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Autor Thema: Stabilisierung von Mineralien  (Gelesen 9848 mal)

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Monika

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Stabilisierung von Mineralien
« am: 19 Sep 10, 14:42 »
Liebe Mineralienfreunde!

Ich bin eine sehr große Liebhaberin edler Mineralien und sammle sie leidenschaftlich, obwohl ich sie nicht selber suche und auch bei keinem Club bin. Obwohl ich schon viel gelesen habe und sehr gute Bücher zu dem Thema besitze bin ich natürlich auch keine Fachfrau, sondern einfach sehr begeistert,
Nun habe ich einige Steine bekommen, die dringend eine Stabilisierung benötigen, so wie Schörl, Türkis oder auch manche Bergkristalle und andere. Im Internet habe ich recherchiert, dass man dies mit "opticon 224" sehr gut auch selbst machen kann. Doch ich habe in Europa keine Quelle gefunden, wo man dies kaufen könnte. Und in den USA zu bestellen ist extrem teuer. Nun meine Frage: liege ich damit überhaupt richtig? Habt Ihr Erfahrung mit diesem Produkt? Oder gibt es dazu andere Materialen, die besser geeignet sind? Kann ich es in Österreich oder Deutschland kaufen?

Mit einer Antwort wäre mir sehr geholfen, da ich meine Schätze gut bewahren will und hierzu die beste Möglichkeit suche.

Vielen herzlichen Dank im Vorhinein,

Monika

Offline Doc Diether

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Re: Stabilisierung von Mineralien
« Antwort #1 am: 19 Sep 10, 16:53 »
hier wäre vielleicht interessant, was unter "Stabilisierung" verstanden wird? Bröseln die Stücke oder sind sie matt?
Gruß
Doc Diether

Offline Walpurgin

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Re: Stabilisierung von Mineralien
« Antwort #2 am: 19 Sep 10, 17:16 »
Ohne Werbung machen zu wollen aber ich lasse meine Klunker hier professionell sichern und stabilisieren.
http://www.mineralienwerkstatt.de/

Offline doe

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Re: Stabilisierung von Mineralien
« Antwort #3 am: 19 Sep 10, 19:41 »
Hi Monika,
ist mir auch etwas unklar,was es bei Schörl und Bergkristall zu sichern gäbe,bei Türkis schon eher. Meinst Du vielleicht reinigen ?
Gruß Günter

Offline mineralienguenni

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Re: Stabilisierung von Mineralien
« Antwort #4 am: 19 Sep 10, 20:41 »
Hallo
Ich habe auch noch nie gehört, daß Bergkristall oder Schörl stabilisiert werden müssten. :-\
Glück auf

Offline guefz

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Re: Stabilisierung von Mineralien
« Antwort #5 am: 19 Sep 10, 21:41 »
Hallo,

vielleicht will sie gebrochene Kristalle kleben. Turmalin und Quarz brechen ja schon mal an ungünstigen Stellen bei der Bergung der Stufen...

Günter

Offline wilbi

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Re: Stabilisierung von Mineralien
« Antwort #6 am: 19 Sep 10, 22:55 »
Hi,

ich könnte mir vorstellen, daß die Stücke vielleicht auf einen Plastiksockel montiert werden sollen.
Gruß willi

Offline doe

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Re: Stabilisierung von Mineralien
« Antwort #7 am: 19 Sep 10, 23:35 »
Hi,
genug spekuliert,
Monika bitte melden und präzisieren !
Ich gehe irgendwie mit dem Gedanken schwanger,da will jemand "Orgonit Towerbuster" basteln....?
Gruß Günter
« Letzte Änderung: 20 Sep 10, 08:13 von doe »

Monika

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Re: Stabilisierung von Mineralien
« Antwort #8 am: 20 Sep 10, 14:06 »
Hallihallo,

erstmal danke für die zahlreichen Antworten.

Mit "Stabilisierung" meine ich, dass ich einige wunderschöne große Turmalin-Stufen habe, von welchen viele kleine Einzelteile abbröseln. Ich will diesen so sichern, dass er problemlos transportiert werden kann. Ebenso habe ich Türkis-Kristalle, Lavasteine, Selenit, Cyanit und Azurit, mit welchen in der Folge auch hantiert werden soll. Ich muss also die Steine solcherart mit Kunstharz behandeln, dass nicht die Gefahr besteht, dass bestehende Risse sich vergrößern, dass Teile abbrechen oder gar der Stein ganz zerbricht, selbst wenn man ihn als Schmuckstein trägt, oder in Folge sogar als solcher schleift oder poliert. Offenbar wird dies mit vielen Schmucksteinen gemacht, bevor man sie poliert. Das Harz wird hierzu in einer Unterdruckkammer aufgetragen.

Habt ihr noch weitere Ideen hierzu?

Vielen Dank,

Monika

Offline doe

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Re: Stabilisierung von Mineralien
« Antwort #9 am: 20 Sep 10, 17:38 »
Hi,
bei Türkiskristallen und zu schleifenden Schmucksteinen muß ich aus Unkenntnis passen.
Gruß Günter

Offline Doc Diether

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Re: Stabilisierung von Mineralien
« Antwort #10 am: 20 Sep 10, 17:54 »
ich würde aus meiner langjährigen allgemeinen Mineralien-Erfahrung meinen, daß Schmucksteine, die man irgendwie und wo schleifen lassen möchte, sicher auch von ebensolchen Spezialisten fachmännisch stabilisiert werden sollten. Sind es Mineralien für die Sammlung, kann man sie ja bei Bedarf selbst mit Sekundenkleber etc. kleben.
Generell würde ich von vorneherein solche Mineralien nicht kaufen. Ebenso erscheint mir das Risiko für noch zu verarbeitende Schmucksteine auch zu hoch. Ich würde die Finger davon lassen.
Anders ist es nur bei selbst gefundenen Mineralien, die einem wertvoll erscheinen.
Gruß
Doc Diether

Offline triassammler

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Re: Stabilisierung von Mineralien
« Antwort #11 am: 20 Sep 10, 19:48 »
Hallo Monika,

die von Dir bereits erwähnte Methode mit der Harzverpressung in einer Unterdruckkammer ist die beste. Das Verfahren eignet sich aber nur, wenn man den Stein anschließend weiter verarbeiten will, denn natürlich ist er nach der Behandlung völlig mit Harz zugeschmiert.

Das prophylaktische Imprägnieren/Tränken von Mineralstufen gehört unter Liebhabern m. W. nicht zum guten Ton. Lieber verzichtet man darauf, die Stufe großartig in der Gegend herumzutransportieren. Im Einzelfall gibt es natürlich Ausnahmen, wenn das Stück sozusagen schon beim Ansehen auseinanderbröselt. Hier arbeitet man aber punktuell, d. h. bringt dünnflüssigen Klebstoff (u. a. Sekundenkleber) gezielt in Risse ein und vermeidet nach Möglichkeit die Benetzung des umgebenden Materials.

Eine Methode, die ich ausprobiert habe und mit der ich sehr zufrieden bin, ist eine Lösung des Kunststoffs Paraloid B67 in Aceton. Diese Mischung findet auch in der Archäologie bspw. bei der Festigung von Stein- oder Tonartefakten Anwendung. Bei ca. 10%-iger Konzentration werden bröselige Stücke hinreichend gefestigt, dass sie bei umsichtiger Handhabung nicht weiter zerfallen. Allerdings kommt es beim An-die-Wand-Werfen nach wie vor zu Zerstörungen  ;) Für als Schmuck zu tragende Steine, die demgemäß einer gewissen alltäglichen Beanspruchung unterliegen, wahrscheinlich nicht geeignet.
Großer Vorteil: Hat man sich ein Stück mit der Lösung versaut, kann das Polymer leicht wieder in einem Acetonbad aufgelöst werden.
Anbieter für Paraloid B67 (es gibt verschiedene Derivate, die unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, darauf sollte geachtet werden!) lassen sich leicht per Google finden. Ein 500 g-Beutel des Granulats reicht für ein halbes Leben, wenn man die Restlösung nach der Anwendung filtert und wiederverwendet.

Du hast auch Lavasteine in Deiner Liste. Sofern es sich nicht gerade um dichten Basalt oder Obsidian handelt, wirst Du es schwer haben, sie Politur annehmen zu lassen. Und wenn Du Kunststoff hineinverpresst, um die Polierfähigkeit zu erhöhen, hast Du dank des hohen Porenvoluments ein Objekt, das bis zu 50% aus Kunststoff besteht.
Auch gilt es zu bedenken, dass poröse und saugfähige Gesteine als Schmuck auf der Haut getragen Schweiß und Fett aufnehmen, was auf Dauer nicht nur den Stein schädigen, sondern auch den Träger zur regelmäßigen Reinigung seines Schmucks zwingen kann.

Es hat schon seine Gründe, warum für hochwertigen Schmuck nur ausgesuchte Steine besonderer Qualität verarbeitet werden...

Gruß,
Rainer

 

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