Hallo,
ich habe noch von Anfang der 80er Jahre etwas Material: Zirkon (nur die bräunlich gefärbten), Bronzit/Enstait (grünlich, durchscheinend, Seidenglanz) , Diopsid (flaschengrün, winzige Körner), Magnetit (kam reichlich vor, gelegentlich sind noch Reste der Kristallflächen nach dem Oktaeder erhalten), Spinell (nur die schwarze, undurchsichtige Variante, ebenfalls gelegentlich Reste von Oktaederflächen), der Rest ist ausschließlich schwarz und schwer zu trennen (Hornblende, Titanit ...). Von der Hornblende gab es Spaltstücke so bis 2 cm Größe, alles andere waren Körner im Milimeterbereich. Aufgehoben habe ich auch noch eine 'unverritzte' Probe der Seife, ist lediglich gewaschen und das Feinkorn abgesiebt. Wenn Interesse besteht, könnte ich mich in mittelfristiger Zukunft mal daran machen und fotogene Stücke fürs Lexikon ablichten.
Was mich aber schon immer mal interessiert hätte: Es wird in der Literatur immer von "historischer Edelsteinseife mit gelegentlicher Gewinnung" geschrieben. Wenn das so gewesen wäre, müßten doch eigentlich Zirkone von dort ihren Weg über die Schmucksteinverarbeitung z.B. in die Sammlung von August dem Starken (Grünes Gewölbe, Dresden) gefunden haben. Zumal die sächsischen Kurfürsten mit speziell eingesetzten Edelsteininspektoren streng darauf geachtet haben, daß da nichts an ihnen vorbei geht. Soweit ich weiß, gibt es aber keine Zirkone von dort in den bekannten Kunstsammlungen.
Vielleicht schreiben die Autoren das auch nur immer wieder voneinander ab und es gab dort lediglich eine gelegentliche Gewinnung von Magnetit als Eisenlieferant von den 'Hausgebrauch'. Das könnte ich mir schon eher vorstellen, da die Zirkone von dort winzig sind, daß nach einer Bearbeitung mittels Schleifen kaum etwa davon übrig bleiben dürfte. Wißt ihr da genaueres?
Glück auf!
Holger