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Autor Thema: Mineralien bestimmen Lanzarote  (Gelesen 16805 mal)

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Offline Stefan

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Mineralien bestimmen Lanzarote
« am: 16 Oct 03, 22:22 »
Hallo, jetzt ist es soweit  ;)

Ihr dürft (sollt :)) mit mir ein wenig Mineralien Rätseln.

Ich denke auf diesem Bild ist ein leicht lila farbener Analcim zu sehen.
Kristallgröße ca. 1mm.

BILD 1

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« Letzte Änderung: 16 Oct 03, 22:22 von Stefan »

Offline Stefan

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #1 am: 16 Oct 03, 22:23 »
auch auf diesem Bild meine ich einen glasklaren 1mm großen Analcim zu erkennen.

BILD 2

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Offline Stefan

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #2 am: 16 Oct 03, 22:26 »
 auch auf diesem Bild meine ich noch ein ca. 0,5 mm großes Analcim Aggregat zu erkennen

BILD 3

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Offline Stefan

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #3 am: 16 Oct 03, 22:29 »
so und nochmal vermute ich Analcim in recht flächenreichen Verwachsungen auf tja was könnte das blaue sein?
Die Farben sind übrigens recht naturgetreu.

BILD 4

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« Letzte Änderung: 16 Oct 03, 22:35 von Stefan »

Offline Stefan

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #4 am: 16 Oct 03, 22:30 »
könnten das Natrolith Kugeln sein?

BILD 5

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Offline Stefan

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #5 am: 16 Oct 03, 22:33 »
... und was haben wir hier für hellblaue blättrig verwachsene Kristalle? Cowlesit?

BILD 6

Ich hoffe ich habe ich nicht überfordert mit der Latte an Bilder

Die Stücke stammen übrigens alle aus Playa Blanca  und Playa de Famara

Ich danke Euch schon mal
Gruß Stefan

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« Letzte Änderung: 16 Oct 03, 22:36 von Stefan »

Offline wolfi

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #6 am: 17 Oct 03, 08:07 »
Servus Stefan,
hoffe dein Urlaub war so genial wie meiner. Die ersten 2 Bilder zeigen Analcim. Das dritte und wohl auch 4. Bild ist Phillipsit. Bild 5: Natrolith glaub ich nicht, eher schon Offretit. Zu Bild 6 kann ich leider nix sagen.
Servus + Glück auf
Wolfi

Offline Stefan

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #7 am: 17 Oct 03, 09:33 »
Hallo Wolfi,

danke für Deine Unterstützung. Ich tippte bei Bild 3 u. 4 auf Analcim, da es auf Lanzarote in den verschiedensten Verwachsungen vorkommt. Philipsit, kann natürlich auch sein.

Auf Natrolith hätte ich bei Bild 5 getippt, da ich im Lapis ähnliche Kugeln als Natrolith Kugeln aus Lanzarothe gesehen hatte.

Aber es sind auf jeden Fall sehr gute Anhaltspunkte um zu recherchieren. Vielen Dank.

Gruß Stefan

juedan

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #8 am: 17 Oct 03, 13:10 »
Hallo Stefan.

Zu Bild 5 kann ich sagen: mach doch mal einen Test mit einer UV-Lampe. Wenn es wirklich Natrolith ist, sollten die Kristalle orange leuchten.
Gegen Natrolith würde sprechen, dass dieses Mineral meist in kugeligen Aggregaten mit weißen Nadeln vorkommt.

Das Bild zeigt meiner Meinung nach eher Phillipsit - allein wegen der Aggregatform.

Siehe hierzu auch "Der große BLV Mineralienführer", Mottana/Crespi/Liborio, BLV-Verlag 1979: S. 402 (Natrolith) bzw. S.408 (Phillipsit)

Grüße

Jürgen

Offline Stefan

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #9 am: 17 Oct 03, 14:51 »
Hallo Jürgen,

Eine UV Aktivität konnte ich beisher nicht feststellen. Da muss ich nochmal darauf achten, da ich noch einige Stücke mir feinnadligen Aggregaten habe, die ich ebenfalls als Natrolith eingestuft habe. Aber bist du sicher mit der orangen Farbe unter UV? Ich dachte gelesen zu haben, dass Natrolith nicht UV aktiv sei ???.

Gruß Stefan :D
« Letzte Änderung: 17 Oct 03, 14:59 von Stefan »

juedan

  • Gast
Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #10 am: 17 Oct 03, 15:11 »
Hallo Stefan,

Zitat
Siehe hierzu auch "Der große BLV Mineralienführer", Mottana/Crespi/Liborio, BLV-Verlag 1979: S. 402 (Natrolith)

Ich selber habe mir mal auf den Münchner Mineralientagen eine Natrolith-Stufe gekauft (sehr schön, werde bald mal ein Bild senden).
Im UV-Licht leuchtet sie sehr intensiv orange!

Viele Grüße

Jürgen

PS: Die Übertragungsrate ist aktuell sehr niedrig (ca. 1,5kB/s)

Offline Conny3

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #11 am: 17 Oct 03, 16:51 »
Hallo Stefan,

das sind ja ganz tolle Aufnahmen! Leider hatte ich 1995 erstmalig die Kanaren (Lanzarote) besucht und außer Olivin nicht´s weiter gefunden. Hier gibt es aber Vergleiche zu Gomera, wo ich ähnlichen Analcim wie auf den Bildern 1 und 2 gefunden hatte.
Bild 3 könnte auch Chabasit sein(?). Bild 4 ist sicher Phillipsit
und 5 Natrolithkugeln. Bei Bild 6 könnte man evtl. an sekundär gebildeten Gips denken. Ist das Original wirklich so bläulich?

Herzliche Grüße
Der Conny

Offline McSchuerf

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #12 am: 17 Oct 03, 18:20 »
Hallo Stefan,

Bild 3 könnte auch eine Gruppe von Apophyllit-xx zeigen, nicht unbedingt Phillipsit.

Zum Bild mit den vermeintlichen Natrolithen..hier könnte auch ein anderer Zeolith vorliegen (evtl. Gonnardit..)

Cowlesit ist recht selten; kenne ich jetzt nur von der TL in Goble, Oregon - der von Dir vermutete 'Cowlesit' sollte daher röntgenanalysiert werden; ebenfalls das Mineral zum letzten Bild.

Phillipsit tritt meist in Verzwillingungen auf.. Achtung: Verwechslungen zu nur parallelverwachsenen Kristallen sind häufig (auch xx dann oft mit parkettierten Oberflächen zu sehen) !

Frag auch mal am besten direkt per email, beim Zeolith-Spezialisten Volker Betz an.. ;)..der scheint auch die meisten Zeolithe zu haben..

Glück auf und Gruß Peter
« Letzte Änderung: 17 Oct 03, 18:30 von Peter »

Offline Stefan

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #13 am: 18 Oct 03, 00:34 »
Hallo Freunde,

Danke für die rege Unterstützung.

@Zu Jürgen
Ich konnte keinerlei UV Tätigkeit feststellen weder unter sehr kurzwelligem noch langwelligem UV Licht. Leuchtet Natrolith nicht nur bei Verunreinigung durch Uran oder der gleichen?

@Zu Conny
Die Farbe auf Bild 6 müsste ziemlich identisch sein. Bei mir auf dem Monitor ist es so. Hängt natürlich immer auch vom Monitor etc. ab. Die Bilder sind bei 5400 C Farbtemperatur aufgenommen (nahezu Tageslicht)

@Zu Peter
Meinst Du Bild 5 und 6 sollten analysiert werden oder meintest Du nur Bild 6? Das mit der Nafrage werde ich mal machen. Die Email Adresse Ist sicher auf seiner WEB Seite zu finden.

@An Alle
Ich Resümiere

Bild 1 und 2 ist demnach einheitlich Analcim
Bild 3 ist entweder Analcim od. Apophyllit-xx od. Chabasit od Phillipsit
Bild 4 ist Analcim od. Phillipsit
Bild 5 ist Natrolith Kugeln od. Phillipsit od. evtl. Gonnardit
Bild 6 ist noch nicht näher eingegrenzt

Zu Bild 4, im Vordergrund ist ein wasserklarer flächenreicher Kristall auf himmelblauen ??? zu sehen.

Zu Bild 6, Es könnte auch ein blauer auf Kristalle aufgewachsener Überzug sein. Schwer zu sagen. Einzelne Hohlräume sind komplett blau ausgekleidet. Auch gibt es noch dunklere blaue kugelige Aggregate auf einem Stüfchen.

Der wasserklare Kristall kommt in ähnlicher Ausbildung noch öfter vor. Ich kann gerne noch mehr Bilder einstellen, da ich ca. 25 MM's mit verschiedensten Blasenfüllungen mitgenommen habe.
Ich hoffe ich strapaziere Euch nicht zu sehr ;)

Schon mal vielen Dank für Eure Mühen. Werde mal sehen ob ich noch aussagefähigere Bilder hin bekomme.

Zwecks Analyse, wo könnte man die MM's kostengünstig analysieren lassen.

Gruß Stefan :D

Offline McSchuerf

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Re:Mineralien bestimmen Lanzarote
« Antwort #14 am: 18 Oct 03, 08:51 »
Hi Stefan,

1. ich meinte Analyse zu Bild 5 und 6.. :)..

2. e-mail von Volker Betz ist...  Vbetz@aol.com <Vbetz@aol.com>
homepage ist:
http://members.aol.com/vbetz/Zeolites.html

3. Zur 'UV-Aktivität' v. Natrolith:
Natrolith gehört zu den Mineralien, die die sog. 'inkonstante Luminiszenz' aufweisen. D.h. wenn die Luminiszenz denn überhaupt aufgrund spezifischer Beimengungen, die nicht ständiger Bestandteil des Natrolith-Gitters sind, auftritt, ist sie bis jetzt immer nur ORANGE nachgewiesen! Meine Natrolithe luminiszieren z.B. auch nicht!

Erklärung zur Luminiszenz:
Manche Mineralien weisen sog. Luminiszenz (Leuchterscheinungen) auf. So wird die Umwandlung verschiedener Energiearten (mechanische, chemische, Wärmeenergie oder die Energie von unsichtbaren Strahlen) in Lichtenergie bezeichnet.
Sie kommt in Mineralien zustande, wenn sich im Kristallgitter Beimengungen fremder Atome oder deren Gruppen (seltene Erden, Ag, Cr, Mn, S, (UO2)3+, u.a) befinden, sog. Luminogene.

Die Anwesenheit einiger bestimmter Atome im Gitter bringt hingegen die Luminiszenz zum Erlöschen (Fe, Ni). Das sind die sog. Luminiszenzgifte.

Regelmäßig weisen solche Mineralien Luminiszenz auf, bei denen ein Luminogen zum normalen Gitterbestandteil gehört (Fluorit, Scheelit, Willemit, Uranmineralien, Zirkon, u.a.).
Ändert sich der Beimengungsgehalt bei Mineralien verschiedener Fundorte, ist die Luminiszenz inkonstant (Sphalerit, Calcit, Opal, Topas, u.a.). Wegen dieser Unzuverlässigkeit kann man die Luminiszenz nicht eindeutig in der Diagnostik nutzen.
Zu den anderen Leuchterscheinungen die auch der Luminiszenz unterzuordnen sind (FLuoreszenz, Phosphoreszenz) müsste ich damals schon etwas für den Atlas geschrieben haben..)

..evtl. könntest Du jetzt 'meine verfeinerte Definition' zur Luminiszenz nebenbei auch gleich in den Atlas aufnehmen?.... :D ;D

Glück auf und Gruß Peter



« Letzte Änderung: 18 Oct 03, 08:59 von Peter »

 

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