganz ähnlich wie Du - nicht über 3.000, eher sogar weniger.

Gruß
collector (auf deutsch: Sammler)






Offline berthold

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Hallo,

Zitat
Auf eine solche Frage gebe ich nach vieljährigen Börsenbesuchen immer die Antwort "geschätzt etwa 40.000" aber vielleicht ist das ja völlig falsch ?

Eine Null wegstreichen - und Du triffst die Anzahl besser  ;).

In den lezten Jahrzehnten ist die Sammlergemeinde deutlich kleiner, das Mineralien-nahe Umfeld größer geworden. Sehr gut dokumentiert sich das in den Mintgliederzahlen der VFMG und - wie bereits geschrieben - mit den Besucherzahlen und Angebot auf Börsen (Edelsteine und Eso-Kram zähle ich zum Umfeld). Die Gründe sind vielfältig, der rückläufige Bergbau und damit die schwindenden Fundaussichten dürften ursächlich sein.

Gruß
Berthold

Offline Psaronius

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Hallo,
an sich eine interessante Diskussion, aber irgendwie wird das immer nur Spekulation bleiben.

Wenn ich von meiner jetzigen Heimat hier im Norden ausgehe, dann sind die wenigen Mineraliensammler fast "Einzelkämpfer"...
In meiner Ex-Heimat in Süddeutschland sieht das in den ehemaligen Bergbauregionen total anders aus.
Aber auch hier erkennt man einen Trend, dass die Anzahl der Sammler rapide zurückgeht.
Das ist nichts außergewöhnliches, da auch andere Sammlergruppen (Philatelisten, Numismatiker, u.a.)
sich ständig verkleinern.
Scheint ein Trend der Zeit zu sein...
Gruß
Psaronius

Offline giantcrystal

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Die Zahl von 3000 - 4000 halte ich eigentlich für zu niedrig

Was die VFMG anbelangt, so hatte diese meines Wissens zu ihrer Blütezeit - so um 1975 - etwa 7500 Mitglieder in Deutschland (korrigiert mich bitte, wenn das falsch ist) wobei dies sowohl Mineralien- als auch Fossiliensammler oder auch beides waren. Sagen wir einmal 6000 Mineraliensammler im VFMG, die man damals als aktiv bezeichnen könnte, sonst wären sie ja nicht drin gewesen im VFMG

Von diesen 6000 Mineraliensammlern im VFMG 1975 wird es heute vielleicht noch 4000 geben, viele davon freilich schon sehr alt..

Andererseits gab und gibt es sehr viele Mineraliensammler, die nie im VFMG waren (ich zum Beispiel) oder vielleicht sogar nie davon gehört haben. Das trifft zum Beispiel für viele Sammler in Mitteldeutschland zu...

Schließlich haben seit 1975 natürlich auch viele neu mit dem Hobby Mineraliensammeln begonnen, zum Beispiel sehr viele hier im Forum

Von diesem Ansatz her sollten es eigenlich bedeutend mehr sein als 4000...

Glück Auf

Thomas

Offline endeavour-minerals

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Hallo zusammen,
ein Sammelfreund und ich haben vor Jahren auch mal eine solche Hochrechnung vorgenommen und kamen auf geschätzte 10000 bis maximal 15000 Personen.Tendenz abnehmend.Wobei man davon ausgehen kann das 2/3 älter als 50 Jahre sind.Die 40000 würde ich für Europa gesammt annehmen.

Glück auf
Ingo


Offline Bergbaumaulwurf

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Glück Auf!
Ist es den wirklich so wichtig die genaue Zahl zu wissen?
Ich denke wer richtiger Sammler ist, findet sich immer irgendwo im Verein, oder auf einer anderen Plattform.
Wobei man hier im Atlas sehr gut aufgehoben ist.
Den das Sammeln ist es nicht allein, da entstehen zuviel Fragen auf die man oft keine Antwort hatt.
Gemeinsam lässt es sich besser lösen. Auch ich stöbere gerne noch darin, auch wenn man kein Anfänger mehr ist.
Sagt uns weiter, gewinnt neue für den Atlas .
Jeder weis etwas und kann zu seiner Verbnesserung beitragen.
In diesen Sinne Bergbaumaulwurf

Offline minuwe

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Die Frage habe ich mir auch öfter gestellt. In der Region Sachsen- Erzgebirge trifft man bei den häufigen Besuchen der höffigsten Fundstellen ständig neue Gesichter, man hat den Eindruck die Reihe ist endlos, Leute aus ferneren Regionen wie Harz sind eher selten hier.

Als aktive Sammler sehe ich auch z. B. die vielen alten Bergleute, die zwar nicht mehr rumziehen, Börsen nur besuchen, kein Internet haben, keine Zeitschrift abbonieren, sich aber dennoch mit ihrer Sammlung befassen, und wenn sie sie nur umstrukturieren und gelegentlich Stücke mit Bekannten tauschen.

Schätze, es sind im Großraum Erzgebirge einige Tausend, daher könnte deutschlandweit 15000 durchaus hinkommen. 4000 in Deutschland ist mit Sicherheit zu wenig, wenn man mal bedenkt, dass man nie alle Gruppen gleichzeitig im Blick hat, es gibt z. B. auch sehr viele Fossiliensammler, die nebenbei Mineralien sammeln, als Mineraliensammler aber nicht so in Erscheinung treten. Oder Leute, die temporär sammeln (paar Jahre, dann wieder lange nicht).

Gruß
Uwe
« Letzte Änderung: 21 Jun 09, 22:59 von minuwe »

Offline Bergbaumaulwurf

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Glück Auf!
Zahlen sind das eine, aber man muss es auch mal von der Sammlersicht bertrachten.
Wir haben die Gruppe derer die Weltweit alles Minerale suchen und das halt mehr die Käufer sind .
Dann die die sich auf ein Mineral sich Sammelmäßig konzentriert haben und dann die Regionbezogenen und diese sind wohl der Hauptteil der wirklich Sammeln geht.
Bergbaumaulwurf

Offline berthold

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Hallo,

also, wenn ich die Antworten hier so lese: Alle haben Recht, es liegt an der unterschiedlichen Definition "Mineraliensammler"  ;)

Möglicherweise sehe ich das sehr eng. Also ich unterscheide begrifflich:

- Mineraliensucher (Strahler, Hobby-Strahler, Steinsucher)
- Fossiliensammler (Schwerpunkt des Interesses)
- Edelsteinsammler (bearbeitete Schmuck- und Edelsteine)
- Schlackesammler (Schlacken sind für mich keine Mineralien)
- Bernsteinsammler
- Gesteinssammler
- Geschiebesammler
- Sandsammler
- Meteoritensammler
- Goldsucher/Sammler
- Mineraliensammler

o.k. viele Mineraliensammler sind auch Mineraliensucher, manche Fossiliensammler sammeln auch Mineralien und manche Mineraliensammler legen sich auch geschliffene Steine in die Vitrine oder gehen mit der Waschschüssel ins Gelände. Ich bewerte den Schwerpunkt der Tätigkeit.

Nach meine Definition:

Ein Mineraliensammler ist bestrebt eine Sammlung aufzubauen, zu erweitern oder zu verbessern (eben die Tätigkeit des Sammelns). Sammlungsgegenstand sind natürliche, weitgehend unbearbeitete Mineralien.

Wer nur eine Mineraliensammlung besitzt - auch schön - aber der ist für mich kein Sammler.  Ja, und da komme ich auf die geschätzten 4000 in Deutschland.

Gruß
Berthold

PS: "Von diesen 6000 Mineraliensammlern im VFMG 1975 wird es heute vielleicht noch 4000 geben, viele davon freilich schon sehr alt.." Wenn die VFMG heute so viele (4000) Mitglieder hätte - (von Mineraliensammlern mal ganz zu schweigen) wären die glücklich.

Offline geomueller

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Hallo alle,

laut repräsentativen Erhebungen gehen etwa 2 % aller Deutschen intensiv irgendeiner Sammelleidenschaft nach, da sind natürlich alle Sammelgebiete eingeschlossen, also von Briefmarken, Münzen, Trödel, Fingerhüte, Nachttöpfe, Mineralien und sonst was ;D ;D ;). Das heißt also es gibt in Deutschland etwa 1,6 Mio. aktive Sammler.

Jetzt mal eine rechnerische Spielerei, in der DDR wurde in den 1970er Jahren quasi das eigenständige Mineraliensammeln verboten, es gab aber die Möglichkeit eine Sammelgenehmigung zu erlangen wenn man Mitglied eines entsprechenden Vereins unter dem Dach des Kulturbundes war. Dies hatte des Ergebnis das sich zu dieser Zeit flächendeckend über die DDR (im Süden natürlich verstärkt) viele derartige Vereine gründeten und schon bestehende Vereine verstärkt Zuwachs bekamen. Der Staat hatte damit sein Ziel erreicht die Sammeltätigkeit stärker zu überwachen und quasi zu lenken und zu leiten. Da die meisten Sammler natürlich weiter sammeln wollten, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, traten sie diesen Vereinen bei um die Sammelerlaubnis zu erhalten. Wenn ich richtig informiert bin waren Mitte der 1980er Jahre in der DDR ca. 4000 Sammler auf diese Weise organisiert tätig. Man kann aber getrost davon ausgen das mindestens 1000 weitere Sammler nicht in diesen Vereinen tätig waren und trotzdem weiter sammelten. Damit gab es in der DDR schätzungsweise ca. 5000 aktive Sammler. Geht man davon aus das die ehemaligen Bürgen der DDR etwa 20 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands zum Tag der Einheit 1990 ausmachten und rechnet man die Zahl der Sammler auf Deutschland hoch kommt man auf etwa 25000 aktive Sammler in Deutschland. Da die Zahl der Mineraliensammler seit 1990 sicherlich abgenommen hat, könnte man schätzen, dass heute noch etwa 20000 Sammler in Deutschland aktiv sein könnten.

Sicher ist das eine Milchmädchenrechnung und man könnte jetzt wieder anfangen verschiedene Gegenargumente ins Feld zu führen, aber ich denke der Ansatz ist nicht der falscheste.

Gruß Jürgen ;)
« Letzte Änderung: 24 Jun 09, 17:10 von geomueller »

Offline UlrichW

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Hallo Jürgen,

ich denke, der Ansatz ist der Falscheste! Ich kann mir kaum vorstellen, daß jemand aus MekPom Mineralien gesammelt hat, und das mit einem Trabbi der in 5 Jahrenm geliefert wird und Benzin auf Gutschein! Noch dazu, da das ehem. Wismut-gebiet nicht so ohne weiteres zu bereisen war, schließlich stand hier die Sicherheit der Nation auf dem Spiel...blablabla...Mit Fossiliensammlern mag das etwas anderes gewesen sein, aber überall da, wo der Staat Devisen erwirtschaftet hat (Bergbau war da ganz vorne) oder stategische Metalle gwonnen wurden (Erzgebirge, Ronneburg, usw)  waren Sammler sicher nicht gerne gesehen. Von der Zahl 4000 kann man also getrost 2/3 abziehen, denn wie ich mal gehört habe, hat Fossilien sammeln in der DDR einen weit höheren Stellenwert gehabt! Von einen Wessi klingt das jetzt ketzerisch, aber bitte nicht allzu ernst nehmen, denn es geht nur um Tendenzen.

In der BRD dagegen war das Freizeitangebot weitaus größer, was auch zu einer Verteilung der Aktivitäten geführt hat. Zur Blütezeit des Sammlens von Mineralien, also als noch alle Halden taufrisch waren und Funde immer und überall gemacht werden konnten galt bei uns das fliegende Wort: "Wir gehen Samstag Mineralien holen"....von suchen war gar nicht die Rede. Damals gab es auch kaum eine Halde, wo man Samstags nicht mind. 5 Leute getroffen hat. Damals mag die Zahl von 30-40.000 Sammlern im Westen durchaus gestimmt haben. Aber schon Anfang der 90er Jahre waren von denen nur noch eine Handvoll zu sehen, auf alle Halden Deutschlands verteilt. 

Also ich halte die Zahl 3-4000 aktive Sammler für eine noch ganz ordentliche Zahl, vielleicht mögen es 5000 sein. Als aktiven Sammler betrachte ich genau die Sammler, die wie sie Berthold beschrieben hat. Ein alter Bergmann mit seinen Vitrinen, der aber weder etwas dazu kauft, noch etwas tauscht, kann ich nicht als aktiv bezeichnen, höchtens als Mineralienbesitzer. Und wer drei Steine im Urlaub aufklaubt, darf wohl auch nicht wirklich als aktiver Sammler bewertet werden, vielleicht als "angehender Sammler"? Dann kommen noch einige tausend Sammlungen, die sagen wir im Wartezustand verweilen. Entweder warten die darauf daß sich die Eigner  eher himmlischen Zielen zuwenden, oder diese bestehen wie beim alten Bergmann weiter aus Erinnerungsgründen bis eben der Herrgot seinen Tribut fordert!
Ich kenne auch noch einige Sammlungen, die existieren zwar, incl. der Mitgliedschaft in Vereinen wie Lapis oder VfMG, aber das letzte mal daß die ihre Schätze angesehen haben oder sich mal mit anderen darüber ausgetauscht haben ist sicher ein paar Jahre her...die Sammlung wurde behalten aus sentimentalen Gründen!

Zum aktiven Sammeln gehört für mich neben der Erweiterung der Sammlung auch die Erweiterung der Kenntnisse, das sich damit beschäftigen, Neuigkeiten erfahren wollen und neue Ziele angehen. das betrifft sowohl aktives Feldsammeln (soweit möglich) als auch aktives  "Börsensammeln".

Also ich denke weiterhin, daß es in Deutschland ca. 4000 aktive Sammler und ca. 4-6000 eher passive Sammler geben könnte. Und die Sammler von Naturprodukten, wie wir nicht als Kristalle und Mineralien bezeichnen, sind für mich keine Mineraliensammler.

Trotzdem hilft uns das nun auch nicht wirklich weiter!

Glück auf
Ulrich

 

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