Vermischtes / Miscellaneous / Varios > Dies und Das / this and that
Nebenverdienst
smoeller:
Hallo,
XRD in 30 min? Eher 60 pro Probe, wenn man nicht eine große Probemenge eines einfachen Materials (Quarz o.ä.) hat, damit man überhaupt vernünftige Intensitäten hat. Wenn es um Mischkristalle geht, mindestens 2-3 Stunden messen (mit Standard, z.B. Si-Pulver) und dann Rietveld-Verfahren zur Bestimmung der Gitterparameter. Meistens dann noch eine EDX/EMS, weil es sich nicht um einen einfache Mischkristall (Olivin, Albit/Anorthit etc.) handelt, sondern z.B. ein Crandallitmineral mit zwei möglichen Substitutionen oder mehr. Habe mal die Atompositionen für Plagioklas in TOPAS eingegeben (sind über 60!). Da sitzt man dann eine Stunde oder mehr.
Mit nur einem Probepunkt ist es meist auch nicht getan, da gerade vermeintlich einfache Minerale wie Granat und Plagioklas häufig sehr stark zoniert sind. Dann ist es nur eine Frage des Geldes und der Zeit, wieviele Minerale man auf der Stufe hat. XRD kann nur die Bulk-Zusammensetzung bestimmen. Man erhält also nur die über das gesamte Pulver gemittelte Intensität, nicht die einzelner Domänen. Dann kann ein Feldspat durchaus Anorthit im Kern und Albit am Rand sein, man sieht es einfach nicht im Diffraktogramm.
In einem gebe ich Frank (Krizu) Recht: Es geht immer schneller und günstiger. Aber nicht, wenn man dann auch noch seinen Namen druntersetzen will.
Glück Auf!
Smoeller
Günter Blaß:
Hallo,
ich stimme den beiden Krizu und smoeller voll und ganz zu.
Ich kenne die Arbeit!!
20 Euro für eine EDX ist wirklich ein Schnäppchenpreis.
Andererseits ist eine visuelle Bestimmung eines Minerals, vor allem an Hand eines Fotos, wirklich nur eine "visuelleBestimmung" und sollte auch so vermerkt werden bzw. mit einem ? versehen sein.
Günter Blaß
Stänlsucher:
Glück Auf,
natürlich haben smöller und Krizu recht,der Aufwand für ordentliche Analysen ist recht groß und dürfte als einzige Erwerbsquell nicht funktionieren.
Ich habe mir über die Jahre verschiedene Wissenschaftler und wissenschaftliche Institutionen zu "Freunden" gemacht,um hin und wieder Proben analysieren zu lassen.(nicht ohne Erfolg ;))Im Gegenzug erhalten DIESE bei Interesse Material und dürfen natürlich auch Ihre Ergebnisse publizieren.Ein guter Anlaufpunkt ist unter Anderem in Freiberg die Forschungsabteilung im Schloss Freudenstein oder über Lapis.Sammeln bedeutet auch immer den Kontakt zu suchen um zu erfahren was man (Frau) gefunden hat,zu anderen Sammlern und zu interessierten, kompetenten Leuten der Wissenschaft.
Immer daran denken,ALLES braucht seine Zeit,besonders Analysen!
Glück Auf
Lutz
Krizu:
Hallo Lutz,
da gebe ich Dir recht. Entweder machst du ein ordentliches Analysenlabor auf (davon gibt es aber viele) oder nimmst den kleinen Dienstweg. Wenn dann für die Forschung etwas dabei rausspringt umso besser.
In manchen Firmen ist es möglich auch schon mal einige von der Analytik "passende" Glitzersteine durchzuschleusen.
Würde ich jetzt aber mit einem Columbit ankommen und den in der Firma durch die ICP-MS jagen :-X
Oder die XRD ist mit einem Komplettscan belegt und es tritt in der Nacht eine Betriebsstörung auf?!
Oder ich sitze gemütlich am REM für einen Nachmittag und die offiziellen Proben stapeln sich ;-)
Es ist in der Regel ein Unterschied, ob es eine Firma mit der Betriebsanalytik ist, oder eine "Forschungsanstalt".
Aber du hast recht - der persönliche Kontakt - das 0,5 Kilo Kaffee-Paket - der Bergkristall: All das hilft immer bei dem kleinen non-profit Dienstweg.
MfG
Frank
Daachhex:
Jetzt bin ich ganz klein geworden !!!
Aber ich weiß auch schon mal wieder etwas, das ist doch auch viel wert ! Man hat ja so gar keine Ahnung von dem Ganzen dahinter.
Aber dann muß ich Euch noch ein bis'chen mit weiteren Steinchen löchern.
Siehe Steinbestimmung
Und Danke für Eure Antworten
Hiltrud
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