https://crystalparadise.de/https://www.mineraliengrosshandel.comhttps://www.geolitho.eu/finanziell-unterstuetzen/

Autor Thema: EDS-Analysen und deren Ergebnisse  (Gelesen 3448 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Philip Blümner

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.430
    • weloveminerals
EDS-Analysen und deren Ergebnisse
« am: 25 Feb 10, 16:45 »
Hallo,
ich habe wieder einmal ein paar Sachen in die Analyse geschickt.

1) Okenit (?) aus Dänemark

2) metallischglänzende und rot durchscheinende hexagonale xx auf Stibnit (laut Etikett Hämatit (optisch bestimmt)) von Poopo, Bolivien. Hämatit auf Stibnit hielt ich für recht unwahrscheinlich.

3) winzige metallischglänzende, dunkelgraue und hexagonale xx-Gruppen in Nischen zwischen Chalkopyritkristallen von Mina San Martin, Sombrerete, Zacatecas, Mexiko

4) metallischgrauer, matter cuprit-ähnlich geformter Kristall in Barytdruse von der Grube Clara. Im Endeffekt ein Tetraeder oder Oktaeder mit abgeflachten Spitzen. Mit etwas hellbraunem überzogen.

Leider weiß ich die Ergebnisse nicht richtig zu deuten, da ich sowas noch nicht gemacht habe.

EDS 22.02.10_1 bezieht sich auf die Nr. 3. Wenn ich mir die Elemente so anschaue, dann kommt da Polybasit-Tac/Pearceit raus.

EDS 22.02.10_2 (S. 1-5) bezieht sich auf die Nr. 2. Da kommt (Zn,Fe)S raus, aber Sphalerit in roten hexagonalen Plättchen? Käme da dann nicht auch Wurtzit in Frage?

EDS 22.02.10_2 (S. 6-11) bezieht sich auf die Nr. 4. Da bin ich etwas ratlos.

Und Okenit.txt (Achtung: französisch!) bezieht sich auf den Okenit. Bei der Probe waren auch auf Okenit aufgewachsene Apophyllite und scheinbar noch was anderes. Beim Okenit geht es nur um die fibres. Die Zahlen geben sicher die Prozente der Ca-, Al-, Si- und O-Anteile, nehme ich an. Aber was nun und wieviel...?


http://www.slugslayer.com/MinAtlas/EDS_22.02.10_1.pdf

http://www.slugslayer.com/MinAtlas/EDS_22.02.10_2.pdf

http://www.slugslayer.com/MinAtlas/Okenit.txt

Liebe Grüße Philip

Offline Krizu

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 3.123
Antw:EDS-Analysen und deren Ergebnisse
« Antwort #1 am: 25 Feb 10, 18:06 »
Hi,

Ob Wurzit oder Sphalerit kann dir eine EDX nicht sagen. ZnS mit Eisen halt.

zum Okenit.txt: Das sind die Ergebnisse einer XRD, also a b s und \alpha \beta \gamma mit dem berechneten Volumen der Elementarzelle.

Zu deinem Polybasit:
Du hast ein (Ag,Cu) zu Schwefel von rund 2 zu 1 - was ist mit einem schmutzigen Akanthit?
ok - 18 : 11 ist auch noch dicht an 2:1 :-) Vielleicht mal die Winkel ausmessen und vergleichen?

MfG

Frank


Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.368
  • Diplom-Mineraloge
Antw:EDS-Analysen und deren Ergebnisse
« Antwort #2 am: 25 Feb 10, 18:44 »
Hallo,

Wurtzit würde ich dann eher sagen, wenns hexagonal ist. Ist auch in Bolivien nicht selten.

Wegen dem Spektrum von der Clara, wo ist das?

Glück Auf!
Smoeller

Offline Krizu

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 3.123
Antw:EDS-Analysen und deren Ergebnisse
« Antwort #3 am: 25 Feb 10, 18:52 »
zweites File, Seite 6-11.

Das Material ist sicher zweiphasig, sihe Grauwerte im Materialkontrast und die EDX.
Das hat der Operator aber erkannt und gezielt die Punkte in beide Phasen gesetzt.

Frank

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.368
  • Diplom-Mineraloge
Antw:EDS-Analysen und deren Ergebnisse
« Antwort #4 am: 25 Feb 10, 19:13 »
Hallo,

Bezüglich des Stücks von der Clara: Sicher ein Gemenge verschiedener Phasen, auch wenn es nicht so aussieht.

Spricht von der Beschreibung einiges für Kupferkies, matt angelaufen. Nicht auszuschließen ist, dass es sich im vorliegenden Falle bereits um eine oberflächliche Umwandlung in Stibioluzonit(Famatinit)/Luzonit handelt. Das könnte den Sb-Gehalt erklären. Das bräunliche ist entweder ein Arsenat (Bariopharmakosiderit oder was aus der Crandallitgruppe vielleicht) oderaber ein Sb-Mineral wie Cervantit oder Tripuhyit. Alle diese Mineralien können mit Kupferkies zusammen vorkommen. Auch ein amorphes Mineral wie Pitticit ist nicht auszuschließen. Der Schwefel- und Barium-Gehalt ist scheinbar recht variabel. Könnten Spuren von Baryt sein, oder in den Mineralen drin sein (z.B. S-haltige Glieder der Crandallitgruppe).

Sehr schwer, da was vernünftiges rauszukriegen.

Der Cl-Gehalt ist mit Sicherheit nicht wirklich formelbestimmend. Ich wüsste nur Akaganéit von der Clara, was hier passen würde, das Cl enthält.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Philip Blümner

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.430
    • weloveminerals
Antw:EDS-Analysen und deren Ergebnisse
« Antwort #5 am: 01 Mar 10, 15:25 »
Hallo,
danke für die Antworten. Beim Clara-Stück habe ich ein Foto hier im Atlas gefunden, das meinem recht nahe kommt, wobei mein Kristall nicht in Quarz sitzt:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1223142798
Noch ist die Stufe ist beim Analysator, daher ist mein Erinnerungsvermögen etwas geschwächt.

Zitat von: Krizu
zum Okenit.txt: Das sind die Ergebnisse einer XRD, also a b s und \alpha \beta \gamma mit dem berechneten Volumen der Elementarzelle.
Das hilft mir leider auch nicht weiter. Damit habe ich keine Erfahrungen.

Wegen des Polybasits sehe ich dann, wenn ich das Stück wiederhabe.

Gruß Philip

Offline Krizu

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 3.123
Antw:EDS-Analysen und deren Ergebnisse
« Antwort #6 am: 01 Mar 10, 16:21 »
Hallo,

was ist den genau unklar?
Liegt es am "francais"" oder an der Physik?

MfG

Frank

Offline Moni

  • ******
  • Beiträge: 1.484
  • Ich liebe dieses Forum!
Antw:EDS-Analysen und deren Ergebnisse
« Antwort #7 am: 13 Apr 10, 20:00 »
Hallo krizu,

sag mal, bei den REM-Untersuchungen von Mineralien, legt Ihr da gar keine Datenbank spricht Mineral+Spectrum ab. Müßte doch dann bei einem gleichartigen Material gleiches bzw. ähnliches rauskommen - Vergleich - schups und das Räzelraten hat ein vorläufiges Ende? Genaue Ergebnisdiskussion vorausgesetzt?

Herzliche Grüße
Moni

Offline Krizu

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 3.123
Antw:EDS-Analysen und deren Ergebnisse
« Antwort #8 am: 13 Apr 10, 20:57 »
Hallo Moni,

nein - das macht imho wenig Sinn.
Du hast zuviele Mischsysteme und genug Elemente mit Problemen. Wie sagte das mal eine weise Frau sinngemäß: "am Belchkopf Knöpfe drücken ist nicht alles"...

Das Problem ist, dass du bei einer schnellen Auftragsanalytik Dir nicht wirklich die Zeit für verschiedene Parametersätze nehmen kannst. Deshalb der "goldene" Mittelweg.

Und falls die Infos fehlen, wird aus einem Sulfid ein Sulfat (O gerechnet) etc. Was meinst Du warum es Firmen mit eigenem REM gibt? Wegen der kurzen Wege der Infos: Was soll ich suchen? Kann das sein? Was ist das denn? Willst du mal gucken kommen?

just my 2 cts...

Frank

Offline Moni

  • ******
  • Beiträge: 1.484
  • Ich liebe dieses Forum!
Antw:EDS-Analysen und deren Ergebnisse
« Antwort #9 am: 13 Apr 10, 21:41 »
Hallo Frank,

Wie sagte das mal eine weise Frau sinngemäß: "am Belchkopf Knöpfe drücken ist nicht alles"...

na das setze ich doch mal voraus ... ;)

 Dachte mir nur so, daß es als erster Anhaltspunkt doch dienen könnte. Eigentlich schade, aber für eine Einschätzung habe ich vom REM leider zu wenig Ahnung.

Was soll ich suchen? Kann das sein? Was ist das denn? Willst du mal gucken kommen?

Ja ja die immer wiederkehrenden Fragen.

Herzliche Grüße
Moni

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge