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Nebenverdienst
limestone:
Hallo,
ich finde die Idee an sich nicht schlecht, ist nur wahrscheinlich so nicht umsetzbar, weil eine Firma muss von irgendetwas leben und die paar Leutchen, die unbestimmte Minerale zuhause haben, diese genau bestimmt haben möchten und noch dazu bereit sind Geld dafür auszugeben, können niemanden ernähren. Da bin ich sicher, zumal es doch, wie von meinen Vorrednern beschrieben jede Menge Alternativen gibt, die nichts kosten.
Glück Auf
Ralf
berthold:
Hallo,
--- Zitat ---Dafür gibt es doch Mineralienvereine
--- Ende Zitat ---
ja, das sehe ich auch so. Kommt man mit eigener Bestimmung nicht weiter sind sach- und ortskundige Sammlerfreunde -und die hat man in aller Regel in den Vereinen- der nächste Versuch. Da sollte ein hoher Prozentsatz identifiziert werden können. Erst wenn man auch da keine Sicherheit bekommt UND wenn der Fund von einer gewissen Wichtigkeit ist - dann ist die Analytik angesagt. Da rate ich aber zunächst mal davon ab selbst ein Verfahren zu wählen und beispielsweise ein Pulverdiagramm oder eine EDX machen zu lassen - da kann man viel Geld ausgeben, Proben "vernichten" und am Ende nur mit neuen Fragen oder falschen Antworten dastehen. Selbst EMP kann nicht alles und ich habe sehr starke Zweifel ob sich eine "Bestimmungsfirma" den notwendigen Gerätepark anschaffen könnte. Ich plädiere sehr stark für eine Zusammearbeit mit der Wissenschaft, die "gewisse Wichtigkeit" des Fundes muss natürlich gegeben sein. Dazu braucht man natürlich die entsprechenden Kontakte - und ja, doch, da sind wir wieder bei den Mineralienvereinen.
Gruß
Berthold
Vega:
Also ich lasse meine Stücke die niemand kennt
meist an grössen Börsen °Gratis° bestimmen ..
Oder ich habe auch schon schnell da Bilder Rein gestellt ..
und Sie wurden Eigentlich innerhalb von 2-3 Tagen Angeschaut und Kommentiert..
Also ich glaube niemand würde Für das Was bezahlen .. Ist mal meine Meinung..
smoeller:
Hallo,
Das funktioniert meines Erachtens leider so nicht.
Sonst würde ich es glatt machen.
Damit man auf sagen wir 400 Euro/Monat kommt, muss schon einiges an Proben eingehen. Für die Bestimmung eines Quarzes kann man ja nun nur ein paar wenige Euro nehmen. Und wenn es komplizierter wird (das kann schneller passieren, als man denkt) braucht man Datenbanken, Literatur und meist Analytik. Da ist man dann schnell in der Verlegenheit, die nächste Uni aufsuchen zu müssen. Und die haben auch nicht immer alles, was man braucht.
Gerätezeit ist oft knapp und teuer, da kann man nicht mal eben so reinschneien und sagen, ich brauche mal wieder 2 Tage an der Mikrosonde für 10 Pyroxene. Wenn man da überhaupt einen Termin kriegt, dann so in zwei Wochen und für 200 Euro/Tag. Was soll ich dann nehmen, zumal ich pro Anschliff auch noch mal 20-25 Euro zahle (und möglicherweise über einen Monat warten muss). Dann bin ich bei sechs Schliffen am Tag mit der Mikrosonde (mehr schafft man beim besten Willen nicht, wenn man gründlich vorgeht, und nicht nur ein paar wenige Punkte misst, eher sogar noch weniger) bei 200 Euro + 120 Euro = 220 Euro. Rechne ich mal + Anfahrtskosten und Mittagessen + Rücksendung der Proben 240 Euro Kosten für mich, sind das 40 Euro pro Probe (allein die Unkosten, noch keine Steuern, noch kein Verdienst). Dann müsste ich mindestens 60 Euro nehmen, damit ich auf meinen Schnitt komme, und das zahlt keiner mehr. Die Kosten für den Betrieb der Geräte sind immens und 20 Euro für eine EDX-Untersuchung ein Schnäppchenpreis.
Als Nebenjob geht es nicht, zu zeitaufwändig. Hauptberuflich bräuchte man mindestens 1800 Euro/Monat brutto. Das bekommt man nur mit Bestimmungsservice nicht hin, es sei denn man hätte alle Geräte kostenfrei zur Verfügung (das geht aber für Normalsterbliche nicht).
Glück Auf!
Smoeller
Krizu:
Hallo,
sehen wir es einmal wirklich von der Kostneseite:
Das REM-EDX liegt irgendwo im Bereich 150.000 bis 200.000 € Neupreis (lange keins mehr gekauft :-) ).
Flüssiger Stickstoff liegt bei einigen Euro/l + etliche 10 Euro für die Lieferung, vermutlich alle 2 Wochen.
Achja: der Dewar kostet auch und unterliegt möglicherweise der Prüfpflicht für Druckbehälter.
Dann die Betriebskosten REM: Kühlwasser, Vakuumpumpen und Filamente. Wobei sich ein Feldemitter fast schon gegen die Justage-Stunden rechnet. Nur kostet der Ersatz dann auf einen Streich mehr als 5k€. Haltbarkeit - je nach Kopfvakuum zwischen 2 Jahren und 6 Jahren. Dann ist noch keine Reparatur drin!
Dann muss die Probe möglicherweise beschichtet werden, ein Sputtercoater (wenige k€) plus Goldtarget >:D
Ok dann die Arbeit:
Gerätepflege rechne ich einfach mit 5-6h pro Woche (Justage Emitter, Reinigungen, Wartung etc).
Wenn eine EDX vernünftig gemacht werden soll, sollten die Elemente kalibriert sein, imho 80€ pro Element und einige 100€ der Halter (Geller).
Gut, eine unbekannte Probe kommt an:
LiMi (achja - brauche nwir auch noch)und schauen was der Kunde meint. Stelle markieren und/oder Probe auf Teller aufbringen.
10min, 6 Proben beschichten 10min, Proben ins REM bringen 10min bis Vakuum.
maximal 5min Strahl justieren, Messbereich für alle Elemente. 3 min Strahleffizienz bestimmen.
Proben messen (jeweils 5min) sehen, dass nur leichte Elemente vorhanden sind.
Spannung runterregeln, Messbereich umstellen neu die Strahleffizienz bestimmen.
Messen (5min) und auswerten (3min - Plausibilität, Peakformen, Interferenzen).
Will der Kunde nur eine Tabelle mit den Elementen: fertig (2min bis 5min Bericht)
Ansonsten fängt das suchen an: Einige meiner EDX-Rätsel hier sind auch noch nicht gelöst 8)
Der andere Weg ist Proben rein und druff - nur kann dann alles passieren.
Achja: und wenn dann ein Kristall gesucht werden muss, wird es heikel. Ich habe einmal nach einem Foto 2h einen Kristall auf einer Kleinstufe gesucht - im REM sieht alles anders aus. Das war ein TiO2 neben einem Y-Phosphat aus Belgien 8) .
In der Summe führt dazu, dass ca 1h bis 2h für eine Probe abzurechnen sind, in der Regel mit 60€ in der Industrie.
Klar, es mag schneller gehen, aber dann setze ich nicht meinen Namen darunter.
OK, Struktur:
30min pro Probe mit dem Diffraktometer?
Und der Strahlenscutzbeauftragte?
just my 2cts
Frank
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