Servus,
wie Thomas schon anmerkte: die Farbe der Kristalle ist umwerfend

!
Die Ueberlegungen zu den (Ideal)Zusammensetzungen von Hauyn, Sodalith und Lasurit sind korrekt, aber die reale Welt ist komplizierter.
Das Chromophor, das Lapis-Lazuli, bzw. Hauyn und auch blauen Sodalithen die Farbe verleiht, ist das
blaue Trischwefelradikalanion S3-. Daneben kann auch noch das gelbe Dischwefelradikalanion S2- auftreten.
S3- ersetzt (partiell) Chloridionen im Sodalith-Gitter. Daher sind schwefelfreie Sodalithe farblos, falls andere Chromophore fehlen.
Dies ist seit den 1970er-Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt und seitdem eingehend untersucht und bestaetigt worden.
Ich habe mit den Nachweisgrenzen von LIBS keinerlei Erfahrungswerte. Der molare Extinktionskoeffizient des Trischwefelradikalanions ist hoch (ca. 2000 oder mehr), daher tritt eine leichte Blaufaerbung bereits bei Radikalkonzentrationen im Spurenbereich auf (geschaetzt 100 ppm S). Eine derart intensive Faerbung wie die Deiner Stufe erfordert allerdings deutlich hoehere Schwefelkonzentrationen.
Falls sich S nicht nachweisen laesst, koennte dies theoretisch auf ein analytisches Problem (Nachweisgrenze) hinweisen oder aber die Probe enthaelt tatsaechlich keinen Schwefel. In letzterem Fall laege dann kein Hauyn, sondern ein anderes Mineral vor, dessen Faerbung durch ein anderes Chromophor verursacht wird.
Anbei noch ein Photo einer S3- - Loesung in N,N'-Dimethylformamid.
GA Harald