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Autor Thema: realgar und auripigment  (Gelesen 11138 mal)

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Offline buteoexsul

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realgar und auripigment
« am: 06 Oct 09, 16:17 »
hallo allerseits,
realgar und auripigment - beide giftig und lichtempfindlich.
beim auripigment heißt es; er zerfällt, vorallem bei lichteinwirkung. heißt das nun er zerfällt sowieso oder nur im licht?
und wie lange können diese mineralien dem licht ausgesetzt sein bis sie zerfallen?

ich danke euch für eure geduld und hilfe!!!
grüße

Offline loismin

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #1 am: 06 Oct 09, 17:06 »
Hallo.

Nun beide Mineralien sollen einfach  möglichst dunkel aufbewahrt werden.
Wenn sie nur ab und zu auf Ausstellungen oder in der Vitrine Licht kriegen ist das nicht so tragisch.
Ich hab Stücke im Schubladen, die ich nur manchmal zu Ausstellungszwecken rausnehme und in eine belichtete Vitrine stelle,
die sind 20 Jahre schon so und es ist noch nichts passiert.
Und giftig ja,da sollten Kinder natürlich nicht dran.


Gruß
Loismin

Offline smoeller

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #2 am: 06 Oct 09, 18:17 »
Hallo,

Realgar wandelt sich bei Lichteinwirkung in Pararealgar (orangegelb) um. Da ist es halt wie mit Silber: Kurzfristig rausnehmen zum Fotografieren etc. schadet wenig, bereits nach kurzer Zeit dauernder Lichtexposition kann eine Veränderung beginnen. Allerdings dauert es Monate oder Jahre, bis man was sieht. Doch dann ist es zu spät.

Bei kleineren Stücken nehme ich meist Sammlerdöschen (für Micromounts oder Kleinstufen), die mit schwarzem Klebeband umwickelt werden (schwarzer Lack geht auch).

Glück Auf!
Smoeller



 

Offline loparit

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #3 am: 07 Oct 09, 12:19 »
Hallo,

mit einem Realgar aus Rumänien habe ich das ausprobiert. Ich habe ein kleine Stufe mit Kristallen von 7 mm auf ein Regal gelegt. So dass es bei Sonnenschein schön im hellen Licht lag. Nach ca 12 Monaten war das Teil schon zum größten Teil bröselig.

Gruß
Edgar

Offline FRAPO

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #4 am: 07 Oct 09, 16:40 »
Hallo loparit,
war dann wohl ein sogenannter Regalgar  ;D
Gruß Frank

Offline loparit

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #5 am: 07 Oct 09, 21:30 »
Ja so könnte man sagen  :D
Der wurde gar auf dem Regal der Regalgar  :o

Gruß
loparit

Offline buteoexsul

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #6 am: 08 Oct 09, 21:23 »
scherzkekse!!!
aber mal spass beiseite. da lese ich beim auripigment er sei das verwitterungsprodukt des re(g)algar. bei dem wiederum steht, das er das nicht ist, sondern das dieses produkt sich pararealgar nennt.
was nun?
grüße

Offline guefz

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #7 am: 08 Oct 09, 22:04 »
Letzteres...

Günter

Online Stefan

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #8 am: 09 Oct 09, 00:22 »
@buteoexsul

Beides ist richtig - Auripigment als auch Pararealgar entstehen bei der Umwandlung von Realgar. Das unter Licht aus Realgar entstehende gelbe Mineral ist Pararealgar.

Besten Gruß
Stefan

Offline Uwe Kolitsch

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #9 am: 09 Oct 09, 14:35 »
Gibt es Auripigment-Pseudomorposen (entstanden unter hydrothermalen Bedingungen, nicht durch Verwitterung) nach Realgar?
Sind mir keine bekannt.
Einige neue Lit.zitate zu Pararealgar auf Mindat nachgetragen.

Offline UEbg.

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Realgar und Auripigment
« Antwort #10 am: 11 Oct 09, 12:44 »
Liebe Freunde das As,

Ich hänge mich mal hier an das Thema an und gestehe:
Als absoluter Laie, der sich nur gern auf Minaralienbörsen umschaut (und dabei immer wieder was Schönes für's Auge kauft), bin ich neulich auf die Schönheit des Realgar hereingefallen. Ja, ich schäme mich auch dass ich nicht vorher darüber gelesen hatte  ;D, aber nun weiß ich auch, dass sich das Zeug unter Belichtung "auflöst" und saumäßig giftig ist.  >:(  Meine  Frage ist: WIE giftig?
Dass man wegen der Lichtempfindlichkeit eine besondere Aufbewahrung vornehmen muss ist ja schon reichlich diskutiert. Ich frage mich nun, ob die handelsüblichen Sammlungsdosen dicht genug sind, um ein eventuelles Ausgasen (ist das eine realistische Gefahr?) zu verhindern und wie vorsichtig man vorgehen sollte, wenn man diese öffnet (z. B. um bessere Fotos zu machen).
Der große Kristall ist übrigens rund 2 cm lang und hohl (!), sitzt (angeblich des Verkäufers) auf Galenit  und das Ganze ist aus Peru.
Villeicht kann auch jemand angesichts des Fotos (das natürlich den Qualitätsansprüchen des Forums bei weitem nicht genügt, aber viel besser geht es leider zur Zeit nicht) einschätzen, ob schon ein irreversibler Umwandlungsprozess eingesetzt hat.

Vielen Dank vorab für Eure geduldigen Antworten....
Uwe


Offline loismin

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #11 am: 11 Oct 09, 13:13 »
Hallo Uwe.

Also so dramatisch würde ich das nicht sehen.
Das Ausgasen von so einem Stück kann man getrost vergessen meiner Meinung nach.
Man sollte halt nicht den Staub in größeren Mengen einatmen oder essen.
Aber wenn man nur ab und zu die Dose öffnet ist auch das sicher kein Problem.


Loismin

Online Stefan

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #12 am: 11 Oct 09, 14:14 »
Mir ist nicht bekannt, dass Arsen ähnlich wie Quecksilber auch "ausgast" und die Umgebung kontaminiert. Ich denke nicht dass hier eine Gefahr besteht.

Besten Gruß
Stefan

Offline UEbg.

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #13 am: 11 Oct 09, 14:49 »
Auf das "Ausgasen" bin ich gekommen, weil ich irgendwo gelesen hatte, dass dies bei der Umwandlung von Realgar in Pararealgar geschehe oder geschehen könne. Irgendwo stand auch zu lesen, dass Realgar-Stufen gelegentlich mit anderern As-Verbindungen "verunreinigt" seien, die noch wesentlich giftiger und/oder gefährlicher seien.

Gruß, Uwe

Online Stefan

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Antw:realgar und auripigment
« Antwort #14 am: 11 Oct 09, 15:46 »
Sehr laienhaft gerechnet würde ich die Gefahr durch ausgasen gegenüber Quecksilber mal so formulieren

Der Dampfdruck von Arsen ist irgendwo um 150000 mal geringer (natürlich Temperaturabhängig) als der von Quecksilber, die Toxität ist ca. 0.37 der von Quecksilber. Damit ist die Gefahr von Zinnober über ausgasen verseucht zu werden ca. 400.000 mal größer als die von Realgar.

Bildlich gesprochen, sich einen Zinnober von 1g ins Zimmer zu stellen ist so gefährlich wie einen Realgar mit 400 kg im Zimmer stehen zu haben. Natürlich immer unter der Bedingung dass kein Staub davon ausgeht.

Naja, ich gebe zu die Rechnung hält einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht stand, aber verdeutlicht vielleicht ein wenig die Relation.

Besten Gruß
Stefan

 

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