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Autor Thema: Stbr. Elzing  (Gelesen 31645 mal)

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Offline Jens G

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Stbr. Elzing
« am: 30 Oct 03, 11:05 »
Hallo Ihr,

da hier lange nichts mehr los war, wollte ich mal wieder etwas von mir hören lassen.
War zuletzt mal im Steinbruch Elzing (Hartmannsdorf).
War zuerst von der Größe überrascht - hatte auch nicht den richtigen Weg nach unten gefunden - bin hinten an der Nordseite durch das Haupttor - da ging es aber leider nicht auf die einzelnen "Abbaustufen" Habe mich mühsam auf der Ostseite entlangbewegt und bin später an einer geeigneten Stelle hinabgeklettert.

Zuvor hatte ich einen kleinen "Quarzgang" aus "schmutzigem" Quarz im "Talg" bzw. Sand gefunden - siehe Bild.
Lohnt es sich diesem nachzugehen - in der Hoffnung einige ordentliche Kristalle zu finden oder ermöglicht das Außenmaterial keine Bildung von "richtigen" Quarzkristallen - die die ich dort auf den ersten cm gefunden hatte waren "schmutzig" sehr spröde , zerfielen in kleinere Stücke - haben teilweise "Schmutz"einschlüsse (kein "Rutil" ).

Nachdem ich dann auf die nächste Ebene gekommen bin - hatte ich dann noch auf der Nordseite einen kleinen Gang ca. 2cm mit einem anfangs schwarz weiter fortlaufend grün schimmerndem Mineral gefunden (an der Stelle hatte ich leider meine Kamera nicht mit - die wollte ich mir beim Klettern nicht kaputtmachen).
Nachdem ich mir einige Stücke herausgeschlagen hatte - merkte ich Zuhause, das von dem grünen Schimmer nicht viel übrig geblieben ist -  sieht jetzt alles eher schwarz aus.  

Die Härte scheint auch eher sehr niedrig zu sein (liegt unter 4 Fluorit - habe mit diesem geritzt) über 2 läßt sich nicht mit dem Fingernagel ritzen. Sollte doch bestimmt Biotit sein. Hat zwar eigentlich keinen Perlmutt-, Glas-  oder Metallglanz - Strich ist eigentlich weiß bzw. farblos - es sei den man hat sehr kleine "Splitter" von "diesem Mineral" die einen rot-braunen Strich hinterlassen - können das zufällige Einschlüsse von "Fremdmineralen" sein?

Hatte leider mal wieder nicht so viel Zeit im Steinbruch, da es jetzt immer schon so schnell dunkel wird und meine Beste nicht so lange Geduld hat - aber sie will halt auch immer mit und nicht Zuhause sitzen.

MfG

Jens G

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« Letzte Änderung: 30 Oct 03, 16:25 von Jens G »

Offline wolfi

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #1 am: 30 Oct 03, 13:32 »
Servus Jens,
mit dem Elzing kenne ich mich leider nicht aus. Ich denke aber, dass dieser Quarzgang keine brauchbaren Quarze liefern wird, dazu ist er wohl zu schmal. Interessant könnte der Gang aber durch eventuelle Begleitminerale sein, die es am Elzing ja gibt, z.B. Anatas. Ich weiss aus dem Stegreif nicht, wos dort noch so alles vorkommt, da müsste ich mal im Vollstädt nachblättern. Ich könnte mir aber vorstellen, dass einige dieser Mineralien in Quarzgängen vorkommen. Insofern würde ich also schon mal nachgraben und prüfen, ob sich der Gang mal öffnet und kleine Quarze mit irgendwelchen Begleitmineralien enthält. Viel Erfolg dabei!
Servus + Glück auf
Wolfi

Offline uwe

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #2 am: 30 Oct 03, 20:23 »
Hallo,

Im Steinbruch Elzing sind schon recht ordentliche und auch große Rauchquarze gefunden worden. So einer Kluft sollte man ruhig mal nachgehen.

Anatas ist mir im Elzing noch nicht begegnet. Ich bin als Chemnitzer oft dort. Ich habe auch noch nicht gehört, daß dort welcher vorkommt. Der Steinbruch am Elzing ist nicht mit dem bekannten Steinbruch Hartmannsdorf zu verwechseln. Dieser liegt etwa 3 km südlich und hatte eine wesentlich reichere Paragenese. Als Begleiter des Quarzes kommen Schörl, Feldspat und Carbonate vor. Einmal vor vielen Jahren gab es auch eine Quarzkluft mit schönen roten Almandinen.

1998 wurde ein kleiner Bleiglanzgang angefahren, der schönen, aber leider kleinkristallinen Pyromorphit enthielt.

Das beschrieben grüne Mineral könnt Aktinolith sein. Ich habe ein Stück, bei dem zwei kleine grüne Fächer in einer schwarzen Masse sitzen. Es wird aber auch behauptet, daß es sich um grüne Hornblende handelt.  

Falls mal jemand zum Elzing will, dann auf der Straße Hartmannsdorf/Limbach kurz nach der Anhöhe scharf rechts in den Betriebsweg der Spedition einbiegen und bis zum Wasserhaus hoch fahren. Falls es trocken ist kann´man auch den Feldweg bis zur Ecke der Steinbruchumzäunung fahren. An der Ecke kann man über den Zaun steigen und kommt von dort auf die nächst tieferen Sohlen. Dann kann man über das Haufwerk bis zum Abbau hinab. In der nordwestlichen Hälfte streicht ein carbonatischer Gang von Nord nach Süd. Dort ist der oben erwähnte Pyromorphit vorgekommen, aber auch Baryt, Corkit, Apatit sowie Dolomit und Calzit.  

Glück Auf
Uwe

Offline uwe

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #3 am: 30 Oct 03, 20:58 »
Ich habe eben mal ein Foto von der von mit erwähnten grünen Hornblende (oder Aktinolith) zum vergleichen gemacht und angehängt.

Glück Auf
Uwe

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Offline Jens G

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #4 am: 30 Oct 03, 22:27 »
Hallo Uwe, Wolfi sowie an alle Anderen,

@Uwe
Ich meinte schon den Elzing (wußte nicht, daß es noch einen anderen Steinbruch in Hartmannsdorf gibt) - hatte Hartmannsdorf dazu geschrieben weil ich der Meinung war und bin, daß er (Elzing) eher näher zu Hartmannsdorf denn zu Limbach Oberfrohna liegt. War aber auch schon lang nicht mehr in Limbach Oberfrohna (bin zwar in Karl-Marx-Stadt geboren aber als ich 2 Jahre alt war sind wir von Rabenstein nach Borna  (bei Leipzig nicht Chemnitz) gezogen, wohne jetzt in Frohburg).

Ansonsten sieht das ehemals grüne Mineral (jetzt eher schwarz) lange nicht so grün (als Gang ahtte es schon in etwa diese Farbe) wie auf Deinen Fotos aus. Es ist desweiteren in dem Sinne nicht strahlig.
Desweiteren sollte die Härte unter 4 liegen (Strich weiß).
Hornblende bzw. Aktinolith hat lt. meiner Literatur eine höhere Härte.

Hatte Gestern mal 2 Fotos gemacht - die sind aber leider nicht so gut geworden.



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Offline Jens G

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #5 am: 30 Oct 03, 22:31 »
im oberen Bild wirkt das Mineral schon noch etwas grünlich.

Hier noch ein weiteres Foto:

Ansonsten erst mal vielen Dank für Eure Mühe.

MfG
und Glück Auf

Jens G


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Offline Frank de Wit

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #6 am: 31 Oct 03, 09:04 »
ich habe noch diese literatur dazu (ist doch derselbe fundort?)
elzing und eitzing bei hartmannsdorf sind doch der gleiche?
http://www.strahlen.org/mags/mineralienwelt/mw-2001-05-16-duitsland-bayrischen%20wald-eitzing.pdf
http://www.strahlen.org/mags/mineralienwelt/mw-2003-03-30-duitsland-bayrischen-wald-eitzing.pdf
cheers!
frank

Offline uwe

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #7 am: 31 Oct 03, 18:17 »
Hallo Freunde, Hallo Jens,

auf Grund Deines Beitrages war ich heute wieder mal kurz auf dem Elzing. Nachdem ich die Bilder gesehen habe ist alles klar. Dein grünes Mineral  liegt häufig im frischen Haufwerk auf der oberen Sohle. Möglich, daß erst am Donnerstag gesprengt wurde. Es roch noch sehr nach einem frischen Schuß. Ich bin fast sicher, daß es sich um Cordierit handelt. Der kommt an dieser Stelle des Bruches vor. Ich habe auch ein entsprechendes und bestimmtes Belegstück in meiner Sammlung.

Aus Langeweile war ich heute wieder mal im Bruch und konnte heute feststellen, daß man nicht mehr über den Zaun steigen muß. Fleißige Sammler haben ein ordentliches Loch in den Zaun gebrochen, so daß man ohne Probleme auf die erste Sohle kommt. Dort liegt wie gesagt frisches Material. In dieser Ecke wurde vor einigen Jahren blauer Topas gefunden. Heute lag relativ viel pegmatitisches Material mit Schörl im Haufwerk.

Jedenfalls ist kein Schotter mehr im Bruch gelagert und man hat wieder begonnen abzubauen. Das läßt hoffen.

Der bekannt Steinbruch Hartmannsdorf der oft in der Literatur beschrieben wurde war schon zu DDR-Zeiten auflässig. Er liegt zu nahe am Ort. Der Steinbruch Elzing oder auch Kreuzeiche wurde erst nach der Wende wieder aufgefahren. Er baut zwar auf dem gleichen Granulit, ist aber von der Mineralienparagenese nicht so reich. Vor allem fehlen hier Titanminerale und Borate.


Glück Auf
Uwe

Offline Jens G

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #8 am: 31 Oct 03, 19:08 »
@uwe

Hast Du ein "schönes " Stück Cordierit gefunden, von dem Du vielleicht einmal ein Foto machen könntest - zum Vergleich?
Zur Härte lese ich etwas von 7 bis 7,5.
Wie gesagt mein Mineral lies sich eigentlich mit Flourit ritzen.

Vielleicht werde ich noch mal Morgen oder am Sonntag den Elzing besuchen - hatte das letzte Mal nicht so viel Zeit.

Hast Du noch etwas anderes interessantes (außer Schörl) entdeckt?

Hast Du Dir eventuell auch die anderen Sohlen angeschaut - hatte im Elzing einen Mineralienfreund getroffen, der mir gesagt hatte, daß die 1. Sohle (von oben) an der Nordseite zur Zeit die "interessantesten und frischesten" Stellen enthält.

MfG
Jens G

Offline McSchuerf

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #9 am: 31 Oct 03, 19:10 »
Tach Uwe,

die Schörl-xx von Limbach Oberfrohna sind wirklich eine Augenweide! Kompliment!

Offline Jens G

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #10 am: 02 Nov 03, 19:25 »
Hallo an Alle,

War heute noch mal im Elzing.
Uwe Du hast recht - die haben tatsächlich die halbe Wand der oberen Stufe gesprengt. Als ich das letzte mal im Elzing war, stand die Wand noch komplett.
In dem Teil war auch mein "grüner Gang".
Bin diesmal auch durch das Loch im Zaun gestiegen - heimwärts bin ich aber gleich von der nun neuen oberen Stufe die 3 m nach oben geklettert - man kommt jetzt von der Nordseite auch sehr gut an die "frischen Stellen".

Wollte Euch noch mal fragen, in welcher Qualität man den Schörl (hoffe das auf dem Foto ist welcher) sammeln sollte - man konnte eigentlich viel Material finden - aber keine schöne, lange Kristalle.
Habe mir trotzdem einige Stücke mitgenommen.

Würde mich freuen, wenn jemand mal ein Foto von einem Schörl-xx
einstellen könnte - vielleicht sogar ein Stück aus dem Elzing.

MfG und Glück auf!
Jens G

PS:
Das Mineral (oder ähnlich aussehendes) vom letzten Mal habe ich heute gar nicht gesehen.



 

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Offline Robin

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #11 am: 02 Nov 03, 21:08 »
Hallo Jens,

Hier findest du Foto's mit Schörl-xx vom Elzing:
http://www.dergraul.de/Shop/sachs.html

Gruß Robin.

Offline Jens G

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #12 am: 02 Nov 03, 21:40 »
Vielen Dank für die schnelle Antwort.


So hatte ich mir Kristalle von Schörl eigentlich auch vorgestellt.
Das was ich gefunden habe ist mehr flächig mit angedeuteten Kristallen ("Streifen") im Material.
Ich habe z.B. ein Stück vor mir - da ist das "schwarze Mineral" (ich denke es ist Schörl) auf anderem Gestein (wie Bild oben) ca. 55 mm lang bis zu 20 mm stark und 30 mm tief - in die richtung der Tiefe sind jetzt ab und zu schwarz glänzende langstrahlige "Kristalle" - aber eben im gleichen schwarzem Material.

Habe mal noch ein Bild gemacht - leider kann sich die Kamera nicht richtig scharf stellen.
Muß Morgen am Tage mal das Material sichten - vielleicht sind ja doch schönere Stücke dabei aber auf alle Fälle nicht so schöne xx Stücke wie bei graul.

MfG und Glück Auf!
Jens G


Sowas sollte man wohl nicht mit nach Hause nehmen - hat jemand von Euch - Uwe,  ... - im Elzing schon häufig solche schöne Schörl xx (siehe Graul)  gefunden.

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« Letzte Änderung: 02 Nov 03, 21:44 von Jens G »

Offline uwe

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #13 am: 03 Nov 03, 09:17 »
Hallo Jens,

bin etwas in Eile und die nächsten 10 Tage nicht im Land. Auf der ersten Sohle Nordseite liegt frisches Haufwerk. Dort lohnt es sich zu suchen. Halte nach deutlich rot gefärbten Partien Ausschau. Der Abbau wird sich nach Nordwest fortsetzen.

Neben Schörl und Quarz findet sich hin und wieder Andalusit. Auch blaue Topaskristalle sind wie bereits erwähnt an dieser Stelle gefunden worden.

Demnächst mache ich mal ein Foto meines Cordierits.

Glück Auf
Uwe

Offline Jens G

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Re:Stbr. Elzing
« Antwort #14 am: 03 Nov 03, 10:07 »
@uwe
frisches Haufwerk ist ganz gut - ich war zuerst geschockt als ich das Ganze gesehen hatte. Fast die Komplette Wand fehlt  - das gesprengte Material stapelt sich teilweise mind. 5 bis 8 m hoch - die Brocken sind teilweise einen Meter groß.

Danke für Deine Ratschläge - fahre vielleicht nächstes Wochenende noch einmal hin.

MfG und Glück Auf

Jens G

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« Letzte Änderung: 03 Nov 03, 10:09 von Jens G »

 

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