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Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
uwe:
Hallo Jens,
ab Stufe 3 ist es schon dem specimens mining recht nahe und dabei sollte man sich in Deutschland vom Bergamt oder Grundstücksbesitzer nicht erwischen lassen. Nimm mirs bitte nicht übel, aber ihr wart doch damals sicher schon bei Stufe 4, gelle?
Uwe
cmd.powell:
Naja, ich würde "specimens mining" schon so sehen, das ein Abbau primär oder gar ausschließlich zur Gewinnung von Mineralstufen genutzt wird. Das die dann zumindestens Kostendeckend veräußert werden müssen, ist fast eine zwingende Folgeerscheinung. Der bekannte Steinbruch im Harz wirft ja auch nur gelegentlich gute Stufen ab und wenn betreffende Person mit den Schubkarren von Funden nicht rein zufällig gute Kontakte hätte, würde der auch nur zufällig mal was gutes finden - so wie ich auch.
So definiere ich persönlich für mich den Unterschied. Somit werden natürlich die wenigsten Gruben zum "specimens mining", aber das trifft auch ganz gut die Realität, oder ? Tsumeb wurde ja auch nicht nur für Mineralstufen betrieben, sondern wegen dem Erz - so wie tausende andere Gruben auch. Nur gelegentlich gab es gute Stufen, die dann allerdings geborgen wurden.
Ich will gar nicht wissen, was noch vor der großen Sammelzeit, in der wir ja leben, alles an "Traumstufen" durch den "Brecher" gegangen ist. Die Silberminerale aus dem Erzgebirge oder Harz gingen doch nahezu zu 100% in die Verhüttung, Stufengewinnung war da schlicht uninterressant. Klar, damals gab es ja auch vergleichsweise wenige Menschen, die sich überhaupt mit Sammeln beschäftigen konnten.
endeavour-minerals:
@Uwe
verstehe deine Frage nicht???????????
Tsumeb wurde wegen des Kupfers betrieben, alles andere war Beiwerk.
Es kam damals nur etwas aus dem Harz heraus wenn die großen Händler der damaligen Zeit etwas geordert haben, wie z.B. Kranz. Aber in den 70er Jahren wurden noch viele Mineralien dort herausgeholt. So mancher Calcit z.B. aus St. Andreasberg ist aus dieser Zeit.
Gruß Ingo
Collector:
Hallo
ganz kurz auch mal meinen Senf zum Thema.
"Specimen mining" ist
*1. ganz einfach privat organisierter und finanzierter Bergbau auf Sammlermineralien, welche dann mit dem Ziel der Gewinnerbringung verkauft werden. Nichts anderes also, als was ein Obstbauer, Schafzüchter oder Fischer tut. "Mining" im allgemeinen ist der kommerzielle Abbau von Erzen, Steinen und Erden, Kohle, Salz, Schwefel etc.
*2. Wenns ganz ehrlich ist und Steuern auf die Umsätze entrichtet werden, ist "specimen mining" ein pures Gewerbe - im westlichen Sinne.
*3. Aber das sind wohl nur die offensichtlichen Spielregeln in Ländern mit entsprechender Gesetzgebung und dementsprechender Kontrolle
Typische specimen mining operations sind die privaten Fluoritgrabungen in England (Fluorit, Jesse Fisher), Dioptas (Namibia), Turmaline in Kalifornien, Red Cloud Wulfenite (soweit ich weiß, beendet und nur noch auf Sparflamme). Eine der wohl spektakulärsten specimen mining operations war der fast 10 Jahre anhaltende Abbau von Rhodochrosit in der alten, aufgelassenen Home Sweet Home Mine (Bryan Lees, Gene Meieran, Martin Zinn, John Lucking).
In Deutschland hat, soweit ich meinen Gerüchten traue, auch mal ein bekannter deutscher Mineralienhändler versucht, specimen mining auf Krokoit (Callenberg) zu betreiben, ist jedoch wohl an den Hürden der Bürokratie geschietert.
"Specimen mining" ist auch der in großem Stil betriebene Abbau der Pegmatite in Nord-Pakistan, der Basalte in Maharashtra in Indien, der Pegmatite in Afghanistan und die Förderung von tausenden Vanadiniten in Marokko. Dies sind keine Gewerbe nach unserem Verständnis, sondern (staatlich) unkontrollierter Abbau von Sammlerstufen für den Mineralienmarkt.
"Specimen mining" ist jedoch nicht der Abbau von Edelsteinen, wie die Smaragde in Kolumbien, Tansanite in Tansania, Rubine in Myanmar, Topase und Berylle in Brasilien und der Edelsteine in Sri Lanka.
Wie schon Markus schrieb, sind die wenigsten erz-steine- oder salzfördernden Gruben auch "specimen mining" - Betriebe. Das eine schließt das andere aus.
mit bestem Gruß
collector
endeavour-minerals:
Hallo,
und ich dachte bis her, das man die "Steinbrüche" in Indien des Gesteines, also des Baumateriales wegen betreibt.
Also wenn ich mal von Indien absehe, muss ich also "specimens mining" so verstehen, das es sich ausschließlich auf Untertage gewonnene Mineralien handelt. Diese Aktivitäten müssen demnach noch nicht einmal einen Gewinn erzielen, es reicht die Kostendeckung.
Denn das währe ja dann im falle der Rogerley Mine in England der Fall.
Zitat Harjo:
Einige Freunde von mir betreiben ein schlammiges Loch im Norden Englands ;-) , und die jährlichen kosten laufen in die
fünf bis sechsstelligen Zahlen. Die verkaufte Stufen sollen es ermöglichen die Grube zu betreiben, also sind sie nicht gerade billig, denn das eine Jahr ist gut aber das andere Jahr ist die Ernte gering.
Dies ist also der Unterschied.
Gruß Ingo
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