https://www.juwelo.deEdelsteintage Konstanzhttps://www.lithomania.de

Autor Thema: Synchisit aus Flechtingen  (Gelesen 6143 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Kluftknacker

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.775
Synchisit aus Flechtingen
« am: 17 Jun 11, 14:34 »
Hallo Sammlervolk,
kann mir jemand Näheres zu den Synchisiten im Stbr. Flechtingen sagen? Farbe, Habitus, max. Größe?
Sind die eher nadelig, oder eher tafelig wie am Petersberg?

Danke
Kluftknacker

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Synchisit aus Flechtingen
« Antwort #1 am: 17 Jun 11, 18:12 »
Hi

Hellgelbe bis bräunliche, durchsichtige bis durchscheinende Kristalle, meist die typische "Spindelform", seltener pseudohexagonale Prismen. Überzieht gelegentlich rasenartig größere Flächen (hab ich bis ca. Handtellergröße - also die Flächen, nicht die Synchisite  :P ) neben Calcit und Quarz, teilweise zusammen mit Anatas. Die Synchisite sind allerdings meist sehr klein, ebenso wie die Anatase (< 1mm, selten darüber).

Grüße

Markus

Offline Kluftknacker

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.775
Re: Synchisit aus Flechtingen
« Antwort #2 am: 17 Jun 11, 18:41 »
Danke Markus,
meine Kristalle sind deutlich (pseudo)hexagonal, spitz zulaufend, unter 0,3 mm.

Nachfrage: Wie sieht denn dort der Baryt aus?

Kluftknacker

Offline raritätenjäger

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.837
  • Mineraliensammler
Re: Synchisit aus Flechtingen
« Antwort #3 am: 17 Jun 11, 20:10 »
Hallo,

nochmal zu den Synchisiten. Es gibt auch etwas größere, das Maximum, welches mir bekannt ist, liegt bei etwas über 2 mm, in der gestreckten Form. Paragenese hat Markus schon genannt, bei meinem Stück sind noch Sulfidspuren dabei.

Baryt tritt unterschiedlich auf. Das schönste, was mir da untergekommen ist, waren prismatische, quietschegelbe xx bis 2 cm recht vereinzelt freistehend auf Drusen. Meist sind die xx aber schmutzigbraun und wesentlich kleiner.

Gruß
Andreas

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Synchisit aus Flechtingen
« Antwort #4 am: 28 Jun 11, 15:01 »
Hallo

Sorry, war länger nicht dabei...

Baryt habe ich von dort auch in farblosen/weißen typisch länglichen Kristallen, wobei die farblosen/weißen XX recht klein sind, die brauen kommen schon problemlos an einen Zentimeter ran. Allerdings habe ich noch nicht so wahnsinnig viel Baryt dort gefunden, war ja auch nur zweimal dort  :(
Interessant scheint die Sulfidparagenese dort zu sein: Neben Chalkopyrit, Pyrit und Galenit gibt es dort noch einige Bismutspiesglanze wie Bismutinit und Gladit - da sollte der interessierte Mikromounter immer die Augen offenhalten. Ich kann mir gut vorstellen, das die Mineralliste noch nicht vollständig ist...

Grüße

Markus

Offline Uwe Kolitsch

  • Sponsor 2025
  • *
  • Beiträge: 3.361
    • Uwe Kolitsch, NHM Wien
Re: Synchisit aus Flechtingen
« Antwort #5 am: 28 Jun 11, 17:42 »
Kommt Synchisit eigentlich nur im Steinbruch Holzmühlental vor oder auch in anderen Brüchen?

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Synchisit aus Flechtingen
« Antwort #6 am: 28 Jun 11, 18:05 »
Hallo Uwe

Ich persönlich kenne den Synchisit bisher nur von dem Holzmühlental-Bruch, allerdings bin ich nicht wirklich ein Experte für den Flechtinger Höhenzug. In Bebertal und Bodendorf seht aber ein sichtbar anderes Material an: Dort ist der Porphyr rot bis rötlich und die Hohlräume sind größtenteils Blasenhohlräume, wärend im Holzmühlental-Bruch hellgrauer Prophyr ansteht, welcher von Kluftsystemen durchzogen ist, so das das Material von sich aus plattig bricht - finde ich persönlich sehr angenehm, da man nicht selten die Platten gleich so in die Vitrine stellen kann. Im Idealfall sitzen die Kristalle auf 3 - 5 cm dickem Porphyr - echt praktisch !
Abgesehen von den offensichtlichen Unterschieden im Gestein habe ich weder in Bebertal noch in Bodendorf Synchisit gefunden, andere Brüche kenne ich gar nicht. Ich denke mal, das Vorkommen des Synchisit hängt an dem grauen Porphyr und findet sich daher nur dort - ist aber nur eine grobe Vermutung.

P.S.: Ich weiß auch nicht, ob das wirklich Synchisit ist (oder welcher). Es könnte ja auch Parisit oder ein ähnliches Mineral sein. Ich gebe da auch nur wieder, was in den Fundortlisten steht und vertraue darauf, das irgendwer irgendwann mal irgendwas untersucht hat (was allerdings nicht immer der Fall ist, siehe "Coelestin" von Helgoland).

Offline Uwe Kolitsch

  • Sponsor 2025
  • *
  • Beiträge: 3.361
    • Uwe Kolitsch, NHM Wien
Re: Synchisit aus Flechtingen
« Antwort #7 am: 29 Jun 11, 00:03 »
Hallo Markus,
danke für die Infos.
Als Ref. in Mindat wird Witzke, T. & Jacob, G. (1995) Zeitschrift für Geologische Wissenschaften 23, 443-448 angegeben.

Offline stollentroll

  • ***
  • Beiträge: 344
    • Die Homepage vom Stollentroll - Mineralogie, Bergbau, Prähistorie
Re: Synchisit aus Flechtingen
« Antwort #8 am: 29 Jun 11, 14:22 »
Das Material stammt aus dem Steinbruch Holzmühlental. Bei dem Synchysit handelt es sich um Synchysit-(Ce), das Material ist analysiert.

Der vollständige Titel der Veröffentlichung lautet:

WITZKE, T. & JACOB, G. (1995): Nachweis von Synchysit-(Ce) und Gladit in Vulkaniten der Flechtingen-Roßlauer Scholle.- Zeitschrift für Geologische Wissenschaften 23, 443-448

Glück Auf
der Stollentroll

Offline Uwe Kolitsch

  • Sponsor 2025
  • *
  • Beiträge: 3.361
    • Uwe Kolitsch, NHM Wien
Re: Synchisit aus Flechtingen
« Antwort #9 am: 29 Jun 11, 20:40 »
Danke - Mindat upgedated.

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center