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Autor Thema: Limonitknolle mit Gips(?) aus Kiesgrube  (Gelesen 5730 mal)

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Offline GREENHORNMTL

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Limonitknolle mit Gips(?) aus Kiesgrube
« am: 25 Aug 11, 21:29 »
Guten Abend,
immer wieder finde ich bei meinen Besuchen in der benachberten Kiesgrube braune Kugeln mit schwarzen Inhalt, von denen ich ausgehe, daß es sich um Limonitkugeln mit ??-Füllung handelt (siehe Foto 05). Die äußere Hülle ist braun gebändert, und wird beim Trocknen hart, der Inhalt ist bröselig und wird beim Trocknen hart, oder bröselt völlig auf. In einigen habe ich schon Gipskristalle? (Foto 03) gefunden.
Die letzte Kugel hat mich total überrascht. Nach zwei Monaten habe ich mal wieder in die Kiste geschaut und, tja, ich weiß gar nicht, wie man das nennt.... Statt einer bröselige Masse war da jetzt ein mit feinsten Fasern durchzogener Haufen zu erkennen. Unter dem Mikroskop sieht man wunderschöne, gedrehte Locken-Gespinste, ich glaube, ich habe so was schon mal als Lockengips? gesehen.
Meine Frage jetzt: Woraus besteht der Inhalt dieser Kugeln (riecht unangenehm), und könnte es sich wirklich um Gipskristalle handeln?
Grüße Heiko
« Letzte Änderung: 26 Feb 17, 17:01 von oliverOliver »

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Limonitknolle mit Gips(?) aus Kiesgrube
« Antwort #1 am: 25 Aug 11, 21:51 »
Die Knolle enthält im Kern feinkörnige Fe-Sulfide (Pyrit und/oder Markasit), die bei Feuchtigkeit Fe-Sulfat-Ausblühungen bilden.

Offline raritätenjäger

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Re: Limonitknolle mit Gips(?) aus Kiesgrube
« Antwort #2 am: 26 Aug 11, 10:50 »
Hallo,

denke auch, dass das eine Pyritkonkretion war. Das weiße kann Halotrichit sein oder auch eins der vielen ähnlichen Fe-Sulfate.

Gruß
Andreas

Offline triassammler

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Re: Limonitknolle mit Gips(?) aus Kiesgrube
« Antwort #3 am: 26 Aug 11, 13:42 »
Hallo Heiko,

das auf Bild 03 ist wohl wirklich ein Gipskristall. Entsteht unter geeigneten Bedingungen beim Markasitzerfall, vor allem in Hohlräumen im Inneren zerfallender Objekte, wo der sich bildende Gips vor dem Zutritt untersättigter Lösung (= Auflösung) geschützt ist.
In den Kammerhohlräumen verkiester Ammoniten findet sich gut auskristallisierter Gips jedenfalls durchaus häufig.

Gruß,
Rainer

Offline smoeller

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Re: Limonitknolle mit Gips(?) aus Kiesgrube
« Antwort #4 am: 26 Aug 11, 14:36 »
Hallo,

Ganz eindeutig eine umgewandelte Markasit/Pyrit-Konkretion. Die dickeren Kristalle auf Bild 03 sind Gips, das faserige geht Richtung Siderotil oder Halotrichit. Rozenit und Szomolnokit sind weitere derartige Sulfate, die z.B. von Friedland in MV in ähnlicher Paragenese beschrieben sind. Eine genauere Bestimmung setzt im Allgemeinen röntgenographische Untersuchung (z.B. XRD) und gegebenenfalls die Bestimmung der Wertigkeit des Eisens mit Komplexbildnern (K-Hexacyanoferrat-II bzw. -III) voraus. Letzteres lässt sich mit etwas Chemiekenntnis daheim machen, die Chemikalien sind nicht bedenklich (Blutlaugensalz ist durchaus eine Beimischung in manchem Speisesalz).

Glück Auf!
Smoeller

Offline GREENHORNMTL

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Re: Limonitknolle mit Gips(?) aus Kiesgrube
« Antwort #5 am: 04 Jan 12, 21:43 »
Guten Abend,
habe am letzten Wochenende eine Knolle gefunden, bei der unter dem Mikroskop Pyrit-Kristalle zu erkennen sind sind (mit Streifung). Damit wäre das geklärt. Besten Dank.
Dann stellt sich jetzt die Frage: Wie kommen die Dinger in in eine Kiesgrube? Als Geröll aus dem Erzgebirge?
Vermutlich wird die Entstehung durch Zersetzungsprozesse von organischen Material unter Luftabschluß erfolgen. Wie bildet sich eigentlich dann so eine "Schale" um so eine Konkretion?
Ach ja, wie sagte meine Oma selig: Man kann alt werden wie eine Kuh, man lernt immer wieder hinzu.
Grüße Heiko

Offline triassammler

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Re: Limonitknolle mit Gips(?) aus Kiesgrube
« Antwort #6 am: 04 Jan 12, 21:59 »
Hallo Heiko,

auf Bild Limonitkugel05 sieht man, dass die Knolle in einem Konglomerat steckt. Es wäre also eine sedimentäre Bildung in situ denkbar. Pyrit-/Markasitkonkretionen vertragen keinen allzu weiten und feuchten Transport. Wie sieht es denn bspw. mit kreidezeitlichen Sedimenten in der mittelbaren Umgebung der Kiesgrube aus? In der sächsischen Kreide gibt es doch auch Konglomerate?

Zitat
Vermutlich wird die Entstehung durch Zersetzungsprozesse von organischen Material unter Luftabschluß erfolgen.
Wenn das Teil sedimentären Ursprungs ist, ja.

Zitat
Wie bildet sich eigentlich dann so eine "Schale" um so eine Konkretion?
Naja die verwittert eben von außen nach innen.

Zitat
Ach ja, wie sagte meine Oma selig: Man kann alt werden wie eine Kuh, man lernt immer wieder hinzu.
Das war sehr weise gesprochen von ihr!  :)

Gruß,
Rainer

Offline GREENHORNMTL

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Re: Limonitknolle mit Gips(?) aus Kiesgrube
« Antwort #7 am: 05 Jan 12, 20:50 »
Meine Oma war definitiv eine sehr weise Frau.  :)
Aber Menschen, die zwei Weltkriege überlebt haben, dabei Kinder geboren und verloren haben, und dabei trotzdem ihre Zuversicht und Würde behalten haben, sehen halt vieles anders, als wir heutigen Menschen.
So war einer ihrer weiteren Sprüche: Das schönste am Streiten ist die Versöhnung.
Das scheint mir, ist eine Eigenschaft, die heutigentags völlig abhanden kommt, heute trennt man sich im Streit.
Aber zurück zu den Knollen. Hier bei uns in Nordsachsen ist eigentlich alles "loses" Sediment, hier überlagern sich die erdgeschichtlichen Überschwemmungsgebiete von Mulde und Elbe, hier sind die Gletscher drüber gerutscht, haben jede Menge Geschiebe abgelagert. Ich denke mal, irgenwann war mal organisches Material dabei, und hat sich hier abgesetzt, aber wann ...????
Das wird man vermutlich nicht herausbekommen, mir war wichtig, zu wissen, was ich in der Hand halte.
Besten Dank für die Infos.
Heiko

Offline Krizu

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Re: Limonitknolle mit Gips(?) aus Kiesgrube
« Antwort #8 am: 05 Jan 12, 21:19 »
Hallo Heiko,

ich bin auch für eine vergammelte Pyritknolle. Gips entsteht schon mal in der Nähe, wenn die SChwefelsäure/Schwefelige Säure auf Kalk trifft.

MfG

Frank

 

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