Hallo Ulrich
ich bin (fast) sicher, dass Du mit Deiner Schätzung richtig liegst.
Die Auflagenhöhe von Lapis ist 12.000, davon ca. 70% Inland = verbleibt 8.400, weniger geschätzte 400 Abos von Institutionen, Händlern etc = 8.000 verbleibend.
Im Vergeich: Mineralienwelt-Auflage: 6.900 minus 80% Ausland = 5.520.
Nicht bekannt ist, wieviele Doppelbezieher es gibt, die sowohl Lapis als auch die MW abonnieren.
(Hierbei nur deutsche Zahlen; Österreich und Schweiz gelten als Ausland, wobei wiederum die Redakteur-bedingte Alpinzeitschrift "Lapis" wohl eher noch höhere Auflagen in der Schweiz und Österreich haben dürfte.
Welche Sammler aktiv an der Szene teilnehmen und welche nicht, ist nicht zu beantworten. Ich kenne persönlich recht viele sehr aktive und sehr erfahrene, bzw. fortgeschrittene Sammler, welche kein Lapis beziehen. Oder nur die MW. Oder garkeine der beiden. Und es gibt nicht-aktive Sammler, die beide Zeitschriften abonnieren. Also, ein komplexes Thema.
Um die Anzahl der Sammler herauszubekommen, sollte man erst mal definieren, was ein Sammler ist. Das ist ein absolut heikles Thema, welches ich scheue, hier auszubreiten, da ich schon wieder die Schelte spüre, die ich dafür bekommen werde.
Aktive Sammler sind nicht nur die, welche sich jedes Wochenende in die Steinbrüche stürzen und welche unbedingt dem besonders in Deutschland bekannten Phänomen der Vereinszugehörigkeit frönen. Sammler sind auch Leute, welche im Jahr 20.000 km fahren, um auf den wichtigsten oder mindestens den 40-50 wichtigsten Börsen Mineralien zu jagen und Kollektionen alter Hasen zu ergattern, ohne jemals einen Stein in der Natur gesucht zu haben.
So. Da haben wir die Naturfreunde und dann die Jäger. Die meisten Sammler dürften dabei die Naturfreunde sein, welchen die Munition zum Jagen fehlt. Zu den Jägern gehören wohl die bekanntesten Sammler in Deutschland und der Welt, von welchen nicht wenige noch nie eine Halde oder einen Steinbruch betraten haben oder in eine Grube eingefahren sind.
Beide Sammlertypen haben außer einem gemeinsamen Hobby nichts gemeinsam, oft trennen sie Welten. Oder einfach und in der Regel nur die pekuniären Möglichkeiten.
Und was andere Zahlen angeht: es gab mal vor Jahren eine Schätzung der Münchner Mineralientage, wer wieviel bei einem Besuch ausgibt. (Inklusive Schmuck). Soweit ich mich erinnere, waren das in etwa
*40% aller Besucher bis max 10 bis 20 €
*10 % aller Besucher zwischen 20 und 50 €
*8-9% aller Besucher zwischen 50 und 100 €
*1% mehr als 100 € (wobei nicht bekannt ist, welcher Dealer von welchem Dealer dabei gekauft hat; hier dürfte wohl auch kein Schmuck dabei gewesen sein)( 2008 waren es 45.000 Besucher)
Der große Teil von ca. 40% kauft nichts, nur Schaulustige, Kinder oder Begleiter.
Zahlen kann man drehen, mit ihnen spielen. Zu definieren, wer Sammler ist (bzw. "echter" oder "nur Käufer), wobei echte Sammler wiederum Naturfreunde und Vereinsmitglieder, aber auch die bekannten Jäger sein können - das ist wohl unmöglich. Und die Auflagenhöhe einer Zeitschrift ist genauso wenig aussagefähig über die Zahl der Sammler wie ein See mit 2 m Durchschnittstiefe, aber vielen unbekannten Löchern bis über 10 m, in welche man nach Murphys Gesetz unbedingt reinfällt.
Vielleicht noch eine andere Hypothese. Wenn man als Sammler diejenigen definiert, welche Kenntnis über Mineralien und /oder Fossilien/Gesteine udn/oder deren Vorkommen besitzen und deren Sammlungsaktivität über selbstgesammelte abgerollte Feuersteine aus dem Urlaub an der Ostsee hinausgeht, bzw. wo man auf dem heimischen Vertiko auch mal was anderes als eine geschliffene Achatscheibe oder einen Fluoritspaltoktaeder sieht, dann schätze ich die Zahl dieser Sammler - ganz ähnlich wie Du - nicht über 3.000, eher sogar weniger.
Gruß
collector (auf deutsch: Sammler)