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Autor Thema: Entwicklungszeit  (Gelesen 2473 mal)

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Offline Daachhex

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Entwicklungszeit
« am: 02 Jul 11, 22:24 »
Immer wieder findet man auf den Halden Steine mit grünen oder blauen Sekundärmineralien. Meine Frage an Euch: Wie lange dauert es eigentlich, bis sich diese Mineralien entwickeln, sind es Monate, Jahre ? Und ändern sie sich im Laufe der Zeit noch mehr, weil man bei einigen tiefgrüne oder tiefblaue Stellen entdeckt, als würden
Kristalle daraus entstehen. Haben diese Steine überhaupt einen Sammelwert ? Ich meine so einen wie auf den
Bildern zu sehen ist, heute gefunden.[/img]

Offline uwe

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Re: Entwicklungszeit
« Antwort #1 am: 02 Jul 11, 23:30 »
Das Problem bei solchen Stücken ist die Schwierigkeit, das entsprechende Mineral zu bestimmen. Einen Sammlerwert können sekundäre Haldenbildungen durchaus haben. In Leopgang/Österreich liegt beispielsweise eine Halde aus der Keltenzeit, also schon mehrere 1000 Jahre. Dort haben sich eine Reihe sehr interessante Minerale in Aggregaten, die auch ohne Mikroskop zu erkennen sind gebildet. Bei den Bergwerkshalden aus jüngerer Zeit ist das leider nicht der Fall.

Uwe


Offline berthold

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Re: Entwicklungszeit
« Antwort #2 am: 03 Jul 11, 00:39 »
Hallo,

es kommt immer auf die Bedingungen und die Mineralien an. Etwa Gips, Melanterait oder Chalkanthit - um nur Beispiele zu nennen- können sich in kurzer Zeit (Monaten-Stunden) bilden. Haldenbildungen (in x bis xxx Jahren) können durchaus sammelnswerte Mineralien sein.

Gruß
Berthold

Offline cmd.powell

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Re: Entwicklungszeit
« Antwort #3 am: 03 Jul 11, 18:33 »
Hi

Zum Thema "Gips-Kristalle" hab ich mal ein Experiment gemacht: Ein 100er Abflussrohr, beidseitig verschlossen und mit Anhydritbruchstücken aus Bernburg bestückt, darüber ca. 1m Wassersäule. Das Ganze habe ich dann ein Jahr stehen gelassen. Die Gipse, welche sich gebildet hatten, sind ca. 2cm lang ! Bei entsprechenden Bedingungen wachsen die also - geologisch gesehen - extrem schnell.
Auch die meisten Minerale, welche man auf Bergbauhalden finden (Haldenbildungen) dürften sich in der Zeit zwischen Abkippen und dem Funddatum gebildet haben, also innerhalb einiger Jahrzehnte bis weniger 100 Jahre - geologisch auch noch schnell. Das sieht man schon daran, das diese Minerale (Langit, Linarit, Schulenbergit, Ramsbeckit, um nur einige zu nennen) fast ausschließlich in stark zersetzten Erzbruchstücken oder Gangmaterial mit ehemals reichlich Erz vorkommen. Auch "Bildungsseen", wo man deutlich erkennen kann, das einst ein wenig Wasser auf dem Stein gestanden hat und sich die Minerale in dieser kleinen Pfütze gibildet haben, deuten auf "kurze" Bildungszeiten hin.