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Autor Thema: UV-Lampen - Wellenlängen  (Gelesen 20808 mal)

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Offline cereus

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UV-Lampen - Wellenlängen
« am: 04 Nov 10, 13:46 »
Servus Ihr Spezialisten und Wissende,
ich bin seit einigen Wochen passives Mitglied im Forum,
jetzt aber will ich aus gegebenem Anlass aktiv werden und Euch eine Frage stellen:

Ganz grob kann man die UV-Strahlung in UV-A, UV-B und UV-C (absteigend nach der Wellenlänge) einteilen.

Mineralien, die Fluoreszenz zeigen, reagieren - von den bekannten Ausnahmen abgesehen - entweder
auf langwelliges UV (UV-A) oder kurzwelliges UV (UV-B). Bei Bestrahlung mit UV-C erfolgt fast keine Fluoreszenz.
Die am Markt befindlichen UV-LEDs strahlen UV im Bereich von 405 nm ab (langwellig).

Was verwendet Ihr für Lampen wenn Ihr kurzwelliges UV (280-350 nm) benötigt?

Ist die Bandbreite des abgestrahlten UV bei den sog. Schwarzlicht-Röhren (z.B. Geldscheinprüfer) ausreichend,
um auch in den kurzwelligen Bereich hineinzureichen?

Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen,
Euer
cereus

Offline Axinit

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Re: UV-Lampen - Wellenlängen
« Antwort #1 am: 04 Nov 10, 16:09 »
Servus,

zum Betrachten von Mineralien (und auch Fossilien) verwende ich typischerweise eine kleine, netzbetriebene  UV-Lampe, bei der man entweder eine Wellenlaenge von 254 nm oder von 365 nm durch einen Wechselschalter anwaehlen kann. In einem abgedunkelten Raum lassen sich damit auch groessere Handstufen bequem (und vor allem gefahrlos betrachten und ggf. auf das Vorhandensein von Fluoreszenz/Phosphoreszenz-Phaenomenen pruefen.

Ich hoffe, dass Dir die Antwort ein wenig weiterhilft - ansonsten muessen die Spezialisten und alle, die sich dafuer halten, aus dem Schatten treten  8).

GA

Harald

Offline cmd.powell

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Re: UV-Lampen - Wellenlängen
« Antwort #2 am: 04 Nov 10, 17:00 »
Hallo

Ich war 2005 auf einer Sammelexkursion in den USA/Kanada und hatte dabei die Gelegenheit, das Mineralienmuseum von Franklin zu besuchen. Der Fundort, und natürlich auch das benachbarte Sterling Hill ist recht berühmt für seine UV-Mineralien und auf jeden Fall eine Reise wert. Das Museum in Franklin hat auch einen kleinen Shop (wie fast alles in den USA), dort kann man sich auch UV-Lampen kaufen. Dort habe ich eine hierzulande weitgehend unbekannte UV-Lampe mit drei Wellenlängen gekauft. Neben den hier bekannten 365 und 254 nm gibt es noch eine "Zwischenfarbe" bei 305 nm. Es gibt tatsächlich Mineralien, die besonders stark bei dieser "Zwischenwellenlänge" fluoreszieren, so z.B. ein Calcit aus Madan/Bulgarien, der in LW-UV praktisch gar nicht und in KW-UV schwach orange fluoresziert. In MW-UV zeigt der Calcit eine sehr helle orange Fluoreszenz. Nehme ich jetzt mal die Definition von Wikipedia als Basis, so entspricht UV-A (400-320nm) grob dem LW-UV bei 365nm, UV-B (320-280nm) dem MW-UV bei 304nm und UV-C (280-200nm) dem KW-UV bei 254nm. Unterhalb 250nm wird die Erdatmosphäre zunehmend untransparent und noch kürzere Wellenlängen gibt es am Erdboden - zum Glück - dann nicht mehr. Es gibt aber Mineralien, die bei noch kürzeren Wellenlängen fluoreszieren. Hervorzuheben sie hier die Röntgenfluoreszenz, die auch zur Analyse genutzt wird. Das ist aber für den Hobbymineralogen eher nebensächlich und praktisch kaum anwendbar. Abgesehen davon wird es bei extrem kurzwelligen Licht, und da gehört ja nunmal UV-B oder MW-UV schon zu, zunehmend gefährlich da es zu Hautkrebs, grauem Star etc. kommen kann.
Die Geldscheinprüfer bzw. Schwarzlichtlampen nutzten eigentlich nur LW-UV und taugen demnach praktisch nur für die in diesem Bereich aktiven Minerale. Für den Einstieg in die Materie kann man sie aber sehr gut nutzen, da sie vor allem billig sind. In den MW- oder KW-Bereich kommen diese Lampen nicht, da sie nicht über die entsprechenden Filter verfügen. Du könntest Dir theoretisch selber eine solche Lampe bauen: Alles was Du benötigst sind die entsprechenden Filter (hier wirst Du leider kein Geld sparen, da die Filter für MW und KW recht teuer sind, zudem altern die KW-Filter im Licht, sollten also im Dunklen aufbewahrt werden - welch Zynismus !!!) und eine unbeschichtete Gasentladungslampe auf Quecksilberbasis, also eine einfache Leuchtstofflampe, nur ohne Leuchtstoff. Die werden z.B. in OP's zur Desinfektion eingesetzt. Man könnte auch eine "weiße" Straßenlaterne plündern und den Glaskolben vorsichtig knacken, der eigentlich "Brenner" sitzt da drin. Ohne Glaskolben wird der aber extrem heiß (~ 1200 bis 1400 °C !!!!), außerdem benötigt man das passende Vorschaltgerät - also lieber lassen. So, dann brauchst Du nur noch das Gehäuse und einen Austritt, wo Du die entsprechenden Filter anbringst und fertig ist die UV-Lampe.

Grüße

Markus

Offline guefz

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Re: UV-Lampen - Wellenlängen
« Antwort #3 am: 04 Nov 10, 17:34 »
Hallo,

noch eine Ergänzung: LW/KW-Kombilampen gibt es im einschlägigen Mineralienzubehörhandel zu durchaus erschwinglichen Preisen. Außerdem sind für Selbstbastler mittlerweile auch LEDs im LW-UV Bereich bezahlbar. Im KW-UV Bereich gibt es zwar LEDs, aber der Zusatz "bezahlbar" ist da nicht so recht anwendbar...

Günter

Offline Stefan

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Re: UV-Lampen - Wellenlängen
« Antwort #4 am: 04 Nov 10, 17:40 »
Hallo Markus,

wie heißt der hierzulande fast unbekannt Hersteller?

Besten Gruß
Stefan

Offline Krizu

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Re: UV-Lampen - Wellenlängen
« Antwort #5 am: 04 Nov 10, 17:58 »

Ist die Bandbreite des abgestrahlten UV bei den sog. Schwarzlicht-Röhren (z.B. Geldscheinprüfer) ausreichend,
um auch in den kurzwelligen Bereich hineinzureichen?


Hallo,

meines Wissesns sind die fast reine 365nm mit etwas 405nm.

Mfg

Frank

Offline cmd.powell

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Re: UV-Lampen - Wellenlängen
« Antwort #6 am: 04 Nov 10, 18:11 »
Hallo Stafan

Der Hersteller heist schlicht "UVP, Ultraviolet Products". Eigentlich meinte ich mit "wenig Bekannt" auch weniger den Hersteller als die Geschichte mit dem MW-UV. Bei allen typischen Zubehörverkäufern hierzulande findet man immer nur die Zwei-Wellenlängevariante. Ich hab grad mal ein bisserl gegooglt und das hier gefunden: http://www.minresco.com/uvlamps/uvp/handlamp.htm. Das "3UV-Model" sollte es sein. Anscheined gibt es für alle drei Wellenlängen nur eine 8W-Variante die dann stolze 510 Dollar kostet, aber dafür gibt die auch für 230 V. Ich kann nur sagen: Das Teil lohnt sich !
Meine UV-Lampe hat noch - da es sich um ein US-Produkt handelt - den kleinen Nachteil, das sie nur für 110 V ausgelegt ist. Naja, 230/115 Volt-Transformatoren sind im Vergleich zu der Lampe Spottbillig, zumal man auch nicht viel Leistung benötigt. Damit es nicht irgendwann mal zu einem "Unfall" kommt, habe ich auch den Orginal-US-Stecker dran gelassen; der passt garantiert nicht in die Eurodosen ;)

 

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