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Wieviele aktive Mineraliensammler gibt es in Deutschland ?

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minuwe:
Die Frage habe ich mir auch öfter gestellt. In der Region Sachsen- Erzgebirge trifft man bei den häufigen Besuchen der höffigsten Fundstellen ständig neue Gesichter, man hat den Eindruck die Reihe ist endlos, Leute aus ferneren Regionen wie Harz sind eher selten hier.

Als aktive Sammler sehe ich auch z. B. die vielen alten Bergleute, die zwar nicht mehr rumziehen, Börsen nur besuchen, kein Internet haben, keine Zeitschrift abbonieren, sich aber dennoch mit ihrer Sammlung befassen, und wenn sie sie nur umstrukturieren und gelegentlich Stücke mit Bekannten tauschen.

Schätze, es sind im Großraum Erzgebirge einige Tausend, daher könnte deutschlandweit 15000 durchaus hinkommen. 4000 in Deutschland ist mit Sicherheit zu wenig, wenn man mal bedenkt, dass man nie alle Gruppen gleichzeitig im Blick hat, es gibt z. B. auch sehr viele Fossiliensammler, die nebenbei Mineralien sammeln, als Mineraliensammler aber nicht so in Erscheinung treten. Oder Leute, die temporär sammeln (paar Jahre, dann wieder lange nicht).

Gruß
Uwe

Bergbaumaulwurf:
Glück Auf!
Zahlen sind das eine, aber man muss es auch mal von der Sammlersicht bertrachten.
Wir haben die Gruppe derer die Weltweit alles Minerale suchen und das halt mehr die Käufer sind .
Dann die die sich auf ein Mineral sich Sammelmäßig konzentriert haben und dann die Regionbezogenen und diese sind wohl der Hauptteil der wirklich Sammeln geht.
Bergbaumaulwurf

berthold:
Hallo,

also, wenn ich die Antworten hier so lese: Alle haben Recht, es liegt an der unterschiedlichen Definition "Mineraliensammler"  ;)

Möglicherweise sehe ich das sehr eng. Also ich unterscheide begrifflich:

- Mineraliensucher (Strahler, Hobby-Strahler, Steinsucher)
- Fossiliensammler (Schwerpunkt des Interesses)
- Edelsteinsammler (bearbeitete Schmuck- und Edelsteine)
- Schlackesammler (Schlacken sind für mich keine Mineralien)
- Bernsteinsammler
- Gesteinssammler
- Geschiebesammler
- Sandsammler
- Meteoritensammler
- Goldsucher/Sammler
- Mineraliensammler

o.k. viele Mineraliensammler sind auch Mineraliensucher, manche Fossiliensammler sammeln auch Mineralien und manche Mineraliensammler legen sich auch geschliffene Steine in die Vitrine oder gehen mit der Waschschüssel ins Gelände. Ich bewerte den Schwerpunkt der Tätigkeit.

Nach meine Definition:

Ein Mineraliensammler ist bestrebt eine Sammlung aufzubauen, zu erweitern oder zu verbessern (eben die Tätigkeit des Sammelns). Sammlungsgegenstand sind natürliche, weitgehend unbearbeitete Mineralien.

Wer nur eine Mineraliensammlung besitzt - auch schön - aber der ist für mich kein Sammler.  Ja, und da komme ich auf die geschätzten 4000 in Deutschland.

Gruß
Berthold

PS: "Von diesen 6000 Mineraliensammlern im VFMG 1975 wird es heute vielleicht noch 4000 geben, viele davon freilich schon sehr alt.." Wenn die VFMG heute so viele (4000) Mitglieder hätte - (von Mineraliensammlern mal ganz zu schweigen) wären die glücklich.

geomueller:
Hallo alle,

laut repräsentativen Erhebungen gehen etwa 2 % aller Deutschen intensiv irgendeiner Sammelleidenschaft nach, da sind natürlich alle Sammelgebiete eingeschlossen, also von Briefmarken, Münzen, Trödel, Fingerhüte, Nachttöpfe, Mineralien und sonst was ;D ;D ;). Das heißt also es gibt in Deutschland etwa 1,6 Mio. aktive Sammler.

Jetzt mal eine rechnerische Spielerei, in der DDR wurde in den 1970er Jahren quasi das eigenständige Mineraliensammeln verboten, es gab aber die Möglichkeit eine Sammelgenehmigung zu erlangen wenn man Mitglied eines entsprechenden Vereins unter dem Dach des Kulturbundes war. Dies hatte des Ergebnis das sich zu dieser Zeit flächendeckend über die DDR (im Süden natürlich verstärkt) viele derartige Vereine gründeten und schon bestehende Vereine verstärkt Zuwachs bekamen. Der Staat hatte damit sein Ziel erreicht die Sammeltätigkeit stärker zu überwachen und quasi zu lenken und zu leiten. Da die meisten Sammler natürlich weiter sammeln wollten, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, traten sie diesen Vereinen bei um die Sammelerlaubnis zu erhalten. Wenn ich richtig informiert bin waren Mitte der 1980er Jahre in der DDR ca. 4000 Sammler auf diese Weise organisiert tätig. Man kann aber getrost davon ausgen das mindestens 1000 weitere Sammler nicht in diesen Vereinen tätig waren und trotzdem weiter sammelten. Damit gab es in der DDR schätzungsweise ca. 5000 aktive Sammler. Geht man davon aus das die ehemaligen Bürgen der DDR etwa 20 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands zum Tag der Einheit 1990 ausmachten und rechnet man die Zahl der Sammler auf Deutschland hoch kommt man auf etwa 25000 aktive Sammler in Deutschland. Da die Zahl der Mineraliensammler seit 1990 sicherlich abgenommen hat, könnte man schätzen, dass heute noch etwa 20000 Sammler in Deutschland aktiv sein könnten.

Sicher ist das eine Milchmädchenrechnung und man könnte jetzt wieder anfangen verschiedene Gegenargumente ins Feld zu führen, aber ich denke der Ansatz ist nicht der falscheste.

Gruß Jürgen ;)

UlrichW:
Hallo Jürgen,

ich denke, der Ansatz ist der Falscheste! Ich kann mir kaum vorstellen, daß jemand aus MekPom Mineralien gesammelt hat, und das mit einem Trabbi der in 5 Jahrenm geliefert wird und Benzin auf Gutschein! Noch dazu, da das ehem. Wismut-gebiet nicht so ohne weiteres zu bereisen war, schließlich stand hier die Sicherheit der Nation auf dem Spiel...blablabla...Mit Fossiliensammlern mag das etwas anderes gewesen sein, aber überall da, wo der Staat Devisen erwirtschaftet hat (Bergbau war da ganz vorne) oder stategische Metalle gwonnen wurden (Erzgebirge, Ronneburg, usw)  waren Sammler sicher nicht gerne gesehen. Von der Zahl 4000 kann man also getrost 2/3 abziehen, denn wie ich mal gehört habe, hat Fossilien sammeln in der DDR einen weit höheren Stellenwert gehabt! Von einen Wessi klingt das jetzt ketzerisch, aber bitte nicht allzu ernst nehmen, denn es geht nur um Tendenzen.

In der BRD dagegen war das Freizeitangebot weitaus größer, was auch zu einer Verteilung der Aktivitäten geführt hat. Zur Blütezeit des Sammlens von Mineralien, also als noch alle Halden taufrisch waren und Funde immer und überall gemacht werden konnten galt bei uns das fliegende Wort: "Wir gehen Samstag Mineralien holen"....von suchen war gar nicht die Rede. Damals gab es auch kaum eine Halde, wo man Samstags nicht mind. 5 Leute getroffen hat. Damals mag die Zahl von 30-40.000 Sammlern im Westen durchaus gestimmt haben. Aber schon Anfang der 90er Jahre waren von denen nur noch eine Handvoll zu sehen, auf alle Halden Deutschlands verteilt. 

Also ich halte die Zahl 3-4000 aktive Sammler für eine noch ganz ordentliche Zahl, vielleicht mögen es 5000 sein. Als aktiven Sammler betrachte ich genau die Sammler, die wie sie Berthold beschrieben hat. Ein alter Bergmann mit seinen Vitrinen, der aber weder etwas dazu kauft, noch etwas tauscht, kann ich nicht als aktiv bezeichnen, höchtens als Mineralienbesitzer. Und wer drei Steine im Urlaub aufklaubt, darf wohl auch nicht wirklich als aktiver Sammler bewertet werden, vielleicht als "angehender Sammler"? Dann kommen noch einige tausend Sammlungen, die sagen wir im Wartezustand verweilen. Entweder warten die darauf daß sich die Eigner  eher himmlischen Zielen zuwenden, oder diese bestehen wie beim alten Bergmann weiter aus Erinnerungsgründen bis eben der Herrgot seinen Tribut fordert!
Ich kenne auch noch einige Sammlungen, die existieren zwar, incl. der Mitgliedschaft in Vereinen wie Lapis oder VfMG, aber das letzte mal daß die ihre Schätze angesehen haben oder sich mal mit anderen darüber ausgetauscht haben ist sicher ein paar Jahre her...die Sammlung wurde behalten aus sentimentalen Gründen!

Zum aktiven Sammeln gehört für mich neben der Erweiterung der Sammlung auch die Erweiterung der Kenntnisse, das sich damit beschäftigen, Neuigkeiten erfahren wollen und neue Ziele angehen. das betrifft sowohl aktives Feldsammeln (soweit möglich) als auch aktives  "Börsensammeln".

Also ich denke weiterhin, daß es in Deutschland ca. 4000 aktive Sammler und ca. 4-6000 eher passive Sammler geben könnte. Und die Sammler von Naturprodukten, wie wir nicht als Kristalle und Mineralien bezeichnen, sind für mich keine Mineraliensammler.

Trotzdem hilft uns das nun auch nicht wirklich weiter!

Glück auf
Ulrich

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