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Autor Thema: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit  (Gelesen 15015 mal)

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Offline triassammler

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #15 am: 16 Jul 10, 18:26 »
Hallo,

nach meiner allgemeinen Antwort von heute morgen komme ich nun dazu, das Bild auch mal in Groß anzusehen.

@Pit: Deine Theorie ist durchaus möglich, das Kupfer wird in Chuquicamata mittels Erzlaugung im ganz großen Maßstab gewonnen und die Restbrühe dann wild in die Atacama ausgeleitet, wo sie in Senken eindampft und verschiedene lösliche Minerale ausfällen.
Einen Grubensumpf gibt es nicht, die Gegend ist absolut knochentrocken.

Ansonsten hat das für mich frappierende Ähnlichkeit mit Stufen, die ich mal selber aus Kupfersulfatlösung gezogen habe.

Ich erinnere mich nicht, dass der Werksgeologe in Chuqui beim Herunterbeten der Mineralliste irgendwas von "Chalkantita" gesagt hätte, auch in meinem Feldbuch von damals habe ich das nicht notiert.

Gruß,
Rainer

Offline Kupperdroll

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #16 am: 16 Jul 10, 19:21 »
Hallo,

Anbei meine Bilder von Kupfersulfat,entstanden in der Elektrolyse einer Kupferhütte.Sie entstehen auf dem Grund z.B. der Becken und Behälter( und wurden auch in Rohrleitungen gefunden ) bei Reinigungs- und Wartungsanlagen.Die Tiefe des Farbtons und die Größe sind abhängig von der Konzentration und der Zeit zum wachsen.
Meine Kristalle sind zwar nur ca. 1-1,5 cm groß,aber ich glaube,sie helfen bein verstehen dieser Problematik.

Offline Embarak

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #17 am: 16 Jul 10, 20:43 »
Hallo,
Mich erinnert die Stufe auch an meine frühen Kupfersulfat-Eyperimente,bei denen ich 4-cm-Kristalle
ähnlicher Form auf einem rauhen Bruchstein gezogen hatte.
Pit`s  Idee von der rezenten Bildung ist allerdings nicht  von der Hand zu weisen.
...das Kupfer wird in Chuquicamata mittels Erzlaugung im ganz großen Maßstab gewonnen...
...Ich erinnere mich nicht, dass der Werksgeologe in Chuqui beim Herunterbeten der Mineralliste irgendwas von "Chalkantita" gesagt hätte
Aber mindat führt es auf der Chuquicamata-Seite auf :
http://www.mindat.org/loc-641.html
Gruß
Norbert

Offline giantcrystal

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #18 am: 16 Jul 10, 21:22 »
Hallöchen

ob es sich um eine Züchtung oder eventuell eine natürliche Bildung handelt, kann man wohl am ehesten durch eine
Untersuchung der Matrix herausfinden. Besteht diese aus einem Gestein, das in Chuqui vorkommt, so ist eine natürliche
Entstehung zumindestens recht wahrscheinlich, da sich ein Kristallzüchter wohl kaum die Mühe machen würde,
solch ein Gestein als Untergrund zu verwenden

Grundsätzlich ist die Bildung gut ausgebildeter modellhafter Chalkantitkristalle in der Natur durchaus möglich, teilweise auch in beträchtlichen Grössen. Ich habe etwa 1998 im Rammelsberg anlässlich einer offiziellen Befahrung der sogenannten "Stalinallee" selbst hervorragende Chalkantitkristalle von etwa 4 cm Größe bergen können ---leider waren diese aber auf Dauer instabil und begannen nach einigen Monaten zu dehydrieren und zu zerfallen.

Glück Auf

Thomas

P.S. : Ach ja, was das Alter der Chalkantitbildungen anbelangt, so können sich diese in sehr kurzer Zeit bilden - wenige Wochen bis Monate - es ist also ein sehr junges Alter anzunehmen
« Letzte Änderung: 16 Jul 10, 23:16 von giantcrystal »

Offline Amberimage

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #19 am: 19 Jul 10, 10:45 »

ähm....ja nun, Natur oder Zucht ???

So wie ich aus den Beiträgen lesen konnte gehen die Meinungen auseinnander...

Frank, ich habe ja bereits auf deine Anfrage geschrieben das einige Bereiche der Kristalle trüber sind, ist das jetzt ein Indiz für Natur oder ehr Zucht?

Cheers

Offline minerik

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #20 am: 19 Jul 10, 16:01 »
Hallo,

meiner Meinung nach sind die Kristalle gezüchtet. Erkennbar sind die Streifen am Kristall die auf ein sehr schnelles Wachstum hindeuten. Solche Stufen werden meist mit der Abkühlungsmethode gezüchtet und wachsen zu der Größe in 2 bis 3 Tagen heran. Die Matrix sieht nach einem sehr porösen Material aus, könnte das Lavagestein sein?
Lavagestein oder generelle poröse Gesteine werden sehr gerne zur Kristallzucht benutzt, was meiner Meinung nach ein weiteres Indiz dafür ist das es sich um eine Synthetische Stufe handelt.

MfG Erik

Offline Krizu

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #21 am: 19 Jul 10, 19:50 »

ähm....ja nun, Natur oder Zucht ???

So wie ich aus den Beiträgen lesen konnte gehen die Meinungen auseinnander...

Yepp - Sicherheit wird es nicht geben.

Zitat
Frank, ich habe ja bereits auf deine Anfrage geschrieben das einige Bereiche der Kristalle trüber sind, ist das jetzt ein Indiz für Natur oder ehr Zucht?

Es ging mir um die Flächenausbildung. Die Seitenflächen bilden fast immer trübe Bereiche.
Die Streifen entstehen in Abhängigkeit von der Mutterlauge - zu schnelles Wachstum macht eher den ganzen Kristall trübe. Meine Erfahrung...

Ich habe hier einen Kristall der über mehr als 6Monate auf ca 4cm Kantenlänge gewachsen ist. Der hat genausoviele Streifen wie eine Schnellzüchtung. Es hängt von der Flächenausbildung ab - nur ein Flächentypus wird streifig.

Mfg

Frank

Offline giantcrystal

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #22 am: 19 Jul 10, 20:19 »
...aber soviel Geduld braucht man gar nicht :

Ich habe früher zu Schulzeiten Kupfersulfatlkristalle bis zu 4 cm in 30 Minuten gezüchtet - durch extreme Übersättigung der Lösung und rasche Abkühlung im Kühlschrank. Von einer Kristalltrübung war anschliessend nichts zu bemerken, auch nicht von Skelettwachstum

Glück Auf

Thomas

Offline Krizu

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #23 am: 19 Jul 10, 20:28 »
Hallo,

die Kristalle waren wasserklar? Ich hatte mir damals etwas Literatur zu dem Thema kommen lassen. Die haben für 1cm3 Kristalle bei 60°C gezüchtet und dann die klaren Sektoren per Fadensäge ausgetrennt. Ich will es nicht abstreiten, aber dann hattest du Glück mit den Spurenverunreinigungen.

Edit:
Ab die Kristalle echt sind oder fake wird sich mit Sicherheit kaum sagen lassen, es sei denn die Matrix wird analysiert und abgeglichen.
Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass die Natur solche Stücke produziert. Aber ich kann es auch  >:D

MfG

Frank
« Letzte Änderung: 19 Jul 10, 20:41 von Krizu »

Offline cmd.powell

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #24 am: 21 Jul 10, 03:06 »
...aber soviel Geduld braucht man gar nicht :

Ich habe früher zu Schulzeiten Kupfersulfatlkristalle bis zu 4 cm in 30 Minuten gezüchtet - durch extreme Übersättigung der Lösung und rasche Abkühlung im Kühlschrank. Von einer Kristalltrübung war anschliessend nichts zu bemerken, auch nicht von Skelettwachstum

Glück Auf

Thomas

Also mich wundert weniger, das die Kristalle wasserklar gewesen sein sollen, sondern vielmehr, das Du wirklich große Kristalle trotz drastischer Übersättigung bekommen hast. Ich hätte jetzt vermutet, das Du eher einen feinkristallienen Niederschlag, also quasi Pulver bekommen hättest. Hattest Du Kupfersulfat als p.a.-plus in bidestillierten Wasser, oder wie konntest Du die spontane Keimbildung wirksam unterdrücken ? Ich hab natürlich auch mal Kristalle selbstgezüchtet und meine besten Ergebnisse habe ich immer dann bekommen, wenn ich mit sehr geringer Übersättigung gearbeitet habe. Da kommen immer sehr transparente Kristalle mit sehr gut ausgebildeten Flächen bei raus. Die Größe ist dann eine Frage der "Ausdauer"  ;)

Offline wilbi

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #25 am: 29 Jul 10, 18:28 »
Hallöchen

ob es sich um eine Züchtung oder eventuell eine natürliche Bildung handelt, kann man wohl am ehesten durch eine
Untersuchung der Matrix herausfinden. Besteht diese aus einem Gestein, das in Chuqui vorkommt, so ist eine natürliche
Entstehung zumindestens recht wahrscheinlich, da sich ein Kristallzüchter wohl kaum die Mühe machen würde,
solch ein Gestein als Untergrund zu verwenden

Grundsätzlich ist die Bildung gut ausgebildeter modellhafter Chalkantitkristalle in der Natur durchaus möglich, teilweise auch in beträchtlichen Grössen. Ich habe etwa 1998 im Rammelsberg anlässlich einer offiziellen Befahrung der sogenannten "Stalinallee" selbst hervorragende Chalkantitkristalle von etwa 4 cm Größe bergen können ---leider waren diese aber auf Dauer instabil und begannen nach einigen Monaten zu dehydrieren und zu zerfallen.

Glück Auf

Thomas

P.S. : Ach ja, was das Alter der Chalkantitbildungen anbelangt, so können sich diese in sehr kurzer Zeit bilden - wenige Wochen bis Monate - es ist also ein sehr junges Alter anzunehmen

Hallo, ich habe aus dem Communionsteinbruch am Rammelsberg bei Goslar millimeter große Kristalle vor über 30 Jahren direkt auf Pyrit in meine Sammlung genommen. Diese Kristalle sind heute noch genau so frisch wie damals. Habe sie allerdings noch nie gewaschen.Eine Besonderheit ist, daß direkt auf dem Ch. winzige Pyritwürfel aufgewachsen sind.
Habe ein Foto unter "Chalkanthit" eingestellt.
Gruß Willi

Offline Amberimage

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Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #26 am: 06 Aug 10, 14:15 »

einen wunderschönen,

So wie ich aus den Beiträgen lesen konnte gehen die Meinungen leider auseinnander... :-\
Dennoch ist das ein interessanter Beitrag geworden.

Die Idee mit der Untersuchung der Matrix (Fundort) finde ich gut, sicherlich wäre es die Lösung.
Aber der Aufwand wäre doch damit verbunden auch ziemlich groß, oder?

Nun,...habe ich es auch richtig verstanden, egal ob nun Natürlich oder Künstlich die Stufe ist, in beiden fällen halten die die Kristale nicht lange,(vergleichbar mit anderen Mineralien) werden die Kristalle ziemlich schnell trübe und brüchig, ist das richtig?

Wenn ja, wielange dann ca.? (Die Stufe ist 24h im Schaten in der Vitrine und (nur) dem Tageslicht ausgesetzt).

Cheers


Offline Wasserhund

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    • Wasserhund
Re: Echtheit & Alter bestimmung des Minerals Chalkanthit
« Antwort #27 am: 06 Aug 10, 21:52 »
Hallo,

hab zwei Chalkanthite in meiner Sammlung. Der natürliche ist ca. 1 Jahr alt und so wie am ersten Tag, ist allerdings auch eingedost. Der andere, gezüchtete ist ca. 15 Jahre alt, war auch nie eingedost. Etwas blasser ist er im laufe der Jahre geworden, aber immernoch blau und stabil. Beide Steinchen sind immer im Tageslicht.

Grüße,

Edit: Chalkanthit mag Trockenheit und Feuchtigkeit beidermaßen nicht, ist also schwierig zu lagern. Silikagel oder feuchte Watte scheiden also aus. Ich probier es mal mit dem einfachen eindosen, evtl. genügt ja das Mikroklima der Dose...

in 15 Jahren erstatte ich Bericht...
« Letzte Änderung: 07 Aug 10, 00:09 von Wasserhund »

 

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