Hi
Zum Thema "Gips-Kristalle" hab ich mal ein Experiment gemacht: Ein 100er Abflussrohr, beidseitig verschlossen und mit Anhydritbruchstücken aus Bernburg bestückt, darüber ca. 1m Wassersäule. Das Ganze habe ich dann ein Jahr stehen gelassen. Die Gipse, welche sich gebildet hatten, sind ca. 2cm lang ! Bei entsprechenden Bedingungen wachsen die also - geologisch gesehen - extrem schnell.
Auch die meisten Minerale, welche man auf Bergbauhalden finden (Haldenbildungen) dürften sich in der Zeit zwischen Abkippen und dem Funddatum gebildet haben, also innerhalb einiger Jahrzehnte bis weniger 100 Jahre - geologisch auch noch schnell. Das sieht man schon daran, das diese Minerale (Langit, Linarit, Schulenbergit, Ramsbeckit, um nur einige zu nennen) fast ausschließlich in stark zersetzten Erzbruchstücken oder Gangmaterial mit ehemals reichlich Erz vorkommen. Auch "Bildungsseen", wo man deutlich erkennen kann, das einst ein wenig Wasser auf dem Stein gestanden hat und sich die Minerale in dieser kleinen Pfütze gibildet haben, deuten auf "kurze" Bildungszeiten hin.