Hallo
Ich war 2005 auf einer Sammelexkursion in den USA/Kanada und hatte dabei die Gelegenheit, das Mineralienmuseum von Franklin zu besuchen. Der Fundort, und natürlich auch das benachbarte Sterling Hill ist recht berühmt für seine UV-Mineralien und auf jeden Fall eine Reise wert. Das Museum in Franklin hat auch einen kleinen Shop (wie fast alles in den USA), dort kann man sich auch UV-Lampen kaufen. Dort habe ich eine hierzulande weitgehend unbekannte UV-Lampe mit drei Wellenlängen gekauft. Neben den hier bekannten 365 und 254 nm gibt es noch eine "Zwischenfarbe" bei 305 nm. Es gibt tatsächlich Mineralien, die besonders stark bei dieser "Zwischenwellenlänge" fluoreszieren, so z.B. ein Calcit aus Madan/Bulgarien, der in LW-UV praktisch gar nicht und in KW-UV schwach orange fluoresziert. In MW-UV zeigt der Calcit eine sehr helle orange Fluoreszenz. Nehme ich jetzt mal die Definition von Wikipedia als Basis, so entspricht UV-A (400-320nm) grob dem LW-UV bei 365nm, UV-B (320-280nm) dem MW-UV bei 304nm und UV-C (280-200nm) dem KW-UV bei 254nm. Unterhalb 250nm wird die Erdatmosphäre zunehmend untransparent und noch kürzere Wellenlängen gibt es am Erdboden - zum Glück - dann nicht mehr. Es gibt aber Mineralien, die bei noch kürzeren Wellenlängen fluoreszieren. Hervorzuheben sie hier die Röntgenfluoreszenz, die auch zur Analyse genutzt wird. Das ist aber für den Hobbymineralogen eher nebensächlich und praktisch kaum anwendbar. Abgesehen davon wird es bei extrem kurzwelligen Licht, und da gehört ja nunmal UV-B oder MW-UV schon zu, zunehmend gefährlich da es zu Hautkrebs, grauem Star etc. kommen kann.
Die Geldscheinprüfer bzw. Schwarzlichtlampen nutzten eigentlich nur LW-UV und taugen demnach praktisch nur für die in diesem Bereich aktiven Minerale. Für den Einstieg in die Materie kann man sie aber sehr gut nutzen, da sie vor allem billig sind. In den MW- oder KW-Bereich kommen diese Lampen nicht, da sie nicht über die entsprechenden Filter verfügen. Du könntest Dir theoretisch selber eine solche Lampe bauen: Alles was Du benötigst sind die entsprechenden Filter (hier wirst Du leider kein Geld sparen, da die Filter für MW und KW recht teuer sind, zudem altern die KW-Filter im Licht, sollten also im Dunklen aufbewahrt werden - welch Zynismus !!!) und eine unbeschichtete Gasentladungslampe auf Quecksilberbasis, also eine einfache Leuchtstofflampe, nur ohne Leuchtstoff. Die werden z.B. in OP's zur Desinfektion eingesetzt. Man könnte auch eine "weiße" Straßenlaterne plündern und den Glaskolben vorsichtig knacken, der eigentlich "Brenner" sitzt da drin. Ohne Glaskolben wird der aber extrem heiß (~ 1200 bis 1400 °C !!!!), außerdem benötigt man das passende Vorschaltgerät - also lieber lassen. So, dann brauchst Du nur noch das Gehäuse und einen Austritt, wo Du die entsprechenden Filter anbringst und fertig ist die UV-Lampe.
Grüße
Markus