https://www.edelsteine-neuburg.dehttp://vfmg.de/der-aufschluss/Mineralien Kalender

Autor Thema: Geologisches Rätsel Nr. -6-  (Gelesen 6989 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Collector

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.586
Geologisches Rätsel Nr. -6-
« am: 23 Mar 11, 22:56 »
Hallo

in Abstimmung mit Giantcrystal stell ich heute mal ein neues geologisches Rätsel ein.  Was könnten das wohl für eigenartige dreieckige Gebilde sein ? 
(Hinweis:
*1. Die Kanten der Dreiecke sind bis mehrere cm groß
*2. Es handelt sich nicht um phycodische Strukturen und nicht um lemurische Talismane

Viel Spaß beim Raten
collector

Offline triassammler

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.197
Re: Geologisches Rätsel Nr. -6-
« Antwort #1 am: 23 Mar 11, 23:56 »
Hallo,

das Drumrum sieht etwas "verkrustet" aus, außerdem scheinen sich da Calcitskalenoeder zu tummeln?
Daher mein Ratebeitrag: Skelette von Calcitkristallen (Rhomboederspitzen) in einem subaerischen Milieu (Höhle/Schacht)?

Gruß,
Rainer

Offline Jochen1Knochen

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.137
  • In meinem Brunnen ist ein Quarzgang
Re: Geologisches Rätsel Nr. -6-
« Antwort #2 am: 24 Mar 11, 20:34 »
Hallo!
Geologisches Rätsel???
Hier ist wieder die gleiche Kristallform vorherrschend,wie wir sie hier im Forum noch nicht richtig herausgefunden haben was das ist.Deshalb tippe ich mal auf ein künstliches Mineral bzw. eine künstliche Legierung.
Gruß Jens

Offline Kluftknacker

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.775
Re: Geologisches Rätsel Nr. -6-
« Antwort #3 am: 24 Mar 11, 20:56 »
Hallo,

das Foto erinnert mich in Farbe und Schärfe an durch eine Flüssigkeit (Wasser, Lauge) fotografierte Ausfällungen/Kristallbildungen am Grund von "Pfützen" in einem Salzbergwerk.

Kluftknacker

Offline Hammerfaust

  • ***
  • Beiträge: 122
Re: Geologisches Rätsel Nr. -6-
« Antwort #4 am: 25 Mar 11, 17:46 »
Hallo,

war letztes Wochenende in einem Steinbruch unterwegs und da es im Schatten noch recht kühl war, konnte sich das Eis auf den Pfützen noch halten.
Das Eis hatte die selben dreieckigen Strukturen in der Oberfläche wie auf dem Bild zu sehen und teils auch bis 10 cm. Leider habe ich nicht dran gedacht es zu fotografieren.
Nun war dies in einem Grauwacke Steinbruch und das Wasser war klar, könnte in einer Sandgrube vielleicht auch zu solch einer Färbung führen.

Schöne Grüße Hammerfaust

Offline Jörg

  • *****
  • Beiträge: 669
  • Machmal kommen sie auch von oben
    • Homepage
Re: Geologisches Rätsel Nr. -6-
« Antwort #5 am: 28 Mar 11, 17:37 »
Hallo,

ich tippe auf Descloizit-Mineralien.

Viele Grüsse   Jörg


Offline giantcrystal

  • ******
  • Beiträge: 2.364
Re: Geologisches Rätsel Nr. -6-
« Antwort #6 am: 28 Mar 11, 20:36 »
Also dann rate ich auch einmal

Es schaut aus wie ein Laugentümpel, in dem ein Salz auskristallisiert, das typisch trichterartig nach oben wächst. Steinsalz bildet ganz ähnliche Formen, aber eben viereckig.

Da sollte man man recherchieren, welches wasserlösliche Chlorid oder Sulfat dreieckige Kristalle bildet...

Glück Auf

Thomas

Offline Collector

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.586
Lösung Geologisches Rätsel Nr. -6-
« Antwort #7 am: 13 Apr 11, 22:16 »
Hallo

hier des Rätsels Lösung: Die Dreiecke sind hohle Calcite !

Wie und warum, hat triassammler fast perfekt beantwortet, aber auch kluftknacker, hammerfaus und giant crystal sind mit ihren Antworten eng dabei. Gut kombiniert und danke fürs Mitmachen.

Die hier zu sehenden hohlen Dreiecke bilden sich in Höhlen und dort  ausschließlich in Becken mit mehr oder weniger stillstehendem, flachem, ruhigem mit CaCO3 gesättigtem Wasser.  An den Wänden oder an den Böden der Becken entwickeln sich die ersten Kristallkeime zu Kristall-Skeletten in Form von Skalenoedern, deren sehr langsames Wachstum beendet wird, wenn die Kristalle die Oberfläche des Wassers erreichen.

Diese hohlen Dreiecke sind sehr selten, sie wachsen nur in ganz bestimmten athmosphärischen Umgebungen mit einer eigenen Morphologie. Sie unterscheiden sich selbst von Höhle zu Höhle und sind somit charakteristisch für ein bestimmtes Vorkommen. Alle bisher bekannten Dreiecke kamen in von Luftzug oder Wind unberührten und eng begrenzten Stellen vor.

Dreiecke mit typisch rhomboedrischer Symmetrie wurden erstmalig in dem 1874 erschienenen “Manuel de Míneralogie“ vom Mineralogen Des Cloizeaux als Vorkommen in der Höhle Eaux-Bonnes in den Unteren Pyrenäen  beschrieben.  Es gibt sie mikroskopisch klein in den dünnen Kalkschichten auf der Oberfläche der mit Calciumcarbonat gesättigten Becken, aber auch in cm- bis dm-Größen zusammen mit dreieckigen bis zu 1 m hohen und bis mehrere cm im Ducrhmesser messenden Stalagmiten in der Höhle von L’Aguzou (Ariège).

Gruß
collector


Offline giantcrystal

  • ******
  • Beiträge: 2.364
Re: Geologisches Rätsel Nr. -6-
« Antwort #8 am: 14 Apr 11, 12:08 »
Interessant !

Und noch nie so schön gesehen !

Glück Auf

Thomas