Hallo Markus
Erst mal Ja:
In der riesigen Phosphatlagerstte Bou Kraa bei El Aijun (Laayoun) in der ehemaligen „Spanischen Sahara“ kamen während der Erschließungsarbeiten, etwa zwischen 1972 und 1978, viele Quarzknollen, wie die von Dir abgebildete, aus der oberflächlichen silikatischen Decke der Lagerstätte. Nachdem diese Decke jedoch abgetragen wurde, um an die Phosphoritschichten zu gelangen, wurden Quarzstufen aus El Aijun immer seltener.
Ein sehr guter Freund, ein spanischer Bergbauingenieur, hat mir schon 1975 wunderschöne Geoden, gefüllt mit klaren etwas stalaktitischen Quarzkristallen, sowie auch sehr schöne Calcitgeoden mitgebracht.
Obwohl ich seit nunmehr etwa 30 Jahren intensiv Marokko „befahre“ und die Mineralienszene eigentlich ganz gut kenne, habe ich seit vielen, vielen Jahren kein authentisches Material mehr aus Bou Kraa gesehen. Es kann natürlich sein, dass Du eine Stufe aus einem älteren Fund erworben hast, aber das ist, wegen der Ähnlichkeit und Charakteristika mit anderen marokkanischen Quarzknollen, kaum oder nicht beweisbar.
Aber: Zwischen 2005 und 2009 (Ende ca. 2010) wurde zwischen Essaouira und Marrakech eine neue Schnellstraße gebaut. Zwischen den Städtchen Chichaoua und Sidi Moktar, etwa 25 km W von Chichaoua, nächste Gemarkung ist „El Hbabra“, stand dem Straßenbau ein ca. 70 m hoher und am Fuß ca. 800 m breiter Berg im Wege, welcher komplett aus weißen kalkigen Sedimenten und aus Quarzknollen bestand. Der gesamte Berg wurde abgetragen und als Böschungs-Unterbau für die neue Straße verwendet.
Bis 2008 konnte man an den Berg ranfahren und in einer Stunde tausend Quarzknollen aus dem lockeren Gestein rausklopfen; seit 2009 ist der Berg verschwunden, aber es gibt immer noch sehr reiche Halden und einfach stehengelassener Abraum, gespickt mit diesen Quarzknollen, bis in Kopfgröße. Gesäubert in situ, mit einer Flasche wertvollem Mineralwasser in der trostlosen Wüste, kommt die Oberflächenstruktur der an Chalcedon erinnernden Quarzknollen deutlich zum Vorschein (siehe Foto).
Ich war vor einigen Monaten wieder an der Fundstelle. Es gibt immer noch jede Menge Material und ich habe dieses auch bei einigen marokkanischen Händlern gesehen. Wie üblich, wusste natürlich keiner der Händler, woher genau diese Knollen stammen, ergo Fundortangabe „Marokko“.
Du kannst das Vorkommen gut auf google-earth sehen, wenn Du auf Chichaoua klickst und dann langsam die N8-Straße nach links, Richtung Essaouira (im Westen) gehst. Dann kommst Du auf einen großen weißen Fleck ober- und unterhalb der Straße. That’s it.
Ich schlage Dir als Fundortangabe vor:
*Quarz: El Hbabra, Provinz. Chichaoua, Region Marrakech-Tensift-El Haouz, Marokko.
Ich hoffe, ich konnte Dir helfen. Die anhängenden Fotos zeigen den Rest des Berges im Jahr 2009 und eine typische gesäuberte Quarzgeode (ungeöffnet).
Gruß
Peter Seroka aka collector