Hi,
ich habe diese interessante Diskussion erst jetzt entdeckt.
Ich wiederum kann nur zu Glücksrad etwas beitragen

.
Klar der Grubenbrand ist historisch belegt und auch erst einmal plausibel, das Feuersetzen zwar im Mittelalter schon allgemein üblich, aber wenig bis gar nicht durch Quellen im einzelnen (z.B. für Glücksrad) belegt. Aus dem Mittelalter gibt´s auch kaum Quellen

. Das es vor dem bergmännischen Schießen allgemein üblich war Feuer zusetzen bestreitet glaube ich niemand!? Im Rammelsberg wurde das bis ins 18? (glaube ich) Jahrhundert praktiziert... trotz Holzmangel... und dieser hat ja nun auch u.a. zum erliegen des Bergbaus in den frühen Phasen geführt! Ich habe auch einen schönen Nachdruck einer Oberharzer Grube mit dem untertägigen Feuersetzen...
Der Grubenbrand wurde im Tageschacht beschrieben, dieser wurde zur Zeit des Schießpulvers abgeteuft. In dem näheren Umkreis konnte ich bis zum Haldenboden graben (Lehmboden mit Moosresten) und in diesen Horizonten auch recht alte Pfeifenreste finden, diese wurden auf ca. 1660 datiert, was wunderbar mit dem abteufen des Schachtes übereinstimmt! Auch finden sich hier immer wieder Bohrlöcher! Und zwar von den untersten Bereichen (der Halde) an!
Aber KEIN Haldenmaterial welches mit dem "Feuersetzmaterial" angesprochen wird! Auch habe ich nur seeehr selten Caledonit gefunden (in "normalen" Haldenmaterial) aber keines der anderen Min. der "Feuersetzparagenese"!
Das "typische" Feuersetzmat. findet sich (in Oberschulenberg) oft in der Nähe alter Pingen/Tagebaue bzw. darin. Die nächste Stelle mit FS Mat. befindet sich zwar ca. 4m vom Schacht aber alle anderen Stellen befindeden sich deutlich weiter weck.
Und ja, man kann/konnte die Bereiche wor Feuersetzmat. liegt/lag schon recht genau eingrenzen!
Warum sollte man den Abraum aus dem zusammengestürzten Schacht (falls man ihn denn überhaupt wieder abgeteuft haben sollte, was ich anhand von Grubenrissen/Lit. bezweifele) 50-100m über die Halde transportieren um es dort abzukippen???
Außerdem konnte ich nie Bohrlöcher in dem Feuersetzmat. bzw. in diesen Bereichen finden, wohl aber zwei Mittelalterliche Scherben (ebenso wie die/den Pfeifenreste im Bereich des Tagesschachtes durch den Beauftragten für Denkmalpflege datiert und beschrieben).
Die diversen Holzkohlereste warten leider immer noch auf eine Datierung... (FREIWILLIGE VOR

) womit wir uns das ganze kommentieren/rätseln/diskutieren dann sicherlich sparen könnten...
Die Argumentation warum nur Glücksrad und nicht andere Gruben stimmt und stimmt auch wieder nicht

zum einen haben wir bei Glücksrad eine Ausnahmesituation (auch wegen der auffällig vielen Sekundärmin die wir auch nicht an anderen Stellen -des Harzes- haben)... keine andere Halde ist so besucht wie Glücksrad (erst recht nicht die der Gelben Lilie)-> viele Leute finden viel

, die Bildungen sind meist recht klein -> werden evtl. oft übersehen, zum anderen ist sicherlich der Altbergbau immer/oft überlagert, somit ist das Mat. immer zu unterst. Zum anderen werden immer wieder Caledonit, Leadhillit, Lanarkit von immer neuen Fundorten beschrieben... Also evtl. ein Indiz das diese in der Vergangenheit oft übersehen wurden...?
Ich denke die meisten Min. aus dieser Paragenese finden sich mehr oder weniger selten (eher seltener) überall auf der Halde nur haben sich in dem der Hitze ausgesetzten Mat. vermengt mit Holzkohle die idealen Bed. zu Bildung gefunden.
Falls man nicht noch einen "Feuersetzort" findet, oder irgendwelche Quellen, oder die o.g. Holzkohlereste mal untersucht werden, werden wir weiter im unklaren sein...
Übrigens denke ich das sich schon OSB für das Feuersetzen anbot (doch recht breiter Gang mit viel Quarz, die Tagebaue, und die frühe Entdeckung im Mittelalter)
Grüße
Markus