Ist ein interessanter Punkt, den Andreas da angesprochen hat. Mir fällt dazu gleich ein, das nicht alle seltenen Minerale, die zum Kauf angeboten werden, auch solche sind. Viele Händler haben ihre ganz persönlichen Auffassungen, was Bestimmung und/oder die Identität bestimmter Minerale betrifft. Da wird ganz gerne mal mit Gew.-% jongliert oder Wunschdenken verkauft - besonders bei privaten Sammlern, die keine oder kaum Möglichkeiten zum analysieren haben. Zudem ist grade bei gewerblichen Systematikhändlern die Betrugsverlockung sichrelich sehr groß: Extrem seltene Minerale, die schon in winzigsten Mengen, ja gar als Einzelkriställchen mehrere zehner Euro kosten und ein Großteil sammelwütiger, geldträchtiger Kunden, die letztlich nur einen Haken in einer Liste machen wollen und von denen nur ein verschwindent geringer Anteil Möglichkeit zur Analyse hat (was bei winzigen Einzelkristallen ja eh die Vernichtung des Minerals in der eigenen Sammlung zur Folge hätte, also, wer macht das ?). Das ist ein ziemlich guter Nährboden für allerlei schwarze Schafe und bestimmungstechnische Gradwanderungen. Von daher hab ich es mir zur Regel gemacht, keine winzigen Einzelkristalle in Tablettenkapseln für die Systematik zu kaufen sondern nur Matrixstufen mit unter dem Mikroskop sichtbaren Kristallen, damit ich immerhin eine winzige Chance habe, die Stücke selber zu bestimmen.
Dazu fällt mir spontan noch der Fleischerit von Tsumeb ein, der sich nach der Analyse als Schauerteit herausstellte - die Verkäuferin war auch überrascht, aber immerhin ein Schauerteit für die Sammlung - hatte ich auch noch nicht, war also halb so schlimm...
Das war jetzt zwar kein Beitrag zum Thema "seltene Mineralien", aber passt vielleicht doch etwas hierher.