Gesteine / Rocks / Rocas > Gesteine / Rocks / Rocas

Geologische Rätsel 2 : Das Rätsel der Granitkugeln

<< < (2/4) > >>

Moni:
Hallo giantcrystal,

Okay, Du bist auf das Zustandkommen des "Standbeines" aus, Frage ist nun präzisiert.  Antwort folgt.

Von Salzverwitterung war übrigens nicht die Rede, macht bei Granit auch keinen Sinn. meine Antwort lautete:

Ursache hierfür ist der Abkühlungsprozeß im Erdinneren, die auf Grund der kugel- oder pilzförmigen Magmakörper relativ gleichmäßig von innen nach außen erfolgte und im Prozeß der Erosion in umgekehrter Reihenfolgen abläuft.

Gruß Moni

smoeller:
Hallo,

Meine Vermutung: Kombination von äolischem Sandtransport (Sandstrahlen, z.B. durch Sandstürme) und Temperaturschwankungen.

Durch Sandstrahlen werden die unteren Bereiche der Granitkugel am meisten angegriffen, da sich die Sandfracht am meisten in Bodennähe konzentriert. Dazu kommt dann evtl. noch das Abplatzen der äußeren Gesteinsschicht durch Temperaturschwankungen (tägliche Temperaturunterschiede in der Wüste über Jahrtausende), Die äußere Gesteinsschicht wird davon natürlich am ehesten beeinflusst (Ausdehung am Tag, Zusammenziehen in der Nacht), daher wird der Kornverband gelockert.

Glück Auf!
Smoeller

Moni:
Hatte ja oben angekündigt, nochmals zu räzisieren:

Die Granitkörper ruhen auf einem mehr oder weniger stark ausgeprägten “Sockel”, der seine Ursache in der Verwitterung hat, die auf Wassereinwirkungen zurück zuführen sind.
Wasser tropft von den Granitkugel ab und bildet ringsherum Vertiefungen. Nach Wasserverdampfung und anschließender Ausblasung/Verwehung der Verwitterungsrückstände vergrößern sich diese Vertiefungen. Es bilden sich die im Bild zu sehenden Sockel, die mit zunehmender Zeit immer dünner werden. Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, daß ein instabiles Gleichgewicht entsteht und schwups die Granit rollt weg ....

Grundlage bzw. “Vorarbeiter” zur Ausbildung der schmalen Sockel müssen jedoch auch reine mechanische Wassertransporteffekte sein, denn insbesondere zu Regenzeiten wird das Blockwerk insgesamt durchströmt, so daß sich an den “Füßen” schon mal Hohlräume ausbilden können.

Gruß Moni       

triassammler:
Hallo,

ich denke nicht, dass es stimmt, aber es erscheint mir kreativ: Proterozoischer glazialer Dropstone, der nach der vollständigen Erosion des umgebenden Tillits freisteht  ;D

OK, jetzt ernsthaft: Jeder Wollsack fängt mal als größerer Granitkomplex an. In diesem speziellen Fall hat ein besonders großer Granitblock der Erosion als einziger seiner ehemals vorhandenen kleineren Wollsackkollegen standgehalten. Außerdem ist nicht gesagt, dass er von Anfang an an Ort und Stelle entstanden ist. Wahrscheinlicher ist, dass er von einem heute nicht mehr vorhandenen Granithöhenzug (von der weiteren Umgebung sieht man auf dem Bild ja nichts) stammt und bis an seine heutige Position gerollt ist. Die Erosion hat dafür gesorgt, dass mal die Balance des Blocks selbst aus den Fugen geriet, mal ist ihm die Unterlage wegerodiert, und jedes Mal ist er ein Stück weitergekullert, bis er wieder stabil zu liegen kam. Bedingt durch die geschützte Lage unter dem Block dürfte es nicht unwarscheinlich sein, dass sich jeder seiner "Liegeplätze" zu einem kleinen Pfeiler entwickelt, bis die Lage wieder instabil wird und der Block seinen Weg fortsetzt.
Ansätze hat er ja schon gemacht, indem er auf der rechten Seite einen Teil seiner Granitschale verloren hat. Jetzt hat er gefährliches Übergewicht nach links - wahrscheinlich geht die Reise eines Tages in die Richtung weiter  8)

Gruß,
Rainer

Collector:
Hallo

eine schöne und sehr leicht verständliche Erklärung der Entstehung unter  http://www.namibia-1on1.com/bulls-party.html .

Lieber Rainer:
Doch, die Kugeln sind an Ort und Stelle als Folge der Temperaturverwitterung entstanden und nicht von irgendwo her gerollt.  Es wurde auch nicht gekullert. Auf dem Bild von Thomas ist das nicht so deutlich zu sehen (ich vermute, dass dies eine Kugel auf dem Geländer Farm Ameib ist).

Auch einige andere Kugeln auf der Ameib liegen nicht einfach so rum, sondern sind fest mit dem Untergrund "verwachsen", d.h., die Erosion hat die Verbindung noch nicht gänzlich weggefressen.

Auf der Farm Etemba - nebendran -, gibts identische Kugeln; bei einer davon, welche als "Steinpilzfelsen"  bezeichnet wird, kann man noch sehr gut den etwa 30-40 cm hohen Stiel mit etwa 80 cm  Durchmesser erkennen, welcher die Verbindung zwischen Kugel und Erdoberfläche (Felsdecke)  ist.

Ganz ähnliche Granitkugeln gibts zuhauf und zum Anfassen auch in Indien, u.a. in Mahabalipuram in Tamil Nadu.

Gruß
collector

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln