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Autor Thema: Dolomit mit Chalkopyrit  (Gelesen 8858 mal)

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Offline Achim

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Dolomit mit Chalkopyrit
« am: 24 Oct 10, 12:53 »
Hallo,

aus meinem großem Sammlungserwerb letztes Frühjahr stammt nachfolgende 13cm * 11cm * 6cm große Stufe. Auf der Unterseite ist ein fast vollständig verblichenes Zettelchen aufgeklebt. Richtig eindeutig ist nur Kalk... zu lesen. Das lässt Kalkspat vermuten, nur das ist es m.E. sicher nicht. Darunter noch ein Wort, nur zu erahnen: ich meine Kupferkies  - das würde m.E. wieder passen.

Ich tippe verstärkt auf Dolomit (da würde m.E. die Farbe gut passen, ebenso die Paragenese) oder Fluorit (prakettierte Würfel, nur die Farbe?) Der Strich ist weiß, reagiert nicht merklich auf HCl, Härte um 4.

Leider kann ich auf dem Label keinen Fundort entdecken - woher könnte das Stück stammen?

Glück auf

Achim

« Letzte Änderung: 17 Mar 16, 15:51 von oliverOliver »

Offline Achim

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Re: Dolomit?
« Antwort #1 am: 24 Oct 10, 12:56 »
und hier noch das Zettelchen:

einmal 'Original', einmal kontrastverstärkt


Offline Walpurgin

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Re: Dolomit?
« Antwort #2 am: 24 Oct 10, 14:17 »
Bei der Paragenese ist es fast völlig unmöglich den Fundort zu bestimmen.
Als Fundort könnte das sächsische Erzgebirge,Böhmen,Slowakisches Erzgebirge usw. in Frage kommen.

Online uwe

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Re: Dolomit?
« Antwort #3 am: 24 Oct 10, 15:23 »
Wenn ich den kontrastverstärkten Zettel deute, könnten man da nicht Hartenstein erkennen ? Das wäre dann wohl der Schacht bzw. die Halde 371. Niederschlema und Hartenstein sind ja fast das selbe. Die Paragenese könnte wäre typisch für diese Fundstelle. Falls die Kristalle HCl-Resistenz zeigen, wird es wohl Dolomit sein. Jedenfalls eine schöne Stufe. Ich würde mal vosichtig mit Dithionit ran gehen.

Uwe

Offline ZEO

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Re: Dolomit?
« Antwort #4 am: 24 Oct 10, 17:35 »
Hallo,
zu deiner Frage, Dolomit oder Fluorit: für mich sieht das nicht wie Fluorit aus. Das sind nicht wirklich Würfel, meine ich. Also bleiben die Karbonate, wie Dolomit oder Ankerit (noch ein wenig schlechter löslich in Säure).#Gruß
Jürgen

Offline Kay

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Re: Dolomit?
« Antwort #5 am: 24 Oct 10, 19:28 »
Hallo Achim,

den Fundstellenzettel einaml unter UV- Licht betrachten.
Vielleicht wird da der Kontrast der "Tinte" und des Papiers noch etwas deutlicher.
(oder das Foto mal in sog. Falschfarben darstellen)

Ich würde auch auf Dolomit tippen. Gerade dann wenn in verdünnter Salzsäure keine Reaktion stafttfindet.

Wie uwe shon geschreiben hat, kann mit Dithionit vorsichtigt etwas gereinigt werden.
(Vorsicht: Kupferkies kann aber anlaufen...)

Bis denne
Kay

Online uwe

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Re: Dolomit?
« Antwort #6 am: 25 Oct 10, 09:58 »
Habe gerade einem Hinweis erhalten, daß die Mineralbezeichnung auf dem Zettel Kalkopyrit lauten kann. Finde ich durchaus einleuchtend.

Uwe

Offline raritätenjäger

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Re: Dolomit?
« Antwort #7 am: 25 Oct 10, 11:41 »
Hallo,

du hast wohl richtig gelesen, Achim. Außer "Kalkspat" und "Kupferkies" erkenn ich auch nix. Dolomit mit Chalkopyrit sollte es sein, Fundort? Tja, aus Kamsdorf vielleicht ein altes Stück, aus dem Siegerland?

Gruß
Andreas

Offline Jochen1Knochen

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Re: Dolomit?
« Antwort #8 am: 25 Oct 10, 19:40 »
Hallo!
Nach dem zweiten Wort steht noch eine Klammer und dann etwas wie Rau
Eventuell Rauris? Dann könnte das Ende des zweiten Wortes -kar sein.
Der Anfang ein F:also F....kar(Rauris)
Gruß Jens

Offline Achim

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Re: Dolomit?
« Antwort #9 am: 26 Oct 10, 19:42 »
Hallo,

vielen Dank für Eure Bemühungen beim Labelraten. Leider konnte ich mit Tonwertkorrektur, Farbbalance, Kontrast etc. kein deutlicheres Bild hinbekommen.

Hartenstein halte ich aufgrund des Alters der Mine eher für Unwahrscheinlich. Der Sammler wird um 1895 geboren sein, vor Bau der Mauer war die Mine - wenn richtig nachgelesen - ja noch nicht exisitent. Da viele Fundstücke aus dem Siegerland stammten, dürfte dies noch die wahrscheinlichste Lokalität sein. Schade, das auch hier der Fundort endgültig verloren scheint.

Frage zum Dithionit: wo besorgt man sich dies?

Glück auf

Achim

Offline limestone

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Re: Dolomit?
« Antwort #10 am: 26 Oct 10, 21:48 »
Hallo Achim,
ist schon schade, wenn man den Fundort einer historischen Stufe nicht mehr zuordnen kann. Wenn ich da an meine Sammlung denke, Zettel sind absolute Mangelware. Vielleicht komme ich ja diesen Winter mal dazu Alles zu beschriften.
Natriumdithionit bekommst Du z.B. bei Mikon oder in der Drogerie um die Ecke.
Glück Auf
Ralf

Online uwe

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Re: Dolomit?
« Antwort #11 am: 27 Oct 10, 09:24 »
Mit dem Zeitpunkt des Mauerbaues hat der Bergbau in Niederschlema/Hartenstein nichts zu tun. Die Erkundung begann kurz nach den Krieg und aus dieser Zeit könnte die Stufe in den oberflächennahen Teufen geborgen worden sein. Der benannte Sammler war zu dieser Zeit 51 Jahre alt und könnte durchaus eine Stufe von dort erworben haben.

Der Bergbau im Schlematal begann vermutlich bereits im 14 Jahrhundert.

Uwe

PS: um weiter kommen zu können: Wo hat der Sammler gelebt und war er im Bergbau beschäftigt ?

Offline Achim

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Re: Dolomit?
« Antwort #12 am: 30 Oct 10, 13:41 »
Hallo Uwe,

zum Sammler kann ich nur wenig Sagen. Er ist um 1970 gestorben, die Sammlung hatte ich vom Enkel erworben. Vom Beruf her war er Bauingenieur und viel international unterwegs, vorwiegend in Marokko und Iran. Er war Mitglied der geologischen Gesellschaft Essen. Verbindungen zum Bergbau kann ich weder bestätigen noch ausschließen. Also sehr wenig an Hintergrund.

Ich fürchte die wird kaum bei der Eingrenzung helfen.

Glück auf

Achim

p.s. Den Namen kenne ich (der kommt in DE keine 5* vor)  aus diversen Briefen / Papieren, welche zum Einwickeln verwendet wurden. Zwei davon hatte ich aufgehoben

Online uwe

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Re: Dolomit?
« Antwort #13 am: 30 Oct 10, 22:17 »
Bei dem Betätigungsprofil des Sammlers wird die Stufe wohl nicht aus dem Erzgebirge sein. Wenn es sich um eine durch KoKo exportierte Stufe aus Hartenstein handeln würde, wäre das Etikett kein handgeschriebener Zettel.

Uwe

Offline UlrichW

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Re: Dolomit?
« Antwort #14 am: 01 Nov 10, 21:51 »
Hallo Achim,

das der Vorbesitzer Kontakte zur "geologischen Gesellschaft Essen" gehabt hat, stärkt in mir den verdacht daß es sich um eine Stufe
aus dem Ruhrbergbau handeln könnte. Als ich mir das Bild so angeschaut habe war mein erster Gedanke: Ey, die kommt von hier. Darauf lassen
die Art der Dolomite und die Kupferkiese schließen. Zudem befindet sich am oberen linken Bildrand so ein komischer Fleck. Das könnte eventuell
verwitterter Galenit oder mit Hydrozinkit überzogene Zinkblende sein. Als Matrix vernmute ich mal so eine Art Sandstein bzw. ein Sandstein-Kiesel-Konglomerat.
Finden sich auf der Stufe Reste einer weissen feinglimemrigen Substanz? Sitzen in Zwickeln zwischen den Dolomiten eventuell schwarze, wie Obsidian
aussehende Bröckchen (=Steinkohle)?

Ok, um welchen Fundort es sich genau handelt ist fast nicht auszumachen, da die Mineralisation auf unseren Gruben extrem ähnlich war, nur einige "Leuchtfeuer"
haben charakteristische Merkmale. Mein Verdacht würde aber auf eine Grube im westlichen Ruhrgebiet hinaus laufen. Da der Vorbesitzer die Stufe höchstwar-
scheinlich geschenkt bekommen hat (oder getauscht), vermute ich eine Zeche, die in den Jahren 45 bis 60  als Stufenlieferant bekannt war. Das waren
hauptsächlich Christian Levin (Köhlersprungmineralisation, darauf deutet der "Sandstein bzw. Grauwacke hin) oder Graf Moltke (sehr ähnliches Vorkommen). Ansonsten gab es zu dieser zeit kaum größere Aufsammlungen von Mineralien aus anderen Gruben (das startete erst so in den 60er), zumal nicht von einer "geologischen Gesellschaft..).

Ich hoffe das  hilfrt etwas weiter.

 

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