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VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
Mineralroli:
Hallo
--- Zitat ---dem kann ich nicht zustimmen
--- Ende Zitat ---
ist auch ok. Es ist meine Vision zur Ursache. Irgend was muß ja einen kausalen Hintergrund haben.
--- Zitat ---Dort wird erfolgreich(er) "rekrutiert
--- Ende Zitat ---
Was machen die anders?
Es gibt Vereine da wird genau das Gegenteil praktiziert.
Beste Grüße
Roland
jürgen lange:
Hallo zusammen, bin in der VFMG, um die 55. Ich bin bald 40 Jahre dabei. In meiner Frühzeit war ich in der Bonner und der Sauerländer_gruppe. "regional" könnten hier an meinem neuen Standort 3..4..5 Ortsgruppen für mich "zuständig" sein. Bin aber in keiner dieser Ortsgruppen organisiert. Mein Exkursion- und Vereinsleben findet im Piemont, im Wallis und im Tessin statt. Wenn ich so vergleiche, was ich Steine-mäßig dort drunten erlebe, mit dem hiesigen Einzelgängertum, kommt mir das Grausen. Ich habe vor einigen Wochen an einer Generalversammlung mit etwa 60 Leuten teilgenommen, am anschliessenden Essen waren etwa 200 Leute beteiligt. So etwas habe ich hier noch nicht erlebt.
Hier im Odenwald findet monatlich ein kleiner Stammtisch statt ausserhalb der VFMG an dem ich regelmäßig teilnehme.
Ich will jetzt keine Namen nennen und den x von der Gruppe y etc. an die Wand nageln.
Ich schaffe so ein klassisches Vereinsleben hier nicht und bin auch ein wenig neidig, auf das, was so manche Leute schaffen. Ich bekomme es jedenfalls nicht auf die Reihe. Ich bin Kassierer in einem Verein auf ähnlicher Wellenlänge wie die VFMG. Aber das ist schon recht nervig.
Hier (mineralienatlas, strahlenfoundation) und früher bei strahlen.org habe/hatte ich Kontakte bekommen zum gemeinsamen Sammeln, Gedankenaustausch, ...
Die VFMG-Tagungen bieten Zugangsmöglichkeiten zu "fernen + exotischen" Zielen. Ich kann da axinit nur zustimmen. Wenn auch so manche Vorträge doch noch von anno tutz sind. Aber wer weiss, wie schwer ein Vortrag sein kann, der wird sich zurückhalten. Die alte Dame Aufschluss wurde mittlerweile überrundet von den Hochglanzmagazinen, die z.T. mit Artikeln hoher Qualität daher kommen.
Ich habe kein Recht zu meckern, da ich ja selbst nur wenig in der VFMG tue.
Ich darf hin und wieder Gast sein in Ortsgruppen anderer Regionen. Ich freue mich auf eine Tour demnächst in Polen - Dank schon einmal im Vorfeld an die Kollegen aus der Lausitz. Ich freue mich schon wieder auf mein Treffen bei den Münchener Kollegen.
Zum Alter. Mit meinen "55" fühle ich mich -wenn nicht gerade im Büro am Freitag der Bär wieder getanzt hat - doch noch einigermassen frisch. Ich bewundere Leute, die mit > 60 noch voll aktiv sind und sich für uns einsetzen.
Mein Hobby - die Steine - lassen mich einfach abschalten vom Büro. Ich sammele nur das was, ich finde. Kein Kauf, etwas Tausch, ab und an Material verschenken z.B. an Jüngere. Verschenken natürlich an Gäste, die ich führe. Wenn dann wieder ein neues Mineral auftaucht, wenn ich eine Region neu verstehe, oder ich im Winter an meiner kleinen Sammlung stehe, dann schalte ich ab. Da ich mal Ahnung von Chemie hatte, kann ich das Wissen doch noch dazu anbringen. Wenn ich anders sammeln würde, würde ich andere Strukturen entwickeln (müssen).
Der Mitgliederschwund hat nach meinen Gesprächen auch andere Gründe. Es ist nicht nur das Thema Alter. Ich weiss von einer Reihe von hochengagierten Leuten, dass sie aus der VFMG ausgetreten sind und kenne auch deren Gründe. Ich werde mich dazu aber hier nicht äussern.
Um die VFMG wurden in den letzten Jahren eine Reihe von Prozessen geführt, die die VFMG geschwächt haben. Die Diskussionen brauchen diese ehemaligen VFMG-Mitglieder nicht mehr zu führen, sie machen nach wie vor hochqualifizierte Arbeit. Nur tragen sie nicht mehr den Namen VFMG in Ortsgruppennamen. Sie sind aber als Ansprechpartner in unserer Kristall-Welt hochpräsent. Sie gestalten und müssen sich nicht mehr um die Querelen kümmern.
So liebe Leute, ein herzliches Glück Auf und Gute Nacht Jürgen Lange
ZEO:
Hallo,
bin in der VFMG seit Schülerzeiten, jetzt ü50-Gruppe. Eine Bezirksgruppe gibt es hier in meiner Stadt nicht. Die Sammler sind unabhängig als Verein organisiert. Unsere Schwierigkeiten, jüngere Mitglieder anzuziehen, sind in gleicher Weise offensichtlich.
Warum bleibe ich in der VFMG? Ich halte die Artikel im Aufschluss für wichtig, um fundierte Informationen auch über Gebiete zu lesen, die nicht unmitttelbar zu meinen engeren Interessen als Mineraliensammler zählen.
Warum der Nachwuchs fehlt, dazu habt Ihr schon viel richtiges geschrieben. Zwei der Argumente, die genannt werden, sind aus meiner Sicht allerdings nicht zu halten: 1. das Modell "Verein" sei für Jüngere nicht geeignet, und 2. Alt und Jung ginge nicht gut zusammen in einem Verein. Das eindeutige Gegenbeispiel ist der Deutsche Alpenverein: hat ebenfalls viele ältere Mitglieder, und dennoch in den letzten Jahren anhaltenden Zulauf von Jugendlichen und damit steigende Mitgliedszahlen.
Der Schlüssel ist "Attraktivität". Das Patentrezept, wie ein Verein von Mineraliensammlern sich diese organisiert, scheint es nicht zu geben. Wer für seinen Verein oder seine BG eine Lösung gefunden hat, dem möchte ich weiterhin viel Glück wünschen. Und berichtet bitte darüber !
Gute Nacht
Jürgen
Klinoklas:
Hallo,
ich glaube nicht, dass Mineralien heute uninteressanter sind als früher.
Niemand aus meinem Freundeskreis sammelt Mineralien, aber wenn sie bei mir zu Besuch sind, dann schauen sie sich doch gerne meine Sammlung an und stellen Fragen.
Auch wenn sich manche Dinge nie ändern, einen gewissen Generationsunterschied gab es immer und den wird es immer geben. Soll wohl so sein !
Das Internet ist so gesehen noch relativ neu und scheint ein Vereinsleben gerade für jüngere Menschen relativ gut zu ersetzen. Sozusagen die VFMG 2.0.
Jungen Menschen sind diesem Medium gegenüber ziemlich offen. Da werden benötigte Informationen eingeholt bis die Leitung qualmt, Verabredungen im Chatraum abgeschlossen
und wenn man sich zum Tausch treffen will macht man es einfach. (Unabhängig von einem Vereinstermin)
An die Lapisredaktion habe ich mal eine Anfrage gehalten, ob in absehbarer Zeit geplant sei, das Magazin auch im PDF Format anzubieten, da sich mein Platz langsam aber sicher dem Ende neigt. Meine Anfrage wurde trotz langjährigem Abo einfach ignoriert, denn darauf bekam ich traurig aber wahr überhaupt keine Antwort. Vielleicht weiß man beim Christian Weise Verlag noch nicht, dass es soetwas "modernes" gibt. Andere Verlage stellen sich da heute deutlich schlauer an.
Die VFMG in ihrer bisherigen Form war bestimmt gut, als es noch keine Alternativen gab, und für ältere Sammler erfüllt sie sicher auch heute noch ihren Zweck.
Für angehende Nachwuchssammler ist das System etwas eingestaubt. Dabei gibt es (auch hier im Atlas) wirklich gute Beispiele, in denen alt und jung sehr gut zusammenarbeiten.
Die einen haben eine Sammlererfahrung von 40 Jahren, die anderen das technsiche Knowhow die Informationen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Wenn hier Hand in Hand gearbeitet wird finde ich es immer noch am schönsten.
Gruß
René
Micha:
Will ich auch mal meinen Senf dazu geben. Ich bin in keinem Mineralien-Verein, habe aber drei andere Vereine mehr oder minder "an der Backe". Das Nachwuchs- und Generationenproblem gibt es wohl in allen Sparten des gesellschaftlichen Freizeitlebens. Selbst Sportvereine klagen mittlerweile darüber...
Aus meiner Erfahrung sind die Gründe oft ganz menschlich:
Da wäre 1.: Wer den Verein führt, engagiert sich über das "normale" Maß und opfert nicht nur für den eigentlichen Vereinszweck (für Mineralienvereine gesprochen: selbst sammeln), sondern für Ideen, Organisation, Verwaltung und Verantwortung jede Menge Gehirnschmalz, Zeit und oft auch Geld. Logisch, dass die Vereinsvorstände deshalb zunächst eigene Ideen für die besten halten. Kritisch, wenn der Verein damit langsam zum geistigen Eigentum der Vorstände wird.
und 2.: Mehrere Generationen unter einen Hut zu bringen, ist schon aus gesundheitlichen Gründen nicht einfach. Die Ansprüche unterscheiden sich oft sogar konträr. Da hilft eigentlich nur, kleinere "Unterabteilungen" gegeneinander zu tolerieren. Jugendmannschaften sind in Sportvereinen normal, ebenso wie Jugendorchester im Kulturbereich - nur um zwei Beispiele zu nennen. das schließt ja keinesfalls aus, dass man sich gegenseitig "befruchtet", in dem etwa alte Hasen doch mal in der Jugendgruppe vorbeischauen...
Für Mineralvereine sehe ich den 3. Grund, weshalb es mit einem solchen Verein immer schwer sein wird: Im Unterschied zu vielen anderen Interessenlagen birgt das Mineraliensammlen doch in sich einige Gefahren (Wenn man mal vom Briefmarkensammler absieht, der sich auch mit der Pinzette ein Auge austechen kann..). Wenn ein Mineralverein attraktiv sein soll, muss m.E. das Sammeln im Vordergrund stehen. Hier kommt es zu Erlebnissen, hier hat jede(r) ihren/seinen Erfolg. Aber: welche Fundstelle hält denn eine Horde von 10 oder mehr Sammlern aus? Wer übernimmt die Verantwortung, dass die Fundstelle ordentlich wieder verlassen wird? Wer übernimmt die Haftung (eine Versicherung über den Verein dürfte wohl aussteigen, wenn ein Sammler auf dumme Weise zu Schaden kommt oder Schaden verursacht)? Welcher Eigentümer ist denn heute noch bereit, sein Grundstück/seinen Betrieb Dritten zu öffnen? Wie gut sind denn diese wenigen Fundstellen zu erreichen? Da gehört eine ungeheure Menge Enthusiasmus dazu, einen solchen verein am Leben zu erhalten und es auszuhalten, dass doch immer die Wünsche der Mehrheit der Mitglieder nicht befriedigt werden (können). Ich zolle also den Menschen, die sich einen solchen Verein aufbinden, tiefsten Respekt.
Mein Fazit ist mein Lebensspruch: Love it, change it or leave it. Wer Hoffnungen auf tolle Exkursionen mit einem Verein in sich trägt, sollte sich einfach auf den organisatorischen Weg machen, Gleichgesinnte im Verein suchen und sich nicht von Querdenkern vom Vorhaben abbringen lassen. Wer das nicht will, muss entweder mit dem Angebot leben oder den Verein Verein sein lassen.
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