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Was sind eurer Meinung nach die seltesten bzw. teuersten Mineralien & Fossilien
raritätenjäger:
Hallo,
ist - wie immer - Ansichtssache. Manchmal treten gewisse Sachen gehäuft auf, ich hatte mal z.B. eine "Samsonit-Zeit", in der ich binnen eines Jahres sicher fünf oder sechs verschiedene Angebote hatte (nein, nicht nur mm-Einzelkristalle. Genau so Gottlobit (auch wenn mir die alle zu klein waren). Und wenn man die richtigen Leute kennt, sind ganz subjektiv auch Sachen wie Tschörtnerit nicht mehr selten. Oder doch? Da sind wir bei einem interessanten Punkt. Ist ein Mineral weniger selten, weil man´s selbst in der Sammlung hat und danach vielleicht noch mal gesehen hat (O-Ton: das taucht schon hin und wieder mal auf). Die Sache mit den Fundorten ist der nächste Aspekt. Wenn einer einen Calcit von Hagendorf hat (so es den denn jemals gab), darf man das wohl mit fug und recht selten nennen ;D. Wie auch immer, man kann sich über das Thema den Mund fusselig reden und die Finger zentimeterweise nach innen tippen...
Ach ja, was halte ich für selten? Den angesprochenen Canfieldit. Grünen Apophyllit aus St. Andreasberg, den Gottlobit würde ich durch Wakefieldit-La ersetzen, da kommen wir der Sache näher, ach, es gibt so vieles ;)
Gruß
Andreas
P.S.: @Daniel: Gupeiit, Hapkeit und Xifengit sind machbar, wenn du willst. Allerdings winzigst, Preis naja... ;D
Embarak:
Hi,
Mir fällt bei dem Thema die rotgrüne Chrysoberyll-Varietät Alexandrit ein, insbesondere die aus
der Region Takowaja/Ural.Im 19.Jahrhundert entdeckt,war die Fundstelle schnell erschöpft.
Er zeichnet sich durch starken Pleochromismus aus,d.h. bei Tageslicht ist er grün,bei Kunstlicht rot.
Heute gibt es synthetische Alexandrite und Neufunde aus Minas Gerais,Sri Lanka und Zimbabwe,aber
mit schwächerem Pleochroismus.
Auch sehr gefragt ist gute Qualität der Zoisit-Varietät Tansanit aus Merelani/Tansania , schon weil es
weltweit die einzige Fundstelle ist.
Warum Diamanten teurer sind als z.B. Alexandrit und Tansanit,wird uns sicher De Beers erklären....
Embarak
cmd.powell:
Ist ein interessanter Punkt, den Andreas da angesprochen hat. Mir fällt dazu gleich ein, das nicht alle seltenen Minerale, die zum Kauf angeboten werden, auch solche sind. Viele Händler haben ihre ganz persönlichen Auffassungen, was Bestimmung und/oder die Identität bestimmter Minerale betrifft. Da wird ganz gerne mal mit Gew.-% jongliert oder Wunschdenken verkauft - besonders bei privaten Sammlern, die keine oder kaum Möglichkeiten zum analysieren haben. Zudem ist grade bei gewerblichen Systematikhändlern die Betrugsverlockung sichrelich sehr groß: Extrem seltene Minerale, die schon in winzigsten Mengen, ja gar als Einzelkriställchen mehrere zehner Euro kosten und ein Großteil sammelwütiger, geldträchtiger Kunden, die letztlich nur einen Haken in einer Liste machen wollen und von denen nur ein verschwindent geringer Anteil Möglichkeit zur Analyse hat (was bei winzigen Einzelkristallen ja eh die Vernichtung des Minerals in der eigenen Sammlung zur Folge hätte, also, wer macht das ?). Das ist ein ziemlich guter Nährboden für allerlei schwarze Schafe und bestimmungstechnische Gradwanderungen. Von daher hab ich es mir zur Regel gemacht, keine winzigen Einzelkristalle in Tablettenkapseln für die Systematik zu kaufen sondern nur Matrixstufen mit unter dem Mikroskop sichtbaren Kristallen, damit ich immerhin eine winzige Chance habe, die Stücke selber zu bestimmen.
Dazu fällt mir spontan noch der Fleischerit von Tsumeb ein, der sich nach der Analyse als Schauerteit herausstellte - die Verkäuferin war auch überrascht, aber immerhin ein Schauerteit für die Sammlung - hatte ich auch noch nicht, war also halb so schlimm...
Das war jetzt zwar kein Beitrag zum Thema "seltene Mineralien", aber passt vielleicht doch etwas hierher.
Haspelknecht:
Hallo!
Die Seltensten: Es gibt Minerale, die bislang nur an einer Fundstelle und in gerade ausreichender Menge, vielleicht auch nur auf einer einzigen Stufe, gefunden worden sind, um sie als neue Mineralart zu definieren. Ein solches Stück zu bekommen, ist mitunter ein Ding der Unmöglichkeit. Ich würde sagen, das sind die seltensten Minerale, die es - derzeit - gibt... bis ein Neufund getätigt wird.
Dann kann man das, wie ja bereits gesagt worden ist, auch fundstellenspezifisch sehen. Finde ich bei mir zuhause im Siegerland einen Brookit-Kristall von einem halben Millimeter, dann bin ich extrem happy, denn das ist eines der seltensten Mineral, die man aus dieser Region haben kann. Sammler aus den Alpen würden mich auslachen - weltweit absolut nicht konkurrenzfähig.
Die Teuersten: Da sind die von mir zuerst angesprochenen, extrem seltenen Typminerale zu nennen, von denen es vielleicht nur eine Handvoll Exemplare gibt. Die haben mitunter exorbitante Preise. Außerdem fallen mir z. B. da die Rhodochrosite von der Grube Wolf ein. Das ist dann wieder fundstellenspezifisch. Die schönen Wolf-Rhodos werden zu ungeheuren Preisen verkauft, während viel schönere Stücke aus aktuelleren Fundstellen (z. B. aus USA) mit viel größeren Kristallen ein geringeres Preisniveau bzw. ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Ich denke, das ist immer subjektiv zu betrachten, da wir nicht von einem festgeschriebenen Wert reden, sondern von Preisen, die von Liebhaberei und Leidenschaft geprägt sind.
Glück-Auf!
Markus
uwe:
Einen interesssanten Beitrag zu diesem Thema fand ich heute in der "Freien Presse" von Chemnitz. Danach besitzt die TU Bergakademie ein winziges Kriställchen von Lonsdalit, welche sich schon lange im Bestand der Bergakademie befindet. Man nimmt an, daß dieses Kohlenstoffmineral härrter als Diamant ist. Man fand die Probe, welche bisher die einzige weltweit sei, an der Einschlagstelle eines Meteroiten. Noch ist unbekannt, wie sich dieses Mineral bildet., man arbeitet aber aus wirtschaftlichem Interesse an dieser Problematik.
Uwe
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