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Autor Thema: Co-Ni-Arsenide  (Gelesen 6450 mal)

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Offline geomueller

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Co-Ni-Arsenide
« am: 25 Nov 04, 17:21 »
Hallo alle,

die Bi-Co-Ni-Vererzung kommt ja fast ausschließlich als Mischreihe zwischen den einzelnen Mineralien Chloanthit, Skutterudit, Nickelin, Safflorit, Rammelsbergit usw. vor. Die Minerale einzeln und in reiner Ausprägung dagegen findet man nur selten, z. B. im Bergbaugebiet Schlema-Hartenstein-Alberoda-Schneeberg. Ich habe schon einige interessante Stücke dieser Mischreihen in meiner Sammlung. Oftmals sieht man die Verwachsungen erst so richtig im Anschliff.

Jetzt habe ich unter anderem ein Gangstück von der Halde 366 Schlema-Alberoda angeschliffen mit dem ich nicht so richtig weiter komme. Auf der Schlifffläche des Handstückes sieht man Querschnitte von Würfeln die zonar aufgebaut sind (Perimorphose??), die äußere Schicht ist zinnweiß stark metallisch glänzend. Im Inneren ist der Kern der Kristalle in sich nochmals zonar aufgebaut, dabei lichtkupferfarben metallisch glänzend und täglich durch Anlauffarben dunkler werdend!

Auf der Rückseite der Handstufe befinden sich überall dort wo die Einzelkristalle sind sekundäre rosafarbene Erythrinpusteln.

Insgesamt sieht das ganze Stück sehr interessant aus, gibt mir aber einige Rätsel auf. Was haltet Ihr davon??

Das Bild 1 zeigt die Stufe (Schlifffläche) im Ganzen, Bild 2 zeigt die fraglichen Kristalle in 8fcher Vergrößerung.

« Letzte Änderung: 25 Nov 04, 17:27 von geomueller »

Offline geomueller

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #1 am: 25 Nov 04, 17:23 »
Bild 3 in 16facher und Bild 4 in 32facher Vergrößerung.

Geomueller

Offline Collector

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #2 am: 25 Nov 04, 20:17 »
Hallo Jürgen

ich weiss nicht obs hilft, aber vielleicht regt es zur Diskussion an. Ist ja nicht ganz einfach.

Ich kenne keine Co-Ni-Arsenide von Schlema, aber solche von Bou Azzer in Marokko . (hoffentlich werde ich nicht nur als Marokko-Sammler charakterisiert ).

In einer Grube des Bou Azzer Reviers ( Ightem) wurde kupfer-bronzefarbener Nickelin gefunden, auf welchem Nickel-Skutterudit ( (Ni,Co)As2-3 ) als metallisch-mattgraue kristalline Randzone auf Nickelinschichten auftritt.

Da Deine freigelegten Fragmente, wie Du schreibst, auch lichtkupferfarben sind, könnte es sich um Nickelin handeln.
Bei schneller Betrachtung Deiner Aufnahmen hat es den Anschein, als wenn das alles zonar aufgebaute Würfel sind; aber wie ich auf Deinem zweiten Foro (Vergrösserung ) links sehe, hat eines der freigelegten Fragmente eine hexagonale Form. Auch dies spricht für Nickelin.
Nickel-Skutterudit aus Ightem bildet, wenn er allein vorkommt, auch Würfel.

Der Erythrin auf der Rückseite, dort wo dii Kristalle sind, dürfte eher zu deuten sein. Kobaltarsenide aaltern in der Regel bzw. grundsätzlich zu Erythrin, wobei sie verwittern oder Neubildungen entstehen.

Da ich  kein Co-As-Spezialist bin, ist dies nur eine Vermutung, ohne Anspruch auf Gültigkeit.
Freu mich auf den feedback.

gruss
collector








Offline geomueller

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #3 am: 25 Nov 04, 20:50 »
Hallo Collector,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich werde demnächst sowieso mal auf Dich zu kommen da ich irgendwo in Deinen Beiträgen gelesen habe das Du Stücken der Co-Ni-Vererzung aus Marokko, was ja Deine zweite Heimat zu sein scheint ;), auf Deiner Tauschliste hast, würde mich sehr interessieren!

Aber zurück zum Thema. ich habe von der selben Lagerstätte (Bergbaugebiet Schlema-Hartenstein-Alberoda) auch mehrere Stücken Nickelin, die allerdings alle auch wenn sie in Verwachsung mit anderen Ni-Co-Erzen vorkommen wesentlich intensiver kupferrot sind, was aber nicht heisen muß das es nicht doch Nickelin ist. Als weitere Möglichkeit habe ich noch an Rammelsbergit gedacht, was ja auch zinnweis bis lichtkupferrot vorkommt. Was hälst Du/Ihr davon?

Aber wie gesagt in der Bi-Co-Ni mit seinen Mischreihen ist alles möglich.

Jürgen
« Letzte Änderung: 30 Nov 04, 19:19 von geomueller »

Offline Collector

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #4 am: 25 Nov 04, 21:16 »
Hallo Jürge

das mit den unterschiedlichen Farben ist bei Nickelin fast " normal " .
Bei Nickelin gibt es grosse Schwankungen in der Zusammensetzung, besonders durch Fe, S und Sb, welches teilweise As vertritt und Co. Dies führt zu unterschiedlicher Färbung bis zu unterschiedlichem Reflexionsvermögen.
Fremde, beigemengte Mineralien können auch Grund der unterschiedlichen Zusammensetzung sein und ebenso zu abweichenden Eigenschaften beitragen.

Ich habe schon Nickelinstufen gesehen, welche fast metallisch rosa waren (Co). Und kupferrotfarbenen Breithaupotit, der relativ schnell dunkel wird. Im übrigen gibts ja auch die Mischkristalle aus NiAs und NiSb, welche manchmal in Nickelin und Breithauptit zerfallen. Da kann die Farbe von rot-kupfer-bis fast violett sein.

Alles in allem eine komplexe Angelegenheit.

Kannst Du noch mal auf meinen Punkt mit dem " hexagonalen " Fragment eingehen ? Hab ich das so richtig gesehen ?

Das mit der Tauschliste muss ein Versehen sein - ich habe keine.Ich biete nur ab und zu mal einzelne Stücke an, und die sind meist klein (Miniaturen). Deswegen weil ich fast immer fliege und das Gewicht limitiert ist.
Hab zur Zeit eigentlich nur sehr schöne Erythrine xx-stufen (auch auf Erz) und ein paar kleine Skorodit-xx-stüfchen, (allerdings nicht für die Vitrine sondern mehr als Referenzmineralien).

schönen Abend
collector

Offline uwe

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #5 am: 26 Nov 04, 08:55 »
Hallo Jürgen,

ich erinnere mich, daß ich mal zu tiefster DDR Zeit ein Stück sulfitischess Erz azf der Halde 381 gefunden habe, von welchem ich zu hause den Calzit heruntersäuern wollte. Der Calzit war weg, aber die Lösung war tiefgrün - also muß sich irgend ein Nickelmineral gelöst haben. Das was  übrig geblieben war, waren die viereckigen  Strukturen, aus denen der Inhalt teilweise herausgelöst war. Die Reststufe war aber so brüchig, daß ich sie verworfen habe.

Das erinnerte mich an die von Dir gezeigten Bilder. Also, mache mal einen Test mit Salzsäure.

Gruß
Uwe

 

Offline geomueller

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #6 am: 26 Nov 04, 09:08 »
Hallo uwe,

an dem Stück was ich habe ist kein Calcit oder andere Carbonate beteiligt, das Stück gehört zur quarzigen Abfolge. Die Grundmasse besteht aus lauter in sich verwachsenen Quarzkristallen, schau mal auf Bild 3 und 4 da ist das ganz gut zu erkennen. Ich kenne aber auch solche Stücke wie Du sie beschreibst von der 366.

Geomueller
« Letzte Änderung: 26 Nov 04, 09:11 von geomueller »

Offline berthold

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #7 am: 26 Nov 04, 09:58 »
Hallo,

ich halte das für eine Teil-Pseudomorphose (von außen nach innen). Perimorphose wäre ja eine Umüllung, das scheint mit nicht gegeben. Welche Mineralien das sein könnten, keine Ahnung. Im ersten Bild erscheinen die Ränder wesentlich heller als der Kern (und auch die Farben ganz anders), im zweiten Bild ist das umgekehrt, macht eine Bestimmung nicht leichter.

Frage, ist der helle Rand auf Glanz im ersten Bild zurückzuführen - und welche Farbe kommt denn näher ran? Ach ja, an ein hexagonalen Querschnitt glaube ich nicht (würde man bei der Anzahl xx im Übersichtsfoto irgendwo mal sicher sehen), jedoch seinen die Würfelflächen etwas "bauchig" zu sein.

Gruß

Berthold

Offline geomueller

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #8 am: 27 Nov 04, 13:45 »
Hallo alle

@Collector

das mit den hexagonalen Strukturen das täuscht, in einem Kristall erkennt man auch dreieckige Strukturen. Das hat wahrscheinlich nur was mit den unterschiedlichen Anschliffwinkeln der einzelnen Kristalle zu tun.

@berthold

Mit den unterschiedlichen Farbschattierung hat mit den unterschiedlichen Belichtungen beim fotografieren zu tun. Die Gesamtstufe ist bei Tageslicht aufgenommen und gibt den natürlichen Eindruck der Stufe wieder, alle anderen Fotos (auch die folgenden) sind unter dem Mikroskop mit Kunstlicht aufgenommen. Und da kommt es bei einer polierten stark metallisch glänzenden Fläche zu Reflektionen die farbverändernd wirken.

Ohne Analyse wird man das fragliche Mineral bei der Komplexität der Mischkristallisationen einer Bi-Co-Ni-Vererzung wahrscheinlich sowieso nicht bestimmen können.

Ich habe aber ein Fachbuch gefunden was sich ausschließlich mit diesem Thema befasst, das werd ich mir mal zu Gemüte führen, und zwar: Die Erzmineralien und ihre Verwachsungen, Paul Ramdohr 1950.

Wie gesagt das Ganze Thema ist sehr komplex und aus mineralogischer Sicht sehr interessant, gerade für die Bi-Co-Ni-Vererzung des Schlema-Hartensteiner Bergbaugebietes.

Geomueller
« Letzte Änderung: 27 Nov 04, 17:59 von geomueller »

Offline geomueller

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #9 am: 27 Nov 04, 13:54 »
Hier hab ich mal noch ein paar Fotos dieser Verwachsungen aus der Bi-Co-Ni-Vererzung des Schlema-Hartensteiner Bergbaugebietes. Alle Mikroskopiebilder stammen von einer einzigen Stufe die im Bild 1 zu sehen ist. Die anderen Bilder sind alle mit 16facher Vergrößerung und Kunstlicht aufgenommen. Die Vielfalt der unterschiedlichen Verwachsungsformen der verschiedenen Minerale wie Chloanthit, Skutterudit, Nickelin, Safflorit, Rammelsbergit ua. zeigt die Komplexität dieses Themas.


« Letzte Änderung: 27 Nov 04, 14:02 von geomueller »

Offline geomueller

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #10 am: 27 Nov 04, 13:55 »
Verwachsungsformen Bild 2 und 3

Offline geomueller

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #11 am: 27 Nov 04, 13:57 »
Verwachsungsformen Bild 4 und 5

Offline geomueller

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Re: Co-Ni-Arsenide
« Antwort #12 am: 27 Nov 04, 13:58 »
Verwachsungsformen Bild 6 und 7

 

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